Antworten
Seite 1 von 13 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 123
  1. User Info Menu

    Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hallo,

    Ich habe mich hier angemeldet, um mir ein bisschen was von der Seele zu schreiben und eventuell konstruktive Ideen und Kritik zu erhalten.

    Ich bin 38 Jahre alt, verheiratet, berufstätig und habe drei Kinder im Teenageralter (16, 14 und 13).

    Ich leide seit über 20 Jahren an wiederkehrenden Depressionen. Das merkt man mir nicht unbedingt an. Ich mache viel mit mir selbst aus und bin gut darin eine gesellschaftlich anerkannte Fassade aufrecht zu erhalten. Soll heißen, ich funktioniere beruflich wie privat und wirke eher professionell und gesprächig als depressiv und zurückgezogen. Aber das Zusammenleben mit Teenagern setzt mir sehr zu und ich weiß nicht mehr, wie ich die nächsten Jahre wuppen soll.

    Sie boykottieren jeden Ansatz eines harmonischen Familienlebens, ziehen sich zurück so viel es geht und erzwingen andersrum Aufmerksamkeit, sobald ihnen danach ist (z.B. um 22 Uhr abends, wenn wir Eltern Zeit miteinander verbringen wollen).. Sie zeigen auch für die Schule nur Einsatz, wenn ich ständig dahinter bin und übernehmen nicht die kleinste Aufgabe selbst. Bei der Großen kommt dann noch ein übertriebenes Anspruchsdenken, das von den Großeltern befeuert wird dazu und ein Saustall, den ich so noch nicht erlebt habe.

    Frech sind sie nicht. Wenigstens da habe ich nicht versagt. Auch wenns mal kracht vergreifen sie sich nicht im Ton, aber ich dring halt auch nicht zu ihnen durch. Und wenn doch, kann zumindest die Große nicht umsetzen, was ich von ihr möchte.

    Sie steht z.B. einfach nicht auf. Ich wecke sie um 10, bevor ich zur Arbeit fahre. Wenn mein Mann nachmittags heim kommt schläft sie immer noch. Sie legt sich einfach wieder hin. Letztens hat ihr Hund, den sie unbedingt wollte in die Küche gemacht, weil es ihr einfach egal ist. Ihre kleine Schwester geht jetzt mittags mit ihm, aber die motzt, weil sie keinen Hund wollte.
    Ihre Aufgaben fürs Homeschooling erledigt sie irgendwann zwischen Mitternacht und fünf Uhr Früh, um dann wieder den ganzen Tag zu schlafen oder Serien zu gucken.

    Ihr Zimmer sieht aus wie bei einem Messie. Klamotten auf dem Bodem vermischen sich mit Altpapier, Verpackungen und Essensresten. Spinnenweben hängen von der Decke. Sie tut die Klamotten nur selten zur Wäsche und riecht dadurch auch sehr streng. Sie macht einfach nicht sauber, egal, was ich sage. Wenn ich es mache wird sie sauer. Wäre mir egal, aber ich hab sowieso nicht mehr die Kapazitäten, das auch noch zu machen. Ich arbeite Vollzeit, gehe vorher und nachher mit ihrem Hund spazieren, koche (damit zwei von den Kindern mit dem Essen auf dem Zimmer verschwinden, weil gemeinsame Mahlzeiten unzumutbar sind) und dann hab ich auch noch ein Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt, welches mir ständig von den Kindern vorgeworfen wird. Das ist aber das Einzige, was mir überhaupt noch Spaß macht, auch wenn ich kurz davor bin aufzugeben.

    Mein Mann unterstützt mich natürlich wo er kann. Aber in der Erziehung haben wir sehr unterschiedliche Ansichten, so dass ich ständig das Gefühl habe, mich zwischen ihn und die Kinder stellen zu müssen, was mich zusätzlich sehr anstrengend. Er würde bei der Großen z.B. einfach alles wegschmeißen und Taschengeld komplett streichen.

    Was bei dem ganzen Stress raus kommt ist, dass mir langsam aber sicher die Energie ausgeht. Vor lauter Verzweiflung hab ich schon nach Therapeuten für mich gesucht, weil ich kurz vorm Zusammenbruch stehe, aber das kann doch nicht die Lösung sein?

  2. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hallo, die situation ist natürlich belastend.


    Das du einen Anteil an der Situation hast bzw die Situation durch dein Verhalten aufrecht erhältst, kannst du sehen?

    Du willst eine (künstliche) Harmonie und kannst es schwer aushalten wenn es nicht so ist.

    Deine Teenager sind Teenager. Sie rebellieren.... Versuchen sich abzunabeln.... Testen Grenzen aus.....

    Und was machst du?

    Gehst vor deiner Arbeit und danach mit ihrem Hund raus! Und die Schwester mittags....

    Du nimmst ihr die Verantwortung ab.
    Sie wollte den Hund und muss sich kümmern. Tut sie das nicht, gibt es Konsequenzen.

    Gleichzeitig boykottierst du deinen Mann.

    Ihr müsst zusammen eine Linie finden. Sonst spielen euch die Kinder aus.

    Und dann noch corona.... Du gehst weiterhin arbeiten. Die Kinder sind im homeschooling.

    Da tun sich wirklich sehr viele Kinder schwer. Nicht weil es so anstrengend ist, sondern weil es keine Struktur gibt. Kein sozial Leben......

    Es ist für viele sehr schlimm. Und dann Mutti die nur am kritisieren ist.....

    Wie du gemerkt hast kannst du dir den Mund fusslig reden, es bringt nichts.

    Du musst endlich auch den wichtigen zweiten Schritt machen. Konsequenzen.

    Keine Diskussionen mehr.

    Setz dich mit den Kindern hin. Erstelle mit ihnen zusammen einen Plan wo sie auch mitreden dürfen. Eine Art Vertrag.

    Zimmer aufräumen und putzen sollte 1x wöchentlich auf dem Plan stehen. Z. B. Freitag bis 18 Uhr.

    Am Freitag um 18 Uhr wirst du das Zimmer anschauen. Ist nichts gemacht, keine Diskussion sondern handy weg oder Taschengeld für die folgewoche streichen.

    Du gehst aber auch sonst nicht in das Zimmer. Geschweige denn kommentieren...

    Sie stinkt? Soll sie - es ist ihr Körper.
    Aber sie kann nicht erwarten, daß sie euch mit dem Geruch belästigt.

    Wenn sie also nicht duschen will, dann ist es ok. Aber bitte nicht bei euch im Wohnzimmer sitzen oder am esstisch.

    Ihr wollt eure Privatsphäre? Auch das steht im Plan. Ab 22 Uhr ist Elternzeit. Respektieren sie eure Privatsphäre nicht, werden als Konsequenz die Zimmertüren ihres Zimmers ausgehängt.


    Sie macht nichts in der Schule? Dann gibt es auch keine Extras.

    Für gute Noten gibt es Extras, sonst nicht...


    .......

    Schone deine Nerven. Diese Diskussionen sind zermurbend...
    Put put put put...... Wo ist meine stalkerin?

    Ach ja, im nächsten Beitrag

  3. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hallo Kore,

    oh je, das klingt, als bräuchtest Du Hilfe...

    Ich habe nur ein Pubertier, vierzehneinhalb, wenn ich mir vorstelle, das ganz mal 3 - nicht auszudenken. Ein Pubertier hab ich schon durch, der ist jetzt 23 und studiert. Und tatsächlich ist ein normaler Mensch aus ihm geworden, nachdem der Umbau des Gehirns überstanden war.

    Was ich gelernt habe: Für ihr Schulzeug sind sie selbst verantwortlich, in dem Alter muss man nicht mehr hinterher sein. Das ist nicht Dein Problem und nützt Dir nichts, außer dass es Dich unendlich Nerven kostet. Mit 14 muss man langsam kapieren, dass man Schule für sich selbst und seine eigene Zukunft macht. Da halte ich mich völlig raus. Ist ihre Sache.

    Saustall haben wir auch, inklusive Müll, dreckigen Klamotten und Bergen von dreckigem Geschirr. Neulich habe ich alles in der Mitte zu einem großen Haufen aufgetürmt und ihr ein Foto davon geschickt. Sie war sauer, hat aber dann aufgeräumt.
    Ihre Wäsche wäscht sie inzwischen selbst, weil sie es nicht schafft, das Zeug runter zu bringen. Also merkt sie irgendwann, dass sie keine saubere Wäsche mehr hat, dann füllt sie die Maschine.

    Geschirr wird jetzt 1x täglich runter gebracht, das ist der neue Deal, wenn das nicht funktioniert, darf kein Geschirr mehr mit ins Zimmer. Ich will ja hier kein Ungeziefer im Haus. Und keinen Gestank, der aus ihrem Zimmer durch die Gänge wabert.

    Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag bitte ich mir aus, entweder zu Mittag oder abends. Meistens ist es dann auch ganz nett. Nicht immer.

    Das mit dem Hund geht gar nicht, finde ich. Wenn es ihr Hund ist muss sie sich kümmern. Sie kann kein Lebewesen leiden lassen, weil sie zu faul ist. Dann muss der Hund in andere Hände.

    Ich denke, es wäre vielleicht einfacher, wenn die Kinder wüssten, wie es um Dich steht. Vielleicht wären sie dann bereit, sich ein wenig in Sachen "Familie" zu engagieren. Vielleicht auch einen Plan machen, wer sich wie einbringen kann (und dann auch verwirklichen).
    Ich kann mir gut vorstellen, das gerade Deine Ältere schwierig ist, aber bei den beiden Jüngeren hast Du vielleicht noch die Möglichkeit, etwas zu bewirken. Klingt vielleicht blöd, aber hier geht das WLAN aus, wenn Vereinbarungen nicht funktionieren. Oder die Freundin darf nicht kommen, wenn der Saustall nicht aufgeräumt ist. Ich bin keine Freundin von solchen Druckmitteln, aber sie funktionieren.

    Was aber gar nicht geht ist, dass Du in Deiner Familie kaputt gehst. Da sind dringend Taten geboten.

    Ich wünsche Dir, dass Du Hilfe findest. Dass Dein Mann sich nicht nur einbringt, sondern Euren Kindern vermittelt, wie es um Dich steht (sofern Du das willst).

    Man kann auch gemeinsam Hilfe in Anspruch nehmen, als Familie. Aber vielleicht könnt Ihr Euch erst einmal ohne Fremde zusammen setzen?

    Liebe Grüße
    Eyla

  4. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Zitat Zitat von Kore Beitrag anzeigen
    Hallo,


    Ich bin 38 Jahre alt, verheiratet, berufstätig und habe drei Kinder im Teenageralter (16, 14 und 13).

    Ich leide seit über 20 Jahren an wiederkehrenden Depressionen. Das merkt man mir nicht unbedingt an. Ich mache viel mit mir selbst aus und bin gut darin eine gesellschaftlich anerkannte Fassade aufrecht zu erhalten.
    [editiert]

    Ansonsten, hole dir Erziehungsberatung, gibt es online und meistens kostenlos. Auch therapeutische Beratung gibt es online, die für dich sehr wohl die Lösung sein wird. Ohne prof. Hilfe wirst du deine Probleme nicht in den Griff bekommen.

    Meine Zeilen sollen dich nicht verletzen, sondern spiegeln nur meine Gedanken wieder. Alles Gute für dich.
    Geändert von Stina (23.03.2021 um 16:04 Uhr) Grund: AGB, 14.1 beachten

  5. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hey Kore,

    sieh zu, dass du bei dir selbst bleibst und DICH in dieser wilden Zeit nicht verlierst. Wenn du den Hang zu Depressionen hast, dann solltest du ganz besonders aufpassen immer wieder auftanken zu können. Ich hatte selbst auch schon Depression und immer mal wieder depressive Phasen. Inzwischen weiß ich worauf ich achten muss um sie zu verhindern oder abzumildern.

    Daher dein Hobby nicht aufgeben, sondern umgekehrt: Ausbauen! Mehr Zeit für dich nehmen, anstatt weniger.

    Beruflich kürzer treten, wenn möglich? Dann bleibt mehr Energie für den Alltag.

    Was die Erziehung angeht, solltest du mit deinem Mann eine gemeinsame Linie finden und ich denke die heißt "Konsequenz". Und zieh dir nicht jeden Schuh an, den die Teenies dir hinstellen.

    Dass du Kontakt zu Therapeuten suchst, ist schon mal gut. Evtl. schaust du auch mal, ob dir eine Kur genehmigt wird.

    Dann kommst du mal 3-4 Wochen aus dem Hamsterrad raus.

  6. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hallo Lufti

    Du hast ja recht. Aber ich kann nicht. Ich schaffs nicht. Ich wüsste, was ich zu tun habe, aber ich hab einfach keine Energie mehr. Sie liegt den ganzen Tag im Bett und hat Kraft für diese Dominanzkämpfe. Ich bin seit sechs auf den Beinen und bin einfach fertig. Ich hab sie um 13 Uhr angerufen und gebeten die Wäsche aufzuhängen. Da hat sie noch geschlafen. Seitdem hab ich noch zweimal angerufen. Immer das Selbe: "Ja, ich machs ja gleich". Und es passiert - nix. Hab ihr jetzt angekündigt, dass es kein Taschengeld geben wird, wenn die Wäsche noch nicht hängt, wenn ich heimkomme. Ist ihr aber eh egal. Opa überweist ihr schon was, wenn sie kein Geld mehr hat...

    Bei dem Hund weiß ich auch nicht weiter. Sie wollte vor einem Jahr einen Hund. Unbedingt. Ein Welpe sollte es sein. Gott sei Dank hab ich dem nicht zugestimmt und letztendlich wurde es ein erwachsener Mischling, der schon alles kann und brav ist. Ein Welpe wäre total schief gegangen. Und jetzt kümmert sie sich nicht mehr. Was jetzt? Soll ich den Hund weg geben? Er kann doch nichts dafür :( Das ärgert mich so sehr.

    Hund und Ordnung sind echt meine Hauptstressthemen mit ihr.

    Und ich weiche den Konflikten aus - weil ich keine Energie dafür habe. Kurz vor Weihnachten wars das Gleiche. Ich bin vor meiner Hausärztin in Tränen ausgebrochen, weil ich so k.o. war. Ich
    hab mittlerweile dauerhaft Magenentzündungen vor lauter Stress.

    Und wenn ich meinem Mann die Kömpfe überlasse (der würde ja gern), dann kracht es hier so gewaltig, dass es mir eher schlechter geht als vorher. Und letztendlich macht sie früher oder später doch wieder nix.

  7. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Zitat Zitat von Kore Beitrag anzeigen

    Ich leide seit über 20 Jahren an wiederkehrenden Depressionen. Das merkt man mir nicht unbedingt an. Ich mache viel mit mir selbst aus und bin gut darin eine gesellschaftlich anerkannte Fassade aufrecht zu erhalten. Soll heißen, ich funktioniere beruflich wie privat und wirke eher professionell und gesprächig als depressiv und zurückgezogen.
    Es ist auch okay, wenn die Fassade mal bröckelt. Das nimmt ungeheuer den Druck raus, wenn man meint immer "die Starke" spielen zu müssen.

    Du bist ein Mensch wie jeder andere und keine Maschine, die zu funktionieren hat!

  8. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Wie konsequent bist Du denn mit den Dreien?

    Ich persönlich sehe das eher wie Dein Mann:
    Wenn der Hund in die Küche kackt, würde ich das ein- oder zweimal hinnehmen, beim dritten Mal wäre klar: Wenn das nochmal passiert, ist der Hund weg.
    Stinkendes Zeug im Zimmer käme in einen großen Plastiksack und dann in den Müll, völlig egal, ob es sich um Essensreste oder die heißgeliebte Kleidung handelt.
    Spinnweben an der Decke würde ich nicht anrühren, da müssen sie selbst ran. Und wenn sie es nicht tun, müssen sie eben in einem Saustall leben.

    Du reibst Dich auf. Allerdings ist Dir niemand dankbar dafür. Also musst Du Deine Strategie ändern.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.

    "In Deinem Alter..."
    "Ich bin nicht in meinem Alter!"


    It‘s called a joke. We used to tell them before people became offended by everything.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Hast du schon mal an eine Kur gedacht?
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  10. User Info Menu

    AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...

    Dir auch danke Eyla,

    Die Kinder wissen nicht wirklich etwas von meiner Erkrankung. Wie gesagt bin ich gut darin den Anschein aufrecht zu erhalten. Ich denke aber, der Großen wäre es auch egal. Sie ist wahnsinnig egozentrisch im Moment. Das ist sie aber eigentlich gar nicht.

    Und die Kleinen - mein Sohn ist süß und macht seinen Kram. Er ist aber auch faul und hat nur Zocken im Kopf. Wenn er was tun soll, worauf er keine Lust hat zieht er dabei halt nen Flunsch. Das hilft mir auch nicht. Dann fällt mir die Arbeit gleich doppelt so schwer. Die Kleine ist hilfsbereiter. Aber die braucht viel Unterstützung in der Schule, das ist auch nicht immer leicht

Antworten
Seite 1 von 13 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •