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  1. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Zunächst einmal Danke für eure lieben Worte, sie tun mir gut.
    Was mich jetzt wirklich überrascht, ist wie ihr mir im Autismus zustimmt. Ich habe meinen Verdacht immer vor Fachleuten geäußert, aber er ist immer weit zurückgewiesen worden.

    Mein Sohn ist jetzt 13 Jahre alt.
    Im unbekannten Umfeld ist mein Sohn ziemlich schüchtern, wirkt aber nicht unnormal. Andere Kinder waren nie ein Problem. Er ist zwar oft nicht gut mit ihnen umgegangen, aber andererseits hat er eine blühende Fantasie und tolle Spielideen (ist jetzt leider durch Computerspiele abgelöst worden), so dass ihm die Kinder immer wieder verziehen haben und mitspielen wollten. Seine Spielfähigkeit und seine Fantasie waren Dinge, von der jede Erzieherin begeistert war. Eine hat mir gesagt, seit mein Sohn da wäre, müsse sie sich um nichts mehr kümmern, er würde die ganze Gruppe bei der Stange halten. Ungut wird er nur, wenn man Anforderungen an ihn stellt.

    Manchmal empfinde ich mein Leben schon als hart, doch andererseits ist es bei uns nicht durchgehend schlecht. Wir haben auch schöne Zeiten, nur ist es so, dass man nie weiß, wann, weshalb und warum der nächste Wutanfall folgt. Das finde ich als belastend. Es gibt auch Ereignisse, die zu plötzlichen Besserungen führen - auch ganz unvorhergesehen.

    Die Schulferien teilen wir uns, d.h. er hat dann immer nur einen Elternteil. Er hat ein ausgeprägtes Interesse für Geschichte. Als er 8 war, wollte er unbedingt archäologische Stätten erkunden, an denen ich auch Interesse hatte. Ich meldete uns mit erheblichem Bauchweh bei einer Studienreise an, wo sie eigentlich keine Kinder dabeihaben wollten. Ich sorgte parallel dafür, dass an jedem Tag ein Rückflug möglich wäre, für den Fall, dass die Situation völlig außer Kontrolle gerät. Ein paar Tage vor Abreise stürzte er schwer und schlug sich auch halbwegs die Zähne aus. Auf der Reise selber war er absolut traumhaft. Er hat sich perfekt angepasst, die z.T. sehr anstrengenden Exkursionen ohne Klagen mitgemacht, hatte plötzlich Tischsitten, etc. Ich konnte es nicht glauben. Unsere Mitreisenden sagten, er wäre ja ein absolut vorbildlich erzogenes Kind, und unsere Zimmernachbarn meinten, ich könnte echt froh sein, so ein pflegeleichtes Kind zu haben. Wirklich, ich stand neben mir. Nach unserer Rückkehr ließ das gute Verhalten allmählich nach. Ich muss da einfach an den Froschkönig denken: da schmettert die Prinzessin den garstigen Frosch mit aller Wucht an die Wand (nein, sie küsst ihn nicht, lest das nach!), auf dass er sich in einen strahlenden Prinzen verwandle.

    Ich weiß also, dass mein Sohn super sein kann, aber ich finde den Schlüssel zu diesem netten Wesen nicht. Und ich glaube, dass der Weg dahin schmerzhaft ist. So wie im Märchen, so wie ansatzweise in Wirklichkeit.

    Das Essen: Mit drei Jahren hat er mal äußerst interessiert zugeguckt, wie Fische ausgenommen wurden. Kurz danach ist er zum strikten Vegetarier geworden, hat alles hinterfragt ("welche Tiere waren Erbsen?"). Tja, und seitdem ist er dabei geblieben. Als er lesen konnte, wurde alle viel schlimmer, weil er nichts mehr gegessen hat, wo Gelatine drin war. Dann hat er auch immer mehr pflanzliche Dinge weggelassen. Er fing an, mir Vorschriften zu machen, z.B. dass ich Zwiebeln nur auf einem bestimmten Brettchen schneiden darf, etc. Nachdem ich nicht bereit war, mitzumachen, lernte er kochen und fing an, sich seine Sachen selber zu machen.

    Er mochte auch keine Pilze. Irgendwann hat er deshalb ein pilzfreies Gericht zurückgewiesen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte das Gericht mit Gewürzmischung gewürzt, in der 2% Steinpilzpulver waren. Und damit war das Gericht versaut. Ich kann schlicht und ergreifend nicht so kochen, dass es seinen Bedingungen entspricht. Natürlich war ich deshalb schon bei Fachleuten. Da er sich aber insgesamt ausgewogen ernährt, halte ich den Ball flach und lasse ihn gewähren. Meistens will er auch nicht bei uns am Tisch essen, weil es nach Fleisch/Pilz/Sellerie/etc. stinkt.
    Ich bezeichne ihn als Ess-Autisten und habe mittlerweile jeden Versuch aufgegeben, das was ändern zu wollen. Ich hoffe nur, dass keine neuen Abneigungen hinzukommen, denn dann wird's langsam kritisch. Seine Freunde bekocht er, und die meisten hat er zum Vegetarismus bekehrt.

    Ich glaub, das reicht für heute. Demnächst mehr.





  2. User Info Menu

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    hallo anne,

    schön ,dass du zu uns gefunden hast.

    ich kann mich meinen vor"rednerinnen" nur anschließen. laß ihm noch ein wenig zeit und unterstütze ihn so, wie du das ja nun begonnen hast.

    ich glaube, dass er vollkommen "normal" ist. da können wir anderen andere liedchen singen, was unsere "erwachsenen" söhnchen angeht.

    @ espoir:

    ich weiß, dass es vielleicht nicht dem ernst der sache gerecht wird, aber ich mußte bei deiner schilderung doch schmunzeln. man würde im leben nicht auf die idee kommen, dass du von einem 13-jährigen erzählst!!!

    er scheint sich ja für enorm vieles zu interessieren und ich stelle mir das als eltern sehr anstrengend vor. vor allem, wenn er dann auch noch seine eigenen vorstellungen unbedingt durchsetzen muß!
    ich weiß auch nicht, wie ich in solchen situationen reagieren würde.

    da mußt du wohl auch weiterhin auf deinen bauch vertrauen und intuitiv reagieren.

    ich wünsche allen einen schönen wochenanfang,

    grüßle,

    elleke

  3. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hallo ihr Lieben,

    nachdem ich zwischenzeitlich eine pn bekommen habe, in der es möglicherweise auch um Autismus geht, möchte ich ein paar Bücher empfehlen, die übrigens auch für Nichtbetroffene sehr interessant sind, wobei es sich hier um diagnostizierte Autisten handelt:

    Birger Sellin: Ich will kein Inmich mehr sein
    Donna Williams: Ich könnte verschwinden, wenn du mich berührst
    Axel Bauns: Buntschatten und Fledermäuse

    Ich wünsch euch allen noch einen schönen Abend.

    Grüßle
    Espoir

  4. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Axel Bauns: Buntschatten und Fledermäuse
    Das ist ein ganz tolles Buch, kann ich nur empfehlen. Gibt es mittlerweile als TB.

  5. User Info Menu

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hallo Anne,
    es ist schon schwer für einen jungen Menschen herauszufinden, was er gerne machen möchte. Wer kennt das nicht von sich selbst? Wie wäre es denn, wenn dein Sohn versucht, praktische Erfahrungen zu sammeln? Denn vom drüber Nachdenken lernt er den Job ja nicht kennen. Vielleicht könnte er Praktika, Jobs o.ä. machen, dann erkennt er sicher schnell, was etwas für ihn ist und was nicht (oder ob die Schule nicht doch eine gute Alternative ist).
    Mir persönlich helfen Listen: ich schreibe Pros und Cons auf, um eine Entscheidung fällen zu können. Bei ihm könnte das eventuell so aussehen: was kann ich gut, was nicht.
    Man kann auch mal gute Freunde fragen, wie sie einen einschätzen. Manchmal kommen da interessante Punkte raus, Sachen auf die man selbst gar nicht kommt, weil man sich doch anders wahrnimmt als die Umwelt einen sieht. Und ganz sicher ist das bei Teenager das noch extremer. In dem Alter schwankt man zwischen übertriebener Selbstkritik und maßloser Selbstüberschätzung.
    Zu guter Letzt noch einen Tipp: es gibt gute Berufsberater in den Arbeitsämtern, die machen Tests, um Fähigkeiten, Interessen und Kenntnisse zu analysieren. Ich habe gehört, dass die Mitarbeiter in den Agenturen leider wegen der ganzen Umstellungen kaum noch Zeit haben, ihre eigentliche Vermittlungstätigkeit zu machen, aber probieren kann man es ja mal. Und dann gibt es wirklich tolle Berater in den IHKn und Handwerkskammern, die ja außerdem noch gute Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben haben und ggfs. auch Probearbeiten und Praktika vermitteln können.

    Viel Glück und toi, toi, toi,

    FatLady

  6. User Info Menu

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    hallo fatlady ( und natürlich alle anderen),

    wie geht es dir denn mittlerweile?

    ist es ruhig bei euch?


    mein herr sohn "darf" ab 01.12. beim städt. bauhof eines kleinen ortes in unserer nähe anfangen. das diziplinarverfahren läuft noch. irgendwann wird er vom bundesamt für zivildienst ein schreiben bekommen.

    er hat angst, dass sie ihm geld kürzen o.ä. als strafe. ( das soll er ruhig glauben! etwas unruhe muß schließlich sein!! )

    beim bauhof muß er sicherlich den ganzen tag draußen arbeiten (streuen bei glatteis, bäume und begrünungen in ordnung halten etc.). die werden ihn dort hoffentlich zur raison bringen!

    ich wünsche allen ein schönes wochenende,

    lieber gruß,

    elleke

  7. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hallo zusammen,

    ich hatte vorgestern Elternsprechtag meines Sohnes und der Tenor war bei allen gleich:
    Er bleibt völlig unter seinem Niveau, hat keine Lust, es sei denn ein Thema interessiert ihn - dann kommen super Beiträge. Lt. Klassenlehrer könnte er problemlos als Jahrgangsbester die Realschule verlassen (5-zügig)...
    Da ich das Gefühl habe man kann ihn nur mit Geld locken habe ich ihm folgenden Vorschlag gemacht:
    Er macht seinen Realschulabschluss mit Qualifikation (Fachoberschulreife) und einem Notendurchschnitt von mind. 2,5 dann gibts 500 €. Für jede 0,1 Durchschnitt besser gibt 100 € mehr.
    Da standen ihm richtig die Dollarzeichen in den Augen und er hat den Vorschlag sichtlich beeindruckt angenommen.
    Sollte er den Qualifikationsvermerk nicht schaffen kriege ich 100 €.

    Sein Vater (ich bin geschieden) fand den Vorschlag gut und wird sich ebenfalls dran beteiligen. (Der Sockelbetrag bleibt und ab 2,4 gibts halt von Papa ebenfalls Zuschlag.
    Vielleicht klingt das viel Geld für den Anfang, aber ich denke auf sein Leben gesehen ist das Geld, was ich gerne "investiere".

    Es gibt aber auch Gutes zu berichten: Heute morgen hat er kommentarlos die Straße vom Schnee befreit. Heute Mittag wollte er zu seiner Freundin. Habe ihn gebeten doch vorher die Küche aufzuräumen (er ist dran). Da brauchte ich ihn auch nicht dran erinnern und hat alles gemacht. Kurz bevor er fuhr habe ich bemerkt, dass das Terassendach unter der Schneelast zusammenzubrechen droht da hat er auch noch 'ne halbe Stunde ohne Murren geholfen das wieder frei zu schaufeln.
    Ich bemühe mich, etwas ruhiger zu werden und auch die positiven Dinge mehr zu sehen und nicht das Schulthema zum ewigen Meckerthema zu machen.
    Morgen nachmittag gehen wir 3 (mit seiner Schwester in ein Theater und anschließend lade ich sie zum Essen ein.

    Hier ist also etwas Ruhe eingekehrt.

    LG, Anne

  8. User Info Menu

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hallo liebe Elleke!
    Nach den Problemen, die hier so geschildert wurden, wollte ich nicht mit meinem Pippikram kommen. Trotzdem freue ich mich natürlich sehr, dass du fragst und an mich gedacht hast

    Bei mir tut sich ziemlich viel: meine "Zugewinnskinder" ziehen am kommenden Wochenende aus!!!!!!!!
    Komischerweise kann ich mich noch gar nicht darüber freuen. Es ist ja auch momentan noch alles beim "Alten". Habe das Wochenende mal wieder alleine die Bude geputzt, dafür durfte ich heute morgen vor der Arbeit nicht ins Bad, weil der älteste Junior seine Schönheitspflege betrieben hat, obwohl er später aus dem Haus musste als wir Da fehlen mir oft die Töne! Ich wünsche ihnen nur, dass sie sich in ihrer gemeinsamen Bude auch so auf die Nerven gehen, damit sie mal sehen, wie es so ist...

    Der Grund, warum ich noch nicht wirklich entspannt bin, sind einige offene Punkte z.B. möchte ich nicht, dass sie einen Haustürschlüssel behalten, weil ich ja meine Sachen nicht mehr wegschließen müssen möchte, während mein Freund davon träumt, dass sie jederzeit bei uns auftauchen können. Klar, will ich ihnen nicht das Haus verbieten oder so, aber es sollte schon klar sein, dass sie sich vorher anmelden und klingeln. Oder habe ich eine Macke?

    Prima finde ich, dass dein Junior mal eine Aufgabe hat. Beim Bauhof: RESPEKT! Das ist eine anstrengende Arbeit, vielleicht ist das wirklich mal heilsam für ihn, und er sucht sich lieber eine Arbeit, die ihm Spaß macht...

    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen (und Zehen), dass die Rechnung aufgeht.

    Wie läuft es denn sonst so bei dir zu Hause?

    LG FatLady

  9. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Der Grund, warum ich noch nicht wirklich entspannt bin, sind einige offene Punkte z.B. möchte ich nicht, dass sie einen Haustürschlüssel behalten, weil ich ja meine Sachen nicht mehr wegschließen müssen möchte, während mein Freund davon träumt, dass sie jederzeit bei uns auftauchen können. Klar, will ich ihnen nicht das Haus verbieten oder so, aber es sollte schon klar sein, dass sie sich vorher anmelden und klingeln. Oder habe ich eine Macke?
    Das sollte doch selbstverständlich sein. Du gehst ja auch nicht ohne Anmeldung in ihre Bude. Hast natürlich keine Macke und ich hoffe, dass du dich durchsetzen kannst.

    Wünsche bei der Gelegenheit allen eine schöne stressfreie Adventszeit ohne allzu viel Ärger mit dem Nachwuchs.

    Liebe Grüsse Lorolli

  10. User Info Menu

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hi,

    keinesfalls hast Du eine Macke. Ich kann das mehr als gut verstehen daß Du diese "Belagerung" endlich hinter Dir lassen möchtest und Deine Wertsachen wieder offen in der Wohnung "rumliegen" lassen willst. Das war für mich damals ein Gefühl das sich vollkommen fremd anfühlte. Ich brauchte lange um wieder normal damit umzugehen.

    Ich bin sowieso der Meinung auch Kinder sollten sich wenn es geht anmelden. Ich selbst hab das auch immer so gemacht. Klar nimmt man sich für seine Kinder mehr und eher Zeit, aber man selbst hat ja auch Pläne und wenn dann plötzlich jemand in der Tür steht....ich denke aber eher ich steh mit dieser Meinung alleine. Wenn ich mich mit meiner Freundin darüber unterhalte die meint, ihre Kinder könnten jederzeit kommen und die müßten sich keinesfalls anmelden.

    Ich wünsche Euch auch eine schöne Adventszeit. Mir graut leider böse vor WEihnachten und ich weiß noch nicht wie ich die Tage überstehen werde.

    Gruß
    Leuchty

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