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  1. Inaktiver User

    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Finde die mal!

  2. Moderation

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    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Ich würde gerne noch wissen, ob dies wirklich das einzige Kriterium ist. Das Buch, dass madamexx nennt, hat ja Rosa Parks als Protagonistin. Nun weißt Mary aber darauf hin, dass Geschichten mit Protagonisten von "woanders" das Bild von Nicht-Weißen zwar nicht als weniger gleichberechtigt, aber als "fremd" zementiert.

    Dazu würde mich die Meinung der TE interessieren:
    Geht es ausschließlich darum, dass unterschiedliche Ethnien vorkommen? Dann wären ja "Geschichten aus aller Welt", mal so als Sammelbegriff, durchaus passend und allgemein horizonterweiternd.
    Soll es ausdrücklich um Bürgerrechts- und Gleichberechtigungsbewegung gehen, so wie das bei Rosa Parks der Fall ist? (Da hätte ich jetzt Bedenken, ob das für Kindergartenalter und zur Anerziehung einer gewissen Selbstverständlichkeit so optimal ist, aber das ist ja Sache der TE.)
    Soll es hauptsächlich um gelebtes Miteinander gehen,so wie in diversen Bilderbüchern, die vorgeschlagen wurden? Da habe ich momentan den Eindruck, das ist eher unser Anspruch hier im Strang , aber vielleicht ist es ja etwas, das die TE (auch) möchte. Und wenn es darum gehen soll, muss es eine/andersfarbigen Protagonisten/in haben? Und muss es jemand Schwarzes sein? "PoC" kenne ich als alles, was nicht "kaucasian white" ist. In Bilddarstellungen, sollte ich meinen, erübrigen sich solche Unterscheidungen, aber was ist hier das wirkliche Anliegen?
    Einen vollintegrierten, andersfarbigen aber kulturell vollständig deutschen Hauptcharakter zu finden, bei dem dann das Äußere wieder überhaupt nicht Thema ist, ist vielleicht auch ein bisschen schwierig. Das kann man ja auch durchaus doof finden, dass es so ist, finde ich schon auch. (Warum soll es keine Geschichte geben: 'Markus geht in den Zoo', und Markus wäre halt schwarz? Aber vielleicht muss da wirklich erst noch erst noch eine Generation heranwachsen. 🤷*♀️

    Oder machen wir es jetzt hier auch einfach zu kompliziert? Ich glaube es würde helfen, wenn die TE das nochmal konkretisiert.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    ... oder einfach gut übersetzte Kinderbücher aus dem Ausland?
    oder überhaupt gute?

    Mich erinnern die Ansprüche an ein Buch hier fatal an die Diskussion, die wir neulich (weiß grad nicht mehr wo, sorry) hatten über die "pädagogisch-politisch" guten und korrekten Kinderbücher unserer Kinder-Zeiten.

    Glaube, unser Resümee dort war u. a. "schlimm. Schlimme Stories, schlimm und kontraproduktiv".

    Ich glaube, jede Epoche hat ihre Anliegen, die sie an Kinderliteratur heranträgt, damit diese dort umgesetzt und "mundgerecht" verabreicht werden sollen.

    Ich glaube, dass sich das mit "Literatur" für Kinder nicht gut verträgt.
    Das ist dann mehr so eine Erziehungsgeschichte mit netten Bildern. Fokus auf Message, weniger auf Handlung.

  4. Inaktiver User

    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    In diesem Zusammenhang eine Frage in die Runde:

    Ich finde diesen Begriff "of color" der im Augenblick ständig durch die Medien geistert, richtig abartig.

    Als wären Menschen mit dunkler Hautfarbe keine stinkgewöhnlichen Nachbarn oder Mitschüler, sondern Objekte in einem soziologischen Diskurs, der mit englischen Fachbegriffen aufgemotzt werden muss. Als würden selbst schwarze Deutsche der dritten Generation in den angelsächsischen Sprachraum, aber nicht hier her gehören.

    Wenn ich mir mein eigenes Umfeld angucke:

    -Eine schwarze Mitschülerin, die aus dem Ausland adoptiert war. Muttersprache: Deutsch. Bezug zum angelsächsischen Sprachraum: 0
    -Der Schwiegercousin, der seinen afrokaribischen Vater nie gesehen hat und bei der alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist. Muttersprache: Deutsch. Bezug zum angelsächsischen Sprachraum: 0
    -Die Nachbarn, die ursprünglich aus Eritrea stammen. Muttersprache: Tigrinya (glaube ich), sehr gute Deutschkenntnisse, dazu ein paar Brocken Italienisch.

    Ich habe Zeit meines Lebens nie gehört, dass jemand sein eigenes Kind als "Kind of Color" bezeichnet hätte. Es sagt doch auch kein Mensch "Ich bin eine Frau of conservative political Gesinnung" oder "Ich bin ein Mensch of Short-Sightedness".

    Jetzt höre ich die Seminarteilnehmer raunen "Es geht doch gar nicht darum, dass die Nachbarin aus Eritrea schwarz ist. Die Nachbarin gehört einr rassistisch markierten Gruppe an und die Hautfarbe ist ein soziales Konstrukt, das ihr zugeschrieben wird. Die Sache mit der Nachbarin ist überhaupt so speziell und besonders und fremdartig, dass es dafür gar keine deutschen Worte gibt."

    Blöd nur, dass dieser Diskurs an der Nachbarin völlig vorbeigeht. Die könnte zwar vom Thema Alltagsrassismus ein Lied singen, kann aber mit so schicken Termini wie "Empowerment" und "Alienation" und "race" und "of Colour" aufwarten.

    Versteht jemand, was ich mit diesen etwas unausgegorenen Überlegungen sagen will?

    In meinen Ohren klingt das immer nach sprachlicher Ausbürgerung.


    Nachtrag: Von den dunkelhäutigen Amerikanern, mit denen ich bekannt war, (Angestellte bei den US-Streitkräften) habe ich den Begriff übrigens auch nie gehört.

  5. Inaktiver User

    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Diese grünen Werbeeinblendungen sind schon doll. Wenn ich den Cursor auf "vielfältig" setze, dann kriege ich ein schickes Playmobilauto eingeblendet. Natürlich mit ausschließlich weißen und männlichen Figürchen

  6. Moderation

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    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Ich verstehe es ein bisschen. Ich mag den Begriff "of colour" oder noch schlimmer abgekuerzt: PoC, auch nicht. Einmal rein aesthetisch nicht, erstens ist es wieder "denglish" und abgekuerzt klingt es in meinen Ohren auch gar nicht mehr nach Person, sondern nach Material, wahrscheinlich durch die klangliche Naehe zu "PVC". Aber gut, das waere ja mein Bier. Was mich etwas verwirrt ist die Frage nach einer adaequaten Uebersetzung, denn soviel ich weiss - bin aber unsicher! - ist das Wort "farbig" eben abwertend besetzt. Insofern irritiert mich "people of colour" auch, denn das ist doch semantisch dasselbe? Auch hier wieder: Gut, sprachhistorisch gibt es eben manchmal so kleine aber feine Unterschiede. Und ich habe das, gerade jetzt im Zuge der Proteste, durchaus mehrfach gehoert, dass Menschen sich selbst als "people of colour" bezeichnen, natuerlich im englischen Sprachraum. Wenn hier jemand einen schoeneren, adaequaten deutschen Begriff weiss, wuerde es mich persoenlich freuen.

    Es ist im Grunde die alte Crux, die sich ja jetzt auch in der Frage nach dem genauen Inhalt der gewuenschen Bilder stellt (-hah, Bezug zum Thema doch noch geschafft!): Wenn ich aeusserliche Unterschiede voellig negiere /abstreite, streite ich damit ja auch den erlebten Alltagsrassismus ab. Will ich nicht.
    Umgekehrt kann das "Labeln" oder Thematisieren dieser Unterschiede auch erst wieder Trennung schaffen, selbst wenn sie nicht negativ-wertend gemeint ist. Du hast Recht: Ich habe mich selbst, ausser auf Formularen, noch nie als "weiss" bezeichnet. Weil es nicht relevant ist. Genauso sollte es idealerweise auch fuer Menschen anderer Hautfarbe nicht relevant sein.
    Also wie erkennt man jetzt das Problem an, schreitet aber von da aus fort zum Idealzustand? Also eben: "Markus, Lina und Kevin gehen in den Zoo", und Markus, Lina und Kevin koennen alle unterschiedlich "bunt" sein ohne dass das irgendwie Thema ist, sondern halt einfach nur Tatsache.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

  7. Inaktiver User

    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Danke, Flau, du hilfst mir beim Gedanken sortieren.

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Wenn ich aeusserliche Unterschiede voellig negiere /abstreite, streite ich damit ja auch den erlebten Alltagsrassismus ab.
    Aus diesem Grund finde ich sprachliche Konstrukte wie "rassistisch markiert" oder "zugeschriebene Hautfarbe" so eigenartig.

    Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass ein gewalttätiger Rechtsextremist auf eine blauäugige Frau mit blonden Haaren losgeht, weil er ihr aus unerklärlichen Gründen eine dunkle Hautfarbe "zuschreibt". Und dass der Name "Hans Müller" in der Personalabteilung "rassistische Markierungen" in Gang setzt, wird wohl auch nicht vorkommen.

    Irgendwie klingt das, als wolle man äußere Unterschiede wegrationalisieren. Und das finde ich schon wieder beunruhigend.

    Und noch ein anderer Aspekt: Manche sprachlichen Klimmzüge führen dazu, dass der Diskurs arg elitär wird und der Otto- oder Hassan-Normalmensch ohne Hochschulabschluss die Waffen strecken muss.

    Es mag ja sein, dass in dem Begriff "of colour" semantische Feinheiten stecken, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann. Aber wem nutzt das, wenn der Durchschnittsmensch, der muttersprachlich Deutsch, Italienisch, Arabisch, Polnisch oder Türkisch spricht, diese Feinheiten ohnehin nicht recht versteht?

    Mir fiel das in dem bpb-Text auf, der weiter oben im Strang zitiert worden ist. Das Puppen-Experiment ist eigentlich recht intuitiv verständlich, einfach erklärbar und hat eine ziemliche Sprengkraft. Aber ich möchte wetten, dass viele Leute aussteigen, wenn von "rassistisch markierten Puppen" oder "rassistisch markierten Akteur_innen" die Rede ist.

    Ich sage es mal ganz platt: Antirassismus für alle und nicht nur für die, die es studiert haben.

    Zitat Zitat von Flau
    Also wie erkennt man jetzt das Problem an, schreitet aber von da aus fort zum Idealzustand? Also eben: "Markus, Lina und Kevin gehen in den Zoo", und Markus, Lina und Kevin koennen alle unterschiedlich "bunt" sein ohne dass das irgendwie Thema ist, sondern halt einfach nur Tatsache.
    Schwierig. Bei Kindern und Jugendlichen habe ich ja oft den Eindruck, dass das wirklich kein großes Thema mehr ist.

    Aber wahrscheinlich ist da viel Wunschdenken dabei.

  8. User Info Menu

    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Vielen Dank für die Buchempfehlungen. Ich schaffe es nicht, auf alle Nachrichten einzugehen - viel Arbeit, keine Betreuung.

    Daher aus dem Kopf ein paar Antworten: ja, vermutlich war meine Frage viel zu allgemein. Um es zu konkretisieren: ich suche nach schönen, gut geschrieben, lustigen oder klugen Büchern mit Schwarzen Kindern / Menschen oder Person of Color, möglichst in der Hauptrolle. (Das ist nicht dasselbe, poc ist also nicht eine "politisch korrekte" Bezeichnung, sondern schliesst Nicht-Weisse, die nicht schwarz sind, ein). Es muss nicht spezifisch politisch sein, keine Bürgerrechtsthemen u. ä. In dem Rosa Parks Buch z. B. interessiert meine Tochter deren "Nein". Rosa Parks ist darin eine mutige Frau, die für ihre eigenen Rechte einsteht. Sie hat übrigens bisher tatsächlich noch nie über Hautfarn gesprochen, ich glaube nicht, dass sie diese als ein Differenzkriterium wahrnimmt.

    Wir leben in einem halbwegs diversen Umfeld. Von meinen schwarzen Bekannten bekomme ich mit, dass sie in ihrer Kindheit und Jugend sehr viele Erfahrungen mit Alltagsrassismus gemacht haben und auch meine Arbeit in einem Forschungsprojekt hat mir gezeigt, dass es nicht genügt, sich selbst als "farbenblind" zu verstehen oder davon auszugehen, man wäre automatisch frei von Rassismus, weil man Niemandem etwas böses will oder eine vielfältige Gesellschaft gutheißt.

    Also nein, ich halte das Thema nicht für aufgebauscht, sondern denke, wir müssen da sehr an uns arbeiten.

    Für meine Tochter wünsche ich mir Freude am Lesen, auch für mich suche ich tolle Bücher (keine reinen Bilderbücher, endlich lesen wir Geschichten!). Und dass eben nicht immer nur die blonden Mädchen zur Identifikation einladen. Davon hat sie echt genug um sich rum (alles soll rosa und glitzer und langhaarig sein). Und da haben wir auch viele Bücher. (Tolle Bücher mit tomboys, buddhistischer Philosophie oder Kindern mit Behinderungen würde ich natürlich auch gerne lesen. Aus persönlichen Gründen interessiert mich aber das genannte Thema gerade mehr.)

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    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich sage es mal ganz platt: Antirassismus für alle und nicht nur für die, die es studiert haben.
    Ja, verstehe ich, finde ich einen guten Punkt. Person of Color ist halt insofern ein wichtiger / hilfreicher Begriff, weil er allen Nicht-Weissen, von Rassismus betroffenen Menschen die Möglichkeit gibt, gemeinsame Erfahrungen zu artikulieren und auch gemeinsam politisch zu handeln. Und manchmal muss sich eben auch der Otto- oder Hassan-Normalmensch bewegen und ein neues Wort lernen... Aber ja, ich verstehe, was Du meinst.

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    AW: Black lives matter - Kinderliteratur

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Ansonsten rate ich zu "viel lesen". Da ergibt sich dann die "Diversity" quasi von selbst.
    Eben nicht, daher frage ich. Das einzige, das mir bisher gefallen hat, habe ich genannt (danke für die anderen Tipps aus der Reihe!).

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