+ Antworten
Seite 17 von 19 ErsteErste ... 71516171819 LetzteLetzte
Ergebnis 161 bis 170 von 182
  1. Moderation Avatar von Stina
    Registriert seit
    08.11.2006
    Beiträge
    7.676

    AW: Mobbing in der Schule

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Nö, danke. Zweimal ins Leere rein fragen reicht mir.
    Ist es nicht, aber es entspann sich die Diskussion eben ins Grundsätzliche hinein, wann und vor allem wie ein Sich-Wehren erfolgen sollte. Ich denke nicht, dass irgendwer hier einen Streit vom Zaun brechen wollte - meine Absicht war das sicherlich nicht.
    Nein, und das kam auch nicht so rüber.
    Ich bezog mich auf den zitierten Abschnitt von Blue, weil der bei mir so ankam als würde Kumquats Anliegen hier klein geredet, nur weil andere noch schlimmeres erlebt haben. Vielleicht hab ich das aber auch fehlinterpretiert.

    Ich fand die Diskussion bisher überwiegend sehr fair und gewinnbringend und fände es schön, wenn das so bleibt.


    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    „Niemanden zum Spielen finden“: in den Klassen meiner Kinder gilt die Regel, dass man Mitspielanfragen von Klassenkameraden nicht abgelehnt werden dürfen (gilt für die Schulzeit nicht für die Freizeit natürlich, aber eben in den Pausen).
    Da muss ich noch drüber nachdenken, wie ich das finde. Mein erster Impuls ist, dass sich da in mir etwas wehrt.
    12 26. We are Family.

    Moderation in Erziehung & Freundschaft


  2. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    12.168

    AW: Mobbing in der Schule

    Ich finde es auch schwierig.

    Ich muß sagen, die Lehrer unserer Töchter hatten das schon im Blick, wenn sich rauskristallisierte, dass ein Kind in der Klasse isoliert war - und versuchten, zu vermitteln, zu integrieren...

    Was auch nicht leicht ist.
    Man kann auch ohne rabiate Tendenzen "schwierig im Umgang sein ', ich erinnere mich an Mitschüler, die bei der kleinsten Kleinigkeit in Tränen ausbrachen, selbst durchaus ärgerten, was dann völlig in Ordnung war - aber wehe, sie wurden selbst geärgert. Ständiges Petzen, als Racheengel auftretende Mütter, die wegen Nichtigkeiten den nicht mal 10jährigen Deliquenten am Schulgelände abpassten und in Grund und Boden schrieen..
    Und dann war da noch der Junge, der als Viertklässler nur dann Mitschüler besuchen durfte, wenn seine Mutter sich ebenfalls im Haushalt dieses Mitschülers aufhalten durfte. Da hat dann wirklich nur noch das Eingreifen des Jugendamtes geholfen. Er durfte noch mit 13 die 2km Strecke zur Bushaltestelle nicht ohne Begleitung seiner Mutter fahren. Da hatte sie eindeutig ein Problem, das Kind musste es ausbaden...


  3. Registriert seit
    21.12.2008
    Beiträge
    5.283

    AW: Mobbing in der Schule

    Die Lehrpersonen haben erklärt, dass es Umgebungen gibt, in denen man sich die Leute aussucht (Freizeit) und solche, in denen man aufgefordert ist, eine Gemeinschaft zu bilden.
    Da wird man zusammengesteckt und gehört als Gemeinschaft zusammen, auch wenn man sich das nicht ausgesucht hat.
    Und dann gelten halt regeln, bei denen die Gemeinschaft im Vordergrund steht. Dazu gehört auch „wir schliessen keinen aus“
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer


  4. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    6.393

    AW: Mobbing in der Schule

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Im hier vorliegenden Fall geht es um einen Konflikt zwischen zwei Kindern. Bei Mobbing geht es um ein isoliertes Kind.
    Ich halte es für einen guten Rat, im Mobbingfall über Experten einzugreifen. Man findet sich sonst vielleicht selbst in der „einer-gegen-alle“ Dynamik wieder.
    Das ist auf jeden Fall besser. Wobei es leider auch Experten gibt, die keine sind. Dass sich trotz unserer Hinweise die Mobbing-Situation in unserem Fall nicht gebessert hat, lag m. E. daran, dass die Sozialpädagogin und auch teilweise die Lehrerinnen nur die Mobber und das gemobbte Kind im Fokus hatten, aber die ganze Klasse nicht einbezogen haben. Da gab es dann wöchentliche Treffen von zwei Mobbern mit meinem Sohn und dessen einzigem Freund, bei denen die Sozialpädagogin dann mit den vier Kindern gruppendynamische Spielchen machte. Man hielt es damals nämlich noch für einen Konflikt zwischen ein paar Kindern, die alle ein bisschen mehr Sozialverhalten üben könnten.
    Für viel zielführender hätte ich es gehalten, mit der ganzen Klasse zu arbeiten - denn was wirklich was hätte ändern können wäre die Haltung der "Mitläufer" gewesen. Denen klar zu machen, dass sie viel mehr sind als die Mobber, und wenn sie zusammenhalten, müssen sie auch nicht mehr Angst haben, dass die Mobber sich neue Opfer suchen. Denn das war m. E. der Knackpunkt - wenn es ein Opfer gibt, und man dann noch ein bisschen mitmacht, ist man evtl. sicher davor, selbst Opfer zu werden.

    Ich weiß bis heute nicht, ob es richtig war, das nach der Erkenntnis, was los ist, noch über ein Jahr lang auszusitzen, weil auch die Psychotherapeutin, bei der mein Sohn in Behandlung war und ist, damals sagte: "Wenn der jetzt die Schule wechselt, wird er wieder Opfer, bei seinem inzwischen so ausgeprägten Opferverhalten, und wenn die jetzige Schule daran arbeitet, ist es wohl besser, wenn er da bleibt." Leider war sie dann selbst im Laufe des Jahres erstaunt, wie inkonsequent die Schule das verfolgte.

    Selbst als es einen Vorfall gab, nach dem die Lehrerin wirklich auf 180 war und der Meinung war, jetzt müsse wirklich eine Klassenkonferenz erfolgen, hat die Schulleitung noch weiter abgewiegelt und gemeint, dass es reicht, den Eltern des Rädelsführers zu sagen, sie sollen sich Erziehungsberatung holen - was dann völlig halbherzig geschah, es wurden wohl zwei Gespräche geführt, dann war es das wieder. Und ich durfte mir fast eine Stunde lang von der Schulleitung anhören, was für Maßnahmen sie ergriffen haben, vermutlich damit ich die Füße still halte. Mir war es zu diesem Zeitpunkt langsam auch egal, es waren nur noch 10 Wochen auszusitzen.

    Wie nachhaltig diese Maßnahme die Kinder beeindruckt hat, habe ich dann am eigenen Leib erlebt. Mein Sohn war mal wieder so richtig schön in einem "Mobbing-Kreis" hin- und hergeschubst worden, von ca. 8- 10 Kindern aus der Klasse, angestiftet von den drei immer gleichen Kindern. Ich holte meinen Sohn am nächsten Tag ab und war plötzlich von den drei Hauptstrategen (alle so 9 - 10 Jahre alt) umringt, die mich angingen, mein Sohn hätte einem von ihnen gestern das T-Shirt zerrissen. (Und dann kam noch eine lebhafte Beschreibung.) Ich guckte sie völlig entgeistert an und fragte: "Kann es vielleicht sein, dass mein Sohn einen Grund hatte, das zu tun? Hat der sich vielleicht gewehrt?" "Nein, wir waren ja gar nicht dabei, wir haben nichts gemacht." Daraufhin wurde ich echt stinkig, sagte: "Na, das will ich aber von eurer Lehrerin hören, dass Ihr da nicht dabei wart."
    Die Lehrerin kam in diesem Moment zufällig des Wegs, schiss die Truppe richtig zusammen und meinte dann, wenn der eine Junge wirklich meinen würde, dass wir ihm sein T-Shirt ersetzen sollen, sollten seine Eltern mal uns anrufen. Was sie natürlich nie getan haben. Aber trotzdem! Diese Chuzpe! 10 zu eins, und wenn der eine sich dann verzweifelt wehrt, sich auch noch beklagen, dass der einem das T-Shirt ausgeleiert hat (das war es nämlich am Ende der Beschreibung nach). Trotz x erzieherischer Maßnahmen der Schule (das besagte Kind hatte schon eine Klassenkonferenz, war schon 3 Wochen in eine Parallelklasse versetzt etc.)

    Ich rege mich im Nachhinein deshalb so sehr auf, weil ich in der Klasse meines Großen an der weiterführenden Schule deutlich konsequenteres Handeln erlebt habe. Einmal bei einem Kind, das wie eine ältere Version von dem hier beschriebenen X klingt, einmal als ein Kind drohte, in so eine Mobbing-Situation zu kommen. Im ersten Fall sehr schnell disziplinarische Maßnahmen bei gleichzeitig sehr klarer Ansage an die Eltern, dass die sich Hilfe holen sollen, im zweiten Fall hat sich die Lehrerin das Kind gegriffen, auf das in der Klasse die meisten hören, und ihm auch eine sehr klare Ansage gemacht, bevor sich ernsthaft was entwickeln konnte. (Alles 5. Klasse, also nicht soo viel älter als die 4.-Klässler, die ich weiter oben beschrieb.)
    Bei dem besagten X ist zwar nicht alles gut, demnächst steht Klassenkonferenz Nr. 3 an, aber immerhin bekommen die Opfer das klare Signal, dass sie ernstgenommen werden, was ich sehr wichtig finde. Mein Kleiner hat dieses Signal nie bekommen. Nur immer die Frage, was er denn vielleicht gemacht hat, dass die sich auf ihn einschießen.

    Sorry, das führt jetzt natürlich weg von Kumquats Thema, aber es hatte ja kürzlich jemand den Strang wiederbelebt mit der Frage nach Erfahrungen mit Mobbing in der Schule.

  5. Avatar von marylin
    Registriert seit
    27.03.2007
    Beiträge
    5.423

    AW: Mobbing in der Schule

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Die Lehrpersonen haben erklärt, dass es Umgebungen gibt, in denen man sich die Leute aussucht (Freizeit) und solche, in denen man aufgefordert ist, eine Gemeinschaft zu bilden.
    Da wird man zusammengesteckt und gehört als Gemeinschaft zusammen, auch wenn man sich das nicht ausgesucht hat.
    Und dann gelten halt regeln, bei denen die Gemeinschaft im Vordergrund steht. Dazu gehört auch „wir schliessen keinen aus“
    Finde ich gar nicht schlecht.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?



  6. Registriert seit
    17.08.2016
    Beiträge
    6.913

    AW: Mobbing in der Schule

    Ich bin in meinen Klassen da knallhart:

    Ich sage zu Beginn des Halbjahres in neuen Klassen, dass ich erwarte, dass jeder mit jedem arbeiten kann, wenn wir Gruppen bilden und dass ich ein "Ich will aber mit dem und dem nicht arbeiten" nicht dulde.
    Dann erkläre ich noch einiges (Fairness, dass man auch später im Beruf mit Leuten, die man mag oder auch nicht zusammenarbeiten muss etc.) und sage dann abschließend: Wer sich dennoch nicht daran hält, müsse damit rechnen, dass dies in die Note "Sonstige Mitarbeit" einfließt und dass dies die Gesamtnote senken kann.

    Bisher hat es immer gut funktioniert.

  7. Moderation Avatar von Stina
    Registriert seit
    08.11.2006
    Beiträge
    7.676

    AW: Mobbing in der Schule

    Beim Arbeiten bzw. generell im Unterricht und allen Klassenaktionen wurde Zusammenarbeit mit jedem auch von Anfang an erwartet und umgesetzt - zum Beispiel auch durch häufigen Sitzpartnerwechsel nach unterschiedlichen Kriterien. Und das ist auch sehr gut gelungen, die Klasse ist von Anfang an eine richtig gute Gemeinschaft gewesen -das hat auch unsere neuen Lehrerin, die die Klasse als Dreier nun bekommen hat, am Elternabend sehr lobend hervorgehoben.

    In der Pause, Kernzeit etc. gibt es hier aber keine Regeln, außer, dass auch da drauf geachtet wird, dass kein Kind immer alleine ist und dass Spielgeräte für alle da sind und nicht nur für die schnellsten/stärksten/coolsten.

    Aber da ist es auch ok, was mit den beiden engsten Freundinnen zu machen und dem Klassenkamerad, der zwar akzeptiert und auch gemocht wird, der aber auch mit dummen Sprüchen nerven kann, auch mal zu sagen „das machen wir jetzt allein“.

    Und das finde ich auch ok so.
    12 26. We are Family.

    Moderation in Erziehung & Freundschaft


  8. Registriert seit
    05.09.2018
    Beiträge
    5.902

    AW: Mobbing in der Schule

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Nö, danke. Zweimal ins Leere rein fragen reicht mir.


    .
    Wenn Du auch eine Frage stellst die man so nicht beantworten kann - in der Situation, in der ein Kind zuschlagen "darf", dürfte es NATÜRLICH ein Erwachsener auch, das wäre dann nämlich Notwehr oder Nothilfe.

    Und wenn unter Erwachsenen "wegschubsen" oder reden nicht hilft, um einen Angreifer loszuwerden, dann darf ich ihm auch gepflegt eine pfeffern - warum soll ein Kind das bitte jetzt nicht dürfen?


  9. Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    2.688

    AW: Mobbing in der Schule

    Ich glaube, darauf, dass kein Kind in der Pause alleine ist oder nie in einer Gruppe mitarbeiten darf, hätte vor 20 bis 30 Jahren noch niemand groß geachtet. Oder habt ihr da andere Erfahrungen gemacht?


  10. Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    2.688

    AW: Mobbing in der Schule

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Das ist auf jeden Fall besser. Wobei es leider auch Experten gibt, die keine sind. Dass sich trotz unserer Hinweise die Mobbing-Situation in unserem Fall nicht gebessert hat, lag m. E. daran, dass die Sozialpädagogin und auch teilweise die Lehrerinnen nur die Mobber und das gemobbte Kind im Fokus hatten, aber die ganze Klasse nicht einbezogen haben. Da gab es dann wöchentliche Treffen von zwei Mobbern mit meinem Sohn und dessen einzigem Freund, bei denen die Sozialpädagogin dann mit den vier Kindern gruppendynamische Spielchen machte. Man hielt es damals nämlich noch für einen Konflikt zwischen ein paar Kindern, die alle ein bisschen mehr Sozialverhalten üben könnten.
    Für viel zielführender hätte ich es gehalten, mit der ganzen Klasse zu arbeiten - denn was wirklich was hätte ändern können wäre die Haltung der "Mitläufer" gewesen. Denen klar zu machen, dass sie viel mehr sind als die Mobber, und wenn sie zusammenhalten, müssen sie auch nicht mehr Angst haben, dass die Mobber sich neue Opfer suchen. Denn das war m. E. der Knackpunkt - wenn es ein Opfer gibt, und man dann noch ein bisschen mitmacht, ist man evtl. sicher davor, selbst Opfer zu werden.
    Hast du das denn angesprochen, dass du das besser gefunden hättest?

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •