Guten morgen!
Ich war vor einigen Tagen mit meiner Tochter, zwei Freundinnen und deren Kindern auf einem Abenteuerspielplatz hier in der Nähe. Die eine Freundin war dann relativ verärgert drüber, dass es an dem Spielplatz (mitten im Wald) kein Klo gab und man folglich in die Büsche gehen musste und meinte, dass sie das nicht in Ordnung findet, so nach dem Motto: man braucht sich nicht wundern, wenn die Jungs dann als Erwachsene überall hinpieseln. Ich finde schon auch, dass man seine Kinder nicht AUF den Spielplatz machen lassen sollte, aber man kann ja ein paar Meter weglaufen und dann stört es keinen. Hunde pieseln ja auch überall hin. Auf alle Fälle ergab sich dann eine ziemlich rege Diskussion unter uns drei Frauen, ob man seine Kinder in die Büsche machen lassen dürfte und ob man das selbst in Ausnahmesituationen auch dürfte. Wir kamen auf weitere Beispiele zu sprechen wie z.B Stau auf der Autobahn oder Reisen allgemein. Wenn wir in den Urlaub fahren, halten wir normalerweise dann wenn einer Pipi muss und wenn es dann an einem Rastplatz mal kein Klo gibt, dann kann man auch ein Stück in den Wald laufen. Für meine Freundin war das wegen der Vorbildfunktion unaktzeptabel, weil man so ein falsches Vorbild vermittel könnte.
Im Nachhein habe ich mir dann die Frage gestellt, ob ich nun zu freizügig bin oder ob sie das zu prüde sieht.
Was meint ihr? Und was würdet ihr in diesen Situationen machen?
Liebe Grüße,
Sabine
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17.05.2007, 10:59
Erziehung und Vorbildfunktion
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17.05.2007, 11:12
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Hat deine Freundin schon mal überlegt, wer dieses Klo finanzieren soll, wo das Wasser herkommt, wo das Abwasser hingeht, wer es saubermacht, wer es gegen Vandalismus schützt?
Wenn sich keiner um die Toilette keiner kümmert, wird es darin in kürzester Zeit so dreckig aussehen, dass ich lieber in den sauberen Wald verschwinden würde als mich auf eine solche Bazillenschleuder zu setzen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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17.05.2007, 11:16Inaktiver User
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Jetzt mal ´ne dumme Frage:
Wenn das Kind am Spielplatz nunmal pieseln muss, und es ist keine Toilette da (ich kenn übrigens keinen einzigen Spielplatz, wo es so etwas gibt, aus gutem Grund)- was tun denn deine Freundinnen?? Haben die immer ein Camping-Klo dabei?
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17.05.2007, 11:27
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Gute Frage! :-)
Also wenn wir bei uns im Ort sind, dann können sie ja die 300m nach Hause laufen, von daher ist das kein Problem
Sie hat auch gemeint, dass sie es im Notfall schon ok findet bei den Kindern, aber eben nur ungern und sie selbst würde es auf keine Fall machen...
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17.05.2007, 11:34Inaktiver User
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
das könnte man ja mal ausprobieren
Zitat von Sabine_1977
zieht sie in die Hose machen dem freien Pinkeln vor?
fragwürdiges Vorbild
Zur Frage: Kinder (auch Jungs) können sehr wohl lernen einen Notfall vom Normalfall zu unterscheiden.
Dass gerade Jungs an jede Hauswand pinkeln hat wohl eher mit der Sozialisation "Mann" (und dem Vorbild etlicher Männer) zu tun...
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17.05.2007, 12:00
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Ich kann deine Freundin verstehen und finde sie überhaupt nicht prüde. Ich habe mich in der Stadt noch nie in die Büsche schlagen müssen. Spielplätze sind ja nicht in der Wüste, es gibt immer ein, zwei Straßen weiter eine Gaststätte wo man auf die Toilette gehen kann.
Dass Kinder nicht aushalten können ist klar, aber als Erwachsener kann man den Drang auf jeden Fall 10-20 Min aushalten, wenn man möchte.
Selbst auf Reisen ist es mir noch immer gelungen bis zur nächsten Tankstelle auszuhalten. Der Mensch hat in der Tat Schliessmuskeln!
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17.05.2007, 12:23
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
und auch mit der 'einfacheren' handhabung beim pinkeln. keiner muss die hose runterlassen um mal schnell zu pinkeln.
Zitat von Inaktiver User
frauen müssen sich da schon mehr entblößen. ich nehme an, dass dadurch die schamgrenze auch größer ist.
wenn es ein klo gibt (ich gehe auch auf die toiletten von cafés in spielplatznähe mit den kindern), dann nutzen wir das auch - gibt es keines, wird ein einigermaßen diskreter platz gesucht. je nach dem wie dringlich es bei dem kleinen mann ist.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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17.05.2007, 12:57Inaktiver User
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
....und die sind nicht omnipotent
Zitat von Reffre
die Frage ist ja nicht, ob die Freundin prüde ist oder nicht. Ich finde, dass sie überzogen reagiert hat und missionarisch tätig ist. Wer mal auf längeren Strecken oder Orten ohne Toilette in unmittelbarer Nähe seinem körperlichen Bedürfnis freien Lauf lässt, ist doch noch kein Neanderthaler, oder?
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17.05.2007, 16:52
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Also, mal ehrlich, bei manchen Autobahntoiletten ist mir der nächste Busch doch um einiges angenehmer als ein verpinkelter, besch..., übelriechender Verschlag immer ohne Papier und manchmal auch ohne fließend Wasser, der dem Augen(Nasen)schein nach wohl im Jahr 1990 zuletzt gereinigt wurde. Igitt. Da kann man sich ja sonst was holen.
Komischerweise habe ich meine Kindheit überlebt, obwohl ich manchmal hinter irgendwelchen Bäumen oder Büschen hochgehalten wurde... Und man glaubt es kaum, trotz dieser katastrophalen Erziehung pinkle ich heute als Erwachsene nicht an irgendwelche Hauswände.
Auf einem Abenteuerspielplatz im Wald eine Toilette zu erwarten, halte ich doch wahrlich für ein klein wenig übertrieben. Das Abendland geht nicht gleich unter, weil man mal in der Natur seiner Notdurft nachgehen muss.
Liebe Grüße,
Grummelchen
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17.05.2007, 19:17
AW: Erziehung und Vorbildfunktion
Hallo Grummelchen!
Was die WCs an Autobahntoiletten angeht, kann ich dir nur zustimmen, die allermeisten sind einfach nur ekelhaft. Ich glaube niemand würde etwas sagen, wenn jemand am Rastplatz mit seinem Hund gassi geht und deshalb finde ich es auch bei Erwachsenen nicht schlimm. Bisher fand ich es im Wald immer um einiges angenehmer, als anderswo an einem versifften Klo. (Wenns eines gibt, benutzen wir das aber im Normalfall schon, so ist es nicht. Geht ihr dann prinzipiell in die Büsche?)
Wenn ich mal mit meiner Tochter gehe, dann achtet sie schon selbst drauf, dass wir möglichst weit weg sind und uns auf keinen Fall jemand sehen kann. (ist uns auch noch nie passiert, dass wir von jemandem gestört wurden
, wenn man ein bißchen schaut lässt sich das ja auch vermeinden, oder?)
Und falls sie Taschentücher benutzt, wirft sie die in den nächsten Abfalleimer und eben nicht in den Wald, DAS finde ich erziehungsmäßig wichtig
Wie man sieht gehen auch die Meinungen hier im Forum weit auseinander...
Liebe Grüße und einen schönen Abend noch,
Sabine


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