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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde es übrigens gerade NICHT Selbstbewusstsein, wenn sich die Kleine nicht einmal einen Abend in ein anderes Familiengefüge einfügen kann, noch das Fläschchen und Hörspiel braucht.

    Oder sie ständig ihren Willen durchsetzt (nach Hause gehen), anstatt die vielleicht anstrengende Erfahrung eines längeren Spazierganges zu machen.

    Oder das Reiten erlernt (da bin ich übrgens bei Denise, gerade im Umgang mit Tieren ist Disziplin das A und O).
    An welchen Verhaltensweisen der Reitlehrerin wurde sich denn gestört?

    Sie wird auf einer Trotzstufe gelassen.
    ja, die wird auf der Trotzstufe gelassen. Das trifft es ganz gut.

    Sie ist es gewohnt, ihre Eltern springen zu lassen. Dadurch empfindet sie, dass sie mit Erwachsenen mindestens auf Augenhöhe ist. Wenn das kein Schub für das Selbstbewusstsein ist? Und so geht sie auch mit jedem Erwachsenen um. Sie redet ganz ungeniert mit allen. Ist der Erwachsene zu ihr lieb, mag sie ihn. Setzt er Grenzen, ist er unten durch. So wurde sie mal von einer Nachbarin leicht angemeckert, weil sie im Garten Pflanzenteile abgerissen hat. Da hat sie nicht einfach erschrocken und eingeschüchtert reagiert, wie es die meisten Kinder tun würden. Sondern sie ist ärgerlich auf die Nachbarin geworden und seitdem bei ihr unten durch.

    So ist es eigentlich in allen Situationen. Entweder es geht nach ihrem Kopf bzw. sie will zufällig das gleiche wie jemand anderes, dann ist alles ok. Aber wenn nicht gibt es Stress. Manchmal setzt die Mutter sich mit einem Kompromiss durch. Das kann aber langwierig sein. Ich denke das ist auch ein Grund, warum die Eltern sie zu oft gewähren lassen.

    Die Reitlehrerin hat einfach in einem bestimmten Tonfall die Kinder angewiesen etwas zu tun. Weil die Hälfte der Kinder geträumt und die erste Ansprache nicht mitbekommen hatten, wurden sie beim 2. Mal dann etwas energischer angesprochen. Alles im Rahmen für mich.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


  2. Inaktiver User

    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Es ist einen Scheinpartnerschaft und das Blöde für das Kind, dass das falsch ist. Denn Eltern und Kinder sind nur bedingt auf Augenhöhe. Das ist auch ganz richtig, denn die Verantwortung trägt der Erwachsene.

    Wie geht das Kind mit anderen Kindern um - genauso, wie mit den Eltern?

  3. Inaktiver User

    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Und die Mutter greift nicht ein, wenn sie Blumen abreisst (auf sowas wäre ich in dem Alter nicht mal gekommen ...)?

    Und ja, wenn ich einen Kurs leite, dann muss ich alle mitziehen.

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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Danke bliblablupp, sehr interessante Einwände.


    Zitat Zitat von bliblablupp84 Beitrag anzeigen
    Jetzt mal ganz ketzerisch (wie gesagt, aus der Noch-Nicht-Eltern-Perspektive) gefragt: Warum sollten Mädchen es pauschal schwerer haben, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln, als Jungs?
    Naja, es ist teilweise schon noch so, dass es Jungs etwas leichter gemacht wird. Ich habe schon einige Situationen beobachtet, in denen Jungs per se mehr Aufmerksamkeit bekamen und bestärkt wurden. Besonders erwachsene, älter Männer sagen einem kleinen Jungen gerne mal, was für ein toller junger Mann er doch ist, und was er schon alles tolles kann. Junge Mädchen werden da eher übersehen. Erwachsene Frauen z. B. Familienangehörige machen das auch weniger, die Mädchen zu bestärken. Sie werden eher für ihr schönes Kleid gelobt. Natürlich ist es nicht ausschließlich so.


    Natürlich spielt die Persönlichkeit des Kindes eine Rolle, aber ist das nicht geschlechtsunabhängig? Spielen da vllt. eher gesellschaftliche Erwartungen herein, dass "Mädchen anders sein müssen als Jungs", i.S.v. ruhiger, zurückhaltender, weniger wild usw?
    ja, nach meinen Beobachtungen ist es wenig geschlechtsabhängig. Besonders forsche Jungs werden aber eher bestätigt, wogegen forsche Mädchen eher ausgebremst werden. S. oben. Tendenz aber ist, dass sich das immer mehr angleicht.

    Ist unangepasst wirklich selbstbewusst? Oder ist es nicht eher egozentrisch, wenn man das bei einem Kind überhaupt schon so nennen kann (dass das Kind in dem Alter nichts dafür kann ist eh klar)? Kann es, wie Sugarnova sagt, nicht vielmehr ein Zeichen von Selbstbewusstsein sein, sich auch mal zurückzunehmen, anderen den Mittelpunkt zu überlassen und nicht den Drang zu haben, dass sich immer alles nur um einen selbst dreht?
    Was passiert, wenn du deine Tochter darin bestätigst, dass es gut ist, dass sie ist wie sie ist, sie dafür lobst, wenn sie sich zugunsten anderer zurücknimmt (in dem Beispiel mit dem Hörspiel, dass sie es "ertragen" hat, auch wenn es sie gestört hat). Entwickelt sie dadurch nicht (auch) Selbstvertrauen und daraus Selbstbewusstsein?
    sehr guter Punkt. Auf lange Sicht könnte sich das so entwickeln bzw. hoffe ich das. Kindererziehung ist ja keine Momentaufnahme. Ich möchte ja, dass meine Tochter langfristig gut durchs Leben kommt.
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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die Mutter greift nicht ein, wenn sie Blumen abreisst (auf sowas wäre ich in dem Alter nicht mal gekommen ...)?
    die Mutter war nicht direkt dabei. Es waren auch keine Blumen, sondern Sträucher. Aber es ist halt trotzdem nicht ok. Also kleine Kinder machen sowas schon, hätte meine Tochter sich auch zu hinreißen lassen können. Aber es muss klar sein, wenn die Besitzerin das nicht möchte, muss man das auch akzeptieren. Und genau das ist es ja immer, Kinder müssen lernen die Grenzen des anderen zu akzeptieren.
    Ich brachte das Beispiel nicht, weil ich zeigen wollte, dass sie mal fremde Sträucher abreißt (das machen andere Kinder auch), sondern ihre Reaktion auf das Verbot fand ich bemerkenswert.
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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist einen Scheinpartnerschaft und das Blöde für das Kind, dass das falsch ist. Denn Eltern und Kinder sind nur bedingt auf Augenhöhe. Das ist auch ganz richtig, denn die Verantwortung trägt der Erwachsene.

    Wie geht das Kind mit anderen Kindern um - genauso, wie mit den Eltern?
    Im Prinzip schon. Sie hat aber gelernt, dass sie auch mal Kompromisse eingehen muss, damit überhaupt noch jemand mit ihr spielt. Das macht sie bei meiner Tochter jetzt auch. Wobei die Tendenz zum Bestimmen und Vorgeben ist einfach da.
    1-2 andere Freundinnen hat sie aber noch.

    Es gab mal eine Phase (vor ca. 2 Jahren) da war es am Schlimmsten. Die beiden haben sich jedes mal gestritten. Es hat sich enorm gebessert. Einmal dadurch, dass auch ich ihr mal eine klare Ansage bei uns zu Hause gegeben habe und sie weiß, dass ich mir von ihr nicht mehr alles erzählen lasse. Dann habe ich versucht meine Tochter zu bestärken und sie ermutigt sich durchzusetzen. Seitdem ist es besser geworden. Meine Tochter hatte ihr auch mal gesagt, sie würde nicht mehr mit ihr spielen wollen, wenn sie immer nur alles bestimmen will. Das hat wohl gesessen. Jetzt ist es meist nur noch stressig, wenn die Eltern dabei sind
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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen

    Naja, es ist teilweise schon noch so, dass es Jungs etwas leichter gemacht wird. Ich habe schon einige Situationen beobachtet, in denen Jungs per se mehr Aufmerksamkeit bekamen und bestärkt wurden. Besonders erwachsene, älter Männer sagen einem kleinen Jungen gerne mal, was für ein toller junger Mann er doch ist, und was er schon alles tolles kann. Junge Mädchen werden da eher übersehen. Erwachsene Frauen z. B. Familienangehörige machen das auch weniger, die Mädchen zu bestärken. Sie werden eher für ihr schönes Kleid gelobt. Natürlich ist es nicht ausschließlich so.

    ja, nach meinen Beobachtungen ist es wenig geschlechtsabhängig. Besonders forsche Jungs werden aber eher bestätigt, wogegen forsche Mädchen eher ausgebremst werden. S. oben. Tendenz aber ist, dass sich das immer mehr angleicht.
    Ja, aber genau ist ja das Thema was ich meine. Das ist doch ein "gesellschaftliches Problem". Ich erlebe dieses Verhalten durchaus auch. Jungs werden für das gleiche Verhalten anders beurteilt als Mädchen. Historisch gewachsen und ich glaube / hoffe, dass sich das immer mehr angleicht. Von "Gerechtigkeit" sind wir da aber schon noch ein Stück weg.
    Und das setzt sich auch im Erwachsenenalter durch, ein weiblicher MA wird für das gleiche Verhalten auch anders beurteilt als ein männlicher. Was bei Männern durchsetzungsstark ist, ist bei Frauen zickig usw...

    Aber genau dahin ging ja mein Gedanken: individuell im Umgang mit den eigenen Kindern hindert einen das ja nicht daran, seine Tochter auch darin zu bestärken wie sie ist und was sie kann und macht und nicht nur dafür, wie brav und wie süß und hübsch sie ist und das ggf. auch von den engen Vertrauten "einzufordern" und wenn es durch Vorleben und darauf aufmerksam machen ist?!

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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen

    Es gab mal eine Phase (vor ca. 2 Jahren) da war es am Schlimmsten. Die beiden haben sich jedes mal gestritten. Es hat sich enorm gebessert. Einmal dadurch, dass auch ich ihr mal eine klare Ansage bei uns zu Hause gegeben habe und sie weiß, dass ich mir von ihr nicht mehr alles erzählen lasse. Dann habe ich versucht meine Tochter zu bestärken und sie ermutigt sich durchzusetzen. Seitdem ist es besser geworden. Meine Tochter hatte ihr auch mal gesagt, sie würde nicht mehr mit ihr spielen wollen, wenn sie immer nur alles bestimmen will.
    Siehst du. Das ist doch super! Super von dir, dass du sie bestärkt hast und super von deiner Tochter, dass sie anfangs den Streit eingegangen ist und im weiteren Verlauf der Freundin ihre Grenze aufgezeigt hat! Wenn das kein Selbstbewusstsein ist

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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von bliblablupp84 Beitrag anzeigen
    Ja, aber genau ist ja das Thema was ich meine. Das ist doch ein "gesellschaftliches Problem". Ich erlebe dieses Verhalten durchaus auch. Jungs werden für das gleiche Verhalten anders beurteilt als Mädchen. Historisch gewachsen und ich glaube / hoffe, dass sich das immer mehr angleicht. Von "Gerechtigkeit" sind wir da aber schon noch ein Stück weg.
    Und das setzt sich auch im Erwachsenenalter durch, ein weiblicher MA wird für das gleiche Verhalten auch anders beurteilt als ein männlicher. Was bei Männern durchsetzungsstark ist, ist bei Frauen zickig usw...

    Aber genau dahin ging ja mein Gedanken: individuell im Umgang mit den eigenen Kindern hindert einen das ja nicht daran, seine Tochter auch darin zu bestärken wie sie ist und was sie kann und macht und nicht nur dafür, wie brav und wie süß und hübsch sie ist und das ggf. auch von den engen Vertrauten "einzufordern" und wenn es durch Vorleben und darauf aufmerksam machen ist?!
    Individuell kann ich mein Kind natürlich bestärken, und das mache ich auch. Was ich meinte waren die Dinge, die von Außen kommen und die zusätzlich bestärkend wirken. Wenn da nicht viel kommt (und so ist das bei meiner Tochter), hat man als Mutter fast das Gefühl überkompensieren zu müssen?

    Vielleicht denken das die Eltern meiner Freundin auch? Dass sie überkompensieren müssen, damit das Kind das maximale aus sich herausholt und maximal selbstbewusst wird. So kommt es mir manchmal vor.
    Und wenn man über das Ziel hinausschießt kann auch schnell mal was dabei herauskommen, was nicht optimal ist.
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    AW: moderne Kindererziehung- wieviel Grenzen sind notwendig?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Individuell kann ich mein Kind natürlich bestärken, und das mache ich auch. Was ich meinte waren die Dinge, die von Außen kommen und die zusätzlich bestärkend wirken. Wenn da nicht viel kommt (und so ist das bei meiner Tochter), hat man als Mutter fast das Gefühl überkompensieren zu müssen?

    Vielleicht denken das die Eltern meiner Freundin auch? Dass sie überkompensieren müssen, damit das Kind das maximale aus sich herausholt und maximal selbstbewusst wird. So kommt es mir manchmal vor.
    Und wenn man über das Ziel hinausschießt kann auch schnell mal was dabei herauskommen, was nicht optimal ist.
    Verstehe, ja. An der Stelle hilft Selbstreflektion und das machst du ja ziemlich gut.
    Denn aus meiner Sicht ist das, was die Eltern der Freundin tun kein positives bestärken und das würde ihnen auch auffallen, wenn sie sich reflektieren würden. Bestärken ist ja nicht, alles zu tun was das Kind wünscht oder ihm alles durchgehen zu lassen. Bestärken wäre eher, bei dem Beispiel mit dem Spaziergang, das Kind zu ermutigen, wenn es sagt, es kann nicht mehr, dass es das bestimmt schafft und einfach mal ausprobieren soll. Oder dass sie, wenn sie bei einer Freundin (bei euch) schläft, bestimmt auch mal ohne Hörspiel einschlafen kann, es kann ja noch etwas mit der Freundin quatschen, bis sie müde wird. Usw.
    Sicher sind die Grenzen da fließend und was für den einen noch im Rahmen ist, fällt für den anderen raus und das ist auch ok. Und dass man da auch mal "Fehler" macht ist ja auch völlig normal und auch ok! Aber dass das, was hier berichtet wurde, nicht gut für das Kind sein kann, müsste einem auffallen, wenn man sich da reflektiert.

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