Antworten
Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. User Info Menu

    Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Hallo Ihr Lieben,
    ich würde mich freuen mich hier mit anderen Eltern austauschen zu können.
    Unser Problem ist das folgende:
    Unsere kleine Tochter (fast 17 Monate) ist zuhause ein sehr fröhliches und aufgewecktes Kind, das sich super alleine beschäftigen kann und uns viel Freude bereitet. Zwar war sie immer schon ein sehr "anspruchsvolles" Model ;-), aber das schlimmste (vor allem: schlaflose Nächte, etc.) ist für uns zuhause überstanden.
    Ich war mit ihr regelmäßig und mehrfach wöchentlich unter Kindern (diverse Kurse, Treffen mit anderen Muttis).
    Trotzdem haben wir seit ca. Mai (nach dem Lockdown, währendessen wir niemanden gesehen haben) das Problem, dass sie extrem schlecht und schüchtern auf andere Kinder reagiert, sehr fremdelt und auf mich fixiert ist. Sie hatte kein Spaß mehr an Kursen und anderen Treffen und auch auf ihrem ersten Geburtstag, zu dem zwei andere Kinder eingeladen waren, hat sie hauptsächlich an mir gehangen und sonst geweint. :(
    Mit Erwachsenen verhält es sich so, dass sie meist nach gewisser Zeit auftaut und es dann kein Problem ist. Mit meinen Eltern ist sie spätestens seit einem gemeinsamen Urlaub ganz dicke und auch mit der Schwiegermutter läuft es gut, obwohl sie die nicht ganz so oft ("nur" ca. alle drei Wochen) sieht. Mit dem Papa ist es derzeit leider ganz problematisch, sie lässt sich kaum von ihm nehmen (stressig für mich, frustrierend für ihn), obwohl er sich immer viel und lieb um sie gekümmert hat.

    Soweit so gut, allerdings ist es jetzt so, dass ich eigentlich im Oktober schon wieder arbeiten gehen wollte und wir deshalb seit August versucht haben unser Töchterchen bei einer sehr lieben Tagesmutter einzugewöhnen. Bisher ohne Erfolg. Ich habe den Arbeitsbeginn mehrfach verschoben, jetzt aber letzte Woche wieder angefangen, weil ich unbedingt wieder arbeiten möchte!
    Derzeit realisieren wir die Betreuung über die Omis, was super klappt!! Allerdings ist das keine Dauerlösung, da beide ca. 60km entfernt wohnen und wir zudem möchten, dass sie Kontakt mit Kindern hat. Aber immerhin kann ich jetzt erstmal arbeiten und wir hoffen, dass es mit der Tagesmutter doch noch klappt.
    Seit einer gescheiterten Trennung im August (sie hat wirklich mehrfach panischst geschrien, war offensichtlich einfach noch zu jung), habe ich mich, (auch nach Konsultation einer Beratungsstelle) erst Ende November wieder von ihr "getrennt", was okay lief. Eine Woche schlecht (nach 1h schreiend abgeholt), dann wieder gut (nach 2,5h freudestrahlend abgeholt), dann wieder schlecht. Nach Weihnachten ging dann aber nichts mehr und ich gehe jetzt (trotz der Arbeit) wieder morgens mit hin, um ihr nochmal Sicherheit zu geben. Ich finde es auch sehr wichtig, dass sie weiterhin Kinder sieht (wäre ja sonst aufgrund des Lockdowns kaum möglich). Inzwischen bin ich mir relativ sicher, dass nicht die Trennung von mir das Hauptproblem darstellt (mit den Omas klappt es ja super), sondern die anderen Kinder bei der Tagesmutter. Dabei sind gerade nur zwei sehr ruhige Exemplare da. Doch sobald ihr eins der Kids zu nahe kommt, gibt es ein großes Geschrei und sie kommt angekrabbelt (läuft noch nicht wirklich frei).

    Unsere Devise ist weiterhin versuchen, Geduld haben und auf einen Entwicklungsschub hoffen. Aber das Ganze stresst natürlich extrem neben der Arbeit und auch so machen wir uns natürlich Sorgen über ihre weitere Entwicklung....

    Ich würde mich sehr über einen Austausch mit anderen Eltern freuen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder standen und vielleicht Tipps und Ideen haben.

    Liebe Grüße
    Estrella

  2. User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Hallo estrella,


    Bei uns (Sohn 15 Monate) wurde die Eingewöhnung bei der Tagesmutter vom lockdown im Dezember abgebrochen. Die lief aber auch bis dahin eher bescheiden, einen Tag ok, am nächsten war er wieder nur am Jammern und wollte nicht spielen usw. Bei uns war aber auch parallel eine Mama-Phase wie du sie beschreibst, ist jetzt aber wieder vorbei.

    Ich arbeite jetzt wieder, bei uns läuft es soweit gut. Mein Mann bringt ihn jetzt morgens hin, das machte bei uns einen großen Unterschied, da sich unser Sohn bei ihm besser verabschieden kann.
    Außerdem bekommt er bei der Tagesmutter aktuell noch ständig Essen angeboten, das ist bei unserem Sohn der Schlüssel zu seiner Zuneigung ;) Schnuller bekommt er immer wenn er will. Auch Rausgehen hilft wohl bei ihm, wenn er jammerig wird. Dann packt sie ihn in den Kinderwagen und geht spazieren. Ich hätte im Dezember nicht gedacht, dass er sich jetzt nach den paar Tagen schon so gut eingewöhnt hat.
    Was schlägt denn deine Tagesmutter noch vor? Es kann ja nicht sein, dass du deinen Arbeitsbeginn immer wieder verschieben musst.

    LG

  3. User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Ich würde auch nach Möglichkeit empfehlen, dass der Vater das Kind zur Tagesmutter bringt.

    Die meisten Kinder können sich vom Papa in solchen Fällen besser trennen.

  4. Moderation

    User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Ich habe leider keinen praktischen Tipp ueber das hinaus, was Ihr schon macht. Aber eventuell als Anregung: Der Gedanke liegt ja nahe, dass die "Lockdownbabies", die einfach die meiste Zeit ihres Lebens (!) extrem eingeschraenkte soziale Kontakte hatten, es auch mit der Umgewoehnung schwerer haben. Gibt es dazu evtl. schon Literatur or Rat von Experten? Keine Ahnung, Kinderpsychologen oder so? Vielleicht hat die Tagesmutter Informationen zu dem Thema? Das gehoert ja jetzt zu ihrer Expertise. Ich ueberlege halt, ob es aus dieser Richtung noch Tipps geben koennte, auf die besondere Situation bezogen.


    Ueber die Entwicklung wuerde ich mir allerdings ueberhaupt keine Sorgen machen. Die sind so jung, irgendwelche Einschraenkungen / Traumata werden sich in einer gesunden Umgebung - und danach klingt es ja bei Euch - auch wieder auswachsen, da habe ich ueberhaupt keine Bedenken. Ich habe selber ein Lockdownbaby. Optimal ist anders, aber es laeuft halt nicht alles im Leben optimal. Kommen wieder sonnigere Zeiten, holen die nach, was ihnen jetzt fehlt.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  5. Moderation

    User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Wäre es möglich, dass ein Großelternteil die Eingewöhnung übernimmt?

    Läuft die Eingewöhnung nach einem System?
    Die Eingewöhnung unseres Großen lief auch holprig: nach einer Woche abgebrochen, weil die Bezugserzieherin krank war, dann Pause, dann neuer Versuch mit einer anderen Bezugserzieherin, dann kamen die Weihnachtsferien. So was ist blöd und für ein Einjähriges verwirrend. (Wobei es dem langfristigen Erfolg bei uns keinen Abbruch tat - beide Kinder sind sehr gerne in die Kita gegangen und hatten eine sehr enge Beziehung zu der Bezugserzieherin.)

    Mein Rat: Sorgen ablegen. In einem halben Jahr ist es vergessen.

    Wenn es geht, sollten Oma, Opa oder Papa übernehmen und dann zb nach Berliner Modell konsequent eingewöhnen. Und darauf hoffen, dass es keinen kompletten Lockdown gibt, nach dem ihr wieder von vorne anfangen müsst...
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  6. User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Bei uns hat mein Mann die Eingewöhnung gemacht. Mir war klar, dass es ihm leichter fallen würde als mir. In 2 Wochen war das Thema dann durch und Sohn konnte problemlos von ihm in die Krippe gefahren werden (jetzt seit 4 Monaten ca). Wir haben es so beibehalten, dass er bringt und ich hole :-)

    Dass die kleine nicht zum Papa will, muss sie lernen. War bei uns eine längere Phase in der ich schlicht hart bleiben musste. Papa ist genauso toll wie Mama, nachgeben fördert das Verhalten leider.

    Sohn wollte beispielsweise nur von mir die Treppen hochgetragen werden, ich sollte neben ihm sitzen etc. Haben wir rigoros unterbunden, indem er seinen Willen schlicht nicht bekommen hat.
    Nach ein paar Krokodilstränen sah die Sache ganz schnell anders aus.
    Er ist genauso gerne beim Papa wie bei der Mama, da wird nicht mehr unterschieden.
    Einzige Ausnahme: wenn er krank ist / Zahnweh hat, dann geht nur die Mama. Ist für uns aber vollkommen okay und behalten wir so bei bis sich das entwächst.

    Also am besten deinen Mann bzw. die Großeltern einbeziehen und die Eingewöhnung machen lassen. Die Zwerge wissen ganz genau welche Knöpfe sie bei der Mama drücken können :-)

  7. User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Hallo Ihr Lieben,
    vielen Dank für eure Antworten, die ich leider erst jetzt lese, da ich fälschlicherweise davon ausgegangen bin, dass ich bei Antworten per Email benachrichtigt würde...

    Naja zum Thema: Mit dem Papa haben wir schon in Oktober versucht und nach ein paar Tagen, auch auf Raten der TM, abgebrochen, da sie da noch viel hysterischer war...wir hatten schon gehört, dass das bei vielen geholfen hat, bei uns leider nicht. Großeltern ist eher schwierig, wohnen 60km entfernt und jeden Tag für evtl mehrere Wochen ist vielleicht dann doch was viel verlangt.

    Die TM sagt, dass sie ratlos ist und so einen Fall in vielen Jahren Kinderbetreungserfahrung noch nicht hatte.
    Bei einer Beratungsstelle war ich auch schon zweimal mit der Kleinen. Auf deren Anraten hatten bin ich ja zwei Monate lang mit ihr jeden Tag zwei Stunden hin und hab mich erst im Dezember wieder getrennt.

    In einem letzten Versuch machen wir es jetzt seit Mittwoch so, dass ich bis nach dem Frühstück, wenn sie gut ins Spiel gefunden hat, bleibe, mich dann verabschiede und dann erstmal nur ne halbe Stunde wegbleibe. Vorteil des Zeitpunkts ist, dass alle da sind und nicht durch Klingeln unterbrochen wird (und sie denkt ich sei es) und dass sie TM meine Tochter auf dem Schoß halten kann (vorher hatten wir uns immer vor dem Frühstück getrennt, dann musste sie aber natürlich vorbereiten etc und konnte sich nicht voll um sie kümmern).
    Wir hatten jetzt auch verabredet, dass es okay ist, sie etwas schreien zu lassen, da sie die TM inzwischen gut kennt und grds (mit mir) gerne da ist. Wir hatten nämlich jetzt beide ein bisschen das Gefühl, dass die Verzweiflung langsam gewichen oder und es jetzt doch evtl mehr ihr Wille ist, den sie durchsetzen will.

    Gestern hat sie ca 10 min sehr geschrien, dann ca 10 min auf dem Schoß gejammert und heute wars wohl nur 5 min Schreien, dann hat sie auf dem Schoß gesessen und kur bevor ich kam, wohl sogar wieder etwas mitgespielt.
    Vielleicht klappt es tatsächlich so. wir bleiben jetzt erstmal bei kurzen Zeiträumen, damit sie Sicherheit gewinnt und außerdem ist um 10 Uhr noch ne weitere Eingewöhnung (und da meine Tochter weder Mutter noch Kind kennt und bei allem neuen sehr sensibel reagiert, haben wir verabredet, dass sie den Jungen besser erst kennenlernt, wenn er eingewöhnt ist und dessen Mutter nicht mehr dabei ist).

    Drückt mir die Daumen, dass es doch noch klappt....

  8. Moderation

    User Info Menu

    AW: Schüchternes Kleinkind/Probleme bei der Eingewöhnung

    Das klingt super! Ich glaube, Ihr habt da genau den richtigen Weg gefunden, durch die langen Aufenthalte mit Dir konnte Deine Tochter Vertrauen zur Tagesmutter fassen. Wenn sie sich von dieser troesten laesst, ist das Weinen auch okay. Also ja, es ist schon schlimm, das weinende Kind zu verlassen, und wenn sie dann noch die Aermchen nach einem ausstrecken - ist jetzt nicht gerade meine liebste Erinnerung.
    Aber da ist ganz sicher auch ein Stueck Dickkopf dabei (gerade wenn sie so schnell wieder aufhoert), und wichtig ist wie gesagt, dass sie dort Trost findet. Das war fuer mich ein ganz befreiender Moment, als mein Sohn zwar schrecklich weinte und nach mir rief, aber, als ich unerbittlich zur Tuer stapfte, dann den Kopf an die Schulter seiner Erzieherin lehnte und die Arme um sie legte. Da wusste ich: Es ist okay, er findet hier aus seinem Kummer, auch wenn ich nicht da bin.

    Das klappt auf jeden Fall auch bei Euch!
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •