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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Das sehe ich ähnlich. und es zeichnet sich ja schon ab, dass das Miteinander an dieser Schule nicht wirkich funktioniert. Wie Tally finde (nicht nur ich), dass hochbegabte Kinder ebenso in ihren Fähigkeiten gefördert werden sollen wie minder Begabte. Um ihrer selbst willen und weil sie auch bei sozialer Ausgrenzung wenigstens einen Bereich haben, in dem sie ganz sie selbst sein können

    Ich schließe mich da voll an. Nicht nur die Förderung ist wichtig, auch das Sozialleben kann so positiv beeinflusst werden.

    Manch Hochbegabter Schüler fühlte sich zum ersten mal richtig integriert und angenommen unter "Seinesgleichen".

    Denkprozesse laufen teils anders, beschleunigt ab und plötzlich sind da andere, die verstehen, mitziehen, ergänzen...ein ganz anderes Gefühl vin Gemeinschaft.

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Aus Fachsicht erstaunt mich, dass sich solche Kinder in der Schule langweilen können, da es normalerweise - und so lernen wir das- eine innere Differenzierung gibt. Man orientiert sich nicht mehr ausschließlich wie früher am mittleren Kopf, sondern denkt an die, die mehr Hilfe brauchen oder die mehr Futter haben müssen.

    Wir haben auch ab und an mal ein Kind, das mehr kann und dem bieten wir dann eben andere oder zusätzliche Aufgaben an.

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Wie wäre der Wunsch deines Kindes und warum macht ihr es so stark an der Entscheidung des anderen Kindes aus? Für mich wäre das, was andere Kinder angeht überhaupt nicht wichtig, was die Entwicklung meines eigenen Kindes angeht.
    Jetzt soll dieses Kind wechseln. Ein anderes Mal könnte es ein Lernziel nicht erreichen, sitzen bleiben oder umziehen. Wie würde da deine Entscheidung aussehen?
    Lasst das Kind Kind sein. Abi mit 14, 15, 16 Jahren bringt dem Kind doch langfristig nicht wirklich viel, außer einer gestohlenen Kindheit.
    Studieren kann man auch mit 18 - Wasserschlachten, Skaterparks besuchen und anderes sollte oben auf der Liste eines Jungen stehen und keine Hausaufgaben, die eher für ältere Kinder ausgelegt sind.
    Ich hätte meinen Sohn vielleicht eine Klasse überspringen lassen, aber keinesfalls zwei. Ob das Kind mit 16 oder 21 ins Berufsleben startet, ist für mich ein sehr großer Unterschied.
    ______________


    Männliches Fahrgestell mit H-Kennzeichen - jung war früher, ich trage jetzt Falten






    NOTHING ELSE MATTERS

    Who the f*ck is Else?

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Das Argument kommt immer: man nimmt dem Kind die Kindheit. Man nimmt dem Kind die Kindheit, wenn es Langeweile in der Schule hat. Unser Sohn wurde voll depressiv von der täglichen Langeweile. Nach dem 2. Überspringen war es viel besser, er würde wieder fröhlich. Diese Kinder haben auch im Sozialbereich keine Schwierigkeiten, sie haben ein sehr hohes Sozialverhalten.
    Die tägliche Langeweile in der Schule ist viel, viel schlimmer als alles andere.

  5. Inaktiver User

    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Sry, ich hab jetzt nicht alles gelesen.
    Mein Sohn war bzw ist auch hb, und Schule hat ihn oft sehr gelangweilt.
    Leider war man nicht bereit ihm Zusatzaufgaben bereitzustellen (die Fachleute haben sich wegen der Finanzierung gestritten).
    Seine hb-Psychologin erklärte mir dass solche Kinder oft auf "Standby" schalten wenn sie unterfordert sind.
    Mein Sohn hat sich unter älteren Kindern nicht unwohl gefühlt, ganz im Gegenteil, ab etwa 8 waren seine Freunde im Schnitt 4 Jahre älter, und ich würde sagen, er war meist der "Rudelführer" (was mich bisweilen sehr irritiert hat) :)
    Was das Sozialverhalten angeht, so hatte ich mal gelesen dass Kinder bis zu einem IQ von 160 sozial gut zurecht kommen können, ja sie haben meist sehr gute soziale Fähigkeiten, ab 160/165 kippt es leider dann, da das Umfeld wie "nicht gewachsen" erscheint.
    (Mein Sohn hat 145).
    Also ich würde auch zum (nochmaligen) Überspringen raten.

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Zitat Zitat von Rollo1 Beitrag anzeigen
    Die tägliche Langeweile in der Schule ist viel, viel schlimmer als alles andere.
    Ja. Man stelle sich vor: Morgens vor der Arbeit kriegt ihr aus jeder Abteilung eine mehrseitige mail. Ihr lest die immer, weil euch interssiert, was ansteht, was es Neues gibt, wo Probleme auftauchen, welche Vorschläge gemacht werden... ihr wollt effizient arbeiten. In jedem Meeting wird jede mail detailliert vorgelesen, lange Passagen mehrfach wiederholt, weil Kollegen gepennt haben, am falschen Platz sind, massiv unterqualifiziert. das jeden Tag, mehrfach, Probleme, deren Lösung auf der Hand liegt, werden wochenlang durchgekaut, die Arbeit geht nicht voran, ihr dürft aber auch nichts eigenverantwortlich in Gang bringen.
    Oder: hochmusikalisch, aber ihr dürft nur Rhythmen von Kinderliedern klatschen
    Sport-As, aber mehr als Spazierengehen ist nicht

  7. Inaktiver User

    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Man stelle sich vor: Morgens vor der Arbeit kriegt ihr aus jeder Abteilung eine mehrseitige mail. Ihr lest die immer, weil euch interssiert, was ansteht, was es Neues gibt, wo Probleme auftauchen, welche Vorschläge gemacht werden... ihr wollt effizient arbeiten. In jedem Meeting wird jede mail detailliert vorgelesen, lange Passagen mehrfach wiederholt, weil Kollegen gepennt haben, am falschen Platz sind, massiv unterqualifiziert. das jeden Tag, mehrfach, Probleme, deren Lösung auf der Hand liegt, werden wochenlang durchgekaut, die Arbeit geht nicht voran,
    ihr dürft aber auch nichts eigenverantwortlich in Gang bringen.
    so ähnlich jahrelang erlebt.

    FÜRCHTERLICH!!!

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Uff, so viele Antworten - aber ich habe ja danach gefragt... Ich finde es toll, dass hier so viele Meinungen und Erfahrungen zusammenkommen - für mich ist das ein Thema, bei dem man so sehr von seiner eigenen Biographie und Gefühlen geprägt ist, dass es manchmal schwierig ist, alles zu beleuchten, sachliche Texte helfen mir da weniger als verschiedene persönliche Ansichten.
    Ich schaffe es ganz sicher nicht, auf jede einzelne einzugehen, das heisst nicht, dass ich nicht alles aufmerksam gelesen hätte!

    In den letzten Monaten, seit März waren wir alle einfach ein bisschen im "Überlebensmodus", Priorität hatte, dass niemand unmittelbar zu unglücklich wird, das grössere Bild ist da vielleicht ein bisschen verloren gegangen, jetzt holt uns das wieder ein. Sonst hätten wir sicher schon mal eher mit der Schule gesprochen, dass unser Sohn nicht ganz glücklich ist bzw. vielleicht fehlt ihm auch gerade diese Zeit mit der Klasse, denn wir hatten das Gefühl, dass er in Januar/Februar ein bisschen besser 'ankam'. Man kann auch der Lehrerin keinen Vorwurf machen, dass sie einiges nicht so gut einordnen konnte, soviel hat sie die Kinder ja auch nicht gesehen.

    Die Schule setzt natürlich auf Binnendifferenzierung, aber die hat auch ihre Grenzen. Zumal, wenn es dann darauf hinausläuft, dass ein Schüler so selbständig arbeitet, dass die Lehrerin ihm quasi kommentarlos die anspruchsvollsten Arbeitsblätter austeilt, die dann in kürzester Zeit erledigt sind, kommt vielleicht auch die Frage auf, warum man dann seine Zeit in der Schule absitzen muss, zumal wenn man sich in der Gruppe nicht besonders wohl fühlt. Zusätzlich wird eine kleine Gruppe SchülerInnen (5-6 pro Jahrgang mit 2 Parallelklassen) regelmässig aus dem Unterricht geholt, um an anderen Projekten zu arbeiten (mit dem Ziel halt nicht noch weiter im eigentlichen Lernstoff zu kommen, sondern um ganz andere Dinge zu machen). Wir sind da an sich sehr zufrieden mit, was die Grundschule bietet, aber alles hat seine Grenzen. Es ist etwas ungünstig, dass wir mit der diesjährigen Klassenlehrerin nicht so warm geworden sind, sie ist sicher eine gute Lehrerin, aber so ein bisschen trutschig-middle of the road. Unsere Grundschule ist davon geprägt, dass sie zwischen zwei Universitäts-Campi eingeklemmt liegt und ein grosser Teil der Kinder Wissenschaftler, Dozenten, Ärzte-Eltern haben. Wer zuätzliche Sprachförderung braucht ist hier tendenziell nicht das Flüchtlingskind (auch, auf soziale Durchmischung wird auch geachtet), sondern das Kind der australischen Gastprofessorin (o.ä.). Entsprechenden Ansprüchen versucht de Schule gerecht zu werden und macht das i.d.R. auch gut.

    Die weiterführenden Schulen haben hier auch alle Programme für Kinder die mehr brauchen, auch bieten sie im Prinzip das ganze Spektrum - aber sie haben halt doch Schwerpunkte. Und wir wollen keine zu katholische Schule (katholisch sind hier die meisten, aber es muss keine sein, wo noch die Nonnen rumlaufen). Ganz sicher würden wir keine Schule wählen wollen, weil woanders kein Platz mehr ist...

    Ich schliesse hier erst mal diesen Teil ab...

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    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Was denkt mein Sohn?

    Natürlich reden wir mit ihm, natürlich zählt seine Meinung - aber ich muss auch deutlich sagen, dass ich (wir, mein Mann auch) es in einer solchen Situation als unsere Elternaufgabe sehen, erst mal selber abzuwägen, aufgrund unsere Erfahrungen (und auch der anderer), versuchen einzuschätzen, wie sich eine Entscheidung längerfristig auswirkt und auch die letztendliche Entscheidung zu verantworten. Ich lasse auch nicht meinen 6-jährigen entscheiden, ob er zukünftig nur noch Gemüseeintopf oder Pommes mit Eis isst. Das Beispiel hinkt natürlich, aber unser Grosser würde jetzt vor allem den kurzfristigen Vorteil sehen (mit dem Freund zusammenbleiben, in der Schule schon weiter sein) - er hat keine Erfahrung damit, wie es ist in der Pubertät zu sein, oder eben vielleicht im Gegensatz zu allen anderen noch nicht.

    Seine Gefühle zum Überspringen der 4. Klasse sehen so aus, dass er das (zumindest manchmal) gerne rückgängig machen würde - er ist nicht mehr täglich mit dem Grossteil seiner Freunde zusammen und langweilt sich immer noch. Würde er nochmal springen, wäre er natürlich noch weiter weg von seinen Freunden, aber zurück geht's eh nicht mehr und der "Schnitt" steht dann sowieso im nächsten Jahr an. Andererseits: Die Parallelklassen werden nach den Sommerferien neu gemischt (wie jedes Jahr), in der jetzigen Parallelklasse sind einige Kinder, die er länger/besser kennt - vielleicht verbessert das die Gruppendynamik.

    Wir haben uns den Sprung über die 4. Klasse auch nicht leicht gemacht, wir haben auch einige Jahre den Avancen der Schule widerstanden, bis wir dann im letzten Jahr eingewilligt haben, weil wir das Gefühl hatten, dass es so nicht weitergeht.
    Aus meiner eigenen Erfahrung: Meine Eltern (beide Lehrer) haben trotz Drängen der Schulen nie einem Überspringen zugestimmt - aus meiner Sicht bin ich dankbar dafür. Ich war zwar auf dem Gymnasium nicht gerade gefordert (hatte aber eine entspannte Jugend, habe mich mit anderem beschäftigt und bin dennoch nicht jämmerlich an der Uni gescheitert) und war schon irgendwie ein bisschen "anders" - aber ich hatte meine Gruppe Freundinnen aus Grundschulzeiten um mich rum (und auch neue Freunde), und bin nie wirkliche Aussenseiterin gewesen.
    Es sieht aber so aus, dass unser Sohn eher so ist wie mein Mann, der furchtbar unter der Langeweile in der Grundschule und später gelitten hat, und bis heute meint, dass er dadurch unter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben ist (allerdings scheint es mir, als hätte ihn das langfristig auch nicht zurückgehalten )

    Wie schon gesagt, die eigene Biografie, inkl. eigener Verletzungen, zugedeckter Gefühle mischt beim Nachdenken mit. Tut sie natürlich immer, aber wenn man auf das eigene Kind projiziert, wird's beschwerlich.

  10. Inaktiver User

    AW: (Noch eine) Klasse überspringen? - Wer hilft beim Nachdenken?

    Zitat Zitat von Nijntje74 Beitrag anzeigen
    Was denkt mein Sohn?

    Natürlich reden wir mit ihm, natürlich zählt seine Meinung - aber ich muss auch deutlich sagen, dass ich (wir, mein Mann auch) es in einer solchen Situation als unsere Elternaufgabe sehen, erst mal selber abzuwägen, aufgrund unsere Erfahrungen (und auch der anderer), versuchen einzuschätzen, wie sich eine Entscheidung längerfristig auswirkt und auch die letztendliche Entscheidung zu verantworten. Ich lasse auch nicht meinen 6-jährigen entscheiden, ob er zukünftig nur noch Gemüseeintopf oder Pommes mit Eis isst. Das Beispiel hinkt natürlich, aber unser Grosser würde jetzt vor allem den kurzfristigen Vorteil sehen (mit dem Freund zusammenbleiben, in der Schule schon weiter sein) - er hat keine Erfahrung damit, wie es ist in der Pubertät zu sein, oder eben vielleicht im Gegensatz zu allen anderen noch nicht.
    Ich sehe das ein wenig anders. Das Kind muss jeden Tag Stunden in der Schule verbringen. Es sollte gern dorthin gehen. Mein Sohn hat schon Schulen betreten (d.h. das wollte er dann gar nicht mehr), bei deren Anblick er schon sagte: Hier gehe ich nicht hin.

    Ja, als Eltern hat man die Verantwortung und ja, natürlich muss man sinnvolle Entscheidungen treffen, aber wenn faktisch nichts dagegen spricht, dann sollte das Kind durchaus mit entscheiden dürfen. Ja, es kann nicht alles abwägen und ja, es hat nicht die Erfahrung der Erwachsenen. Aber ideal wird nichts von den möglichen Entscheidungen sein und eine selbst gewählte Entscheidung nimmt dem Kind das Gefühl des "ausgeliefert seins". Ihr wisst ja genausowenig, was der bessere Weg für ihn sein wird. Könnt ihr nicht. Genausowenig wie er das kann.

    Dinge fühlen sich einfach anders an, wenn man sie selbst entschieden hat. Man steht anders dahinter.

    Solche Entscheidungen sind unglaublich schwierig. Aber mal als Parallele: Wollt ihr jeden Tag zu einem Job gehen, den euch eure Eltern vorgegeben haben, der aber nicht eures ist?

    Mal eine andere Variante: Wäre es möglich, euren Sohn auf eine andere Schule zu schicken und falls das gar nicht klappen sollte, ihn wieder zurück auf die Grundschule zu schicken?

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