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  1. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Da fällt mir auf, in was für einer relativ privatschulfreien Stadt wir wohnen. Sogar die "Sportschule" sind 2-3 ganz normale öffentliche Schulen in räumlicher Nähe zu einer internatsartigen Unterkunft, die für die Sportler besondere Zugeständnisse macht. Hier gibt es aber auch (außer einer KGS=kooperativen Gesamtschule) in der Stadt jede Schulform (und mehrere Schulen davon), die es in unserem Bundesland gibt. Da hat man als Eltern große Auswahl, auch ohne gleich eine Privatschule wählen zu müssen.
    Wenn man die Schüler zählt, sind in unserer Stadt glaube ich maximal 10 % aller Schüler auf Privatschulen.
    Geändert von Tigerente (06.08.2019 um 17:14 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Das ist bei uns in der Stadt ähnlich, weswegen für mich das Thema Privatschule unbekanntes Terrain ist, wenngleich ein spannendes.


  3. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Wir haben ein Internat Gymnasium in der Kreisstadt.
    Ursprünglich mal nur als staatliches Internatsgymnasium für die Insulanerkinder gedacht, ist es jetzt halb privates Internat (Insulanerkinder kostenlos).

    Und auf unserer gegenüber liegenden Nordseeinsel wurde die Inselschule zu einem privaten Internat.
    Da ist es ein offenes Geheimnis, dass "vom Festland" die Problem Bären kommen :)

    Macht aber auch Sinn - auf einer winzigen Insel zu schwänzen ist aussichtslos. Wo soll man sich verstecken?
    Und wegen Ebbe und Flut kann man auch nicht so schnell ausreißen - höchstens xmal um die Insel rennen.


  4. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    In meiner Heimat in Hessen gab es weit und breit keine Privatschule, eine 30 km weg, und die hatte in den 90-er Jahren einen Missbrauchsskandal.

    Umso überraschter war ich als ich feststellte, dass in meiner Wahlheimat in Südeuropa der Anteil der Privat- und halbstaatlichen Schulen sehr hoch ist (ca. 50% in der Gross-Stadt und 25% in Gemeinden). Die Kosten sind sehr ähnlich was weiter oben beschrieben wurde. Auffällig ist, dass alle halbstaatlichen Schulen in der Stadt katholisch sind, aber die Mehrheit kein Interesse an der Konfession haben, sondern einem Klientel des Viertels aus dem Weg gehen wollen. Ein Grund mehr, etwas rauszuziehen, hier haben wir dieses Sortieren nicht. Allerdings ist bei mir immer der Eindruck, dass die, die auf die Halbprivaten geschickt werden, nicht etwa Geld haben, sondern ihren letzten Euro dafür zusammen kratzen (kein Kindergeld, aber 250 EUR pro Monat und Kind muss man auch erstmal übrig haben). Der Trend war vor ca. 10 Jahren sehr Richtung Halbprivate, ist aber in der Krise wieder abergeflaut, und auch Akademikerkinder werden wieder auf die Öffentliche geschickt. Ich werde manchmal als "Deutsche" angeguckt, warum ich mein Kind auf die normale Dorfschule schicke, dabei sind gerade die Deutschen hier pro öffentliche Schulen, weil wir gute Qualität auch an öffentlichen Schulen gewohnt sind. Allerdings hat mir noch nie jemand tatsächlich gesagt, ein Kind einer halbprivaten Schule hätte bessere Chancen oder eine bessere Bildung. Die meisten Begründungen waren "Gleichgesinnte"und "bessere Angebote".
    Einen schlechten Ruf haben aber nach wie vor die Privaten nicht wie in Deutschland, eher noch das Gegenteil.

    Die ganz Privaten haben sicher einen Vorteil wegen der Sprachen aber die können wir uns eh nicht leisten. Mein Kind muss mit meinem deutsch vorlieb nehmen, das hört man leider auch, aber besser als es später bewusst lernen zu müssen ;).


  5. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Ich habe übrigens jetzt mal irgendwo Zahlen gesehen. Der Anteil der Privatschulen an den allgemeinbildenden Schulen hat sich in den letzten 25 Jahren von 4,5 auf 11 Prozent erhöht. Das ist zwar ein heftiger Anstieg, aber absolut ist das ja noch nicht so die ganz große Zahl. Wenn ich mir unsere Stadt anschauen, geht der Anstieg auf die folgenden Schulen zurück: eine konfessionelle Schule einer Konfession, von der es in unserer Stadt bis dato überhaupt keine Privatschule gab, eine türkische Schule, eine Montessorischule, ein privates Gymnasium, das ständig um's Überleben kämpft. Also prinzipiell eher "besonderes Schulmodell" oder für bestimmte Personengruppen, die vielleicht "unter sich" bleiben wollen, sich aber nicht dadurch auszeichnen, besonders elitär zu sein, sondern die Besonderheit zieht sich ja durch alle Bevölkerungsschichten.


  6. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Diese Mentalität Qualität muss kosten, der kann ich nix abgewinnen, ist hier aber sehr häufig und ich bin froh, dass diese Entwicklung in D. nicht so sehr heranschreitet. Trotzdem finde ich es ganz gut zu wissen, dass nicht alles automatisch "kostenlos" ist. Das wird mir manchmal zu selbstverständlich genommen. Das merke ich vor allem, wenn ich im Ausland für was zahlen muss, was meine Eltern in D. nie was gekostet hat, z.B. die Lehrbücher ;).


  7. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Zitat Zitat von Alemanita Beitrag anzeigen
    Das merke ich vor allem, wenn ich im Ausland für was zahlen muss, was meine Eltern in D. nie was gekostet hat, z.B. die Lehrbücher ;).
    Da haben Deine Eltern Glück mit dem Bundesland gehabt. Ich wohne jetzt in einem, in dem man schon immer und auch jetzt noch alle Bücher bezahlen muss.


  8. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Ist auch heute noch so, dass die Bücher gestellt werden. Zahlt ihr dafür mehrere 100 EUR im Jahr? In der Krise hat man ein Glück die Lesebank eingeführt, so dass man eben nur meist gebraucht kauft. Meine Freundin auf der Halbprivaten muss dafür im Jahr um die 1000 EUR für 2 Kinder ausgeben, als Alleinerziehende, aber ok, sie wollte es so. Halte ich für eine Verschwendung, man guckt danach nie wieder rein...


  9. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Das scheint tatsächlich regional sehr unterschiedlich zu sein.

    Hier wurden in den letzten Jahren (>10) diverse Schulen in den kleineren Städten und Gemeinden geschlossen und die Kinder meist in einer größeren Schule in einem größeren Ort zusammengeführt.

    Begründung: Kosten sparen.

    In unserem direkten Einzugsgebiet/ Umfeld sind dies 3 Grundschulen und 3 Sekundarschulen.

    Interessant daran ist, dass jede davon innerhalb 1-2 Jahren als private Schule mit finanzieller Unterstützung von Land und Landkreis wieder eröffnet hat.

    Ein Gymnasium wurde versuchsweise auch mal gestartet, lief aber so schlecht, dass nach 2 Jahren die Schüler weg waren und musste aufgeben.
    Das gleiche Schicksal droht einer der drei Grundschulen, die teuerste mit 250€ Schulgeld.
    Es fehlen schlicht die Lehrer.

    Wirklich anders von Konzept sind die Schulen nicht, verglichen mit den staatlichen Alternativen.

    Was dort versprochen wird, kann man auch an der staatlichen Schule auch haben.

    Der große Vorteil dieser Schulen ist, sie können sich die Schüler aussuchen. Problemkinder kommen dort fast nur unter, wenn die Eltern eine ganz große (finanzkräftige und einflussreiche) Nummer sind.

    Eher sind dort die scheinbar pflegeleichten, gut behüteten Kids zu finden.

    Die staatlichen Schulen kämpfen wie wohl überall mit den Problemen Lehrermangel, motivationslose Lehrer, Problemfälle, Ausstattung.
    Deshalb hat die einzige Sekundarschule einen schlechten Ruf, der nicht wirklich gerechtfertigt ist.

    Die Denke vieler Eltern ist tatsächlich, das Kind hat mit einem Abschluss an der Privaten bessere Chancen. Also versucht man das Kind dort unterzubringen, koste es was es wolle.

    Mein Jüngstes Kind wollte ich aufgrund der Wohnortnähe ( die Schule ist im Ort) auch auf der Privaten unterbringen. Auch ich dachte, da hat er bessere Bedingungen und später bessere Chancen.

    Ihn wollte man nicht, die besten Freunde hat man genommen.
    Durch die Kids selber und durch den Draht zu den Eltern kriegt man schnell mit, dort wird auch nur mit Wasser gekocht.
    Da fehlt auch mal ein halbes Jahr der Chemielehrer oder es wechselt innerhalb der fünf Jahre dreimal der Klassenlehrer (versprochen wird ein fester Klassenlehrer während der ganzen Schulzeit) und ähnliches.
    Und, was ich ganz erschreckend finde, Tests fallen teilweise bei gleichem Thema und Klassenstufe leichter aus. Darüber war sogar mein Kind empört. 🙂

    Mittlerweile bin ich froh, dass es dort nicht geklappt hat. Die erhofften Kontakte zu Kindern aus dem näheren Umfeld hätte er dort auch nicht gehabt, es gehen nur wenige Kids aus dem Ort dort auf die Schule, dafür kommen die anderen teilweise über 30km weit angereist.

    Auch wenn die staatliche Schule eher suboptimal ist, er geht gern hin, hat dort Anschluss gefunden und ist recht selbstständig geworden.

    Und da einige große Unternehmen seit einiger Zeit ganz gezielt auf der staatlichen Schule auf Bewerbersuche gehen, können die Abgänger da wohl nicht so schlecht angesehen sein.


  10. Registriert seit
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    AW: Private Schulen

    Zitat Zitat von Alemanita Beitrag anzeigen
    Ist auch heute noch so, dass die Bücher gestellt werden. Zahlt ihr dafür mehrere 100 EUR im Jahr?
    In meinem alten Bundesland werden die Bücher auch heute noch gestellt. In meinem jetzigen sind aber viele Schulbuchverlage ansässig, und die machen wohl "gute" Lobbyarbeit. Wir müssten jährlich (weiterführende Schule) knapp 200 € bezahlen, wenn wir die Bücher neu kaufen (wobei gut die Hälfte der Bücher dann aber für 2 Jahre ist, in den Nebenfächern), ca. 40 € für Arbeitshefte zu den Schulbüchern. Man kann auch leihen, das kostet dann 60 - 70 € pro Jahr. Ich habe aber festgestellt, dass man für die Leihgebühren auch hinkommt, wenn man die Bücher gebraucht kauft, soweit möglich (geht nicht bei allen). Gerade auch, weil man manche Bücher ja für zwei Jahre kauft, aber die Leihgebühren ja jedes Jahr wieder zahlt. Da bei uns gerade viele Bücher neu eingeführt wurden, und der kleine Bruder die gleiche Schule besucht, können wir dann nämlich auch recyceln. Das ist auf lange Sicht tatsächlich billiger als mieten. Aber selbst mit Miete und Verbrauchsmaterial ist man jedes Jahr bei ca. 100 €.

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