liebe alle,
danke für eure antworten! über einige musste ich schmunzeln, zb xanidae - ja, bei einbrechern inszeniert man auch keine einbrüche, um den kindern die angst zu nehmen.
ich lerne aus euren beiträgen: die angst vor hunden ist unter kindern nicht soo selten. damit einhergehend halt unterschiedliche reaktionen von hundebesitzern darauf. tendenziell fällt mir auf, dass eltern mit hunden verständnisvoller reagieren, aber auch menschen, die sich mit hunden sehr gut auskennen.
awesomeone, eine freundin von mir, die seit jahrzehnten hunde züchtet, sagt auch, dass der urinstinkt eines hundes natürlich immer erhalten bleibt, also kein besitzer zu 100 prozent die hand ins feuer legen kann. von ihr weiß ich sehr gut bescheid, wie der hund stress anzeigt oder signalisiert, dass in sein revier eingedrungen wird.
prinzipiell bringe ich meinem kind bei, dass fremde hunde - und auch bekannte - nicht einfach angegriffen bzw berührt werden. ich zeige ihm auch, dass hunde prinzipiell nicht böse, sondern „lieb“ sind, also freundliche wesen, die einem nix böses wollen. dass sie aber respektiert werden müssen und man sich immer zuerst an den besitzer wendet, wenn man kontakt aufnehmen will.
zur frage nach der ursache: das ist wohl nicht monokausal. einerseits hatte ich bis zum ende der grundschule selbst angst - die vererbungstheorie würde also greifen. zweitens ist mein sohn eine sehr zarte frühgeburt, die mit räumlichem sehen ein bisschen probleme hat. das wissen wir aus der frühförderung. deshalb fühlt er sich, wenn ein unbekanntes wesen im raum auf hinzukommt, schnell bedroht. er kann die bewegung im raum nicht wie andere kinder nachvollziehen.
drittens ist er stark weitsichtig. hat zwar eine brille, aber ich weiß aus eigener früherer erfahrung, dass sie brille den 3d-effekt mindert, also den raum zweidimensionaler erscheinen lässt. so kam es zumindest mit vor. und last not least hatten wir tatsächlich mehr als ein blödes erlebnis, als er kleiner war. einmal zb kam ich zu freunden, die im dachgeschoss wohnen. die treppe in der wohnung geht steil bergauf. als ich mit dem 1,5- jährigen im arm hinaufstieg, kam uns der hund aufgeregt, bellend entgegen gesprungen. er war mit mir auf augenhöhe (weil er ja runtergaloppierte) und sprang quasi aufs kind. wir wären fast umgefallen, das kind fing hysterisch an zu weinen.
das war eine der ersten situationen, in denen ich von den freunden für meine reaktion kritisiert wurde. ich beruhigte den kleinen, als der zu weinen aufhörte, war ich ziemlich ungehalten und sagte nicht eben freundlich, wer den hund losgelassen hätte bzw nicht darauf geachtet hatte, dass er uns nicht umrennt. er kennt mich nämlich von baby auf an (also er war das baby, nicht ich) und freut sich wie irre, wenn er mich sieht. für mich allein kein problem, selbst wenn er mich fast umwirft, aber mit kleinkind eben schon. die anwesenden kinderlosen hundebesitzer rollten die augen und meinten, das kind hätte nur geweint, weil ich so hysterisch reagiert hätte. ich empfand es überhaupt nicht so, aber ich nehme kritik ernst und lasse mich auch belehren. man weiß ja nicht immer alles selbst am besten.
besagter hund (eine hündin) liebt eben auch mein kind sehr. mein mann ging früher oft mit kinderwagen laufen und begegnete ihr plus frauerl. die hündin flippte jedesmal fast aus und stürzte sich auf den kinderwagen, um kind abzuschlecken. kind hysterisch - eh klar. je mehr das kind weinte, desto mehr war wiederum besagte hündin aus einem mutterinstinkt heraus besorgt und wollte ihn beruhigen. sie verteidigte auch immer das schlafende kind und knurrte, sobald sich jemand fremdes dem kinderwagen näherte.
die hundebesitzern findet hündin „arm“, da diese das kind ja so liebt. und wünscht sich so sehr, dass mein sohn seine angst ablegt. nur klappt das halt derzeit nicht.
mein sohn ist bei tieren überhaupt sehr vorsichtig - vermutlich auch, weil wir kein haustier haben und er diese wesen eben nicht so gut kennt. mir tut das leid, weil ich es für sehr wertvoll halte, wenn ein kind mit tieren aufwächst. wir hatten immer katzen - und auch das hilft, weil man die natur eines tieres instinkthaft verstehen lernt - zumindest besser, als wenn man nie mit ihnen zu tun hat.
derzeit ist mein mann aber (noch?) dagegen, ein haustier anzuschaffen.
heute trägt mein sohn übrigens sein lieblingsshirt mit chase von paw patrol oben. textile hunde liebt er.
liebe grüße
lil![]()
Antworten
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01.02.2020, 17:56
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
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01.02.2020, 18:52
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Hallo lil,
dein Bericht erklärt doch einiges.
Ihr kriegt das schon hin.
Vielleicht gibts bei euch einen Streichelzoo oder ein Schaubauernhof,wohin man einen Ausflug machen könnte.
Einfach erstmal Tiere kennen lernen.
Und vielleicht mit einer Lupe die ganz kleinen Tiere anschauen?
Daphnia
Ps: bin zwar nicht ängstlich bei Tieren allgemein, bin auch bei der Amphibienrettung, aber ich grausle mich arg vor Regenwürmern. Und meine Kinder nahmen die in die Hand. Ich hätte schreien können!
So hat jeder seine Schwäche.
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01.02.2020, 19:38
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Ich habe panische Angst vor Mäusen, die meine ehemals hundeängstliche Mittlere mag, und sie schon im Kitaalter sorgsam einfing und auf dem benachbarten Acker aussetzte :)
Ich würde als Mutter erstmal drauf hinarbeiten, dass das Kind nicht mehr völlig in Panik gerät. Wenn es dann kreischend "fuchtelnd" wegläuft, kann es zum einen den Hund zum Nachlaufen animieren, zum anderen gerät das Kind einfach auch in Gefahr, wenn es z. B. in seiner Panik auf die Straße rennt.
Vielleicht wäre ein Kindernbauernhof ganz gut - das ist sowas wie ein Streichelbauernhof. Im Frühjahr, wenn es jede Menge Jungtiere gibt würde sich ein Besuch anbieten. Baby Tiere werden meist nicht als bedrohlich empfunden, das Kindchen Schema wirkt auch da, und ich habe noch kein Kind erlebt, was z. B kleine gelbe Küken nicht vorsichtig anfassen wollte :)
Evtl findest du auf der Seite der Landwirtschaftskammer deines Bezirks bzw Bundesland Infos, wo in eurer Nähe ein geeigneter Hof ist.
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01.02.2020, 20:19
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01.02.2020, 20:22
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
das kann ich absolut nur unterschreiben
mein erster hund hat megasensibel auf menschen reagiert die angst hatten
das es sich um angst handelt wissen hunde aber nicht, sondern für hunde ist nur erkennbar, das da irgendetwas nicht stimmt, weil der mensch "aufgeregt" ist - daher werden manche hunde dann auch aufgeregt bis hin zu aggressiv - einfach weil sie unsicher sind und das aufgeregt sein des menschen als bedrohung wahrnehmen vor der sie sich schützen wollen...
ich kann aus eigener erfahrung sagen, das konfrontation im kindesalter nicht unbedingt hilft die angst vor hunden zu überwinden - schon alleine der druck der da ist sich a) immer wieder dem stellen zu müssen b) nimmt man auch als kind war, dass von den erwachsenen eine art erwartung verknüpft ist (stell dich nicht so an der tut doch nix; schau mal ist der nicht lieb usw.) das hilft nicht immer
bei mir hat als kind auch nix geholfen und ich war immer wieder mit hunden konfrontiert und war ansonsten kein ängstliches kind, aber vor hunden hatte ich einfach angst (bin mehrmals gezwickt worden und hab dazu auch die angst von meiner mutter übernommen)
das steigerte sich bis zu panik im jungen erwachsenenalter - selbst vor welpen hatte ich zu der zeit angst und bin auf stühle hoch wenn einer im raum war, bzw. die hunde mussten immer in andere räume gebracht werden bevor ich eine wohnung in der ein hund lebte betrat
das hat sich erst geändert mit mitte 20, da kam plötzlich durch die geöffnete terassentür der kleine nachbarshund in meiner küche - als ich panisch erstarrte schmiess der sich unterwürfig vor mich auf den rücken und das kam dann immer mal wieder vor und so hat die kleine kröte mich um den finger gewickelt
schlussendlich hab ich dadurch meine angst vor hunden verloren und mir tatsächlich selbst einen angeschafft und heute würde ich nicht mehr ohne einen hund im haushalt sein wollen :-)
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02.02.2020, 01:10Inaktiver User
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Ich wäre zwar auch für "langsames Heranführen" -
aber warum hatten die Hundebesitzer den Hund nicht unter Kontrolle?
Selbst als Erwachsene mit langer Hundeerfahrung gehe ich deutlich auf Abstand zu Hunden, die vom Besitzer nicht unter Kontrolle zu bringen sind. (Würde mir im Extremfall wahrscheinlich auch nichts nutzen.) Ich fühle mich da sehr unwohl, obwohl ich ja eigentlich ja keine Angst vor Hunden habe.Geändert von Inaktiver User (02.02.2020 um 01:22 Uhr)
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02.02.2020, 01:19Inaktiver User
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Geändert von Inaktiver User (02.02.2020 um 04:37 Uhr)
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02.02.2020, 02:01
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Ich auch. Und da wäre ich auch wütend geworden.
Vielleicht waren die Hunde meiner Eltern besonders streng erzogen, mein Vater machte wenig Unterschied zwischen seinem Diensthund und den Familenhunden. Aber auf Besucher losstürmen und anspringen gab richtig Ärger im Sinne von strengem Platzverweis.
Besonders dem kleinen Terrier ging vor Begeisterung schon mal der Gaul durch, aber selbst er bremste auf Kommando scharf ab.
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02.02.2020, 08:25
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Ein Hund, der zur Begrüßung an einem hochspringt und/oder einen ableckt geht gar nicht. Da wäre ich auch sauer geworden. Finde nicht, dass du übertrieben reagiert hast.
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02.02.2020, 09:01Inaktiver User
AW: Kinder (konkret: 4-Jähriger) und die Angst vor Hunden
Hallo -Lil-,
Dein Kind nimmt optisch die Bewegungen/Umgebungen anders wahr als die anderen Menschen. Ich denke, dass hier ein sehr großes Erklärungspotenzial liegt.
Die Äußerungen Deiner „Freunde“ finde ich doch schon übergriffig. Wer legt fest, ob ein Kind Hunde zu tolerieren hat? Vielleicht kommt zur o.g. Thematik auch einfach nur, dass Dein Kind Hunde als Störfaktor empfindet.
Wenn das Kind sonst keine dramatischen Fluchttendenzen hat, würde ich mich nicht weiter am Tolerieren von Hunden aufhalten, sondern damit beschäftigen, dass das Kind lernt, nicht fluchtartig auf Straßen zu rennen. Da Dein Sohn vier ist, nimmt jetzt eh die Zeit der Verkehrserziehung zu.
Mit den „Freunden“ würde ich mich mal - ohne Kind - zum Spieleabend treffen und für diese Erwachsenen Scheuklappen, 3D-Brillen, Brillen die das Sichtfeld eingrenzen etc. mitbringen (kann man sich vielleicht beim Blinden- und Sehschwachen-Verein ausleihen). Und dann setzen sich alle mit einem seheinschränkenden Teil auf der Nase im Halbrund auf die Couch und Du wirfst ihnen (aus verschiedenen Winkeln) kleine Bälle oder anderes zu und sie sollen versuchen, die Teile zu fangen. Vielleicht werden sie lachen und das witzig finden, aber Du kannst ihnen so erklären, wie es ist eine andere Seh-Perspektive zu haben. Wenn sie das verstehen und auch noch in der Lage sind, dass ein Vierjähriger anders damit umgeht, als ein Erwachsener, dann wärs schön.
Dein Sohn wächst mit diesen Seh-Einschränkungen auf, er kennt es nicht anders, ich hab keine Ahnung wie es für ihn ist.
Ich habe diese Art Seh-Einschränkungen seit ein paar Jahren, von heute auf morgen und für mich sind bewegte Dinge/Tiere -egal ob ich sie kenne oder nicht- immer mit Schreck, „huch, wo kommt der jetzt her“, Überraschung - wieso, so dicht ... verbunden - es strengt sehr an.
An einer Straße kann ich gucken, nach links und rechts. Aber ich kann nicht ständig meinen Kopf hin- und her drehen, um zu gucken, ob von irgendwo ein Hund auf mich zurennt, weil der das toll findet.
Gruß vom Pumpernickel


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) und freut sich wie irre, wenn er mich sieht. für mich allein kein problem, selbst wenn er mich fast umwirft, aber mit kleinkind eben schon. die anwesenden kinderlosen hundebesitzer rollten die augen und meinten, das kind hätte nur geweint, weil ich so hysterisch reagiert hätte. ich empfand es überhaupt nicht so, aber ich nehme kritik ernst und lasse mich auch belehren. man weiß ja nicht immer alles selbst am besten.
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