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    AW: Zurückstellen?

    Das üben üben ist mir persönlich sehr wichtig. In unserer Familie gibt es zwei legendäre Figuren:

    Onkel Peter, der sich immer freut, wenn er etwas findet, was ihm schwer fällt. Und dann hartnäckig übt, übt, übt und nie aufgibt (es gibt ihn wirklich, ich bewundere ihn sehr)

    Und den Urgrossvater, der so supergut verlieren konnte, dass alle mit ihm spielen wollten. Gut verlieren ist schwer; kann nicht jeder; aber er ...( ihn gab es auch wirklich. Ich hab ihn sehr geliebt)

    Wichtig auch: mit eigenen Projekten nach Hause kommen: auf zwei Fingern pfeifen, zwei Bahnen tauchen, mit geschlossene n Augen 2 min auf einem Bein stehen, rückwärts Seilhüpfen ... egal was. Es ist dein Vorhaben und du wirst üben, üben, üben bis du es kannst .
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

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    AW: Zurückstellen?

    Puuh, schwierige Frage, die mir aber nicht unbekannt ist.

    Unser Großer ist eine Woche vor dem Stichtag geboren und dann erst kurz nach seiner Einschulung 6 geworden. Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht, da einem von ausserhalb sehr viel reingeredet wird und gefühlt jeder eine Meinung dazu hat. Die alelrdings dahin geht, dass man seinem Kind das Schlimmste antut, wenn man es einschulen lässt. Ja, ich drücke das so drastisch aus. Es drängten sich wildfremde Menschen in ein Gespräch mit einer Freundin "Oh Gott das arme Kind. So ein doofer Geburtstag? Und Sie wollen ihn wirklich einschulen lassen? Wie können Sie ihrem Kind das antun?"

    Der Große war zu diesem Zeitpunkt (und ist es auch weiterhin) ein aufgeweckter, extrem cleverer Kerl. Er kommuniziert ohne Probleme selbstsicher mit Fremden und kann sich gut ausdrücken. Aber: Umgang mit Rückschlägen, Frustration war bei ihm schwierig. Mag aber auch daran liegen, dass ihm vieles einfach zugeflogen ist und er es einfach nicht gewohnt war. Was ich nicht wirklich glaube konnte war, als mir die Erzieherin zu Beginn des Vorschuljahres sagte "Warten Sie ab, ab Ostern kommt der extreme Schub" und so war es. Die HAuptbedenken waren bei uns eher sozial-emotional als kognitiv. Im Kindergarten hat er sich durchs Leben geflirtet und zuhause nur rumgeschrien. Das hat sich echt entwickelt. Er ist zwar immer noch gerne bockig, aber eher wenn er zu müde ist. Oder eine Form von Grundschulpubertät ?
    Feinmotorik war auch eher schlecht. Er ist beidhändig mit Tendenz Linkshänder. Das hätte im Kindergarten besser gefördert werden können, wurde aber als nicht notwendig abgetan. Jetzt hat es sich aber deutlich verbessert. Körperlich ist er übrigens eher klein.

    Was bei uns ein ganz großes Argument für die Einschulung war, war die fehlende Alternative. Wenn nicht Schule, was dann? Die Vorschulkinder fingen ab Februar an, den Kindergarten auseinander zu nehmen vor lauter Langeweile. Das hätte für ein weiteres Jahr nicht funktioniert.
    Die Schulleitung hat sich beim Anmeldegespräch sehr entspannt geäussert. Sie war eher gegen ein weiteres Jahr Kindergarten, lieber ein Schuljahr wiederholen. Ich teile die Meinung nicht unbedingt. Sie war aber der Ansicht, dass in der Schule eine ganz andere Dynamik herrscht, die man im Kindergarten nicht erlernen könne. Zumal die Lehrer andere Fördermöglichkeiten hätten. Man muss dazu sagen, dass bei uns die Klassen eher klein sind.

    Was ich gerade bei deinem Sohn Lollo als "große" Problematik sehe, ist das Stottern. Macht er das, wenn er gestresst ist? Oder denkt er einfach schneller als er redet? Ich hab es nicht mehr auf dem Schirm, aber hat sich ein Kinderarzt/Logopäde dazu geäussert?

    Unser Kompromiss war eine spezielle Form der Ganztagsschule die ihm sehr viel Struktur mitgibt. Mit dem Wechsel in die Schule ist er deutlich aufgeblüht weil er endlich "gefordert" wird. Er ist bei weitem nicht mehr so gelangweilt wie im Kindergarten, hat aber neben seinem Unterricht noch viele Freiräume zum Spielen und Zeit für AGs. Kurz gesagt, wir bereuen die Einschulung nicht, Schule war die (wie wir jetzt merken) notwendige Weiterentwicklung.

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    AW: Zurückstellen?

    ich hab eines meiner Kinder erst mit 7 eingeschult , der war körperlich ein sehr zartes Kind. Ich hab aber auch meine jüngste mit 5 1/2 eingeschult und das ging prima, letztes Jahr Abi jetzt Studium.

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    AW: Zurückstellen?

    Leider weiß man immer erst hinterher, ob die Entscheidung richtig war, das macht die Sache ja so schwer.
    Ich denke aber auch, dass eine frühe Einschulung häufiger bereut wird als eine späte.

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    AW: Zurückstellen?

    Hallo zusammen,

    der Strang ist jetzt über ein Jahr alt und ich wollte ein kleines Update geben.

    Wir haben uns dazu entschlossen, unser Kind zurückstellen zu lassen und zur Grundschulförderklasse anzumelden.

    Das war eine sehr gute Entscheidung!

    Im Januar 2020, als wir überlegten, war die weltpolitische Entwicklung ja nicht absehbar - aber wir sind im Nachhinein wirklich heilfroh, dass er sein erstes Schuljahr nicht im Coronajahr ableisten musste.
    Die GFK war natürlich auch von Dezember bis Mitte Februar geschlossen, doch glücklicherweise gibt es dort keine Klassen- und Versetzungsziele.

    Weiter mit dem Loblied:

    Die GFK ist wunderbar und unser Sohn geht begeistert hin.
    Es ist ein sehr schönes Klassenzimmer mit vielen Materialien, die an Stationen bearbeitet bzw. bespielt werden können: Bücherecke, Werkecke, Bauecke, Malecke... Das klingt jetzt nach Kindergarten, aber es ist auch ein Klassenzimmer mit Sitzordnung und Tafel.
    Die Kinder werden von zwei Erzieherinnen/Pädagiginnen betreut und da haben wir mit einer sehr kompetenten, erfahrenen und zugewandten Leiterin der Klasse auch sehr großes Glück. Zusätzlich gibt es Musikunterricht, Sport, es gab auch Projekte von Referendarinnen und Praktikantinnen.
    Es sind 12 Kinder (also die Klasse musste auch nicht für Wechselunterricht geteilt werden), 6 Jungs, 6 Mädchen (es war ja meine Sorge, dass es ein Herrenclub der "unreifen" Jungs und zukünftigen ADHS-Kandidaten ist...)

    Sie haben jeden Vormittag Schule. Jeweils die halbe Klasse hat an zwei Tagen früh, zur ersten Stunde, die andere Hälfte kommt zur zweiten Stunde dazu. In dieser Zeit arbeiten die Erzieherinnen intensiv mit den Kindern und in den ersten beiden Stunden findet immer Vorschule statt mit Übungen zur Motorik (v.a. Schreiben, Malen, Schneiden) und zur Konzentration.
    Die Kinder arbeiten ansonsten selbstständig einen Wochenplan ab, für den sie über ein Stempel- und Belohnungssystem motiviert werden und nebenbei lernen, sich selbst zu organisieren. Zwischendurch ist immer Zeit zum Spielen oder für andere Tätigkeiten.
    An zwei Tagen gibt es Hausaufgaben.
    Momentan ist das Thema Vögel (Eier, Ostern, Sachkunde...), es werden auch Themen von den Kindern selbst eingebracht, zu denen es dann Materialien gibt.

    An Schulstoff nehmen sie nicht viel vorweg, sie lernen die Zahlen zu schreiben, machen viel Vor-Mathematik (Mengen, Rechenaufgaben bis 10, Zahlen zuordnen), oft gibt es diese Muster-erkennen-Rätsel, sie machen Silbenarbeit (Wörter klatschen, Reime, gleiche Anfangsbuchstaben/-klänge).

    Unser Sohn hat einen besten Freund gefunden, der im Herbst mit ihm an die gleiche Grundschule gehen wird, hoffentlich in die gleiche Klasse.

    Wir sehen große Fortschritte bei ihm was die immer noch ungeliebten, mittlerweile aber nicht mehr völlig abgelehnten Tätigkeiten angeht, also alles, was mit Stiften und Scheren gemacht wird.
    Auch sein Selbstbewusstsein ist deutlich gestärkt und er reguliert sich viel selbstständiger.
    Er freut sich jetzt sehr auf die Schule und wir sehen der Einschulung auch sehr zuversichtlich entgegen.

    Wir haben ja wirklich viel hin und her überlegt und sind sehr froh, dass wir da so einen Glückgriff getan haben.
    Geändert von LolloBionda (15.03.2021 um 20:00 Uhr)

    LolloBionda

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