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    Sohn (12) und Freundschaften

    Hallo in die Runde,

    zwar lese ich schon sehr lange hier mit, doch heute möchte ich mich mit einem Thema an Euch wenden, das mich schon seit einer Weile umtreibt:

    Mein Sohn (12 Jahre, 6. Klasse) tut sich ziemlich schwer damit, Freundschaften zu schließen. Es gibt in seiner Klasse einige Jungen, die er nett findet - nur haben die irgendwie keine Zeit für ihn. Er tut mir so Leid, wenn er nachmittags Lust hat, jemanden zu treffen, und dann einen Jungen nach dem anderen abtelefoniert, nur um zu hören, dass A sich schon mit B trifft, C Besuch von Oma hat, D beim Tennis ist und E noch Mathe lernen muss. Und das kommt quasi regelmäßig vor. Bei ihm ruft leider auch nie jemand von sich aus an, die Initiative muss immer von ihm ausgehen.

    Letztes und dieses Jahr hat er ein paar Jungen zum Geburtstag eingeladen, die sind auch gekommen, und ich hatte nicht den Eindruck, dass sie ihn nicht mögen. Irgendwie haben sie ihn einfach nur nicht auf dem Schirm. Im Gegenzug war er zum Beispiel auch auf keinem einzigen Geburtstag der anderen eingeladen. Auch nicht bei dem Jungen, mit dem er sich um Ostern herum ziemlich regelmäßig getroffen hat, und der auch einmal hier übernachtet hat. (Da hatte ich eigentlich gedacht, sie hätten sich ganz gut angefreundet.)

    Ein Teil des Problems ist sicherlich, dass sich diese spezielle Jungen-Gruppe noch aus dem Kindergarten kennt und sich schon seither miteinander verabredet. Auch die Mütter sind untereinander befreundet. Unser Sohn ist eben letztes Jahr erst in der 5. Klasse dazugestoßen und kommt in diese Gruppe einfach nicht mehr richtig rein. (Er war in einem anderen Kindergarten und, da wir in einer anderen Ecke der Statdt wohnen, auch auf einer anderen Grundschule.) Ich vermute, dass die Mütter teilweise diese Verabredungen auch noch untereinander ausmachen (möglicherweise per Whats App - so à la "Wollen wir A und B heute Nachmittag nicht ins Schwimmbad schicken? Ich fahre hin, holst Du sie ab?").

    Es gibt in der Klasse wohl noch eine andere Jungengruppe, mit denen er aber nicht so richtig was anfangen kann.

    Hat jemand so etwas ähnliches schon erlebt? Ich weiß ja, dass ich da letzten Endes nichts tun kann, aber mir tut mein Kind wirklich Leid. Eigentlich müsste ich ihm raten, sich andere Freunde zu suchen - aber Klassenkameraden sind nun einmal wirklich das Naheliegendste. Er geht einmal die Woche zum Sport, spielt ein Instrument und geht zweimal die Woche in eine kirchliche Jugendgruppe. (Gerade bei letzterem bestärke ich ihn immer wieder, weniger weil wir besonders gläubig sind, sondern weil er dort einfach auch die Gelegenheit hat, nicht nur ein paar seiner Klassenkameraden, sondern auch andere Jungs in seinem Alter zu treffen.)

  2. Avatar von Pola
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    AW: Sohn (12) und Freundschaften

    Hat er sich schon immer mit Freundschaften schwer getan? Dann liegt es wohl eher nicht an den anderen Müttern, die „hinterrücks“ Verabredungen treffen. Das dürfte ohnehin sehr schnell vorbei sein, dass die Mütter da mitreden.

    Wenn er früher Freunde hatte: Wo sind die jetzt? Ein Schulwechsel muss da ja nicht das Ende bedeuten, vielleicht kann man da was reaktivieren. Was ist mit den Kindern aus Sport- und Jugendgruppe? Niemand mit „Freund“-Potenzial dabei?

    Ich denke, es ist wichtig hier zu trennen: Ist es quasi Pech, dass es in der Klasse bereits eine eingeschworene Clique gibt oder ist das ein Muster seit dem Kindergarten. Ist es Pech mit der Schule, kann man sich vielleicht auf Kontakte ausserhalb der Schule fokussieren. Ist es ein Muster, bliebe noch die Frage nach dem Leidensdruck. Evtl. gibt es eine Beratungsstelle, die ihm helfen kann, dem Muster auf die Spur zu kommen.

    Auf jeden Fall ist es doch toll, dass er trotzdem Kinder anruft und einlädt!


  3. Registriert seit
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    AW: Sohn (12) und Freundschaften

    Im Kindergarten hatte er Freundschaften - einen guten Freund in seinem Alter und zwei, die älter waren. Zu den beiden Älteren hat sich der Kontakt einfach verloren, als sie erst mal alle in der Grundschule und in unterschiedlichen Klassen waren. Zu dem Gleichaltrigen dann im Laufe der Grundschule.

    Die anderen Freunde aus der Grundschule: einer weggezogen, einer auf einer anderen Schule (den sieht er aber ab und zu beim Musikunterricht, und dann fällt ihnen auch immer ein, dass sie sich ja mal wieder treffen könnten), und der dritte ist Teil der Clique, die sich schon aus dem Kindergarten kennt. Der war zwar mit meinem Sohn in der Klasse, hat aber trotzdem immer noch viel Kontakt mit den anderen gehabt und jetzt natürlich Glück gehabt, dass sie wieder alle zusammen sind.

    Wir (also mein Mann und ich) hatten tatsächlich mal drüber nachgedacht, uns extern Hilfe zu suchen, oder beraten zu lassen haben aber keine Ahnung, was dan als Anlaufstelle in Frage käme.

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