Torty,
chapeau für Deine weisen Worte!
luci![]()
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06.04.2021, 14:33
AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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06.04.2021, 14:58
AW: Zusammenleben mit Teenagern - ein Leben am Limit...
Die Frage lautet für mich eher: warum muss eine 16jährige noch geweckt werden? War das schon immer so? Ist sie mal alleine aufgestanden und tut es nun nicht mehr? (Depressive Episode?) Warum wecken, wenn sie sich wieder hinlegt?
Das ist für mich: ihn will keiner. Denn diese Tätigkeit „rausgehen“ ist essentiell für das Wohlbefinden eines Hundes. Dies sollte 3 - 4 Mal am Tag geschehen und einmal mindestens 1 - 2 Stunden (je nach Hund).Da steht nirgends, dass keiner den Hund will. Es will nur keiner mit ihm rausgehen.
Interessant, dass du verantwortungsbewusste Kinder als „brav“ wahrnimmst und dies als schädlich empfindest.Ich finde es natürlich für die Eltern toll, dass auch Teenager noch so "brav" sind, bin mir aber nicht sicher, ob dann nicht für eben diese Teenager etwas in ihrer Entwicklung fehlt, wenn sie nicht rebellieren. Es gehört doch dazu, die Eltern zu hinterfragen, anders sein zu wollen und sei es nur, um anschließend festzustellen, dass das, was die Eltern sagen doch nicht so blöd ist und man sich dann - aus freien Stücken - deren Meinung wieder anschließt.
"Immer" brave Kinder machen mich stutzig. Tut mir leid. Da hätte ich eher Sorge um deren Wohl und freie (seelische) Entfaltung.
Eine Freundin meines Sohnes (17) jobbt neben her in einem Café, um sich die Reitbeteiligung finanzieren zu können. Denn ihre Mutter kann es nicht finanzieren, wenn sie nicht was dazu gibt. Brav oder verantwortungsbewusst?
Die Kinder (12, 14 und 16) meiner Freundin wollten unbedingt einen Hund. Die Eltern arbeiten im Schichtdienst und haben zur Bedingung gemacht, dass die Kinder die Hauptverantwortung für das „rausgehen“ haben. Es gibt einen Plan und der wird wöchentlich besprochen, die Eltern übernehmen eine Runde, je nach dem wie der Schichtdienst ist. Sind die Kinder brav oder verantwortungsbewusst?
Nur weil es in beiden Beispielen bei den Tieren keine Diskussion gibt, heißt das doch nicht, dass es insgesamt keine Diskussionen gibt.
Mein Sohn hat erst gestern zu mir gesagt „Ich habe ganz schön viel Freiheit, im Vergleich zu meinen Freunden. Ich habe aber auch mehr Aufgaben. Von denen muss keiner die Spülmaschine ausräumen“.
Diese Verantwortungsübernahme fängt aus meiner Sicht schon früh an. Kinder haben natürliche Phasen, wo sie gerne mithelfen wollen (u6), wenn sie in dieser Phase ernst genommen werden. Altersangemessene Pflichten übertragen bekommen und für diese wertgeschätzt werden, stärkt das ihr Selbstwertgefühl und ihr Verantwortungsbewusstsein.
Es gibt familiäre Situationen wo die Rahmenbedingungen schon so sind, dass man bestimmte Dinge erfüllen muss, um andere Familienmitglieder nicht zu gefährden. Mein Vater ist blind und jeder Gegenstand, der im Weg liegt ist eine Stolperfalle für ihn. Also haben ich und meine Geschwister früh gelernt aufzuräumen. So wie meine Kinder dies auch gelernt haben, obwohl der Opa nur einmal im Monat zu Besuch ist.
Es ist wichtig einen gemeinsamen Weg zu finden, damit alle sich einigermaßen wohlfühlen. Und ja, es geht um durchsetzen, wenn ich als Mutter der Meinung bin, jedes meiner Kinder einmal am Tag mit dem Hund gehen muss. Wenn ich dieser Meinung bin und diese Haltung klar ausstrahle, muss ich vermutlich nichts durchsetzen, weil die Kinder wissen, es lohnt sich keine Diskussion.Ist es so wichtig, alles durchzusetzen? Ich finde dieses Anspruchshaltung fragwürdig. Klar ist es im ersten Moment toll, wenn alles perfekt läuft, aber für wen denn? Doch nur für die Eltern, oder? Wie sollen Kinder ihren eigenen Weg finden, wenn sie immer nur "gezwungen" werden, den von den Eltern vorgegebenen Weg zu gehen, ohne mal nach links und rechts schauen zu dürfen?
Die psychische Erkrankung ist eine zusätzliche Belastung, die auch mit reinspielt. Es gibt depressive „High Performer“, die erledigen alles und kümmern sich, wollen Harmonie und vergessen dabei sich selbst. Oder das Aufstehen oder gar eine Tasse aus dem Schrank nehmen ist so unendlich schwer, dass man froh ist, wenn man überhaupt etwas machen konnte. Da weicht man Konflikten eher aus, weil man emotional keine Kraft hat.Kennst du dich damit aus? Ist das typisch im Zusammenhang mit einer depressiven Erkrankung? Wie kann man es denn beheben?
Ich finde es tragisch, dass es noch nicht gelernt wurde. Meine Zeit als Mutter spende ich allerdings bedingungslos an meine Kinder. Die müssen keine Bedingungen erfüllen, damit ich mich ihnen widme. Die gibt es immer, egal wie sie sich verhalten haben und natürlich gehe ich regelmäßig auf meine Kinder zu, nehme sie täglich in den Arm und rede mit ihnen. Die müssen nichts einfordern. Auch nicht mit 16.Ja, es ist problematisch, wenn 16jährige noch nicht gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen. Vieles andere wissen sie oft auch noch nicht und in 2 Jahren sind sie erwachsen vor dem Gesetz. Wie aber sollen Kinder/Teenager Verantwortung lernen, wenn ihr Handeln nie hinterfragt wird, sondern nur die Eltern auf die Kinder zugehen und ein möglichst bequemes Umfeld schaffen sollen (Pferd und Hund abschaffen, zur Verfügung stehen). Hier ist die Tochter am Zuge. Sie will was (Zeit mit der Mutter), also hat sie etwas dafür zu tun.
Allerdings gilt bei uns - schon immer - dass wenn die Pflichten (Schule, Haushalt) nicht erledigt sind, Privilegien gestrichen werden.
Interessanter Vorschlag. Die Verantwortung für den Hund wird jedoch in Teilen auf jemanden anderen übertragen, den man dafür bezahlt.Ich finde die Situation schwierig und würde meine Möglichkeiten sehr sparsam einsetzen. Ja, die Tochter soll mit dem Hund rausgehen, es ist ihr Hund. Schaffe ich es, das durchzusetzen, schön. Schaffe ich es nicht, zahle ich einen Gassiservice von ihrem Taschengeld und verteile den Rest der Gassigänge. Konsequenz: Nächstes Tier darf sich die große Tochter anschaffen, wenn sie in einer eigenen Wohnung wohnt, bei mir war es das letzte Tier auf ihren Wunsch.
Man kann dies ja auch vorübergehend machen. Wenn jemand vom Pferd fällt und das Becken gebrochen hat, kann er auch nicht mehr täglich zum Pferd und muss eine Alternative bezahlen. Dies gilt aus meiner Sicht auch für eine psychische Erkrankung.Ganz sicher aber würde ich weder den armen Hund, der nichts dafür kann, noch das Pferd, was mir Erholung und Freude bietet abschaffen.
Diese Meinung teile ich überhaupt nicht. Jugendliche lernen gerade durch Verantwortungsübernahme sich abzugrenzen und dies muss nicht ausschließlich mit Konflikten geschehen.Mein Zuhasue kann noch so toll sein - wenn da gleich 3 Teenager wohnen, die alle (naturgemäß) nur Ansprüche an mich melden, dann ist es überall schöner als da. Ich halte es für ein Gerücht, dass ein harmonisches gemeinsames Familienleben in dieser Konstellation möglich ist, es sei denn, man behindert die Teenager in ihrer seelischen Entwicklung, zu der nun einfach mal Abgrenzung gehört.
Deshalb sollte Erziehung vor der Pubertät stattfinden und nicht erst in der Pubertät.Pubertät ist nun einmal Veränderung. Körperlich, seelisch. Alles ist durcheinander, nichts funktioniert so richtig. Da kann man auch mit Strenge nichts erzwingen. Das ist ungefähr so, als wolle man Liebeskummer abkürzen. Funktioniert auch nicht.
Ich widme mich jetzt wieder meinen entwicklungsgestörten braven Kindern, die mit mir den Keller aufräumen und danach Wäsche sortieren.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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06.04.2021, 15:22


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