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    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    puh schon wieder so spät (für mich, ich bin eine Frühschläferin), deshalb nur kurz - ist es ok, wenn ich Eure Fragen morgen beantworte?

    mit Stand heute sind alle Schulen wieder im Betrieb, herzliche Grüße zu meinen bayrischen Landsmänner*innen, ich hoffe, Ihr seid nicht von Materiallisten und Orgakrusch erschlagen worden.

    Stundenplan hier: immer noch nicht da. Offensichtlich gibt es 7 oder 8 fünfte Klassen auf zu wenig Lehrer, als fliegt die Schule erst mal auf Sicht - es gibt eine Art interims Stundenplan, was meinen Arbeitgeber jetzt mittel freut, weil der mich ja einplanen möchte, aber hej, wir haben schon so viel miteinander durch an Unplanbarkeiten und Unwägbarkeiten, da gehen ein paar Wochen Planungsunsicherheit auch noch.



    Chancengleichheit: ich dachte immer, dass es schlimm sei, aber wirklich die Augen geöffnet hat mir ein Semester, in dem es wirklich nur um Bildung und Schule ging. Seinen großen Auftritt hatte - mit Expressroute in mein Herz- Bourdieu, der mich noch mehr desillusioniert hat als vorher vorstellbar und seine Artgenossen waren auch nicht netter zu mir.

    Weil ich den ollen B so geliebt habe und heute noch liebe, habe ich mir auf youtube so ziemlich alles einverleibt, was über und mit ihm zu finden war und ich erinnere mich noch gut an die Stelle, an der ich mir dachte " jap. So ist es."

    Habe sie Euch mal verlinkt, es geht nur um 10 Sekunden. Da ich NULL Französisch spreche: die Untertitel sind mMn richtig gut, zumindest machen sie Sinn. Ich habe ein bisschen Vorlauf drinnen, interessant wird es ab " Kinder aus der Mittelschicht". Es sind wirklich nur ein paar Sätze, aber sie zeigen, was das Problem ist, und weshalb immer noch Arbeiterkinder (*winkt* @Tigerente) auf der Uni so große Probleme haben, was eigentlich ein UN-DING ist.

    A Sociologia é um Esporte de Combate (Multi-Legendas) - YouTube

    Allein die Frage: wie beenden- ich weiss es nicht. Wirklich.

    Da kommt mein innerer Revoluzzer raus, der dann kreischt " diese Mistzuweisung von begehrten Aufstiegschancen und Abstiegsangstberuhigungselementen zu systemkonformen, patriarchal geprägten Familienstrukturen", was niemanden hilft aber einfach meine Meinung ist, die bereits das Problem zeigt: die Zuweisung von seltenen Chancen über das System Schule, die aber so wertvoll sind, dass man als Eltern zumindest alles versucht, um für seine Kinder diese Chancen zu ergattern. In Bayern ist es besonders "anders"; bei uns wird de facto in Klasse 3 selektiert, die 4e Klasse ist eigentlich nur Nachgang zur Klasse 3, und die Kriterien sind aufgrund unseres (bay.!) Schulumfeldes solche, die eine klassische Familienaufteilung "belohnen".
    Dafür werden "wir" besonders belohnt- Ängste um Aufnahmen in das Wunschgymnasium brauchen wir nicht zu haben, wir gehen hin, melden an, wenn der Notendurchschnitt stimmt - aus die Maus. Jedes Gymnasium muss aufnehmen. In meiner Stadt klappern die Schulleiter der Gymnasien die Dorfschulen ab und halten Informationsveranstaltungen an jeder Dorfschule ab, und wenn auch nur 1 Kind gymnasialreif befunden wird (= die fahren wirklich abends in diese Schulen und stellen sich und ihre Schulen vor), wir haben damals (da genau zum Übertritt umgezogen) in jedem Gymnasium eine 2 stündige Einzelführung von dem jeweiligen Schulleiter (nix zweiter Schulleiter, Vertrauenslehre; Unterstufenbetreuer oder so, ne, die, die echten Schuldirektoren - ich weiss noch wie mich mir dachte "wow so ein Aufriss") bekommen, in der man sich sehr bemüht hat, uns als Eltern zu gewinnen - und da gänzlich unbekannt hatte das nichts mit S oder uns zu tun, das machen die mit jedem.

    Mein biestiges Ich würde jetzt sagen "na is klar, dass da kein Elter drauf verzichten möchte, hat ja fast was von Staatsempfang, begehrte Ressource, klingt auch saugut beim Bäcker, wenn man sagt dass das Kind aufm Gymnasium ist" - ob ich besser bin als die von mir so aufs Korn genommenen? Ehrlich, ich glaube nicht.


    Theoretisch wäre es abmilderbar, aber es würde weitaus mehr Lehrkräfte brauchen als aktuell vorhanden.
    Dichtere Rückmeldungen - wir haben zB in BY diese Jahrgangsstufentests, die im Folgejahr den kompletten Stoff des Vorjahres abprüfen und 1/2 Schulaufgabe "ausmachen". Ich habe noch nie einen Jahrgangsstufentest gesehen, bei dem unten drunter - meinentwegen als Stempelabdruck ausgewertet wurde, wo Lücken, Nachholfbedarf und Förderung benötigt werden. Es gab eine Note, und damit war der Fall erledigt.

    Das würde mMn schon helfen, wenn man drunter schreiben würde " Hej, S, das war eine gute /nicht so gute... Arbeit, in den Bereichen " Rechtschreibung fremder Worte" / " Deklination" / Stilmittel / binomische Formel /... müsstest Du nochmal folgendes vertiefen a)... b)... c). Bei xyz hast Du bereits einen guten Stand und kannst Dich gerne an die Sternchenaufgaben im Buch trauen"... irgendwie so was, wisst ihr, was ich meine? Feedback. Womit das Kind (später) und die Eltern (anfangs oder wie bei uns auch seeeehr lange ^^) etwas anfangen können!


    Genauso wie ich es irgendwie nach wie vor irritierend finde, dass es Elternabende gibt. Klar, in den jüngeren Klassen nötig, hätte ich auch nicht missen wollen, aber wie wäre es mal mit einem Kinderabend? Wo die Kinder SELBST zum Lehrer gehen können, ein Zeitfenster bekommen - nicht nur zwischen Tür und Angel - sich ihre Noten zeigen lassen können und feedback bekommen nach dem Motto " schau mal, hier musst Du noch üben / das ist viel besser geworden / das läuft schon richtig gut".

    Und wenn man mich nach meiner Meinung fragen würde, würde ich diese frühe Zuweisung abschaffen. Ich würde alle bis zur 10en Klasse in eine Gesamtschule schicken, ALLE anschließend einen Beruf erlernen lassen und dann nach 1,2 Jahren Berufstätigkeit eine Art Kolleg anbieten, in dem das Abitur erworben werden kann, wenn gewünscht- wird dann aber wahrscheinlich von der Realität überholt, weil wir Menschen als Gesamheit dazu neigen, uns abheben zu wollen und weil wir Menschen als Gesamtheit dazu neigen, um begehrte Ressourcen zu streiten und ebenselbige nicht mehr hergeben zu wollen. Dann ist es halt nicht das Abitur, sondern die Ausbildung, die besser bezahlt wird, oder der Beruf, der angenehmer ist.. Und Schule würde eine ihrer Hauptfunktionen, der Zuweisung ins Wirtschaftssystem, beraubt werden, was wiederum die Wirtschaft gar ungut finden würde. Problem.

    (ok das waren jetzt wirklich viele Worte für " ich weiss es nicht".)
    Geändert von VictorieP (14.09.2021 um 20:09 Uhr)

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    Pia, tatsächlich noch nicht ich bin gerade völlig genervt von der Schulsituation bei uns. Ausser, dass die Schnöselschule hier eben aufgrund der Tatsache Schnöselschule nicht in Frage kommt.

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    Cayetana, was macht die Schnöselschule zur Schnöselschule? Frage aus Interesse. Wir hatten uns auch eine Schnöselschule angeschaut und haben uns gesagt "nope. No way.", deshalb interessiert es mich, vor allem, da ich damals ziemlich alleine auf weiter Flur stand mit meiner Meinung.

    Ich möchte noch ergänzen: mMn wären Lehrer, die so richtig, also so RICHTIG in der Schule versagt haben und die Kurve bekommen haben, auch noch eine gute Idee, die soziale Ungerechtigkeit zu mildern. Weil: die wissen, wie es ist, sich durchzubeissen. Die kennen die Probleme. Die wissen, wie es sich anfühlt, keine Eltern zu haben, die kurzerhand xy Euro locker machen können für Nachhilfe oder die im Notfall noch selber eine Kurvendiskussion erklären können. etc. etc. etc.

    Sorry, bin wieder still und verschone Euch mit meinen Gedankenergüssen. (scharfes ß, oder?)

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    @Bourdieu: der sagt viel Wahres. Wobei er natürlich durch das französische Bildungssystem, das mit concours und Zwei-Klassen-Uni noch viel, viel stärker nach Herkunft aussiebt, geprägt ist. Bayern geht allerdings tatsächlich in die Richtung. Zumindest scheint das System in Bayern Kinder, die nicht aus bildungsbeflissenen Mittelschichtsfamilien stammen, krass zu benachteiligen.

    @Schnöselschule: die kommt meinem Bildungsideal meist näher als andere, daher liebäugele ich immer wieder damit (Meine Wunschschule würde ja sowohl Handwerken als auch Altgriechisch anbieten, gibt es nur nicht ). Auch wenn mir die Schülerklientel nicht zusagt, was aber hauptsächlich ein persönliches, herkunftgetriebenes Ding ist. Meine Kinder kommen vermutlich gut mit den Schnöselkindern zurecht, aber ich weiß noch nicht, ob ich sie in diesem Umfeld sehen will.

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    *lacht* ich muss ins Bett, ich habe jetzt gelesen, dass die Schule Handwerken und Altgriechisch anbietet und wollte schreiben, dass ich das cool finde - dann erst verstanden, dass das Deine Wunschschule wäre, die es aber nicht gibt.

    Schnöselkinder: standen vor dem gleichen Problem. Ausschlag war, dass ich mir gedacht habe " ich werde ihre Freunde dann vermutlich immer kritischST beäugen und was, wenn S sich ihren Freunden anpasst und sich ähnlich schnöselig verhält- dann steuer ich gegen und mach das Kind auch nur unglücklich". Verstehe das also voll.

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    Bezug zum 1. Post:

    Was mich als Lehrerin nervt, sind die Eltern, die immer meinen, ihre Kinder hätten zu wenig Hausaufgaben auf. (Es gibt auch genau so viel Stimmen, die einen erreichen, es sei zu viel. Man kann es niemandem recht machen.)

    Wir Lehrer haben unser Programm, was wir planen und durchziehen.
    Und wenn eure Kinder mal nicht so viel auf haben, dann waren die Stunden in der Schule sehr erfolgreich und die Kinder haben eine Menge geschafft oder mehr geschafft als erwartet und dann muss man nicht mehr so viel aufgeben.

    Wenn jemand meint, sein Kind tut zu wenig... im Internet und in den Buchläden gibt esTrilliarden von zusätzlichem Lernmaterial. Kauft es und beschäftigt damit eure Kinder am Nachmittag, aber lasst uns Lehrer doch einfach unseren Job machen.

    Ich gehe ja auch nicht zur Verkäuferin und erkläre ihr, wie sie ihre Regale aufzufüllen hat. Nur weil man selbst in der Schule war, weiß man noch lange nichts über den Beruf des Lehrers und Lehre allgemein.
    So, das musste ich mal sagen.

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    Tja.
    Was machen nur die armen Lehrer der hiesigen Gegend, in der nichts mit "macht am Nachmittag gefälligst allein" an die Eltern abgeschoben werden kann, sondern Unterricht inkl Freiarbeit (ersetzt die Hausaufgaben, die gibt's da nicht) bis 16 Uhr läuft? Zudem werden die Pläne für die Freiarbeit schon lange im Voraus erstellt, so dass "Stunde lief gut, da muß wenig zu Hause gemacht werden" gar nicht funktionieren würde?

    Es gab eine einzige Schule, die bis 2016 so lief wie Du dir das vorstellst, Cara. Die fiel aber nach Elternbeschwerden bei der Schulinspektion so gnadenlos durch, dass ein kompletter Umbau, inkl größtenteils neuem Kollegium fällig war. Jetzt läuft es.

    Naja, für jeden Dinosaurier kommt irgendwann der Ruhestand.

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    Zitat Zitat von VictorieP Beitrag anzeigen
    *lacht* ich muss ins Bett, ich habe jetzt gelesen, dass die Schule Handwerken und Altgriechisch anbietet und wollte schreiben, dass ich das cool finde - dann erst verstanden, dass das Deine Wunschschule wäre, die es aber nicht gibt.
    Wunsch und Wunsch Kann man so lesen, aber Du hast es richtig interpretiert, es gibt sie nicht...

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    @Bourdieu: als ich erstmals in einer Fortbildung von ihm gehört habe, fand ich das sehr erhellend, weil der Begriff des Habitus ja über das reine Klassendenken hinausgeht. Und ich erstmals erkannt habe, wieso es für meine Eltern als Bauern- und Handwerkerkinder leichter war mit dem Bildungsaufstieg (und für mich dann eben auch, um die nächste Schippe draufzulegen), als für "echte" Arbeiterkinder (weil der Habitus des Selbständigen, selbst wenn er "nur" kleiner Bauer oder Maler ist, was ganz anderes ist als der des Fabrikarbeiters oder kleinen Angestellten, da ist ein anderes Selbstbewusstsein vorhanden, mehr Entscheidungsfreiheit trotz aller wirtschaftlichen Zwänge - selbst der angestellte Handwerker kann neben dem Job noch eine gefragte Dienstleistung verkaufen). Aber das würde hier zu weit führen.

    @Schnöselschule: das ist schwer zu fassen. Auch in der Frage, was man so "Schnösel" nennt. Hier im Stadtteil gibt es m. E. eine viel schlimmere Schnöselschule, weil da eine bestimmte "hippe" Klientel ihre Kinder hinschickt. Da kommt es dann wirklich auf Klamotten etc. an. Da sind dann im Bourdieuschen Sinne auch viele Menschen dabei, die einen bestimmten Habitus zwecks Aufstieg versuchen zu erreichen, zu imitieren, wie auch immer man das nennt.
    Unsere Schnöselschule ist eine, weil dort eben ein gewisser Anteil an - wie soll ich das jetzt nennen - "Kindern aus gutem Hause", Geld- oder echter Adel, so die Mediziner oder Juristen in x-ter Generation hingehen. Aber eben auch die bildungsbeflissenen, wo Geld nicht vorhanden ist oder eine kleinere Rolle spielt, aber Bildung eine ganz große. Schnöselig ist dann oft eher das Selbstbewusstsein "ich bin auf der anspruchsvollsten Schule der Stadt und lasse das andere spüren", wobei unsere Erfahrung nach jetzt 5 Jahren an dieser Schule die ist (wie es uns auch am Tag der offenen Tür schien), dass das ein relativ geringer Prozentsatz ist. Es gibt halt an dieser Schule noch so ein paar kleine Besonderheiten (eine ist purer Zufall aufgrund ihrer Lage in der Stadt), aufgrund derer sie auch einen relativ hohen Anteil an Schülern mit besonderer Begabung in bestimmten Bereichen hat. Generell kennzeichnet sie eher so ein Habitus von "mehr Sein als Schein", was in vielen Punkten sehr angenehm ist (die inneren Werte sind wichtig, nicht die Markenklamotte), unangenehm wird's, wenn das wieder zu einer ganz bestimmten Arroganz führt. Weiß jetzt nicht, ob ich das klar ausgedrückt habe.

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    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Weiß jetzt nicht, ob ich das klar ausgedrückt habe.
    Ich hab's verstanden mit solch einer Schnöselschule könnte ich leben.

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