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  1. Moderation

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    Kind kann nichts wegwerfen

    Mein älteres Kind, acht Jahre alt, kann nichts wegwerfen.

    Ich weiß, dass das ein klassisches Problem ist. Viele Kinder sind "Jäger und Sammler" und würden am liebsten jedes Stöckchen, jeden Kleinkram, jedes Bastelstück aufheben. Aber ich frage mich gerade, ab wann das tatsächlich kritisch und nicht mehr normal ist.

    Er tut sich derzeit extrem schwer dabei, auch vollkommen kaputte Sachen wegzuwerfen. Socken, die schon mehr Löcher als Wolle haben und sowieso zu klein sind, sind plötzlich "Lieblingssocken", kann man die nicht noch mal stopfen? Einem zerbrochenen, nicht reparablen Spielzeug wird buchstäblich monatelang nachgetrauert - nicht dauernd, aber immer wieder in Schüben. Joghurtbecher bringt er von der Schule zurück, anstatt sie wegzuwerfen. Die kann man doch auswaschen und für so viele nützliche Sachen verwenden. Komplett durchgelaufene, zu kleine Schuhe möchte er weiterverschenken und auf keinen Fall wegwerfen, obwohl man sie beim besten Willen niemandem mehr überlassen kann.

    Einerseits rührend und grundsätzlich ja auch richtig. (Wobei ihn die Trauer um zerbrochene Gegenstände bisher leider noch nicht dazu bringt, achtsamer damit umzugehen ...) Aber gerade bei Joghurtbechern und komplett kaputten Kleidungsstücken fühlt es sich für mich schon eher neurotisch an. Er hat mir mal abends erzählt, dass es ihm sogar schwer fällt, benutzte Taschentücher wegzuwerfen. Das scheint aber nicht generell so zu sein, nur manchmal. Aber generell tut es ihm richtig weh, Dinge wegzuwerfen. Hinter seinem Rücken mache ich es auch nicht mehr, weil er sich das merkt.

    Ansonsten ist er ein total ausgeglichenes Kind, fröhlich, neugierig, beliebt, bewegungsfreudig, genauso wie ein Kind sein soll.

    Was meint ihr? Noch normal oder schon grenzwertig? Und wenn ja, wie kann ich ihm helfen?
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Er kann also grundsätzlich herschenken?

    Vielleicht kannst Du bezüglich des Mülls mit ihm über Recycling, Verwertung, Kreisläufe sprechen.

    ZB:
    Alte Kleidung kommt zur Caritas, ein Teil geht zur Kleiderkammer für Familien mit kleinem Budget, aus dem Rest wird Werkstoff gemacht.

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Ist er denn schon "immer" so, oder hat sich das in letzter Zeit verändert/ verstärkt? Fällt dir ein Auslöser ein?

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Zitat Zitat von Luipet Beitrag anzeigen
    Ist er denn schon "immer" so, oder hat sich das in letzter Zeit verändert/ verstärkt? Fällt dir ein Auslöser ein?
    Schwer zu sagen.
    Ich habe schon darüber nachgedacht, ob es mit dem Tod seines Großvaters vor einem knappen Jahr in Zusammenhang steht. Damals wollte er möglichst wenig davon mitkriegen und - nach einmal Weinen - auch nicht davon sprechen. Der Opa stand ihm jetzt nicht wahnsinnig nahe und war auch schon länger krank, aber da ist ihm die Endlichkeit des Lebens erstmals deutlich geworden, glaube ich. Das "nicht wegwerfen wollen" fiel mir etwa ein halbes Jahr später auf. Kann also sein, muss aber nicht.

    Alma, über Wertstoffprozesse sprechen finde ich eine gute Idee.
    Allerdings bin ich selbst etwas desillusioniert, was Altkleidersammlung und Mülltrennung angeht. Wir machen es, ohne so richtig an den positiven Effekt zu glauben.

    Richtig verschenken, also zb ein geliebtes Bilderbuch an ein kleineres Kind weitergeben, geht problemlos.


    Wobei er definitiv immer ein kleiner Sammler war. Er hat die weltschönste Steinesammlung, sorgfältig untergebracht in einem Schraubensortierkasten. Aber das buche ich unter "völlig normal".
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Abgehakt: verschenken, was man noch verschenken kann. Recycling.

    "Kann man noch flicken": Kiste 1
    "Kann man noch irgendwann irgendwie brauchen": Kiste 2. Dann ist das Zeugs aus dem Weg aber nicht weg. Vielleicht hilft das auch, die Trennung in kleinen Schritten überleben zu lernen.
    Vielleicht auch nicht. Dann ist er so

  6. Moderation

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Abgehakt: verschenken, was man noch verschenken kann. Recycling.

    "Kann man noch flicken": Kiste 1
    "Kann man noch irgendwann irgendwie brauchen": Kiste 2. Dann ist das Zeugs aus dem Weg aber nicht weg. Vielleicht hilft das auch, die Trennung in kleinen Schritten überleben zu lernen.
    Vielleicht auch nicht. Dann ist er so
    Die Idee einer "kann man vielleicht noch brauchen"-Kiste finde ich charmant. Danke!
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Mein Kind wird bald 17 und hat sich demletzt endlich mal von einer knapp 1000 Kronkorken fassenden Sammlung getrennt, weil ein Kumpel die für ein Bastelprojekt gebrauchen kann (siehst Du, Muttern, und Du hast Dich aufgeregt...)... geh also bitte nicht davon aus, dass es sich auswächst ;-)

    Was hier ein bisschen hilft, das Ganze im Zaum zu halten: es gibt Neues, wenn das Alte wegkommt. Wenn es WIRKLICH WICHTIG ist, wird es aufbewahrt mit Wiedervorlage nach einem Vierteljahr.

    Wir haben Gottseidank einen großen Keller. Und weil die Playmo-Ritterburg und das Gesamtwerk von Thomas die Lokomotive in Lego Duplo auch einen gewissen Wert haben, wohnen die jetzt da, in Plastikkisten verstaut.

    Mein zweites Kind ist ein Schnelltrenner und Wegwerfer, das finde ich manchmal selbst unheimlich... ich glaub ich bin auch eher Typ Jäger und Sammler

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Die Idee einer "kann man vielleicht noch brauchen"-Kiste finde ich charmant. Danke!
    Man kann auch gleich heute ein Datum außen draufschreiben, ab dem man es unbesehen wegwirft, wenn es bis dahin noch steht. Also heute, 10. Juni, schreibt man beispielsweise 10.9. drauf oder 10.12. Am Anfang kann das ruhig länger sein. So erzieht man sich dazu, einzusehen, dass „aus den Augen, aus dem Sinn“ seine Berechtigung hat und dass man sehr gut weiterleben kann, auch wenn man das Ding XY nicht mehr hat.
    So schade, dass man erst jetzt herausgefunden hat, dass Fußballspiele
    während einer Pandemie völlig ungefährlich sind.
    Man hätte den gesamten Kultursektor retten können,
    wenn man bloß Theater und Konzerthäuser rechtzeitig mit Fußbällen versorgt hätte.

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Socken, die schon mehr Löcher als Wolle haben und sowieso zu klein sind, sind plötzlich "Lieblingssocken", kann man die nicht noch mal stopfen? ...Komplett durchgelaufene, zu kleine Schuhe möchte er weiterverschenken und auf keinen Fall wegwerfen...

    ...Hinter seinem Rücken mache ich es auch nicht mehr, weil er sich das merkt.
    Kaputte Socken, Schuhe aus dem Blickfeld räumen, fragt er nach, wo sie sind, "du, das weiß ich grad nicht, vielleicht in der Wäsche oder so..." und von was anderem reden. Dann (zwei Wochen später oder so) entsorgen. Abgesehen von Umweltaspekten würde ich das Thema ansonsten ignorieren.

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Er hat die weltschönste Steinesammlung, sorgfältig untergebracht in einem Schraubensortierkasten.
    Wunderbar! Klingt nach einem interessierten, wachen Jungen!


    Meine Tochter ist auch 8. Richtige Ausräum- und Sortieraktionen mache ich nur, wenn sie aus dem Haus ist.
    Be a voice not an echo.

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    AW: Kind kann nichts wegwerfen

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Hinter seinem Rücken mache ich es auch nicht mehr, weil er sich das merkt.
    Ja, Kinder sind nicht doof ;).

    Ich schätze, es handelt sich um eine Phase - und nicht um die Vorboten des Messie-Syndroms.

    Ich würde auf keinen Fall in seiner Abwesenheit ausmisten, denn das greift in die kindliche Autonomie ein - und bleibt einem Kind in unguter Erinnerung.

    An Deiner Stelle würde ich versuchen, die Geduld aufzubringen, in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihm auszumisten. Und dabei seine Entscheidungen, ob etwas weg darf oder nicht, respektieren, auch wenn es schwerfällt. Die Idee mit den Kisten finde ich auch gut. Es ist vermutlich eine reine Frage der Zeit, bis er ein wenig umdenkt bzw. sich dann leichter von den Dingen trennen kann.

    Parallel dazu: den Kleinen auffordern, dass eine gewisse Grundordnung einzuhalten ist (Hausregel).

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