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    Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Hallo zusammen !

    Mein Sohn wird Ende September 4 Jahre alt. Er hat noch eine ältere Schwester die gerade eingeschult wurde (Dezember Kind).

    Wir leben in NRW. Sprich Stichtag zur Einschulung ist der 01.10. Wer bis zum 01.10. sechs Jahre wird, wird im selben Jahr eingschult. d.h. das unser kleiner Mann in 2 Jahren eingeschult wird (mit dann 5 J. und 10 Monaten) und somit nächstes Jahr Vorschulkind ist.
    Und hier beginnt mein Problem :-(

    Der Kindergarten kam letzte Woche auf mich zu. (Tür/Angel-Gespräch. Der "echte" Elternsprechtag folgt noch im Oktober). Inhalt sinngemäß: wenn wir jetzt nichts unternehmen, dann wird er in der Schule absaufen. Fördern, fördern, fördern lautet die Devise.

    Nun bin ich nicht SEHR überrascht darüber. Er ist völlig anders als seine Schwester. Motorisch ist er ihr haushoch überlegen. Er konnte mit 3,5 Jahren Fahrrad fahren (hat noch nie Stützräder benötigt), klettert, balanciert. Ist nicht dumm sondern pfiffig. Aber nur wenn er will. Er hasst es zu puzzeln (was lt. Kiga eine große Baustelle sei) und zu schneiden/basteln (was ebenfalls eine Baustelle ist) und malen ist eher Gekritzel. Seinen Namen schreiben kann er ebenfalls nicht. (Editiert)

    Wir haben nun letzte Woche verpflichtend eingeführt das er so eine Art Hausaufgaben machen muss. Und zwar täglich.
    Das sieht dann so aus, das er 2-3 Seiten Schwungübungen machen soll (klappt super) und Aufgaben in diesen Kindergarten-Lernblöcken (wir haben die von Hauschka). Das widerrum klappt nicht gut. Ich bin sehr schnell wütend wenn er sich "dumm" anstellt. (sorry für das "dumm" aber ich kann es nicht anders beschreiben). Seinen Namen schreiben klappt mal gut, mal schlecht. Eskalieren tut es regelmäßig beim puzzeln.

    Während seine Schwester schon mit 5 J. stundenlang 1000-Teile gepuzzelt hat (ja, ich weiss das man nicht vergleichen sollte, weil jedes Kind unterschiedlich ist und individuell zu betrachten ist) ist es bei ihm ein regelrechter Kampf 24 Teile zusammen zu legen. Er sortiert die Teile einwandfrei in "Rand" und "Mittelteil" und hat dann schon beim Rand zusammenlegen Probleme. Er wird nicht wütend o.ä. Eher leider ICH. Ich habe Schwierigkeiten damit, zu sehen das er die einfachsten Teile nicht zusammenlegen kann. Das macht mich wahnsinnig und ich kann meine Empfindungen nicht kontrollieren. Ich weine, ich bin enttäuscht und ich bekomme das nicht in den Griff.

    Ich habe furchtbare Angst, ihn schon in 2 Jahren einzuschulen. Ihm fehlt einfach dieses eine Jahr Kindergarten.

    Ich weiss nicht, ob es wirklich so schlimm ist wenn er nicht puzzeln kann oder will. Ich erkenne die Bereiche in denen er wirklich schlau ist und ich erkenne die Bereiche in denen er Hilfe benötigt. Aber Hey, er ist FAST 4 J ! Ist das alles nicht völlig normal ?

    Muss ich mir wirklich jetzt schon Sorgen machen ? Bin ich gefangen in einer sinnlosen Spirale und sollte relaxter dran gehen ?
    Was "tue ich meinem Kind an" wenn ich jetzt schon so "zwinge" ? Ist das nicht kontraproduktiv ?
    Übertreibt der Kindergarten ?

    Vielleicht sollte ich noch abschließend erwähnen, das er einen sehr starken Willen hat. Wenn er nicht will, dann will er nicht. Das sieht dann im Kindergarten so aus, das er z.B. nachmittags nicht mit den anderen Kindern snacken darf, weil er sich weigert ein Puzzle zu Ende zu machen.

    Was mache ich falsch ? Was kann ich richtiger machen ? Wie kann ich ihm helfen ?
    Ich möchte gerne aus meinem Tunnel heraus und weiss nicht wie :-(

    Lieben Dank.

    LG
    Biggi
    Geändert von xanidae (13.09.2021 um 12:23 Uhr) Grund: Namen aus Anonymitätsgründen entfernt

  2. VIP

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Jetzt mach doch deinen Jungen nicht verrückt und dich auch nicht.

    Warte das offizielle Entwicklungsgespräch ab. Formuliere Fragen.

    Sprich außerdem mit deinen Kinderärzt:innen - nach dem Entwicklungsgespräch.

    Gemeinsame Zeit sollte Freude machen und nicht in Frust und Aggression ausarten.

    Feinmotorik kann man anders üben, z. B. Durch Schnitzen, Gemüse schneiden, nähen, etc.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Lass dich doch bitte nicht kirre machen.

    Der heutige Drang und Zwang zur Förderung nimmt echt komische Züge an.

    Mit uns hat damals (Geburtsjahr 82) keiner spezielles Förderungsprogramm absolviert. Klar, wir haben im KiGa gebastelt, gespielt, geturnt. Aber doch mit 4 Jahren keine Lernblöcke ausgefüllt oder Buchstaben geübt. Dafür war dann im Zweifel die Vorschule (gab es bei uns nicht) oder die 1. Klasse da.

    Toll, dass dein Sohn motorisch so weit ist, das ist viel wert. Was bringt es, wenn ein 4jähriger seinen Namen schreiben kann (wozu?).

    Und zu den Methoden des KiGas sage ich besser mal nix...nicht snacken dürfen, weil er ein Spiel nicht zuende machen möchte? Herrjeh....

    Mir tut das Kind eher leid.
    LG Blueberry82

    mit Mini-Blue seit dem 27.05.2020




    Die Welt besteht aus Optimisten und Pessimisten - letztlich liegen beide falsch, aber der Optimist lebt glücklicher

    Wer etwas will, was er noch nie hatte, muss tun, was er noch nie getan hat.

    Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert (Albert Einstein)

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Keinem Kind „fehlt ein Jahr Kindergarten“, es sei denn, es wächst unter äußerst prekären Umständen auf.

    Ich sehe es wie Xanidae. Warte das Entwicklungsgespräch ab, und wenn du wirklich beunruhigt bist, dann suche eine kompetente Stelle für eine gute Entwicklungsdiagnostik. Gut wäre ein sozialpädiatrisches Zentrum.
    Kinderarzt hätte ich so meine Bedenken. Egal wie gut sie medizinisch ist, was die kindliche Entwicklung außerhalb des rein physiologischen Bereichs betrifft habe ich die Erfahrung gemacht, dass da oft gravierende Wissenslücken sind.
    Allerdings sind meine Erfahrungen schon mindestens 8-10 Jahre alt. Kann sein, dass sich da einiges geändert hat.

    Und hör um Gottes Willen damit auf, deinem Kind schon jetzt die Schule zu vermiesen indem du ihn „Hausaufgaben“ machen lässt.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Hallo Biggi,

    Ich bin da nicht ganz sicher, aber sind Septemberkinder nicht „Kann-Kinder“? Meint, wenn sie soweit sind, können sie eingeschult werden, ansonsten bleiben sie im Kiga? Wäre das schlimm für ihn/für dich?

    Manchen Kindern tut es gut, erst später in die Schule zu gehen. Und sind wir mal ehrlich, wenn er ein Jahr später ins Arbeitsleben einsteigt, verpasst er nichts. Lange Arbeiten müssen wird diese Generation eh.

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung im Sinne deines Kindes.

    Liebe Grüße
    Geändert von waltraut (13.09.2021 um 12:40 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler beseitigt

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Zitat Zitat von Blueberry82 Beitrag anzeigen
    Lass dich doch bitte nicht kirre machen.

    Der heutige Drang und Zwang zur Förderung nimmt echt komische Züge an.

    Mit uns hat damals (Geburtsjahr 82) keiner spezielles Förderungsprogramm absolviert. Klar, wir haben im KiGa gebastelt, gespielt, geturnt. Aber doch mit 4 Jahren keine Lernblöcke ausgefüllt oder Buchstaben geübt. Dafür war dann im Zweifel die Vorschule (gab es bei uns nicht) oder die 1. Klasse da.
    Ich bin selber 76er Baujahr und kenne das aus meiner Zeit tatsächlich auch nicht. Es wurde sich damals auch keine Sorgen über "das fehlende Kindergartenjahr" gemacht. Das war nie ein Thema. (und ich bin selber ein Sommerkind)

    Der Kindergarten meines Sohnes hat dies aber explizit so gesagt. Wortlaut "er ist nun mal ein September-Kind. Da müssen wir JETZT was tun wenn er übernächstes Jahr in die Schule soll..."
    Da kann man doch nur wahnsinnig werden und einen falschen Weg einschlagen. (also ICH schlage den ein, und erkenne das jetzt nach 5 Tagen...)

    Zitat Zitat von Blueberry82 Beitrag anzeigen
    Toll, dass dein Sohn motorisch so weit ist, das ist viel wert. Was bringt es, wenn ein 4jähriger seinen Namen schreiben kann (wozu?).
    Ich habe mir da nie Gedanken drüber gemacht. Aber es wird so transportiert als sollte er zumindest Interesse daran haben es zu lernen ...


    Zitat Zitat von Blueberry82 Beitrag anzeigen
    Und zu den Methoden des KiGas sage ich besser mal nix...nicht snacken dürfen, weil er ein Spiel nicht zuende machen möchte? Herrjeh....

    Mir tut das Kind eher leid.
    Ich fand das auch schlimm. Mir fehlt der Zusammenhang "nicht snacken zu dürfen weil er sich weigert das Puzzle zu beenden". Das hätte er auch danach machen können....

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Zitat Zitat von waltraut Beitrag anzeigen
    Hallo Biggi,

    Ich bin da nicht ganz sicher, aber sind Septemberkinder nicht „Kann-Kinder“? Meint, wenn sie soweit sind, können sie eingeschult werden, ansonsten bleiben sie im Kiga? Wäre das schlimm für ihn/für dich?

    Manchen Kindern tut es gut, erst später in die Schule zu gehen. Und sind wir mal ehrlich, wenn er ein Jahr später ins Arbeitsleben einsteigt, verpasst er nichts. Lange Arbeiten müssen wird diese Generation eh.

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung im Sinne deines Kindes.

    Liebe Grüße

    Nein leider kein "Kann-Kind". Wer bis zum 01.10. des laufenden Jahres sechs Jahre alt wird, der wird zwingend eingeschult.

    Und ganz im Gegenteil: ich wünschte ich hätte die Wahl, dann dürfte er noch ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben. Ich bin da ganz bei Dir. Ich ärgere mich, das ich den geplanten Kaiserschnitt in September gelegt habe ;-) Hätte ich 3 Tage länge gewartet, hätte er noch ein ganzes Jahr Kindergartenzeit. Aber wer denkt bei der Termingestaltung des Kaiserschnitt schon an die Einschulung ?

    Seine Schwester hätte schon letztes Jahr eingeschult werden können. Verpflichtend dieses Jahr dann aber mit 6,5 Jahren.
    Ich bin da aber kein Freund von. Und mein Mann auch nicht. Wir haben sie schlicht und ergreifend gefragt, und sie wollte lieber noch ein Jahr im Kindergarten bleiben.

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Zitat Zitat von Blueberry82 Beitrag anzeigen
    Und zu den Methoden des KiGas sage ich besser mal nix...nicht snacken dürfen, weil er ein Spiel nicht zuende machen möchte? Herrjeh....Mir tut das Kind eher leid.
    Das dachte ich beim Lesen auch.

    Der Junge ist noch nicht mal 4. Hausaufgaben machen? Meine Güte. Lass es doch bitte ein 4 Jähriges Kind sein.

    Und ja, abwarten was das Gespräch bringt.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Meine Kinder haben beide nicht gerade ausdauernd gepuzzelt. Der eine immerhin ab und an mal, der andere gar nicht.

    Man kann Feinmotorik etc. auch anders üben. Jetzt, mit 12 und 15 ist es völlig egal, ob sie jemals gerne gepuzzelt haben.

    Lass Dich bloß nicht von den Erzieherinnen verrückt machen. Klingt eher so, als wollten die ihn dann unbedingt loswerden (vielleicht kommen in dem Jahr viele Geschwisterkinder, für die sie Platz brauchen). Sollte das Kind dann nämlich wirklich noch nicht schulreif sein, kann man es in der Regel immer noch für ein Jahr zurückstellen lassen. Also ob man das mit 4, zwei Jahre vor der Einschulung, schon abschätzen könnte.

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    AW: Wie 4-jährigen fördern ? September-Kind/NRW

    Ich bin grundsätzlich für frühes Einschulen - aber doch nicht so erzwungen.

    Genauso, wie man ein Novemberkind vorzeitig einschulen kann, kann man ein Septemberkind zurückstellen.

    Bei uns in BaWü wird das übrigens gerade rückgängig gemacht, und der Termin wieder auf den 30. Juni gelegt.


    Und einem noch nicht Vier-Jährigen wird "vorgeworfen", dass er seinen Namen nicht schreiben kann

    Bevor ich mein Kind so trieze, würde ich versuchen, den Kindergarten zu wechseln.

    Überlegen, wie du ihn spielerisch fördern kannst, kannst du ja unabhängig davon, dass du dich vom Kindergarten nicht kirre machen lässt, und da kommen hier vielleicht auch noch Tipps.

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