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    AW: LRS/Legasthenie ; Erfahrungsaustausch/Selbsthilfegruppe NRW gesucht

    Mein Sohn, heute 28, hatte Legasthenie. Wir hatten eine ganz tolle Grundschullehrerin, kaum Therapiemöglichkeiten vor 20 Jahren im ländlichen Raum. Ich habe mit ihm über ca. 1,5 Jahre zu Hause 2 Stunden pro Woche das Marburger Rechtschreibtraining gemacht. Er war zunächst auf dem Gymnasium (sehr sehr wenig Verständnis und praktisch keine Unterstützung). Die hatten wir durch unseren Kinderarzt, der selbst Legastheniker ist (war). Wir sind dann in die USA. Dort kam er in der Highschool sehr gut zurecht, hat in den USA Maschinenbau studiert und arbeitet heute auf seinem Gebiet, erst in den USA, dann in Deutschland sehr erfolgreich.

    Das Marburger Rechtschreibtraining hat ihm sehr geholfen. Er sagt, dass er die dort gelernten auf Regeln basierenden Strategien noch heute im Kopf hat.

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    AW: LRS/Legasthenie ; Erfahrungsaustausch/Selbsthilfegruppe NRW gesucht

    Bei echter Legasthenie ist stures Auswendiglernen nur kurzfristig hilfreich. Beim nächsten Diktat sitzt das frisch gepaukte, aber das „alte• Wissen ist weg,

    Ich habe mir und meinem Kind damit die ersten beiden Schuljahre zur Hölle gemacht, mit sehr mäßigem Erfolg.

    Regelmäßiges Üben ist das A und O, aber man muss wissen, _wie_. Und nicht nur Schreiben üben, auch Lesen!

    Emi, hat man euch erklärt, welche Fehler eure Tochter hauptsächlich macht? Verdreht sie die Buchstaben im Wort (iene / hone statt eine / ohne) oder vergisst sie Buchstaben im Wort (Tael statt Tafel)?

    Wie ist es mit dem verstehenden Lesen?

    Was unseren Kindern beim Schreiben lernen zB geholfen hat, war das Silbenklatschen. Also das Trennen der Worte beim Sprechen in Silben und bei jeder Silbe wird dazu in die Hände geklatscht.

    Buchstabierübungen und -spiele wie Scrabbel sind auch gut.

    Und ermuntere sie, zu lesen. Ganz egal, was. Auch Comics sind Lesestoff. 🙂 Legastheniker prägen sich die richtige Schreibweise oft durch optische Wiederholung ein, wie eigentlich fast jeder.

    Ebenso kleine Schreibaufgaben. Den Einkaufszettel zum Beispiel, oder eine Kurznachricht (auf dem Papier) „bin bei der Hedwig spielen“.

    Die richtige Schule ist schwierig zu finden.

    Kleine Klassen sind auf jeden Fall von Vorteil, grade wenn die Konzentration nicht so gut ist. Denn oft genug „hören“ die Kinder die Buchstaben in der Aussprache nicht.

    Gibt es bei euch so was wie den Tag der offenen Tür an den weiterführenden Schulen? Wenn ihr da hingeht, fragt wie die Schule zu dem Thema steht. Das ist oft schon recht aufschlussreich.

    Bei der Wahl der 2. Fremdsprache hat man uns damals geraten, nicht Französisch zu nehmen. Eher Russisch oder besser noch Latein.
    In beiden Sprachen wird gesprochen wie geschrieben, was im französischen ganz und gar nicht so ist.

    Ist deine Tochter verbal gut drauf, dann ermuntere sie, sich in der Schule mündlich einzubringen. Grade in der weiterführenden Schule kann sie durch mündliche Aufgaben und Mitarbeit mit guten Noten die schlechten schriftlichen ausgleichen.

    Mein großes Kind hat sich regelmäßig freiwillig für Referate gemeldet, wenn es mit den Noten eng wurde.
    Da wurde nur die mündliche Leistung bewertet, die schriftliche Vorlage nicht.

    Die Berufsschule hat mein anderes Kind nach dem Fachabi als Klassenbester abgeschlossen. Ohne NachteilsAusgleich.

    Google mal nach dem Buch „Legasthenie als Talentsignal“. Das erklärt ganz gut, dass und wie Legastheniker anders ticken.
    Geändert von na_ich (10.10.2019 um 11:47 Uhr) Grund: Korrektur

  3. VIP

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    AW: LRS/Legasthenie ; Erfahrungsaustausch/Selbsthilfegruppe NRW gesucht

    Auch ich habe ein Kind mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Vermutlich erworben durch die „Schreiben durch Lesen“ Methode plus mit einer leichten auditiven Wahrnehmungsproblematik. Er hat Schwierigkeiten den Unterschied zwischen ähnlich klingenden Lauten. Dies wurde erst sehr spät festgestellt und hätte früher besser mit Logopädie behandelt werden können.
    Mein Kind ist nur wegen mir zum Kinder- und Jugendpsychiater gegangen. Die Lehrer haben kein Problem gesehen. Allerdings waren die Testergebnisse sehr deutlich und sind es über die Jahre auch immer geblieben. Es trat eine leichte Verbesserung ein, was die Rechtschreibung und Lesen angeht. Allerdings ist er immer noch nicht auf dem altersentsprechenden Niveau. Vor allen Dingen ist er „zu“ langsam in den Tests. Er macht wenig Fehler, aber er braucht mehr Zeit als seine Altersgenossen.
    Er hat einen Nachteilsausgleich (mehr Zeit, keine Bewertung der Rechtschreibung), der aktuell nicht angewendet wird wenn er keinen Bedarf anmeldet. Denn trotz aller Schwierigkeiten gehört er zu den besten Schülern in der Klasse (10). Er macht weniger Rechtschreibfehler, die, die er macht seien typisch legasthenisch, sagt der Deutschlehrer.

    In der Grundschule gab es Förderung, hier wurde das Marburger Rechtschreibtraining wie auch das Konzentrationstraining, durchgeführt. Außerdem gab es für die Kinder mit Legasthenie Lückentextdiktate, mehr Zeit, Wörterbücher. Auch ohne offiziellen Nachweis. Die Schule war sehr gut bei der Unterstützung, war allerdings schlecht im Erkennen, insbesondere bei „leichten“ Fällen.

    Zuhause haben wir erst mal das Material E.U.L.E. Das wir von der Schule empfohlen bekommen haben durch gearbeitet. Dann viel gelesen, er musste auch viel Abschreiben, d. H. Aufmerksames Abschreiben, Zettelkastenmethode. Genutzt habe ich das Buch „Das Rechtschreibspiel“ von Arnd Stein.


    Im Vergleich zu seinem Bruder hat er viel weniger in der Grundschule geschrieben. Weswegen ich die Abschreibmethode sehr befürworte.

    Doch es ist wie bei allem: die Kinder sind verschieden und nicht jede Methode passt auf jeden Legastheniker, da die Ursachen dafür auch verschieden sind.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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