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  1. Avatar von Rosenrot333
    Registriert seit
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hi frida,
    klar der Verdienst in niedriger, trotzdem besteht ja auch die Möglichkeit in einer Wg zu leben, wenn man denn alleine wohnen will. Das Verhältnis zwischen den Eltern und den Kindern ist im allegemeinen liebevoller, auch von den Kindern....mir wird immer ganz warm ums Herz, wenn hier (Spanien) ein 18jähriger seine Eltern in den Arm nimmt,drückt oder mit seiner Oma untergehackt durch die Strassen läuft und ihr in der Öffentlichkeit zum Abschied ein Küsschen gibt. Das gibts sicher auch vereinzelt in Deutschland, aber hier ist das Alltag, bei mir zu Hause nicht, aber meine Ätesten haben ja auch nix Spanisches. Die Eltern empfinden es nicht als störend wenn ihre Kinder auch noch im Rentenalter zu Hause leben....so sehr ich Spanien liebe, aber ich hoffe dass meine Kinder schon versuchen in einem angemessenen Alter auf eigenen Füssen zu stehen.
    Liebe Grüsse, rosenrot


  2. Registriert seit
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    @ SelmaB:
    Hast recht, mehr als "anständiges" miteinander leben erwarte ich auch gar nicht. Ab und an mal etwas Mithilfe, das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

    Bzgl. Privatsphäre im Zimmer eines Volljährigen:

    Normalerweise wäre ich auch der Ansicht wie Daggidingo, dass man nicht einfach das Zimmer eines über 18-jährigen betreten sollte. Aber ich betone "normalerweise"!
    Bei uns ist das aber so, dass Herr Sohn sich ständig Dinge aus unserem Haushalt mit in sein Zimmer nimmt und nicht wieder an ihren angestammten Platz zurücklegt. Seien das der Küchentimer, den er braucht, damit die im Backofen befindliche Pizza nicht schwarz wird, oder mein Nageletui, oder Werkzeug, oder Telefonbücher oder, oder, oder......
    Die Liste könnte ich noch sehr lange fortführen. Soll ich dann bitten und betteln,
    bis er die Sachen irgendwann wieder zurückgibt? Das würde er dann machen oder auch nicht! darauf warte ich aber schon lange nicht mehr. Soll er ausziehen, dann hat er in seiner eigenen Wohnung seine Privatsphäre. So weit bin ich mittlerweile, aber nicht, weil ich das so wollte, sondern weil er nicht mitzieht.

    LG

    Elleke

  3. Avatar von Latona
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Egal, ob es sich nun um die volljährigen Kinder oder um WG-Mitbewohner handelt: Wenn man zusammen lebt, muß ein Minimum an Regeln und Freundlichkeit eingehalten werden. Einen junger Mann, der mit seinen Eltern aus Verachtung nicht mehr redet und sie beschimpft, sich jedoch hemmungslos aus ihren persönlichen Sachen bedient und auch ansonsten möglichst viele Annehmlichkeiten des Zusammenlebens für sich mitnehmen möchte, den würde ich als Mutter mit 4-Wochen-Frist vor die Tür setzen.

    Es kann ja sein, dass ihr nicht das beste Verhältnis zueinander habt, weil er schon früh schwieriger und weniger pflegeleicht war als sein Bruder. Das wäre für mich als volljähriges Kind jedoch erst recht ein Grund, endlich von zu Hause auszuziehen !

    Jungs sehen das aber wohl nicht so wie Mädchen. Die sind da dickfelliger und bequemer – so lange Mama sie läßt.


  4. Registriert seit
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    mh, was mich wundert wenn ich das hier alles lese ist:
    ich kann verstehen dass die Situation verfahren ist. Nicht verstehen kann ich die Resignation "Hauptsache er zieht aus dann haben wir unsere Ruhe".
    Wenn das Ziel von 20 jahren kind aufziehen das ist "ausziehen und endlich Ruhe haben" dann ist da wohl ne ganze Menge schiefgelaufen.
    Mir selbst gehts so dass ich eine so verfahrene Situation nicht akzeptieren würde. Und daran arbeiten würde diese zu verbessern.
    Was ist denn der nächste Schritt? Er zieht dann aus. Kontakt zu ende. basta, das wars dann. Wenn Du das willst, OK. Aber sei Dir im Klaren darueber dass damit der Kontakt zu dem Sohn definitiv beendet ist.

    Ja was denn aber tun wird jetzt die Frage sein. Das ist aus den bisherigen Infos nicht abzuleiten: primär kommt darueber raus dass er sich zurueckzieht (warum?), nicht am Familienleben teilnehmen will (warum?), nix beiträgt (was ja nur konsequent ist aus den beiden erstgenannten), sein Zimmer nicht aufräumt (isses nun sein Zimmer oder nicht?) und eure Privatsphäre nicht respektiert (was ihr mit seiner aber auch nicht tut, woher soll er es also besser wissen?)

    Ich nehme an dass der Karren schon viel zu sehr im Dreck steckt um noch ganz normal, sachlich und ohne dauernden alleinigen Austausch von Vorwürfen miteinander zu reden. Dann wäre es Zeit, sich externe Hilfe zu holen, einen Mediator der das Gespräch leitet z.B.
    Und erst mal ueber ein solches Gespräch rauskriegen was IHN an EUCH nervt. Ich würde nämlich davon ausgehen dass ihm auch einiges nicht passt, sonst würde er sich anders verhalten.
    Und dann versuchen abzustecken in wie weit Kompromisse von beiden Seiten möglich sind bzw. ob überhaupt die Bereitschaft dazu besteht (auch bei Euch).
    Wichtig erscheint es mir ihm zuzuhören. nicht gleich alles, was er sagt in irgendeine vorgefertigte schublade zu stecken. Sondern davon auszugehen dass er für sein Verhalten Gründe hat. Die ihr wahrscheinlich mit verursacht habt.

    Die Verantwortung für Erziehung so eben locker nach dem Motto "er war schon immer schwierig, hat halt nicht geklappt, schnell weg mit ihm damit wir uns daran nicht mehr erinnern muessen" einfach abzugeben wäre mit persönlich - entschuldige die Deutlichkeit - zu billig.

    Und ja, ich habe 3 volljährige Kinder, ich weiss wovon ich rede.

    Gruß
    Mirca


  5. Registriert seit
    06.12.2003
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    @ Latona:

    Du sprichst mir vollkommen aus dem Herzen. Genau so empfinde ich auch!

    @ Mirca:

    Dein Beitrag hat mir sehr zu denken gegeben.Mein Mann und ich haben uns schon vor Jahren darüber Gedanken gemacht und auch schon überlegt, einen Psychologen aufzusuchen, waren dann aber vielleicht zu bequem, das auf uns zu nehmen und waren auch überzeugt, das ohne solch einen "Seelenklempner" auf die Reihe zu kriegen, was vielleicht ein Fehler war!
    Wir waren zu dem Zeitpunkt ja auch noch zusätzlich mit einem Kleinkind beschäftigt und haben evtl. auch deshalb diese zusätzliche Belastung gedanklich in den Hintergrund geschoben.

    Als ich vor ca. 2 Jahren mit unserem Großen über das Aufsuchen eines Psychologen gesprochen habe, hat er sich strikt geweigert, mitzugehen. Ich war dan allein bei einem Pschologen/Familienberater, aber alles, was er mir geraten hat, waren Dinge, die wir schon alle probiert hatten und die nichts gebracht hatten. Neues habe ich von ihm nicht erfahren.

    Selbstverständlich tut es mir in der Seele weh, sagen zu müssen, mein Sohn soll ausziehen, weil es mit ihm nicht mehr auszuhalten ist!!!!Und fraglos haben wir unendlich viele Gespräche mit ihm geführt, um herauszufinden, warum er sich so gegen die Familie sträubt.
    Alles, was du von ihm als Argumente zu hören bekommst, ist, dass er sein Leben so leben will, wie er will, er hätte mit uns nichts am Hut und wir sollen uns bei ihm auch nicht einmischen. Wenn du ihm dann vorhältst, er solle ausziehen, kommt nur ein klares "nein", denn dann würde er sich finanziell schlechter stellen wie bisher.

    Ein Auslöser dafür,dass er meint, wir sollen uns nicht bei ihm einmischen ist wohl, dass ich in der Vergangenheit immer wieder bemerkt hatte, dass er unnütze Geldausgaben für Handys und PC u.a. machte und immer wieder sein Konto überzogen hatte. Darauf habe ich ihn dann angesprochen und versucht, ihm klar zu machen, dass wenn er jetzt schon über seine Verhältnisse lebt, es ihm später umso schwerer fallen wird, mit dem dann vedienten Geld auszukommen. Diese Gespräche haben ihm natürlich üüüüberhaupt nicht "gefallen"!
    Er ist aber, wie natürlich viele andere junge Leute auch, nicht in der Lage, zunächst mal auf einen Wunsch zu sparen und ihn sich erst zu erfüllen, wenn er das Geld hat.
    Jeder Wunsch muss sofort erfüllt werden! Ich denke sogar, dass er kaufsüchtig ist. Nicht in einer extrem starken Ausprägung, aber dennoch kaufsüchtig.

    Wenn er einkaufen geht, gibt er sich auch nicht mit einem neuen Teil zufrieden, sondern dann müssen es immer gleich mindestens 2 Teile sein ( z.B. 2 chice Dosen für Visitenkarten, obwohl er gar keine Visitenkarten besitzt - aber vielleicht hat man ja irgenwann welche und dann braucht man sowas -!). Aber das ist nur ein kleines Beispiel.

    Ich habe bis Oktober 2004, als er sich bei unseren Renovierungsarbeiten "abgeseilt" hat und wir seit diesem Zeitpunkt nicht mehr miteinander reden, immer wieder das Gespräch mit ihm gesucht. Wir haben wirklich oft relativ ruhig miteinander gesprochen
    und ich hatte sehr oft das Gefühl, dass er versteht, was ich ihm sagen will und dass er sich bemühen wollte, sich mehr einzubringen. Aber immer war am nächsten Tag wieder alles vergessen und beim Alten. Es hat sich nur manchmal für ca. 1-2 Wochen etwas verbessert, dann war es wieder vorbei.

    Gruß

    Elleke


  6. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    ach elleke,
    habe jetzt alle Beiräge gelesen und es geht mir echt zu Herzen. Meine Kinder sind 21,19 und 14. Tobi mein Ältester habe ich mit 18 ausziehen lassen. Das war immer so geplant und bei uns möglich. Ich habe ein Mietshaus - zwar mit Krediten hoch belastet aber so konnte er in ein 28 qm Appartment ziehen - muss aber die Treppenhausreinigung erledigen. Klappt super. Als es Auszog, vor drei Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt und bin 250 km weit weg gezogen - das war hart, er hat mir so gefehlt! Tim mein zweiter ist mir ins Rheinland gezogen, kam mit dem Gymnasium hier nicht klar und ist dann mit noch 17! zurückgezogen zu seinem Bruder.( in ein eigenes Appartment unter dem seines Bruders) Das war noch schwerer, für mich und meine Tochter.
    ABER:
    ich habe sehr selbstbewußte Kinder die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, mussten sie ja auch - sehr früh für sich sorgen und ihr Leben gestalten. Wir telefonieren fast täglich - sie rufen oft an, und sie besuchen uns alle 4/5 Wochen.
    Verantwortung und Verantwortungsgefühl habe ich Ihnen gut vermitteln können-
    dennoch ich denke es ist nicht allein mein Verdienst - es ist schön das es bei uns so gut klappt.

    DU solltest dir keine Vorwürfe machen - wir sind nicht Verantwortlich für das Leben unserer Kinder - wenn sie denn alt genug sind. Wir können sie nur einen Teil des Lebens begleiten und wir ( du - ihr ) habt sicherlich euer bestes gegeben. Mache dir keine Vorwürfe, wir sind nicht Verantwortlich was die Kinder dann mit ihrem Leben machen.
    Wir müssen sie entlassen ins Leben - Halt geben, wenn sie uns brauchen und für sie da sein, wenn sie das annehmen können, mehr können wir nicht tun.
    Was dein Sohn macht ist TERROR. Entlasse ihn ins Leben. DAS MUSS SEIN!!! Erst dann wird es sehen, was er bei euch hatte und euer Verhältnis wird vielleicht besser. Sag ihm ,dass es dir leid tut, dass aber ER das Zusammenleben unmöglich macht und DESHALB ausziehen muss. Und ich würde ihm durchaus helfen und unterstützen.(Wohnungssuche und Umzug)
    Wie ist denn dein Verhätnis zu seiner Freundin? Vielleicht findest du da Unterstützung?
    Wünsch dir alles gute
    Moni
    und jetzt


  7. Registriert seit
    06.12.2003
    Beiträge
    118

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    @ Monisabine:

    Ich danke dir für deinen Beitrag! Beim Lesen des letzten Absatzes sind mir echt die Tränen runtergelaufen, so hat mich das, was du geschrieben hast, berührt.

    All das, was du erwähnst, hab ich ihm ja schon gesagt.Antwort: "Ich such keine Wohnung, wenn ich ausziehen soll, dann müßt ihr mir eine Wohnung suchen."

    Aber nun ist ja noch zusätzlich zu überlegen: Wer, bitteschön, vermietet denn eine Wohnung, wenn derjenige, der einziehen soll, sich bei den Vermietern zunächst mal gar nicht blicken läßt? Den Braten riecht doch jeder Blöde, dass da was nicht stimmt. Und wie sollen wir da überhaupt eine Wohnung finden? Im übrigen ist es auch so, dass der Vermieter bei jemandem, der nur ein geringes Einkommen hat, einen Bürgen will. Sollen wir dann für unseren Sohn bürgen, wo wir wissen, wie "toll" er mit Geld umgehen kann?

    Man sieht, da beißt sich die Katze in den Schwanz!!!!!
    Einerseits ist meine Hoffnung, dass sich unser Verhältnis verbessern würde, wenn Sohnemann erst mal aus unserem Wirkungskreis ausgegrenzt wäre, andererseits ist es wohl extrem schwierig, das überhaupt zu bewerkstelligen.

    Ich werde aber demnächst einen Rechtsanwalt für Familienrecht aufsuchen und mir erklären lassen, welche Rechte eigentlich Eltern gegenüber den volljährigen Kindern haben. Überall liest man über die Rechte der Kinder gegenüber ihren Eltern. Vor allem bei Scheidungen über den Unterhaltsanspruch der volljährigen Kinder. Immer müssen die Eltern löhnen.
    Aber nirgends steht zu lesen, was Eltern machen können, wenn sie ihre volljährigen und ach so "erwachsenen" Kinder aus dem "Nest" haben wollen.

    Mal sehen, wie's weiter geht??!!

    Gruß und gute Nacht,

    Elleke

  8. Inaktiver User

    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Mal `ne Frage Elleke, Du schreibst er ist im 3 Lehrjahr, kann er da überhaupt genug Geld haben, für eine eigene Wohnung?
    Nützt ja nix, wenn Du ihn raushaben willst, aber seine Kohle ev. nicht reicht.
    Auch muß heute prinzipiell Kaution gezahlt werden, die Bude muß eingerichet UND unterhalten werden.
    Und futtern muß er ja auch noch.

    Von meinen Kids hat niemand über 400 Euro, da könnte sich gar keiner eine eigene Wohnung von leisten.


  9. Registriert seit
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Hallo Elleke,

    ich hab das halt grad bei unseren Nachbarn hautnah mitgekriegt: sohnemann (18) kapselt sich ab. will nicht mehr puenktlich zum abendessen kommen. Macht nix mehr mit in der Familie. innerhalb kürzester Zeit eskalierte die Situation: nur noch geschrei, Vater verlor dann wohl auch ein paar mal die Nerven trat die Tür zu seinem Zimmer ein, Sohnemann ruft die Polizei etc... - ende vom Lied: sohn zieht aus, eltern muessen unterhalt bezahlen, keinerlei Kontakt mehr.
    Ich bin mir sicher dass wenn sie vorher gewusst hätten dass sie mit 600 euro/Monat jetzt unterhalt zahlen muessen dann hätte sie einiges von seinem Verhalten weniger gestoert.

    Da ich selbst zu dem Jungen ne gute beziehung hatte (er ist mit meinem jängsten befreundet und war dadurch oft bei uns) kannte ich seine sichtweise ganz gut dabei.
    Er fühlte sich schlicht von seinen Eltern weder verstanden noch als Person ernst genommen. Dass er selbst aufs Gymnasium ging und seine Eltern eher einfache leute sind machte in diesem Fall die sache noch schwieriger: er wollte über Gott, die Welt und das Leben philosophieren und sie verstanden nicht was er denn ueberhaupt wollte.

    Was mich selbst in dieser Geschichte zutiefst erschreckte war, wie schnell das ganze ging: dauerte ab dem Zeitpunkt wo er sich zurueckzog bis zum auszug gerade mal 6 Monate.

    Aber zurueck zu dem was Du schreibst: ich lese aus dem was Du sagst heraus, dass es irgendwo hapert mit dem Respekt bei euch in der Familie. anders kann ich es mir nicht erklären dass euer sohn euren Wunsch er möge ausziehen mit einem kalten "Nö" beantwortet. heisst ja nur, dass er davon ausgeht, Wünsche von euch nicht respektieren zu müssen. Jetzt ist natürlich sowas nicht auf die schnelle zu reparieren.
    Was bei meinen Kindern immer geholfen hat war, wenn sie mitgekriegt haben wie sehr mich ihr verhalten gekränkt hat. Ist jetzt schwierig schriftlich auszudrücken: ich meine ausdrücklich nicht eine emotionale Erpressung. sondern einfach nur ehrlich miteinander umgehen: wenn mir zum heulen war ob eines Verhaltens von Einem dann hab ich halt geheult. Und auch gesagt was mich verletzt. Ich hab halt nie die coole Nummer "ich bin erwachsen und du nicht" - gespielt. Sondern durchaus auch zugegeben, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Eigentlich mich genau so verhalten, wie wenn eine gute Freundin auf einmal nichts mehr von mir wissen will: gefragt, geheult, drum gekämpft, manchmal auch getobt. Das war allerdings eher in der Zeit, als sie so 14 - 16 waren. Ich denke mittlerweile, dass wenn dieser prozess nicht passiert sich die Kids emotional voellig abkoppeln. Und dann je nach konstallation diese entfremdung zwischen eltern und kindern passiert die solche Konflikte dann auslösen koennen.

    Es ist auf jeden Fall eine gute Idee mit einem Rechtsanwalt zu sprechen. Da er bereits im 3. Lehrjahr ist (ihr seid im Regelfall nur verpflichtet ihm EINE Ausbbildung zu finanzieren und die hat er ja bald hinter sich) sieht das von aussen zumindest nach einem absehbaren ende aus.
    Gerüstet mit den rechtlichen Infos schreibt Ihr ihm vielleicht auch mal sachlich und ohne Vorwürfe was ihr von ihm wollt auf. Wenn er halt nicht reden will dann gebts ihm schriftlich - so wie Du ner freundin nen brief schreiben würdest wenn du nicht mehr weiter weisst ob ihres verhaltens....

    Und die situation hat sich ja so zugespitzt dass schon klar ist dass was passieren sollte. Also muss ihm irgendwie klar gemacht werden dass er 2 moeglichkeiten hat: er akzeptiert einen mindeststandard eurer Regeln oder er kriegt den stress mit wohnung suchen, alles selber finanzieren etc.
    Mit ein bisschen Glueck, vielleicht ner Unterstuetzung durch nen Rechtsanwaltsbrief, klarem und de-eskalierendem Verhalten von eurer seite aus rafft er, dass er sich ins eigene Fleisch schneidet wenn er es uebertreibt. Da Du ihn ja auch als eigentlich sehr gierig und auf seinen Vorteil bedacht beschreibst ist dies vielleicht die Lücke zum ansetzen: wenn er rafft dass er aus seinem Verhalten einen Nachteil hat wird er vielleicht dieses ändern.

    Ich drueck Dir die Daumen, kann mir vorstellen wie belastend die situation ist....
    Mirca

  10. Avatar von Latona
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    Re: Volljährige Kinder - Probleme? -

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß eine Annäherung an Eltern, mit denen man ein schwieriges Verhältnis hat, aus der Distanz eher zu bewerkstelligen ist als aus fortgesetzter Nähe. Denn alle Streitpunkte, die sich aus dem unmittelbaren Zusammenleben ergeben, fallen weg. Das Kind kann sich in einer eigenen Umgebung festigen und finden. Das Kind kann seine eigenen Regeln aufstellen und muß sich nicht mehr an die der Eltern halten. Vorwürfe, die aus der eigentlichen Verletzung stammen, werden nicht mehr vermischt mit Alltagsfrust.

    Den rechtlichen Aspekt mit einem Rechtsanwalt zu besprechen, halte ich für eine gute Idee. Soviel ich weiß, seid Ihr während seiner ersten Ausbildung zum Unterhalt verpflichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass er deshalb ewig bei Euch wohnen muß, die Finanzierung einer anderen Bleibe würde ausreichen.

    Wenn Ihr ihm androht, ihn rauszuschmeißen und es auch wirklich tut, dann hat er wohl keine andere Wahl, als sich erst mal eine Bleibe zu suchen. Ihr könntet ihm eine Frist stellen: Bis dann & dann hast Du Dir eine eigene Bleibe gesucht. Hast Du bis dahin keine, werden all Deine Sachen hier vor der Tür aufgestapelt, und die Schlösser ausgewechselt. Wie er als Mensch mit wenig Geld eine Bleibe finden soll, könnt Ihr ihm überlassen. Dieses Problem müssen andere junge Menschen auch bewältigen. Er kriegt von Euch einen bestimmten Betrag für die Miete, den Rest soll er sich über Jobs oder Wohngeld finanzieren. Die Tatsache, daß er eben nur noch einen bestimmten Betrag zur Verfügung hat, würde ihn auch von seiner Anspruchshaltung "Alles sofort haben wollen" kurieren.

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