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    Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Hallo, liebe Community,

    im Moment bin ich wieder einmal ratlos, wie ich mit meinem 15-jährigen Sohn (er wird im Mai 16) umgehen soll. Er ist in den letzten beiden Jahren immer mehr zum Computerspiel-Freak geworden und würde am liebsten jede freie Minute an seinem Laptop verbringen.
    Vielleicht kurz ein paar Infos zu unserer Situation: Ich habe drei Kinder (7, 14 und 15) und bin seit knapp zwei Jahren allein erziehend. Die Beziehung meines Sohnes zum Vater ist schwierig; der Vater hätte ihm nach eigener Aussage vor dem 18. Geburtstag weder PC noch Smartphone erlaubt (mein Sohn hat seit einem Jahr erst ein Smartphone, das ich ihm geschenkt habe). Mein Sohn hat wenig bis gar keine Freunde und hat sowohl den jahrelang betriebenen Sport (Selbstverteidigung) als auch Musikunterricht inzwischen aufgegeben, da er keine Lust mehr dazu hatte und ich die zermürbenden Diskussionen darüber, dass solche Aktivitäten wichtig sind, irgendwann nicht mehr führen wollte und konnte.
    Mein Sohn besucht die 10. Klasse Gymnasium, will nach eigener Aussage Abitur machen, lernt jedoch so gut wie gar nicht für die Schule. Dank seiner Intelligenz ist er damit bislang immer gerade so durchgekommen.
    Bisher hatte ich ihm die PC-Zeit begrenzt, dennoch kam er insgesamt meist auf gute 30 Stunden pro Woche, da er am Wochenende fast nur am PC sitzen wollte. Wenn ich ihn "gezwungen" habe, auf Familienausflüge mitzukommen, war er oft genervt und schlecht gelaunt, mittlerweile habe ich oft gar keine Lust mehr auf seine Gegenwart, weil er fast immer schlechte Stimmung verbreitet.
    Er ist (wie auch seine Schwester) seit der Trennung in psychotherapeutischer Behandlung, was vor allem damit zusammenhängt, dass in unserer Familie durch den Vater viel psychische Gewalt stattgefunden hat und ich lange gebraucht habe, den Mut für eine Trennung zu finden.
    Ich habe regelmäßige Gespräche mit seiner Therapeutin - und die hatte mir nun geraten, seine Computer- und Handyzeit künftig nicht mehr einzuschränken, da er ansonsten nicht lernen könne, das selbst zu regulieren. Sie meinte, mit fast 16 sei er alt genug, um selbst das Gleichgewicht zwischen Schule-Freunde-Sport-Hobbies-PC-Zeit zu finden, und der Konflikt zwischen seinen Interessen und Pflichten gehörte nicht zwischen ihn und mich, sondern ganz zu ihm. Sie ging sogar so weit, dass sie sagte, wenn er dadurch ein Schuljahr nicht schafft, gehörte das ebenfalls zum Lerneffekt - denn wenn er erst später diese Erfahrungen macht, z. B. im Studium oder in der Arbeit, dann sei das ja nicht weniger schlimm.
    Das erschien mir in gewisser Hinsicht überzeugend, obwohl ich sehr unsicher war.
    Nun habe ich ihm gestern erstmals das Handy komplett freigeschaltet - und er hat wohl die ganze Nacht Videos geschaut. Heute morgen kam er völlig fertig an und verlangte, dass ich ihn für die Schule entschuldigen sollte. Das habe ich nun getan - nachdem er mir versicherte, dass das niemals wieder passieren würde und er sich selbst dafür "hasse", das nicht auf die Reihe bekommen zu haben.
    Ich frage mich, wie es nun weitergehen soll?
    Nach dem Rat der Psychotherapeutin müsste ich nun freigeschaltet lassen, damit er weiter seine Erfahrungen machen kann. Doch ich frage mich, ob ich ihn dadurch nicht direkt in die Spielsucht laufen lasse? Soll ich wirklich zusehen, wie er noch mehr zu Hause versumpft und ihm die gesamte Verantwortung dafür überlassen? Die Therapeuten meinte, es sei normal, dass Jugendliche in dem Alter nicht mehr auf Familienausflüge mitkommen oder an gemeinsamen Mahlzeiten teilnähmen. Mein Sohn hat jedoch keine gleichaltigen Freunde (außer im Netz), mit denen er stattdessen was unternimmt. Das weiß sie auch und meinte, auch das müsse er selbst regeln, und Online-Freunde seien besser als gar keine.

    Wenn ich ihn einfach lasse, wie er will, fühle ich mich schlecht, obwohl ich mir dann die zermürbenden Streitereien über PC-Zeiten und Ausflüge etc. sparen würde. Oder wäre das der bessere Weg?
    Wie regelt ihr das mit euren pubertierenden Kindern?

    Ich würde mich über alle Gedanken und Anregungen dazu freuen.
    Liebe Grüße
    Matheva

  2. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Ich bin auch ein großer Freund der Selbstregulation und bei meinen Kindern ist dies auch gut gelungen. Denn sie machen nicht nur von sich aus andere Freizeitaktivitäten, sondern sie sind gut in der Schule und helfen im Haushalt mit. Der 16jährigen lässt das Handy tagsüber zuhause, der 14jährige nicht. Der 16jährige „hängt“ dafür öfter an der Konsole, wo er mit seinen Freunden spielt.

    Allerdings haben wir das „früh“ angefangen. Wir haben klare Vorgaben von Pflichten und Privilegien. Mediennutzung gehört zu den Privilegien und werden nur von uns gegeben, wenn die Pflichten, also Schulpflicht und Hauspflicht, wahrgenommen werden.

    Meine Söhne hätten mich niemals um eine Entschuldigung gebeten, weil sie die Nacht durchgezockt haben. Die wären müde in die Schule gegangen. Ich hätte keine Entschuldigung ausgestellt. Wer mit 15 so unverantwortlich ist, muss merken wie es ist, wenn man die Grenzen überschreitet, anstatt dass er Schonung erfährt.

    Ein weiteres Problem scheint deine persönliche Unsicherheit zu sein. Du bist dir selbst nicht einig, wie du damit umgehen sollst und dadurch gibt es keine Klarheit. Ich finde, du lässt dir ganz schön viel gefallen und ich meine von einem 15jährigen kann man besseres und regulierteres Verhalten erwarten, als das was dein Sohn zeigt. Klar, er hat schmerzhafte Erfahrungen hinter sich, doch die sollten nicht als Ausrede für schlechtes Benehmen herhalten.

    Vielleicht solltest du dich beraten lassen, damit du dir sicherer wirst, wie du mit ihm und den anderen Kindern diesbezüglich umgehen kannst, dass die Stimmung zuhause besser wird.
    Evangelisch schlecht gelaunt, zieh ich meine Runden
    „Fünf Jahre nicht gesungen“ Thees Uhlmann


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Ja, meine Unsicherheit ist sicher ein Teil des Problems - und dass in der Vergangenheit einiges falsch gelaufen ist, ist mir auch bewusst.

    Gerade die unempathische und abwertende Strenge meines Ex-Manns hat dazu geführt, dass ich in dem Bemühen, das auszugleichen, oft zu milde war - und das Machtvakuum, das er hinterlassen hat, habe ich noch nicht wirklich in allen Situationen gut füllen können, zumal ich auch noch zwei andere Kinder habe, die oftmals ihre eigenen Probleme haben.

    Demnach, was du schreibst (Privilegien werden nur gegeben, wenn die Pflichten erfüllt sind, was eigentlich auch immer mein Ansatz war), ist die Medienzeit bei euch aber in der Hinsicht auch reguliert, oder?

    Pflichten im Haushalt und Lernen für die Schule (zumindest für Latein, sein großes Problemfach), hatte ich bislang immer durchgesetzt - beim Sport, Musikinstrument und Treffen mit Freunden ging es irgendwann einfach nicht mehr, weil mein Sohn partout nicht wollte und es immer nur Gemotze gab. Vielleicht hätte ich das aushalten sollen?

    Meine Frage im Moment wäre, ob ich dem Rat der Therapeutin folgen sollte und einfach sehen, was passiert, oder weiterhin regulieren, diskutieren, ihn zu seinen Pflichten und Aktivitäten quasi zwingen und meine Autorität wieder erlangen bzw. stärker vertreten? Sie persönlich hält das ja offenbar für falsch und nicht zielführend - aber auch das ist ja nur eine Meinung unter vielen, und sie muss nicht mit den Konsequenzen leben?


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Pflichten "erzwingen", soweit möglich, wer wegen Dauerzockerei müde ist muss trotzdem in die Schule, bekommt auf keinen Fall eine Entschuldigung, wer nicht lernt muss evtl ein Schuljahr wiederholen.


  5. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Matheva, ich erkenne mich ein wenig in dem wieder, was du über deinen Sohn schreibst. Nicht komplett, aber ein wenig. Deshalb finde ich Sasapis Vorschlag sehr vernünftig:

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Pflichten "erzwingen", soweit möglich, wer wegen Dauerzockerei müde ist muss trotzdem in die Schule, bekommt auf keinen Fall eine Entschuldigung, wer nicht lernt muss evtl ein Schuljahr wiederholen.
    Ich war ungefähr in dem gleichen Alter, als ich mich aus verschiedenen Gründen sehr in mein "Online-Leben" zurückgezogen hatte. Verbote und Einschränkungen haben nichts gebracht, ich habe immer versucht, sie zu umgehen.
    Wenn dein Sohn kein Interesse mehr am Sport und am Musikinstrument hat, würde ich da auch nicht versuchen, etwas zu erzwingen, das führt vielleicht zu einer noch stärkeren Abwehrhaltung. Vielleicht wird ja auch das Zocken irgendwann uninteressant (oder nimmt zumindest nicht mehr den ganzen Tag ein) und er entdeckt die Freude an diesen Dingenn wieder, aber Freude kann man eben nicht erzwingen.

    Allerdings würde ich ihm dann auch die Verantwortung übertragen, sprich, wenn er dann müde ist, weil er zu lange gezockt hat, ist das sein Problem, Sind seine Noten denn schlechter geworden?


  6. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Matheva Beitrag anzeigen
    Nun habe ich ihm gestern erstmals das Handy komplett freigeschaltet - und er hat wohl die ganze Nacht Videos geschaut. Heute morgen kam er völlig fertig an und verlangte, dass ich ihn für die Schule entschuldigen sollte. Das habe ich nun getan - nachdem er mir versicherte, dass das niemals wieder passieren würde und er sich selbst dafür "hasse", das nicht auf die Reihe bekommen zu haben.
    Hoffentlich einmal und nie wieder!

    Wer die ganze Nacht durchzockt, hockt am nächsten Tag eben komplett übermüdet in der Schule. Selbst schuld.


    Er muss sich dafür nicht hassen, lediglich die Konsequenzen seines Tuns tragen.



    Ich frage mich, wie es nun weitergehen soll?
    ich würde eine Regelung einführen à la: wenn der Notenschnitt gut genug ist (und das mit Zahlen definieren, was "gut genug" heisst - darf auch gerne ein höherer Anspruch sein als einfach durchzurutschen! ist der Medienkonsum frei, da er offensichtlich verantwortungsvoll damit umgeht.

    Wenn die Noten drunter sind - wird die Schraube angezogen. und der Medienkonsum eingeschränkt.

    Und Fehlverhalten noch durch eine Entschuldigung zu unterstützen, gibt's ganz sicher nie nie mehr! Dann schläft er halt in der Schule am Tisch ein und blamiert sich (und wird vor den Rektor zitiert oder was), oder schreibt schlechte Noten. Wer nicht hören will, wird fühlen.



    Nach dem Rat der Psychotherapeutin müsste ich nun freigeschaltet lassen, damit er weiter seine Erfahrungen machen kann. Doch ich frage mich, ob ich ihn dadurch nicht direkt in die Spielsucht laufen lasse?
    Es ist wichtig, dass er vor allem die Konsequenzen seiner Handlungen erfährt!

    ja, ich würde auch Bedenken haben, dass er in Spielsucht rein rutscht.

    Eventuell wär auch mal ein Aufenthalt auf dem Bauernhof (ohne WLAN, aber mit viel harter körperlicher Arbeit) eine gute Idee. Mal aus der Schlaufe rauskommen und was Anderes tun müssen.





    Soll ich wirklich zusehen, wie er noch mehr zu Hause versumpft und ihm die gesamte Verantwortung dafür überlassen?
    ihm die Verantwortung überlassen, ja (sprich: sicher keine Entschuldigungen schreiben), aber zusehen nur mit Grenzen.






    Wenn ich ihn einfach lasse, wie er will, fühle ich mich schlecht, obwohl ich mir dann die zermürbenden Streitereien über PC-Zeiten und Ausflüge etc. sparen würde.
    Warum streitet ihr?

    Du benennst seine Handlungen (zB schlechte Schulnoten), du kündigst eine Konsequenz an, du setzt die Konsequenz um.

    Er muss das nicht mögen, aber schlechte Laune soll er gefälligst nicht vor deinen Augen ausleben.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  7. Avatar von Sneek
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wer die ganze Nacht durchzockt, hockt am nächsten Tag eben komplett übermüdet in der Schule.
    Als junger Mensch hält man eine durchgemachte Nacht auch ohne komplette Übermüdung aus.


  8. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Als junger Mensch hält man eine durchgemachte Nacht auch ohne komplette Übermüdung aus.
    Nicht jeder. Sonst war er danach doch wohl kaum "völlig fertig".


  9. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Das kann man - denk ich - leider nur "falsch" machen.

    Ist man zu liberal und toleriert eine weitgehend uneingeschränkte Mediennutzung, hat man im schlimmsten Fall dazu beigetragen, dass der Sprössling sich noch weiter aus der realen Welt entfernt, noch tiefer in nichtssagende "Online-Freundschaften" eintaucht, das Verhalten und die Gepflogenheiten im Netz ungefiltert zu sehr verinnerlicht und folglich "sozial verkümmert" und evtl. gar eine ernsthafte Gaming-Sucht entwickelt. Von gewaltverherrlichenden, pornographischen Inhalten über untragbare politische Meinungen bishin zum Sumpf zahlreicher Verschwörungstheorien... alles ist im Netz, alles wird gefunden, geteilt, geliked - auch auf dem Pausenhof, auch von Minderjährigen.

    Andererseits ist ein zu restriktives Verhalten natürlich auch schlecht. Schlimmstenfalls schneidet ihn das von einem ernsthaften, langfristigen Gaming-Hobby und den Freundschaften in der Spieler-Community ab, verhindert die Auseinandersetzung mit gegenwärtiger Netzkultur und einem zeitgemäßen Umgang mit modernen Medien und Techniken, was ebenso dazu führen kann, dass er den "Anschluss verpasst" und ausgegrenzt wird. Von reichhaltigen und auch zurecht kontroversen Diskussionen über Nachrichten aus aller Welt hin zu diversen internationalen Kontakten und einem regen Meinungsaustausch - alles ist im Netz, alles wird gefunden, geteilt, etc.

    ...und, was darf's sein? :-)

    Der "gesunde Mittelweg", natürlich. Nur leider gibt es für den kein patentiertes Rezept.

    Ich wüsste nicht, wie ich das handhaben würde. Ein wirklich schwieriges Thema.

    P.S.: Zeit- oder Inhaltsbeschränkungen sind dabei im übrigen oft machtlos. Inhaltsfilter sind in der Praxis weitestgehend nicht funktionell und auch mit einer begrenzten Zugangszeit kann man das eine oder das andere Extrem fördern. Beides scheint für mich nicht "die Lösung (tm)" zu sein.


  10. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Danke für eure Meinungen!

    Zu den Nachfragen: Seine Noten sind über die letzten Jahre schon schlechter geworden, er bringt immer wieder mal Fünfen nach Hause, selten auch mal eine Sechs, dazwischen dann aber wieder überraschend gute Leistungen, weil er offenbar im Unterricht gut aufpasst und sich auch für vieles interessiert und so oft mündlich wieder ausgleichen kann. Dass er auf Latein keine Lust hat, weil er es Ende des Jahres ablegen wird, kann ich auch gut verstehen, allerdings läuft er im Moment Gefahr, dass er nur deswegen sitzen bleibt (glatte Sechs wegen Nichtstun)
    Er war schon immer ein wenig "nerdig", hat großes Fachwissen in vielen Gebieten, hat Sachbücher regelrecht verschlungen, sich immer Freundschaften auf gleicher "Wellenlänge" gewünscht, aber nicht gefunden.
    Seit einigen Wochen hat er "Teamspeak" und steht in regem Kontakt zu den Spielern seines Lieblingsspiels WOT (er spielt nur dieses eine Spiel), was ich im Grunde auch befürworte.

    Dass der Mittelweg am besten ist, sehe ich auch so, und das habe ich bislang auch durchzusetzen versucht. Dennoch gab es ständig Diskussionen und Gebettel um zusätzliche Zeit, immer hatte er Gründe, warum er genau heute noch mehr Zeit braucht und setzte mich ständig unter Druck. Ständig musste ich nachhaken, ob er für die Schule was getan hat, nachprüfen, abfragen - was sehr zermürbend ist.

    Meine Tochter (14), die ihr Handy unbegrenzt nutzen kann, wäre letztes Jahr beinahe durchgefallen, weil sie ebenfalls nichts für die Schule getan hat - doch als es dann Spitz auf Knopf stand, ist sie aufgewacht. Sie sagt inzwischen selbst, dass sie sich bewusst Alternativen zum Medienkonsum suchen möchte, weil ihr das nicht gut tut; allerdings hat sie auch Freunde, mit denen sie etwas unternehmen kann.

    Dass er im Grunde die Konsequenz seines Verhaltens tragen muss, wenn er die Nacht durchmacht, ist mir klar - das werde ich auch nie wieder zulassen. (Allerdings ist mir nicht klar, was genau die Folgen wären, wenn er unentschuldigt nicht kommt und ich dann einen Anruf von der Schule bekomme und sagen muss: Sorry, mein Sohn schwänzt.)

    Mich hat es sehr verunsichert, dass seine Therapeutin, die ihn seit fast drei Jahren kennt, mir ganz direkt rät, dass ich es "einfach laufen lassen" soll und ihn notfalls gegen die Wand fahren lassen, sprich, ggf. Schuljahr verlieren (das wäre psychisch wirklich schlimm für ihn), richtig süchtig werden, total zu Hause versumpfen, übergewichtig werden.
    Ich verstehe ihre Begründung dafür (er muss lernen, das alles selbst zu regulieren), bin aber nicht sicher, ob er das tatsächlich schon kann. Die gängige Praxis in anderen Familien scheint ja doch das Regulieren und Deals abschließen zu sein?

    Mich würde auch interessieren, ob es andere Alleinerziehende gibt, die sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sehen? In meiner Lage fehlt mir oft sehr der Partner, der sich mit einbringt, ausgleicht oder unterstützt. Mein Ex-Mann würde den PC gar nicht erlauben, er wirft mir regelmäßig vor, dass ich den Sohn durch den PC davon abhalte, Zeit mit ihm zu verbringen. Wobei sowohl Jugendamt als auch Therapeutin sagen, dass mein Sohn das ohnehin allein entscheiden darf. Er sieht den Vater relativ unregelmäßig, ich versuche, mich nicht einzumischen, wann und wie lange.

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