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  1. Avatar von Nocturna
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von sphx Beitrag anzeigen
    "Hätte, hätte, ..."[/I] hätte man die Sache mit dem Gaming und dem Internetzugang vielleicht schon von klein auf einstimmig gehandhabt und den Nachwuchs langsam aber sicher an das Thema herangeführt und Verständnis und Eigenverantwortung gefördert, könnte da jetzt mit ~16 vielleicht auch eine andere Situation vorherrschen. Keine Ahnung.
    Nein. Entweder der Sprössling ist fürs Spielen anfällig oder nicht. Wenn es ihn nur mäßig interessiert, wird er super auf alle Reglementierungen reagieren. Ist er aber voller Ehrgeiz und Neugier sich jeden Tag aufs Neue sich mit Gleichgesinnten zu messen, dann wird es für so einen Jüngling nie genug Spielzielzeit geben und wenn es fünf Stunden pro Tag wären.

    Das ist wie mit Alkohol, Tabak, Drogen, Kaffee, Schokolade. Einmal dabei, kommt man nicht mehr ohne weiteres/nie mehr davon los.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  2. Avatar von Sneek
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Du schreibst, Du bist seit zwei Jahren getrennt und sein Vater hätte keinen Computer erlaubt. Hatte Dein Sohn vor der Trennung überhaupt keine Berührungspunkte mit Online-Medien? Kann es sein, dass er da einerseits Nachholbedarf hat und ih andererseits die Erfahrung im Umgang fehlt?

  3. Avatar von fritzi72
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Den Ansatz der Therapeutin mit der Selbstregulierung finde ich richtig und ich würde wahrscheinlich nicht am Medienkonsum/Zocken direkt ansetzen.

    Trotzdem finde ich, dass die Therapeutin ihren Ansatz etwas zu weit ausdehnt und bei einem 15-jährigen die Eltern schon noch gefragt sind, die Selbstregulierung zumindest zu unterstützen.

    Ein Punkt wäre für mich, dass zumindest eine gemeinsame Mahlzeit am Tag unter der Woche und vielleicht zwei pro Tag am Wochende stattfindet/stattfinden und er sich eben nicht immer wegen Zocken ausklinken kann. Die familiäre Gemeinsamkeit halte ich für wichtig und ist auch ein Ansatz, um elterliches Interesse zu zeigen und im Gespräch zu bleiben. Klar wird dann mal gemotzt oder vom Teenie eisern und beleidigt geschwiegen, aber Du bietest ein offenes Ohr und vielleicht gibt es so einen Zugang.
    Gemeinsame Mahlzeit heisst auch, Hilfe bei der Zubereitung oder dem Aufräumen, zumindest mal Tischdecken oder ähnliches.
    Wiederholtes Schuljahr etc würde ich hinnehmen, aber nicht ein völliges Ausklinken aus dem familiären Zusammenhalt, auch wenn er das mit 18 natürlich machen kann.

    Weiter finde ich die Idee gut, dass er sich ausser Online-Spielen eine weitere ausserschulische Freizeitaktivität suchen soll. Das kann irgendwas sein, eine Stunde Joggen in der Woche, Hilfe im Tierheim, Supermarkt-Regale sortieren, jeder erdenkliche Sport, Koch- oder Malkurs, egal, wie abstrus und abseitig, Hauptsache noch irgenwas anderes, damit er sich nicht komplett verliert.

    Darüberhinaus ist der Rest dann wirklich seine Verantwortung mit seinen Konsequenzen. Das Spielfeld ist mit den kleinen Eingrenzungen für ihn als Jugendlichen so noch immer riesig.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Nein. Entweder der Sprössling ist fürs Spielen anfällig oder nicht.
    Das ist mir zu simpel gedacht - die breite Masse bewegt sich nämlich irgendwo dazwischen. Wie auch immer sie da hingekommen ist, also - mit welchem Werdegang auch immer.

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Wenn es ihn nur mäßig interessiert, wird er super auf alle Reglementierungen reagieren. Ist er aber voller Ehrgeiz und Neugier sich jeden Tag aufs Neue sich mit Gleichgesinnten zu messen, dann wird es für so einen Jüngling nie genug Spielzielzeit geben und wenn es fünf Stunden pro Tag wären.
    Huch... also... nee. Die Kids meiner Bekannten verhalten sich nicht so. Und ich denke nicht, dass ich da nur "Einzelfälle" kenne. Im Sommer interessiert die Konsole die nicht übermäßig - und ansonsten kommt es drauf an, welches Spiel gerade die Runde macht. Bei manchen sind sie Feuer und Flamme, bei anderen gar nicht.


    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Das ist wie mit Alkohol, Tabak, Drogen, Kaffee, Schokolade. Einmal dabei, kommt man nicht mehr ohne weiteres/nie mehr davon los.
    ...reden wir noch von Gaming, wie es die große Mehrheit der Kids, insbesondere Jungs irgendwann mal in ihrem Leben für sich entdeckt und betreibt, auf die verschiedenste Art und Weise? Oder sind wir schon beim Erwachsenen der zwanghaft ins Spielcasino fährt?

    Nimms mir nicht übel, aber das klingt ein wenig sehr weit weg von der Welt, wie ich sie wahrnehme. Entweder du bist bereit dich meinen Restriktionen zu fügen, oder du bist Spielsüchtig... ne, das ist mir zu schwarz-weiß.

    Womöglich hab ich aber auch nur was falsch verstanden, ist ja schon spät.


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von sphx Beitrag anzeigen
    ...reden wir noch von Gaming, wie es die große Mehrheit der Kids, insbesondere Jungs irgendwann mal in ihrem Leben für sich entdeckt und betreibt, auf die verschiedenste Art und Weise? Oder sind wir schon beim Erwachsenen der zwanghaft ins Spielcasino fährt?
    Es gibt schon junge Leute, die zwanghaft und massiv gamen und dabei Schule, Lehre, Sport, Freunde und überhaupt alles rechts oder links vom Bildschirm vernachlässigen.

    ja, das ist ähnlich heftig wie Alkoholismus oder Spielsucht.

    Generell kann kein Mensch wählen, auf welche Drogen er oder sie anspringt und auf welche nicht. Es gibt den Kick oder nicht, und wer den Kick kennt, muss schon viel Charakter aufweisen, um widerstehen zu lernen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Matheva Beitrag anzeigen
    Seit einigen Wochen hat er "Teamspeak" und steht in regem Kontakt zu den Spielern seines Lieblingsspiels WOT (er spielt nur dieses eine Spiel), was ich im Grunde auch befürworte.
    Ich zitiere jetzt mal nur diesen Satz hier von dir, weil der mir ins Auge gesprungen ist. WOT = World of Tanks?

    Wenn ja: Ist dir bewusst, dass dieses Spiel auf Mikrotransaktionen basiert, sprich, der Spieler kann sich mit Echtgeld alle möglichen Gegenstände innerhalb des Spiels kaufen?
    Ich spiele das Spiel nicht, aber ich kenne Spiele, die so ähnlich aufgebaut sind. Google mal nach "Lootbox". Das sind quasi Boxen mit virtuellen Gegenständen, die gegen Geld erworben werden können. Das Fiese dabei ist aber, dass man beim Kauf häufig nicht weiß, was in der Box ist, was dem Ganzen ein Glücksspielelement gibt.
    Und tatsächlich wird häufig mit allen möglichen psychologischen Tricks versucht, die Spieler zum Kauf dieser Boxen zu animieren. Es gibt Extremfälle, in denen Leute Tausende von Euro/Dollar/was auch immer für solche Spiele ausgegeben haben.

    In Belgien gelten Lootboxen übrigens anders als in Deutschland als Glücksspiel und mussten daher in einigen Fällen aus Spielen für den belgischen Markt entfernt werden. Ein Handyspiel, das ich auch spiele, ist daraufhin in Belgien gleich ganz vom Markt genommen worden, weil der Entwickler anscheinend keine Lust darauf hatte, die Lootboxen rauszunehmen.

    Das nur mal als Aspekt, der jetzt hier noch gar nicht zur Sprache kam, Hast du mit ihm mal über sowas gesprochen bzw. weißt du, ob er sein Taschengeld dafür ausgibt?

    Der Gedanke ist mir gerade durch den Kopf geschossen, als sphx das Wort "Spielcasino" einbrachte. Ich bin in einer Community für das Handyspiel, das ich spiele. Jedes Mal, wenn neue Lootboxen mit schicken virtuellen Möbeln veröffentlicht werden, kann man in den Postings von einigen Leuten schon einen Zwang erkennen, diese Gegenstände unbedingt haben zu müssen, auch wenn man dafür zigmal virtuelle Lose kaufen muss, Das betrifft natürlich nicht alle - das Thema Lootboxen ist da auch ziemlich kontrovers diskutiert worden und viele verweigern sich dem auch komplett (man MUSS die Gegenstände ja auch nicht haben, man KANN halt aber - und das Spiel bombardiert einen an allen Ecken und Enden mit Werbung dafür).

    Das Gefühl, dass man jetzt noch eine Lootbox kauft, weil darin ja das langersehnte Item sein könnte, kann man vermutlich schon mit dem Gefühl, im Casino noch einmal zu spielen, weil man ja dann gewinnen könnte, vergleichen. Dazu gibt es auch psychologische Untersuchungen.
    Geändert von LilyHydrangea (17.01.2020 um 00:10 Uhr)


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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ja, das ist ähnlich heftig wie Alkoholismus oder Spielsucht.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen:

    Selbstverständlich kann ein extrem ausgeprägtes Gaming-Verhalten zur Sucht werden - und ja, das kann man dann auch durchaus mit dem Suchtpotential anderer Drogen gleichsetzen, oder zumindestens unter ähnlichen Gesichtspunkten betrachten.

    Ich habe ja auch selbst extreme Angesprochen, zwischen denen man sich bewegt.

    Was ich verdeutlichen möchte:

    Es geht hier darum, ob und wie man die Mediennutzung eines 15jährigen beeinflussen sollte - oder eben nicht.

    Ob man nun sehr restriktiv ist, oder durchaus eine umfangreichere Nutzung gestattet - der Sohnemann wird nicht automatisch, nicht über Nacht und nicht ohne weitere Entwicklung zum "Gaming-Junkie". Es kann sogar soweit kommen, dass ein zu drastisches Unterbinden dieses Medienkonsums das genaue Gegenteil bewirkt und deshalb erst recht zu den ungewünschten Verhaltensweisen führt.

    Ob der Suchtfaktor eine Rolle spielen wird, wann und in welchem Ausmaß - das ist aber erstmal ungewiss. Und man kann dem natürlich auch entgegenwirken.

    (Kleine Anmerkung am Rand: Eltern, die der Meinung sind, ihre Kinder wären zu sehr von einem Spielgerät abhängig, sollen sich doch zunächst bitte an der eigenen Nase fassen und zumindestens versuchen, nur noch eine Stunde am Tag auf das Display ihres Smartphones zu sehen - da reht sich die Situation dann oft ganz schnell um...)


    Und da sind wir nun beim Beitrag von Nocturna, dem ich vehement widersprechen möchte:

    Ich äußerte, dass eine frühzeitige, stets begleitete und abgestimmte Herangehensweise zum Umgang mit derartigen Medien zu einer womöglich deutlich besseren Situation geführt hätte - und Nocturna entgegnet mit "Nein. Entweder der Sprössling ist fürs Spielen anfällig oder nicht.". Und das halte ich für zu kurz und zu einseitig gedacht - so stellt es sich mir einfach nicht dar.

    Dass es darum geht, es gar nicht erst zum problematischen Verhalten kommen zu lassen, versteht sich hoffentlich von selbst. Inwiefern man das aber nun mit einem ~16jährigen noch sinnvoll hinbekommt, wage ich nach wie vor zu bezweifeln.

    Sehr sehr schön ist auch der Beitrag von LilyHydrangea zum Thema der "Lootboxen"! Neben den persönlichen, individuellen Dingen, die das Gaming-Verhalten beeinflussen, geben sich die "schwarzen Schafe" in dieser Industrie auch wirklich Mühe, ihre Spiele so "fesselnd" wie möglich zu gestalten - teils auch über die Grenzen der Gesetzgebung und jegliche Erkenntnisse der Suchtforschung hinweg. Das macht die Sache nicht leichter.

    ...und bis jetzt wurde "Gaming" eher Allgemein angesprochen. Machen wir es mal konkreter und sprechen wir von "Gaming auf dem Smartphone". Da gelten, zusätzlich zur Smartphone-Sucht, auch die meisten Punkte von "herkömmlichem" Gaming - was die Sache noch deutlich unschöner und komplizierter macht.

    Ich bleibe dabei: Man hätte, wenn man frühzeitig... etc.

  8. Avatar von Nocturna
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von sphx Beitrag anzeigen
    Ich äußerte, dass eine frühzeitige, stets begleitete und abgestimmte Herangehensweise zum Umgang mit derartigen Medien zu einer womöglich deutlich besseren Situation geführt hätte - und Nocturna entgegnet mit "Nein. Entweder der Sprössling ist fürs Spielen anfällig oder nicht.". Und das halte ich für zu kurz und zu einseitig gedacht - so stellt es sich mir einfach nicht dar.
    Wenn Erziehung bei allen Kindern gleich funktionieren würde, dann gäbe es keine zigtausend Bücher darüber und auch keine Auffälligkeiten. Ich zweifle nicht daran, dass du es so erlebt hast, ich habe meine Erfahrungen. Beide sind real. Und nun?

    Wir waren unserem Sohn ein schlechtes Vorbild, teilweise berufsbedingt, aber auch im Freizeitverhalten. Wenn man ein EDV-Business hat, dann bleibt es nicht aus, dass der Vater auch am Wochenende vorm PC sitzt. Ich wiederum war schon vom Medium PC + Internet fasziniert, als es noch in den Anfangszügen lag (ich sage nur 2400 Modem) und die Masse noch keine Ahnung davon hatte. Entsprechend hat uns mein Sohn oft vor dem PC gefunden, aber kaum jemals vorm Fernseher.

    Mein Sohn hat mit 3 oder 4 Jahren die erste Maus in der Hand gehabt und natürlich nur pädagogisch wertvolle Spiele mit strenger zeitlicher Begrenzung gespielt. Aber, was soll ich sagen? Es war klar, dass ihn seit diesem Zeitpunkt keine andere Beschäftigung in diesem Ausmaß fasziniert hat und wenn es nur darum ging spielerisch die Wäsche aus der Maschine auf die Wäscheleine zu klicken (das allererste Spiel).

    Wir hatten selbstverständlich zeitliche Beschränkungen und Regeln wie erst Lego aufräumen, dann darfst du spielen. Dennoch, die virtuelle Welt war seitdem stets einen Tick interessanter. Mit 6 Jahren herum hat mein Junior seine Fernsehzeit komplett gestrichen zugunsten Zeit am PC und das wars dann auch. Für das deutsche Fernsehen ist er jedenfalls verloren.

    Mein Sohn ist der älteste Junge im Freundeskreis, zwei Jahre Abstand. Wir waren für eine Familie stets ein abschreckendes Beispiel. Die Mutter war deswegen strikt gegen alle PC-Spiele und hat ihren Junior über viele Jahre sehr stark reglementiert. Was soll ich sagen? Er und mein Sohn sind die besten Gamerkumpels überhaupt, seitdem der Freund 16 wurde und sich von seiner Mutter nichts mehr vorschreiben lassen wollte. Ein typischer Fall von Sofortinfektion beim ersten Zocken eines Spiels.

    Gerade die MMORGS sind pure Faszination für sehr viele Jugendliche weltweit und man kommt davon fast nicht mehr los. China hat jetzt erkannt, wie sehr es seine Jugend beeinflusst und die Spielzeiten via Gesetz geregelt. Es sind nur noch 90 Minuten unter der Woche erlaubt bis max 22 Uhr und am Wochende und in den Ferien 3 Stunden. Da ich nicht vermute, dass es Chinas ehrgeizigen Eltern an Willen zur Reglementierung ihrer Kinder mangelt, kann man davon ausgehen, dass das Suchtpotential einfach riesig ist, wenn es jetzt ein Gesetz dafür gibt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  9. Avatar von Sneek
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von LilyHydrangea Beitrag anzeigen
    Das nur mal als Aspekt, der jetzt hier noch gar nicht zur Sprache kam, Hast du mit ihm mal über sowas gesprochen bzw. weißt du, ob er sein Taschengeld dafür ausgibt?
    Interessanter Aspekt. Wie wird denn das bezahlt?


  10. Registriert seit
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    AW: Mediennutzung für 15-jährigen begrenzen - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Und nun?
    Nun freuen wir uns, es selbst doch ein Stück besser erlebt zu haben - und aufs Wochenende, sofern beim EDV-Geschäft eines mit entsprechender Freizeit bevorsteht :-)

    Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das Spielen am PC schon im Kindergartenalter, oder das andere Extrem in der resultierenden "ich lass mir nichts mehr sagen!"-Haltung des 16jährigen Gamer-Kumpels dem entsprechen, was ich als "begleitete und abgestimmte Herangehensweise zum Umgang mit derartigen Medien" bezeichnete. Eher weniger, denke ich.

    Wie schon erwähnt: Ich wüsste auch wirklich nicht, wie ich das handhaben würde.

    Oft genug gelingt es jedenfalls, dass aus Gamingvernarrten "Sonderlingen" doch etwas entsteht, was man als "ganz normal" bezeichnen kann. Wir sehen in der breiten Masse schließlich nicht nur die beiden Lager derer, die Games nur mit gestelltem Timer spielen, oder derer, die quasi schon süchtig sind. Zum großen Glück befindet sich die Mehrheit irgendwo dazwischen.

    Wie haben wir das eigentlich geschafft? In meinem Fall: Ohne zutun der Eltern. Einschränkungen wurden natürlich umgangen, was auch sonst. Eltern können den Einfallsreichtum der Kinder wohl gar nicht überschätzen - irgend ein Weg findet sich immer.

    (Es ist erstaunlich, in wie jungen Jahren man an wie viele Netzkabel rankommt, weil die Eltern das mal wieder weggesperrt haben...)

    Muss also irgendwie aus einem selbst entstanden sein, das "Gespür" für ein sinnvolles Maß. Da wiederum haben die Eltern anscheinend doch was richtig gemacht. Dafür mal ein Danke an dieser Stelle, auch wenn sie das nicht lesen :-)

    Update, zu:

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Interessanter Aspekt. Wie wird denn das bezahlt?
    Auf die verschiedensten Arten. Ein Bankonto muss noch nicht mal zwingend vorhanden sein.

    Ein Beispiel: IngameStore - Zahlungsmittel & Zahlungsmethoden

    Die dort erwähnte "Paysafecard" entspricht zum Beispiel der Vorgehensweise, dass ich in einem Ladengeschäft oder einer Tankstelle, die diese Zahlungsart führt, dem Kassierer Bargeld gebe und er mir daraufhin einen Kassenbeleg in die Hand drückt, auf dem ein Code vermerkt ist.

    Es genügt, diesen Code Online bei der Bezahlung einzugeben - fertig.

    Keine Bank, keine Authorisierung, keine Nachvollziehbarkeit. Und die "Hemmschwelle" der Kassierer, ob und wie viel Geld sie bei welchem Kunden in diese Paysafecard-Codes umwandeln, ist sicher sehr verschieden. Vermutlich wird ein deutlich Minderjähriger da nicht recht weit kommen, aber in der richtigen Kombination aus Auftreten, Kassierer-Mentalität und ggf. noch hilfreichen Freunden - da geht schon was.

    Oh, und: Nicht selten gibt es auch ein eigenes Währungssystem in den Spielen. Dann kann man für Bares Geld zunächst mal die passende virtuelle Währung erwerben und diese dann im Spiel ausgeben. Das ist nochmal ein Unterschied, weil in solchen Fällen nicht all zu oft genau der Betrag, den ein gewünschtes Spielobjekt kostet, in die Spielewährung fließt - sondern mehr.

    Ein plumpes Beispiel: Das gewünschte Objekt ist ein spezieller Ausrüstungsgegenstand für die Spielfigur, der im Game 350 Gulden kostet. Und wir nehmen an, dass es nicht möglich ist, das Objekt direkt gegen einen entsprechenden Betrag in Euro zu erhalten - aber man kann Gulden kaufen, und zwar 1000 Stück für 10€. Das macht man, weil man das Objekt ja erwerben möchte. Und dann hat man aber noch ein Spiele-Guthaben von 650 Gulden übrig, die man sich natürlich so gut wie gar nicht wieder als € erstatten lassen kann.

    Wie die Geschichte dann weitergeht: Man findet noch ein Objekt für 350 Gulden, das man sich dann auch leistet. Und man hat ja nun ja schon zwei tolle Objekte erworben und merkt im Spiel bereits, wie viel besser das damit funktioniert. Und naja - für das Dritte Objekt für 350 Gulden reicht es ja nun nicht mehr ganz, der Kontostand beläuft sich in diesem Moment auf 300 gulden. Hey, da fehlen doch nur 50! Also mal eben schnell noch einen weiteren zehn Euro Schein gegen 1000 Gulden.... etc.

    Im Bereich Smartphone-Gaming ist das noch viel perfider. Bezahlung direkt per Telefon (Guthaben oder Monatsabrechnung) und deutlich geringere Beträge, nicht selten unter einem Euro. Wo genau die Hemmschwelle da dann liegt, kann sich wohl jeder vorstellen.
    Geändert von sphx (17.01.2020 um 11:11 Uhr)

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