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  1. User Info Menu

    AW: Ängste werden schlimmer

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Genau. Auf Knopfdruck. - Die Frage ist, wie sehr er dich mit seinem Weinen im Griff hat.

    Alleine, dass du ihn bis ins Klassenzimmer begleitest, zeigt ihm: "Mensch, die Schule, das muss ja ein übler Ort sein, wenn die Mama da als Einzige sogar bis zum Klassenzimmer mitgeht." Du erzeugst nicht nur den Lehrkräften Stress, sondern auch deinem Kind.

    Verabredet euch doch am Schulhof mit einem besten Freund von ihm. Dann sagste: "Hey Magnoona-Kind, guck mal, da is ja der Jonas. Jetzt laufts ihr mal zsamm rein." Zunicken, auf dem Absatz umdrehen - und tschüss. Holst du ihn dann ab, sagst du: "Meeeensch, duuuuuuuuu warst ja heute Morgen der Superheld! Bist ganz allein da rein gestiefelt! Na also! Geht doch!" *ermutig ermutig*

    Ich bin nicht dafür, Kinder gleich zu pathologisieren, nur, weil mal was nicht rund läuft oder sie sich was Blödes angewöhnt haben. Oft erzeugen Eltern das Problem selbst.

    {editiert}
    Das hat eine Fachkraft zu entscheiden. Deine Argumentation liest sich wie das berühmte "Reiß dich halt zusammen" in Richtung von Depressiven gesprochen.

    Als meine Tochter im Zuge der Pandemie eine Angststörung entwickelte, dachte ich bei den ersten Anzeichen auch noch, sie würde das sicher von sich aus überwinden können. Das Resultat war, dass sie bei einer Theaterprobe mit einer Panikattacke umkippte und die Rettung geholt werden musste. (Sie hatte zuvor jahrelang begeistert Theater gespielt.)
    Mittlerweile ist sie in kompetenter Behandlung, und das ist auch der einzig seriöse Weg.

    Der Sohn der TE ist vermutlich durch die frühzeitige längere Trennung von der Mutter wg. des KH-Aufenthaltes traumatisiert, und wie der beste Weg ist, mit den daraus entstandenen Ängsten umzugehen - das herauszufinden gehört in kompetente Hände.

    Reflexartige Klischeeurteile wie "Liegt eh nur an den Eltern" machen mich wütend, sie zeugen von Ignoranz und mangelnder Empathie.

  2. User Info Menu

    AW: Ängste werden schlimmer

    Mein Sohn hat in neuen Situationen schon immer länger gebraucht als andere. Das war schon im KiGa so, das ich als einzige Mutter die ganze erste KiGa-Woche mit anwesend war, während andere Kinder schon am ersten Vormittag alleine waren. Das gab sich aber alles von selbst wieder. Er hat auch null Angst vor der Schule. Es ist die Mittagsbetreuung. Weil er weiß, dass es kürzer ginge. Weil er weiß, dass er schon um 12.15 oder schon 11.20 Uhr heimgehen könnte. Die Mittagsbetreuung ist dann eine Art "Nachsitzen" für ihn. Obwohl es ihm dort immer Spaß macht. Die Mittagsbetreuung gibt ihm nochmal ein kleines Gefühl von Kindergarten. Dort können sie spielen und toben, malen und basteln. Er muss dort keine Hausaufgaben machen, sie können einfach nur spielen. Eigentlich toll. Sagt er auch immer beim Abholen.

    Momentan wird es gefühlt immer schlimmer mit der Angst. Heute Morgen hat er sich weinend an mich geklammert mit den Worten "Ich hab dich so lieb, ich hab dich so lieb". Bis die Lehrerin kam und gesagt hat: "Komm, deine Freunde sind schon da". Erst dann betritt er das Schulhaus. Davor weigert er sich. Er meint "Ich gehe da ohne dich nicht rein."

    Ihn jetzt am Schultor abzugeben wäre vermutlich eine noch viel größere Strafe, als dass es helfen würde.

    Ich bin übrigens auch nicht die einzige Mutter, die ihr Kind bis zum Klassenzimmer begleitet. Allerdings ist mein Sohn der einzige, der weint.

    Ich werde mir das jetzt noch paar Tage anschauen und dann weitere Schritte einleiten. Das versprochene Belohnungssystem funktioniert auch null.

  3. Inaktiver User

    AW: Ängste werden schlimmer

    Du hast mein Mitgefühl

    Ich kann dich verstehen, meine ältere Tochter war im ersten Kindergartenjahr sehr schwer abzugeben, es war furchtbar für alle und es wurde mir auch unterstellt, mein Kind nicht loslassen zu können. Dabei wünscht sich eine Mutter nichts mehr, als dass das Kind gerne in Kindergarten/Schule geht und einfach reinläuft Ach ja, gefallen hat es ihr im Kindergarten dann auch, wenn sie mal drinnen war.

    Jede Veränderung der Struktur - andere Betreuerin, anderer Gruppenraum, anderes Morgenritual - alles Katastrophe.

    Geholfen hat, den Ablauf in der Früh immer gleich zu gestalten und nicht zu sehr auf das Geschehen einzugehen. Damit meine ich nicht, das Kind und seine Nöte nicht ernst zu nehmen. Ich finde es toll, dass die Lehrerin sich deinem Sohn annimmt. Das ist leider nicht selbstverständlich. Wichtig finde ich, dass es dem Jungen grundsätzlich in der Schule und der Mittagsbetreuung gefällt. Da ist schon was gewonnen.

    Ich nehme an, dass das so seit September geht? Manche Kinder brauchen einfach eine längere Anlaufzeit.

    Vielleicht kann auch ein Kindercoach helfen, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Hilfe suchen ist immer gut.

  4. Inaktiver User

    AW: Ängste werden schlimmer

    Zitat Zitat von Magnoona Beitrag anzeigen
    Mein Sohn hat in neuen Situationen schon immer länger gebraucht als andere. Das war schon im KiGa so, das ich als einzige Mutter die ganze erste KiGa-Woche mit anwesend war, während andere Kinder schon am ersten Vormittag alleine waren.
    Ich bin fast das ganze erste halbe Jahr Kindergarten bis nach dem Morgenkreis mit drinnen gehockt


    Zitat Zitat von Magnoona Beitrag anzeigen
    Er hat auch null Angst vor der Schule. Es ist die Mittagsbetreuung. Weil er weiß, dass es kürzer ginge. Weil er weiß, dass er schon um 12.15 oder schon 11.20 Uhr heimgehen könnte. Die Mittagsbetreuung ist dann eine Art "Nachsitzen" für ihn. Obwohl es ihm dort immer Spaß macht. ...
    Es macht ihm Spaß und er hat keine Angst. Aaaaber es wäre daheim besser, Du kannst ihm ja sagen, dass du das verstehst. Du auch lieber zuhause wärst. Aber du musst Arbeiten, er geht in die Mittagsbetreuung. Deine Aufgabe, seine Aufgabe. Bestimmt und immer wieder. Keinen Zweifel aufkommen lassen. Nicht bemitleiden.

    Zitat Zitat von Magnoona Beitrag anzeigen

    Ihn jetzt am Schultor abzugeben wäre vermutlich eine noch viel größere Strafe, als dass es helfen würde.
    Das würde ich auch nicht machen. Ist ja nichts dabei, wenn du mitgehst.

    Gib ihm Zeit.

  5. Inaktiver User

    AW: Ängste werden schlimmer

    ... ach ja, meine Tochter ist mittlerweile ein sehr selbstbewusstes, unkompliziertes Kind, das sich sehr gut in Gruppen einfügen kann und sich dennoch gut abgrenzt. Trotz der Startschwierigkeiten.

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    AW: Ängste werden schlimmer

    Zu allem Überfluss sind sie gestern auch noch umgesetzt worden. Eine Katastrophe!

    Heute Morgen war dann das Weinen so schlimm, dass er permanent vom Aufwachen bis zum Klassenzimmer geweint hat Selbst der Bäckereifachverkäuferin fiel seine Stimmung auf

    Er wartet dann tatsächlich vorm Eingang bis die Lehrerin kommt. Die war aber heute im Klassenzimmer verschwunden und nicht sofort greifbar. Ich hab ihn unter dicken Tränen ins Schulhaus geschoben und er weinte und weinte und weinte. Bis die Lehrerin kam.

    Nächste Woche ist Elternsprechtag. Ich werde dann mal ausfühlich mit seiner Lehrerin sprechen und dann sehen wir weiter.

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    AW: Ängste werden schlimmer

    Liebe Magnoona,

    bitte nimm die Anzeichen ernst - Deinem Kind geht es nicht gut.

    Bitte frage schon vor dem Elternsprechtag beim Kinderarzt an, welche Hilfen ihr Euch zusätzlich holen könnt.

    Während der Schulzeit meiner 3 Kinder (jetzt 20, 17 und 15) bin ich auf unempathische, empathische aber völlig ahnungslose, andere wiederum bemühte und herzliche LehrerInnen erlebt, die allesamt keine Ahnung hatten, wie man mit Kindern in emotionalen Ausnahmesituationen umgeht. Leider.

    Die Älteste konnte (wie vor Jahrzehnten ich auch) bei Schuleintritt bereits lesen. Am ersten Schultag fragte ich den damaligen Direktor, ob das ein Problem sei: Antwort: "Alle Kinder werden dort abgeholt wo sie stehen." Erst später erkannte ich was für eine nützliche Phrase das ist.

    Das "abgeholt werden" sah so aus, dass das (wie anschließende Tests ergaben) überdurchschnittlich intelligente Kind die Aufgaben "für alle" machen sollte und nach rund 2 Wochen in der 1. Klasse den Schulbesuch verweigert hat.

    Das war das bisher erste und letzte Mal, als ich bei der Telefonseelsorge angerufen habe, weil ich einfach nicht mehr konnte.

    Teil 2 folgt.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Ängste werden schlimmer

    Mir geht es bitte nicht darum, über mein Super-Kind zu berichten, sondern wie verkrustet hier in Ö die Strukturen sind.

    Es ging dann so weiter, dass etliche psychologische Tests gemacht wurde. Ergebnis, nicht hochbegabt, aber beachtlich über dem Durchschnitt. *Pädagogisches* Ergebnis war - heute rückblickend - nicht, meine Tochter mit interessanteren Aufgaben zu "ködern" und für weiter hinaus gehenden Lernstoff zu interessieren, sondern - und wir sind auch darauf eingegangen, dass sie nach der ersten direkt in die dritte Klasse wechseln konnte.

    Kurzfassung: hat funktioniert, sie hat im Gymi die 9. Schulstufe (ihre 8.) wohl aufgrund von Mobbing und anderer Probleme - von denen sie mir nie erzählt hat - wiederholt, hatte einen Matura-Notenschnitt von 1,1 oder 1,2 und macht gerade die Ausbildung, die sie schon immer machen wollte.

    Während es meine beiden "Großen" _offensichtlich_ gut geht, haben K3 (non-binary) und ich an Problemen zu knabbern. Leider muss ich mir vorwerfen - K3 hatte im gesamten Schuljahr 2020/21 in Schulstufe 9 immer wieder Panikattacken, dass ich die Alarmsignale nicht verstanden habe und keine adäquate Behandlung in die Wege geleitet habe, Dafür fühle ich mich schuldig und schlecht. Es ist erst seit Mitte September "sporadisch" (weil es so viel Andrang auf ÄrztInnen gibt) in Behandlung und war seit damals nicht mehr in der Schule. Schulangst. Prüfungsangst.

    Liebe Magnooga,

    abschließend möchte ich Dich nur bitten, das offensichtliche Leid deines Kindes ernst zu nehmen. Nicht-mehr-nötige Termine abzusagen sollte kein Problem sein.

    Ich denke an Euch

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

  9. User Info Menu

    AW: Ängste werden schlimmer

    [QUOTE=duen;
    Als meine Tochter im Zuge der Pandemie eine Angststörung entwickelte, dachte ich bei den ersten Anzeichen auch noch, sie würde das sicher von sich aus überwinden können. Das Resultat war, dass sie bei einer Theaterprobe mit einer Panikattacke umkippte und die Rettung geholt werden musste. (Sie hatte zuvor jahrelang begeistert Theater gespielt.)
    Mittlerweile ist sie in kompetenter Behandlung, und das ist auch der einzig seriöse Weg.

    Der Sohn der TE ist vermutlich durch die frühzeitige längere Trennung von der Mutter wg. des KH-Aufenthaltes traumatisiert, und wie der beste Weg ist, mit den daraus entstandenen Ängsten umzugehen - das herauszufinden gehört in kompetente Hände.

    Reflexartige Klischeeurteile wie "Liegt eh nur an den Eltern" machen mich wütend, sie zeugen von Ignoranz und mangelnder Empathie.[/QUOTE]

    Hallo duen,

    ich habe gerade nasse Augen und weiss nicht, ob es Zorn oder Erleichterung ist.

    Mein nicht binäres K3 war bis zur Pubertät in unserer katholischen Pfarre überall dabei. 8 Jahre lang Ministrantin, Theaterspiel, weiß Gott was alles

    Die Probleme fingen (wir sind Ösis) nach der 8. Schulstufe in der "Poly" an. Das ist ein einjähriger schulischer Lehrgang mit Schwerpunkt Berufsorientierung. Hier findet sich zwar nicht die Creme de la Creme, sondern auch einige junge Leute, denen alles egal ist, aber generell sind die SchülerInnen und LehrerInnen sehr gut unterwegs. Gute Schule.

    K3 erzählt mir von Panikattacken, muss wiederholt aus der Schule (junge LehrerInnen, die sich kümmern, als wäre es ein Geschwisterkind) und hat mir, die ich seit 25+ Jahren selbst an Depression und Angststörung leide, nie erzählt, wie schlimm es war.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Ängste werden schlimmer

    Für mich klingt da auch Angst um dich durch. Erst warst du lange im KH, dann "bringt" er sozusagen Corona mit ins Haus. Ein Schulkind dürfte ja verstanden haben, dass Erwachsene vor Corona Angst haben. Vielleicht hatte er unterbewusst Angst um euch? Fühlt sich schuldig? Möchte dich beschützen und deshalb bei dir sein?

    Keine Ahnung. Das sind nur Gedankenanstöße. Ich weiß nur, dass ich mir als Kind immer extrem viele Sorgen gemacht habe, dass meine Eltern sterben könnten.

    Vielleicht braucht es also weniger eine Stärkung seiner Person, als eine Stärkung deiner Person in seiner Wahrnehmung? Mama als Superwoman, der nichts passieren kann, sozusagen?!

    Einen Termin beim Kinderpsychologen o.ä. würde ich aber auf jeden Fall mal machen.

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