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  1. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Tigerente: Eure Grundschule war schon aber auch merkwürdig, oder? Hattet Ihr ursprünglich daran gedacht, die Jungs auch nach der Grundschule dort zu lassen (bevor Ihr gemerkt habt, wie die wirklich ticken)?
    Ursprünglich war genau des der Plan, weil da eine renommierte IGS mit Oberstufe angeschlossen war, auf der viele auch gar keinen Platz bekommen, und wenn man dort einen Platz an der Grundschule hat, ist der Platz an der IGS sicher. Einer der Gründe für diese Grundschule war schlichtweg auch, dass es hier mit Ganztag und Hortbetreuung damals noch ganz schlecht aussah und wir so wenigstens an 3 Tagen die Woche Unterricht bis 15:15 Uhr hatten (war eine gebundene Ganztagschule), was uns im Gegensatz zur Halbtagsschule ohne sonstige Betreuung (was uns sonst geblüht hätte) unglaublich weitergeholfen hat. Die Aussicht, sich bei Jungs auch nicht mit Hausaufgaben rumquälen zu müssen, war ein weiterer Grund.

    Merkwürdig waren vor allen Dingen gewisse Lehrkräfte - und selbst die fanden einige andere Eltern/Kinder großartig - kommt halt immer drauf an, ob die Chemie stimmt und ob das Kind ein Lerntyp ist, der genau mit der Art der Lehrkraft zu unterrichten gut klarkommt. Also, für uns war es halt einfach so, dass sie für unsere speziellen Kinder (auf ihre Art jedes an einem anderen Ende des Spektrums angesiedelt) einfach ungeeignet war, obwohl das pädagogische Konzept auf dem Papier für genau solche Kinder perfekt war. Papier ist halt geduldig. Ich kenne auch viele, die da sehr zufrieden waren - aber eben auch einige, die ebenso unzufrieden waren wie wir. Auch dann beim Übergang in die IGS - da stellten manche nämlich fest, dass die eigenen Kinder, die auf der "hauseigenen" Grundschule waren, schlechter auf die 5. Klasse vorbereitet waren als solche von anderen Grundschulen.
    Interessanterweise hatte unser Kleiner, dessen Textzeugnis bei der Anmeldung beim Gymnasium eher als 2-er-Zeugnis interpretiert wurde (insbesondere wurde seine Arbeitshaltung bemängelt) überhaupt keine Probleme beim Übergang und von Anfang an 1en und 2en und am Ende im Arbeitsverhalten (Kopfnote) die Bestnote.

    Aber so was erfährt man immer erst, wenn man den Laden von innen kennt. Unsere jetzige Schule ist ja auch als totale "Schnöselschule" verschrieen, was in Teilen sicher stimmt (die alte hatte halt einen gewissen "Prollfaktor", die jetzige einen gewissen "Schnöselfaktor"), aber 2/3 der Schüler sind "ganz normal", leicht spinnerte Eltern gibt es überall, und nach dieser Grundschule und dem, was man auch unter der Schulleitung der letzten Jahre von der IGS hört, ist unsere Schulleitung ein Lichtblick, ein Muster an Menschlichkeit bei gleichzeitiger sehr klarer Kante, Transparenz und Organisiertheit.

  2. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also, für uns war es halt einfach so, dass sie für unsere speziellen Kinder (auf ihre Art jedes an einem anderen Ende des Spektrums angesiedelt) einfach ungeeignet war, obwohl das pädagogische Konzept auf dem Papier für genau solche Kinder perfekt war. Papier ist halt geduldig.
    Das ist etwas, das ich hier genauso beobachte. Wir haben ja damals geschwankt zwischen Montessori und normaler Grundschule und sind am Ende bei der normalen Grundschule gelandet. Die Erfahrung von Freunden sagt und inzwischen, dass unser Kind auch gut auf die Montessorischule gepasst hätte (wir sind mit der normalen jedoch auch zufrieden). Allerdings dehalb, weil es eben auf der normalen Schule keine Probleme hat - es hätte die Montessorifreiheiten voll nutzen können. Diejenigen, die Kinder mit spezielleren Bedürfnissen haben (LRS), haben eher schlechte Erfahrung mit genau diesen Freiheiten gemacht: die Schule fühlte sich nicht wirklich zuständig Meinem Gefühl nach ist die Anforderung an den Lehrer, vier Klassen gleichzeitig nach Montessorikonzepten zu unterrichten schon so hoch, dass da einfach nicht mehr viel Luft für Spezialfälle bleibt. Außerdem fallen diese Fälle aufgrund des konzeptgeschuldeten sehr unterschiedlichen Lernstandes erst sehr spät auf, wenn es vielleicht schon zu spät ist oder nur sehr schwer aufzuholen ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber so was erfährt man immer erst, wenn man den Laden von innen kennt. Unsere jetzige Schule ist ja auch als totale "Schnöselschule" verschrieen, was in Teilen sicher stimmt (die alte hatte halt einen gewissen "Prollfaktor", die jetzige einen gewissen "Schnöselfaktor"), aber 2/3 der Schüler sind "ganz normal", leicht spinnerte Eltern gibt es überall, und nach dieser Grundschule und dem, was man auch unter der Schulleitung der letzten Jahre von der IGS hört, ist unsere Schulleitung ein Lichtblick, ein Muster an Menschlichkeit bei gleichzeitiger sehr klarer Kante, Transparenz und Organisiertheit.
    Du beruhigst mich ein wenig. Wir müssen die weiterführende Schule ja erst noch wählen, bei der für uns am geeignetsten Schule ist der Schnöselfaktor hoch, das widerstrebt mir (auch vor dem Hintergrund der Chancengleichheit), aber je länger ich auf mein Kind schaue, desto besser könnte es passen.

  3. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du beruhigst mich ein wenig. Wir müssen die weiterführende Schule ja erst noch wählen, bei der für uns am geeignetsten Schule ist der Schnöselfaktor hoch, das widerstrebt mir (auch vor dem Hintergrund der Chancengleichheit), aber je länger ich auf mein Kind schaue, desto besser könnte es passen.
    Pia, es gibt ja immer so unterschiedliche Arten von Schnöselfaktor. Hier ist es z. B. so, dass bei Klamotten etc. der Markendruck um vieles kleiner ist als ich es bei der benachbarten IGS oder vielen "Feld-Wald-und-Wiesen-Gymnasien" beobachte. Manche sind halt typische "Kinder aus gutem Hause" (seit Generationen) und tragen die entsprechenden Klamotten und das entsprechende Gehabe mit einer lässigen Selbstverständlichkeit, die Eltern ebenfalls, aber das ist eben nur ein gewisser Prozentsatz und wird wegen dieser Selbstverständlichkeit auch nicht groß thematisiert.

    Was Du halt hast (und da kommt das Thema Chancengleichheit ins Spiel) ist ein extrem hoher Akademikeranteil unter den Eltern - vom brotlosen Geisteswissenschaftler bis hin zum gutverdienenden Anwalt ist da alles mit dabei, aber ein akademischer Abschluss ist bei mindestens einem Elternteil meist vorhanden, gerade auch bei den Schülern mit Migrationshintergrund.
    Nachdem ich aber in der Grundschule gemerkt habe, welche Berührungsängste uns Eltern (und dann auch unseren Kindern gegenüber, was Treffen, Verabreden etc. angeht) gegenüber bei denen herrschten, die diesen Hintergrund nicht haben, sobald sie meinen Beruf erfahren haben, was immer irgendwann passiert ist, frage ich mich halt, ob an einer durchgemischteren Schule sich dann nicht doch wieder ähnliche Grüppchen bilden würden.

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    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nachdem ich aber in der Grundschule gemerkt habe, welche Berührungsängste uns Eltern (und dann auch unseren Kindern gegenüber, was Treffen, Verabreden etc. angeht) gegenüber bei denen herrschten, die diesen Hintergrund nicht haben, sobald sie meinen Beruf erfahren haben, was immer irgendwann passiert ist, frage ich mich halt, ob an einer durchgemischteren Schule sich dann nicht doch wieder ähnliche Grüppchen bilden würden.
    Das war bei uns gar nicht so (mein Mann hat denke ich einen ähnlichen Job wie Du, allerdings in einem sogenannten Orchideenfach). Die Durchmischung war auch privat gut, sobald eine gute sprachliche Basis da war unter den Kindern, da gab es keine Berührungsängste.

    Edit: Mir schien der Aspekt "soziales Lernen" und aktives Miteinander an unserer Schule sehr wichtig zu sein - nicht in der Außendarstellung, aber in dem, was in der Schule vor sich ging. Ein guter Kontakt zwischen den Schülern innerhalb der Klasse und quer durch alle Klassen- und Klassenstufen spricht dafür. Aber das hängt wieder - wie so vieles - an den konkreten Lehrkräften und ihrem Engagement.
    Geändert von Halina (14.09.2021 um 12:05 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Halina Beitrag anzeigen
    Edit: Mir schien der Aspekt "soziales Lernen" und aktives Miteinander an unserer Schule sehr wichtig zu sein - nicht in der Außendarstellung, aber in dem, was in der Schule vor sich ging. Ein guter Kontakt zwischen den Schülern innerhalb der Klasse und quer durch alle Klassen- und Klassenstufen spricht dafür. Aber das hängt wieder - wie so vieles - an den konkreten Lehrkräften und ihrem Engagement.
    Der war und ist sowohl an unserer Grundschule und der dranhängenden IGS als auch an unserer "Schnöselschule" vorbildlich.

    Aber in einem gewissen Rahmen hängt es auch immer an den Lehrkräften.

  6. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was Du halt hast (und da kommt das Thema Chancengleichheit ins Spiel) ist ein extrem hoher Akademikeranteil unter den Eltern - vom brotlosen Geisteswissenschaftler bis hin zum gutverdienenden Anwalt ist da alles mit dabei, aber ein akademischer Abschluss ist bei mindestens einem Elternteil meist vorhanden, gerade auch bei den Schülern mit Migrationshintergrund.
    Das wäre an unserer Schnöselschule genauso. Der Akademikeranteil ist aber grundsätzlich am Wohnort schon hoch, an der Schule nur noch einmal verstärkt. Wir haben vier weiterführende Schulen am Ort:
    - eine teure Montessorischule, kleine Klassen, tolles Programm, Ruf, auch schlechtere Schüler mit viel pädagogischer Mühe zum Abi zu bringen,
    - ein halb so teures privates (Schnösel)Gymnasium, tolles Programm, leistungsorientiert
    - ein normales Gymnasium
    - eine Gesamtschule (IGS)
    Prinzipiell neige ich zum normalen Gymnasium, das allerdings den (für uns, beide Vollzeit) gravierenden Nachteil hat, keine tolle Nachmittagsbetreuung zu bieten.

    Ich hatte am WE ein interessantes Gespräch mit einem befreundeten Lehrer einer der in Fragen kommenden weiterführenden Schulen. Der hat im Prinzip das bestätigt, was ich schon vermutet hatte: Die Schnöselschule ist in der Vorauswahl der Schül er so rigoros, dass sie sich pädagogisch gar nicht mehr besonders anstrengen muss. Die Kinder und Elternhäuser sind eh alle recht leistungsorientiert und bereit, Zeit und Geld in die Ausbildung zu stecken, so dass schon allein durch die Klientel ein gutes Lehrklima zustandekommt. Die Schüler müssen allerdings Spaß an der Leistung haben (positiv formuliert) bzw. dem Druck gewachsen sein (negativ formuliert). Ein guter Schüler würde an der teuren Montessorischule ähnliche Ergebnisse erzielen, bei weniger Druck und weniger leistungsbereiten Klassenkameraden. Das normale Gymnasium ist halt normal, wenig Spitzen, wenig Hänger, Abitur tendenziell etwas einfacher.

    Um den Bogen zu Deiner Aussage zu schlagen: Chancengleichheit herrscht da nicht. Und ich finde es etwas frustrierend, dass alleine die Vorauswahl der Schüler so viel ausmacht, dass man noch nicht einmal mehr besonderes Engagement der Lehrer braucht, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Wobei ich die Arbeit der Grundschulen hier diesbezüglich sehr positiv sehe, wie auch diverser anderer Gremien, die sich kümmern, aber den Vorsprung durch die engagierten Elternhäuser wird kaum einer aufholen können. Die Grundschulfreunde meiner Tochter kommen alle aus Akademikerelternhäusern. Und es ist nicht so, dass wir das besonders fördern würden. Beim Sohn, in der Kita, ist es kaum anders. Ich finde diese Blase ziemlich furchtbar, sehe aber nicht, wie man das lösen kann, außer beim nächsten Mal bei der Wohnortwahl besser aufzupassen ;-) Wobei ich, zugegeben, hin und hergerissen bin zwischen "ich möchte, dass mein Kinde Kontakte und Freundschaften zu vielen verschiedenen Kindern hat" und andererseits "ich möchte, dass es Spaß am Lernen entwickelt, in seinem Wissendurst unterstützt wird, optimale Bedingungen vorfindet, nachmittags gut betreut wird".

    Gut, dass wir noch ein Jahr Zeit haben, dass zu entscheiden.... *und ab zurück in den Grundschulstrang*

  7. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Ganz kurz zur Chancengleichheit: Nervt mich ebenfalls unendlich, dass es die nicht gibt. Da helfen auch "Bildungs-und-Teilhabe"-Pakete nur wenig, wenn es keinen gibt, der das Kind/die Familie an die Hand nimmt und vermittelt, dass Förderung eine gute Idee wäre und wie man das am besten anstellt.
    Zum Glück arbeite ich an einer Schule, an der viel dafür getan wird, die Chancen benachteiligter Kinder zu verbessern - aber es ist halt kein Gymnasium.
    Wobei wir verhältnismäßig viele unserer Kids Richtung Abitur schicken können.

    Hier, Großstadt NRW, gibt es meines Wissens zwei von x Gymnasien, die was für Chancengleichheit tun. Alle anderen sind "was Besseres".

    Ich drück noch fix die Daumen für die Vokabeltests mit und hoffe, es sind nicht so doofe "Schreibe das einzelne deutsche Wort auf Englisch hin"-Tests (befürchte es aber, weil Rechtschreibung explizit erwähnt wurde ...).

  8. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier, Großstadt NRW, gibt es meines Wissens zwei von x Gymnasien, die was für Chancengleichheit tun. Alle anderen sind "was Besseres".
    Besonders schwierig finde ich, dass sich "was Besseres" und Chancengleichheit auszuschließen scheint. Wobei: "was Besseres" äußert sich wie? Sozioökonomischer Hintergrund der Schüler oder Leistungsanforderungen? Wenn es letzteres ist, wäre der Schlüssel ja eher in der Grundschulzeit zu sehen, man müsste halt auch den benachteiligten Schülern ermöglichen, gute Grundschulleitungen zu erbringen. Aber wie? Ich habe da kein Rezept. Auch in der Grundschule starten die Kinder ja schon mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen.

  9. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das normale Gymnasium ist halt normal, wenig Spitzen, wenig Hänger, Abitur tendenziell etwas einfacher.

    Gibt es in NRW nicht auch ein Zentralabitur?

    Da kann dann an der jeweiligen Schule die Vorbereitung besser oder schlechter sein (wobei das ja oft eher vom Fachlehrer als von der Schule abhängt), aber die Abituraufgaben sind doch dann für alle Gymnasien gleich.

  10. Inaktiver User

    AW: Weiterführende Schulen - Austausch

    Macani, ich habe Dir eine PN geschreiben, da mein Standort sonst doch sehr leicht erkennbar wäre (lokal Vertraute hier in der Bri haben mich eh schon an den Schulen erkannt ;-) )

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