Hi Goldmund,
ich freue mich so sehr das es deiner Tochter gutgeht und ich bewundere dich, dass du so durchhälst und sie noch nicht auf eigene Faust gesucht hast. Na, Hauptsache sie ist gesund, den Rest wird sie alleine schaffen, das hat sie ja jetzt bewiesen. Alles Liebe aus Spanien, rosenrot![]()
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29.07.2006, 09:36
Re: Alles easy...
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29.07.2006, 12:36
Re: Und schon wieder loslassen!
Mein älterer Bruder ist mal nach Kanada abgehauen. Er war 24 Jahre alt und wollte "seine Ruhe" haben. Meine Eltern haben es nicht akzeptieren können und haben alles Mögliche (und Unmögliche!) unternommen, um seine Anschrift herauszufinden. Er hatte körperlich schwer gearbeitet, um sich Geld für seine Abenteuer zu verdienen. Unter anderem auch in einem Uranbergwerk und einer Kupfermine. Zumindest so viel wussten wir. Meine Mutter wurde hysterisch, stellte sich immer vor, er sei krank geworden und wollte ihm Medikamente schicken. Dabei war er, wie wir später feststellen konnten, völlig gesund und putzmunter - nur seine Muskeln haben beträchtlich an Umfang zugelegt
. Mein Vater, ein ruhiger und sehr besonnener Mann, ließ sich von der Hysterie meiner Mutter immer wieder beeinflussen. Ich fand das Verhalten meiner Mutter völlig übertrieben und hatte mit ihr deswegen auch immer wieder heftige Diskussionen.
Goldmund, ich finde, du machst es goldrichtig.
Die Reaktion deines Bruders und auch die Berichte hier im Strang zeigen nur, dass die meisten Eltern völlig unreif sind und deshalb unfähig zu begreifen, dass sie ihre erwachsenen Kinder - egal, was diese nun tun oder nicht tun - LOSLASSEN müssen. Sie begreifen nicht, dass sie mit ihrem Druck und ihrer Weinerlichkeit nichts erreichen, außer die ganze häusliche Atmosphäre immer mehr zu belasten und zu vergiften. Sie schlucken Beruhigungsmittel und Schlaftabletten, machen eine Therapie - aber sie begreifen nichts.
Zu dem Zeitpunkt, als mein Bruder abgehauen war, studierte ich in einer anderen Stadt, war nur ganz selten zu Hause bei meinen Eltern und meldete mich kaum, weil mich dieses dramatische Theater, das meine Mutter pflegte, nur deprimiert und abgestoßen hat. Aber meine Mutter schaffte es, mich trotz großer geografischer Entfernung voll mit reinzuziehen und mir das Gefühl zu vermitteln, dass sie unsäglich leide, weil mein Bruder einen Lebensstil bevorzuge, den sie nicht akzeptieren könne. Seit dieser Zeit habe ich eine große Druckempfindlichkeit entwickelt.
Wenn ich hier lese, dass eine Mutter ihren Sohn auffordert, seine Ohrringe rauszunehmen, wenn er sie besucht, dann kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sich dieser Sohn von seiner Mutter abwendet. Man muss sich nur vorstellen, der Sohn würde im Gegenzug von seiner Mutter verlangen, sie möge ihr grässliches Halskettchen abnehmen, da er es zu spießig findet.
Oder die Frage, "wie bestrafe ich ihn?", die hier eine Mutter gestellt hat! Nein, es ging nicht um ein kleines Kind, sondern um einen volljährigen Sohn. Eine solche Frage lässt nur vermuten, welche Atmosphäre und Erziehungsstil in einer solchen Familie herrschen.

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29.07.2006, 20:13
Re: Alles easy...
Hallo Goldmund,
ich freu mich riesig für Dich, für euch!!! Was muss Dir doch für ein Riesenstein vom Herzen gefallen sein. Gottseidank es geht ihr gut!! Ach, ich freu mich einfach - mehr fällt mir nicht ein.
Bleib Dir weiterhin treu. Das läuft ja ganz gut!!!
Gruss flyaway
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29.07.2006, 20:13
Re: Alles easy...
Was ist ein Devil Stick???
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30.07.2006, 00:06
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31.07.2006, 13:16
Re: Alles easy...
Hallo Goldmund,
ich freu mich so für Dich. :) Es ist wirklich bewundernswert welche Ruhe Du bewahrt hast. Respekt!
Wer weiß, vielleicht macht sie ihre Ankündigung ja wirklich wahr und kommt bald nach D-Land zurück.
Bei uns nichts Neues, ich weiß zur Zeit überhaupt nichts und mir geht es dementsprechend.
Lieben Gruß
Leuchty
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01.08.2006, 09:28Inaktiver User
Re: Alles easy...
@ Goldmund
Pfuh! *Schweiß von der Stirn wisch*
Mannmannmann, du bist aber echt mutig, solange ohne Nachricht auszuhalten.
Ich weiß nicht, ob ich das könnte.
Was mir noch einfällt: Mein Musiklehrer (heute im Eigenheim mit Frau und zwei Kindern und eigener Musikschule) ist als junger Mann ca. 3 Jahre im Bauwagen durch Spanien gezogen und hat mit seinem Saxophon Geld verdient. Er wollte damals "Proletarier werden". Manchmal haben sie als Feldarbeiter Geld verdient, mal gebettelt. Nur mal so am Rande.
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01.08.2006, 09:34
Re: Alles easy...
Danke Zitronenmond,Was mir noch einfällt: Mein Musiklehrer (heute im Eigenheim mit Frau und zwei Kindern und eigener Musikschule) ist als junger Mann ca. 3 Jahre im Bauwagen durch Spanien gezogen und hat mit seinem Saxophon Geld verdient. Er wollte damals "Proletarier werden". Manchmal haben sie als Feldarbeiter Geld verdient, mal gebettelt. Nur mal so am Rande.
solche Phantasien habe ich natürlich auch: "Irgendwann wird sie vernünftig und führt ein geregeltes (angepassteres) Leben".
Aber das sind schon wieder eigene Vorstellungen davon, wie das Leben meiner Tochter aussehen sollte. Davon versuche ich mich zu befreien!
Vielleicht will sie ja ein Leben lang betteln? Es ist ihr Leben. Selbst wenn ich der Meinung bin, dass sie es sich dadurch ruiniert, bewerte ich es schon aus meiner Sicht.
Sie muss/darf ihren eigenen Weg zum Glück suchen. Manch einer, der angepasst lebt, findet diesen Weg auch nicht!
Goldmund
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01.08.2006, 09:58Inaktiver User
Re: Alles easy...
@ Goldmund

Wow!
Okay.
Hast mich erwischt, ein bisschen.
Aber (hab es lange gekaut eben im Hirn) nicht in dem Wunsch nach Anpassung.
Sondern in dem Wunsch nach der Möglichkeit, wieder zusammenzufinden. Das muss nicht angepasst sein.
Ich lern hier viel, Leute!
Danke.
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01.08.2006, 10:50Inaktiver User
Re: Alles easy...
Huhu Goldmund... das sind schon wieder eigene Vorstellungen davon, wie das Leben meiner Tochter aussehen sollte. Davon versuche ich mich zu befreien!
... Es ist ihr Leben. ...
Sie muss/darf ihren eigenen Weg zum Glück suchen.

Hm, den Weg zum Glück finden?
Woran erkennt man denn, dass jemand sein Glück gefunden hat?
Tja, meine Eltern versuchen mir ihre Vorstellung von Glück überzustülpen, während sie ihr eigenes Glück nicht finden und mit ihrer eignen Vergangenheit hadern. (Sie sind seit einem Jahrzehnt geschieden und noch immer unzufrieden und ruhelos und nicht in ihrem eigenen Nach-Eheleben angekommen.)
Ich befürchte fast, meine Eltern würden es noch nicht mal sehen, wenn ich denn mein Glück gefunden hätte.
Liebe Grüße
binauchda


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