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  1. Avatar von Blue2012
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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    @Spatz: Ich schließe mich Stina und Macani an.
    Wir sind ja hier in Bayern, und mir kommt die erste Klasse sicher nicht wie eine Kindergartenerweiterung vor. Mir kommt es eher so vor, als würde die Lehrerin ganz ruhig und ganz gewissenhaft die Kinder vorbereiten, auf den "Ansturm", der noch kommt.

    Eure Diskussion hier fand ich spannend.
    Ich persönlich bin ambivalent: Auf der einen Seite ist es ungünstig, wenn die Lehrerin dem Kind direkt sagt, sie ist Klassenbeste, auf der anderen Seite würde ich mich als Mutter auch irgendwie freuen, dass es einfach flutscht. Bedenkt man, dass Almas Tochter eine Hauptrolle in einem kleinen Theaterstück in der Schule bekommen hat, dann ist das vielleicht ein Anzeichen, dass da einfach inhaltlich "was geht". Und das ist schön. - Mehr Gewicht würde ich der Aussage dann auch nicht beimessen, ehrlich gesagt.

    Im Gespräch mit unserer Lehrerin kam mir das alles eher noch recht "wertfrei" vor. Ich schätze meine Tochter im Mittelfeld ein, und das geht auch in Ordnung so. Für mich ist relevant, dass sich mein Kind gut an die Klassenregeln halten kann, dass sie aktiv mit macht und konzentriert mit einer guten Arbeitshaltung ihre Sachen erledigt.



    Da hier so viele Kinder schon richtig fit sind im Lesen, muss ja einer den Durchschnitt nach unten ziehen (Mit Bayern im Schlepptau übernehme ich das hier mal großzügig). Daher vermelde ich: Weiterhin hat Kind kein bischen Spaß am Lesen. Es geht schleppend voran. Kind fliegt nix zu, sie muss es sich er-arbeiten.
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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Für mich ist relevant, dass sich mein Kind gut an die Klassenregeln halten kann, dass sie aktiv mit macht und konzentriert mit einer guten Arbeitshaltung ihre Sachen erledigt. [...]

    Da hier so viele Kinder schon richtig fit sind im Lesen, muss ja einer den Durchschnitt nach unten ziehen (Mit Bayern im Schlepptau übernehme ich das hier mal großzügig). Daher vermelde ich: Weiterhin hat Kind kein bischen Spaß am Lesen. Es geht schleppend voran. Kind fliegt nix zu, sie muss es sich er-arbeiten.
    Wenn sie gut mitmacht, ist doch alles gebongt. Dann wird sie es lernen. So wahnsinnig viel Stoff wird ja in den vier Jahren gar nicht gemacht. Hauptziel ist neben Lesen, Schreiben, Rechnen eben auch Arbeitshaltung, Strukturen anerkennen, mitmachen, Selbstorganisation, usw. Wenn das alles stimmt, dass lernen die Kinder den Stoff nebenher.

    Außerdem sind die Aussagen hier wirklich sehr BRI-biased. Die Mutter des langsamen Kindes in unserer Klasse wäre gar nicht in der Lage hier mitzuschreiben. Ich stöbere manchmal in Lehrerforen und da fragte vor ein paar Tagen eine Grundschullehrerin nach Lernbegleitung o.ä. für einen ihrer Erstklässler, der bis jetzt gerade mal drei Buchstaben rudimentär verstanden hatte und weit davon entfernt war, die zusammenziehen zu können. Da kommt einem die eigenen Bedenken dann schon etwas abgehoben vor.


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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    In der Hattie-Studie ist das Geburtsgewicht ein wichtiger Faktor was den Schulerfolg angeht. Mehr als Hausaufgaben und Fachkompetenz der Lehrer.
    In der Kiggs Studie von 2010 steht "Das Geburtsgewicht des Kindes lag hingegen in Familien mit niedrigem Sozialstatus signifikant unter dem von Kindern aus den höheren Statusgruppen.", das findet man immer wieder (liegt vor allem am Rauchen). Daher wundert mich der Zusammenhang gar nicht. Wobei es auch Studien gibt, die versuchen, den sozioökonomischen Effekt rauszurechnen, und auch dann noch eine Korrelation "dicke Kinder - gute Schulabschlüsse" sehen.


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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von lieselotte14 Beitrag anzeigen
    Es gibt übrigens Studien, dass die jüngsten Kinder eines Jahrgangs schlechtere Leistungen bringen, als die ältesten Kinder des Jahrgangs. Das gleicht sich leider auch nicht irgendwann an, sondern zieht sich durch die gesamte Schullaufbahn. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Da die Datenlage in diesem Bereich ja sehr gut ist, kann man die Effekte tatsächlich alle herausrechnen.

    Im Buch Outliers von Malcom Gladwell wird das ganz gut beschrieben. (dt. Überflieger meine ich mich zu erinnern). Am auffälligsten ist der Effekt im Sport, weil die Kohorten da überall jahrgangsweise gebildet werden. Die schulischen Dinge sind etwas schwerer zu messen, da Einschulung, Stichtag usw regional verschieden sind, den Effekt gibt es aber genauso.
    Mir ist aufgefallen, dass hier in Bayern verstärkt den Eltern sehr jung eingeschulter Kinder dazu geraten wird, die 2.Klasse wiederholen zu lassen. Und das schon, wenn die Leistungen im unteren Mittelfeld liegen, nicht nur bei den ganz schwachen. Oft geht es darum, dass die Kinder einfach zu langsam sind. In den mir bekannten Fällen ist vom Elternhaus her aber viel Unterstützung vorhanden.

    Nun wäre es ja spannend, ob durch das Wiederholen dieser Effekt aufgehoben wird?
    Kann jemand etwas dazu sagen?

  5. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    In der Kiggs Studie von 2010 steht "Das Geburtsgewicht des Kindes lag hingegen in Familien mit niedrigem Sozialstatus signifikant unter dem von Kindern aus den höheren Statusgruppen.", das findet man immer wieder (liegt vor allem am Rauchen). Daher wundert mich der Zusammenhang gar nicht. Wobei es auch Studien gibt, die versuchen, den sozioökonomischen Effekt rauszurechnen, und auch dann noch eine Korrelation "dicke Kinder - gute Schulabschlüsse" sehen.
    Der Soziale Status als Einflussgröße wird in der Hattie-Studie extra aufgeführt und liegt über dem Geburtsgewicht. Diese Einflussfaktoren werden in der Hattie-Studie einzeln aufgeführt, was ich interessant finde, weil darin Dinge stehen, die ich so nicht in den Kontext des Bildungserfolgs sehen würde. Ich bin mir auch sicher, dass diese sich gegenseitig bedingen. Auch für Lehrer finde ich diese Studie interessant. Ob mal allerdings mit den „richtigen“ Lehrmethoden ungünstige Einflüsse aus der Familie beheben kann, stelle ich in Frage.
    Evangelisch schlecht gelaunt, zieh ich meine Runden
    „Fünf Jahre nicht gesungen“ Thees Uhlmann


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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    Daher vermelde ich: Weiterhin hat Kind kein bischen Spaß am Lesen. Es geht schleppend voran. Kind fliegt nix zu, sie muss es sich er-arbeiten.
    Blue, ich denke, das mit dem Spaß am Lesen ist schwierig, solange es noch so mühsam ist und wenn man das als Mutter jeden Tag miterlebt, ist es auch nicht leicht, da einen Fortschritt zu erkennen.

    Ich sehe mein Enkelkind ja nur alle paar Wochen für 3-4 Tage. So von Mitte Oktober bis Mitte November dachte ich auch: Mmmh, da hat sich aber nicht viel getan. (Das hab ich natürlich für mich behalten.)

    Dann war ich aber Anfang Dezember wieder da und konnte einen sehr deutlichen Fortschritt feststellen, das Lesen ging auf jeden Fall um einiges schneller als drei Wochen zuvor.
    Er liest aber auch nur 10 - 15 Minuten pro Tag. Das ist die Zeit, die für den Lese-Pass von der Lehrerin vorgegeben ist und er achtet auch selbst darauf, das einzuhalten. Mehr Lesezeit ist nur drin, wenn das Buch spannend ist, was bei den reinen Anfängerbüchern nicht wirklich der Fall ist.
    Die Bücher, wo abwechselnd gelesen wird, finden eher Interesse und die Lesemotivation ist höher, weil er wissen möchte, wie es weiter geht.

    Trotz allem ist es noch mühsam und nach 15 Minuten durchgehendem Lesen ist er echt erschöpft. Ihm fliegt das auch nicht zu, aber er bleibt dran, weil er tatsächlich die guten Leser irgendwann einholen will. Ich hab schon den Eindruck, dass ihn das anspornt.


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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Uff, jetzt habe ich die ganze Diskussion hier verpasst, die ich mit losgetreten habe.

    Ich wollte aber jetzt noch mal Alma beipflichten. Während mein Großer ja ein Kind war, dem jedes Jahr in der Grundschule nahegelegt wurde, das Jahr zu wiederholen, fiel meinem Kleinen alles total leicht. Trotzdem (weil er das Theater mit dem Großen mitbekommen hatte) war er in den ersten beiden Schuljahren von einer irrationalen Angst gepackt, das könne ihm passieren, dass er ein Jahr wiederholen müsse. Tests oder Lernzielkontrollen wurden nicht geschrieben, in den Entwicklungsgesprächen seine guten schulischen Leistungen nicht gewürdigt bzw. er bekam es gar nicht mit, weil das so vage ausgedrückt wurde, dass er nur den Teil hörte, der mit seinem (nicht so optimalen) Sozialverhalten zu tun hatte.
    Erst als dann in der 3. und 4. Klasse Tests geschrieben wurden, und er merkte, wie gut die ausfielen (immer noch keine Noten, aber wenn man volle Punktzahl oder einen Punkt darunter hat, merkt man ja dann doch, dass das gut ist), verließ ihn seine Panik, er müsse eine Klasse wiederholen.
    (Ja, und natürlich haben wir ihm immer gesagt, das sei Quatsch, er sei doch ein guter Schüler, er müsse sich keine Sorgen machen.)

    Aber dem hätte es sicher gut getan, ihm mal zu sagen: "du bist einer der besten Schüler in der Klasse" (man muss ja gar nicht sagen Klassenbester), und nach der klaren Aussage dann über das Sozialverhalten reden können, an dem noch zu arbeiten ist. Wie bei Almas Tochter. Geprahlt hätte er damit sicher nicht.

    Entsprechend panisch kam er in die 5. Klasse, und erst jetzt, wo alle Klassenarbeiten mit 1 und 2 zurückkommen merkt man, wie er ruhiger wird, weil er endlich weiß, wo er sich einsortieren soll.
    Es muss ja nichts heißen, dass man "Klassenbester" ist. Je nach Leistungsstand der Klasse kann das was bedeuten oder nicht. Aber trotzdem merke ich, dass die Kinder schon einen Drang haben, sich irgendwo zu verorten - nicht um sich besser oder schlechter zu fühlen, sondern um zu wissen, woran sie sind.

    So wie es dem Großen auch gut tut, nicht nur zur hören, dass er sich in irgendeinem Bereich verbessert hat, sondern durchaus auch, dass das zwar gut und toll ist, aber evtl. nicht reicht, um im nächsten Schuljahr versetzt zu werden. Ich finde, wenn man wertschätzend mit den Kindern umgeht, kann man auch klare Rückmeldung geben.

  8. Moderation Avatar von Stina
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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Tigerente, ich finde auch, dass man da kein großes Aufhebens drum machen muss, wenn das nun einmal so geäußert wurde, ich war einfach nur verwundert. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass man Kindern sehr klare Rückmeldungen über ihren Leistungsstand geben kann, ohne diesen in Relation zu anderen zu setzen.

    "Du bist in allen Fächern sehr sicher und kannst oft schon mehr als ich erwarten würde. Du bringst wertvolle Wortbeitträge und mir fällt auf, dass Du ein großes Allgemeinwissen hast". Das ist doch eine absolut klare Rückmeldung ans Kind, die es von allenen Zweifelln befreit und ohne dass gleichzeitig gesagt wird "du bist da besser als die anderen".
    12 26. We are Family.

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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Lernzielkontrollen sind auf jeden Fall sinnvoll, auch schon in der ersten Klasse, damit Lehrerin, Eltern und Kind den Leistungsstand einordnen können. Auch ohne Benotung sieht dann das Kind, ob es (fast) alles richtig oder viele Fehler gemacht hat.
    Ich bin allerdings der Meinung, dass das reichen sollte, um auch dem Kind zu signalisieren, du bist ein guter Schüler/eine gute Schülerin.

  10. Moderation Avatar von Stina
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    AW: Grundschule, 1. Klasse - Wie läuft's bei euch?

    Macani, ich finde auch nicht, dass die LehrerInnen Eltern und Schülern ständig zwischendurch sowas rückmelden müssen, sondern bezog mich aufs Halbjahresgespräch, das zumindest in BaWü das Halbjahreszeugnis ersetzt.
    Im Schulalttag denke ich, sollte sowas aber trotzdem auch fürs Kind rüberkommen - da steht bei uns durchaus mal "super" unter einer Hausaufgabe (und unter der nächsten ist dann vielleicht wieder der "bitte sorgfältiger arbeiten!"-Stempel) oder es wird gelobt, wenn ein Kind besonders schön vorliest. Auch da muss man aber nicht sagen "Du liest am besten", sondern ein "Das hast Du sehr schön gelesen" reicht doch.
    12 26. We are Family.

    Moderation in Erziehung & Freundschaft

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