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  1. Registriert seit
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    Helikopter-Vater

    Ich habe ein Problem, dass sich vielleicht im ersten Moment gar nicht nach Problem anhört. Aber für mich ist es eins.

    Ich habe mit meinem Mann drei Sohne im Grundschulalter. Wir haben die klassische Rollenverteilung nur umgedreht. Ich arbeite und er ist daheim.

    Mein Problem ist: ich finde, er übertreibt es mit den Kindern. Er kreist den lieben langen Tag um sie, vom Aufstehen bis sie im Bett sind. Sie sind immer sehr spät im Bett. Und da fängt das Problem bereits an.

    Ginge es nach ihm, würde jeden Abend bis 22.00 Uhr vorgelesen werden. Danach noch Einschlafbegleiten bis ca. 22.30. Wenn Schule ist. Wenn keine Schule ist: Open end! Nun haben wir nach langen Streitereien vereinbart, dass 21.30 Uhr SCHLAFENSZEIT ist, wenn am nächsten Tag Schule ist. Er liest aber immer noch bis mindestens 21.45 Uhr vor, manchmal auch länger. Im Moment wird getrennt gelesen, das endet dann aber so, dass er IMMER überzieht und ich dann bei „meinem“ Kind der Buhmann bin, wenn ich pünktlich aufhöre zu lesen.

    Und nein, die Kinder kommen NICHT gut aus dem Bett raus.

    Er bringt sie jeden Morgen zur Schule und holt sie mittags wieder ab. Schulweg ca. 150 m. Sie gehen in die zweite und dritte klasse. Er bringt sie auch sonst überall hin, sie bewegen sich draußen NIE allein. Außer wenn sie bei Freunden sind und er ausnahmsweise nicht dabei ist.

    Er würde ihnen auch am liebsten jeden Abend das Abendessen vor dem Fernsehr servieren, das hab ich aber zum Glück mit viel Mühe hingekriegt, dass wir das eingedämmt haben.

    Sie dürfen sich von ihrem Taschengeld kaufen, was sie möchten. Soweit ok. Blöd nur, das die Schränke nicht mehr zugehen, weil er selbst schon soviel kauft für sie (Geburtstag, Weihnachten, zwischendurch....) Es sind wirklich MASSEN an Spielsachen, unglaublich viel.

    Helfen müssen sie kaum was. Sie sind ja noch so klein, da kann man nicht erwarten, dass sie ihre Teller in die Spülmaschiene tragen, wenn sie gegessen haben........

    Von morgens bis abends kreist er um die Kinder. Außer kochen und ein Teil des Haushalts (putzen macht er nicht, muss ich machen oder die Putzfrau) verbringt er den ganzen Tag mit den Jungs.



    Ich liebe meinen Mann. Er hat ganz viele gute Seiten, wirklich. Ich finds auch toll, dass er viel mit den Kindern unternimmt.Aber mit der Erziehung geraten wir zunehmend aneinander. Das führt einfach auch zu einer enormen anspruchshaltung, finde ich. Am Ende bin eben immer ich die Böse, wenn ich einfordere, dass sie früher ins Bett gehen, Ihre Teller abräumen, Sachen wegräumen und so. Ein Paarleben ist fast nicht möglich, es springen ja permanent die Kindr um uns herum.

    Reden hilft nicht wirklich viel. Er weiß das alles.

    Was soll ich machen?
    Geändert von Lametta25 (04.07.2019 um 08:18 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Oh je...
    Mein Beileid.

    Wie sieht es mit einer Berufstätigkeit seinerseits aus?

    Mir bekannte Helikoptermütter beruhigten sich etwas, wenn die Ehemänner mit sanften Zwang die Aufnahme einer aushäusigen Tätigkeit forderten.


  3. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Nicht in Sicht. Ich hatte immer gehofft, dass er sich - unabhängig vom Arbeiten - irgendwann mal wieder mit IRGENDWAS beschäftigt. Aber es wird eher schlimmer als besser.

    Der Level, den er fährt, ist nicht zu erreichen. Ich WILL den auch gar nicht erreichen, weil ich’s nicht gut finde. Mit den Kindern spielen ist das eine, das ist ja schön und gut. Aber sich wirklich ununterbrochen mit ihnen beschäftigen, das ist eben nicht gut. Die Kinder hören fast überhaupt nie ein Nein von ihm. Immer steht er sofort bereit und springt. Reicht ihnen essen an, Kleidung, schmiert Ihnen ihr Brot, zieht ihnen teilweise sogar noch die Schuhe an.....

    Von mir hören sie sehr viele Neins. Und dementsprechend gehen sie immer und mit allem sofort zu ihm.
    Geändert von Lametta25 (03.07.2019 um 23:50 Uhr)


  4. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Liebe Lametta,

    Wie würdest du die Ebenen beschreiben, die du und dein Mann einnehmen können?
    Seid ihr noch Geliebte?
    Seid ihr Gefährten?

    Es liest sich wenig nach einem wirklichen Team - dafür nach einer Konstellation, die auf Dauer große Schwierigkeiten bringen kann.
    Ich würde das sehr ernst nehmen.

    Es gibt Menschen, die wirklich total in der Familie aufgehen- kennt man durch das herkömmliche Rollenverständnis eher. Aber natürlich kann auch ein Mann so sein.

    Dennoch stellt sich die Frage, was dein Mann in diesem "Job" alles erfüllen möchte...........was die Hintergründe für das Verhalten sind.
    Alleine das lange Vorlesen scheint er vor allem für sich selbst zu tun......- keine Grenzen bei den Kindern setzen müssen, sich dem liebenden Beisammensein hingeben.
    Es könnte auch ein dezentes Machtspiel mit dir sein die Kinder können ein wunderbare Bühne für Machtkämpfchen werden- kaum zu erkennen und doch sehr effektiv

    Kurz: ich würde das so ernst nehmen, dass ich in eine Paarberatung gehen würde.
    Er nimmt nun nichts von dir an - damit sind weitere Gespräche auch sinnlos..........aber so ist man eben kein Team und kann auch auf Dauer keine Familie sein.

    Mag jetzt übertrieben klingen- aber du erreichst ihn schon heute nicht und es wird nicht besser werden.
    Und ich frage nochmals- wo ist der Partner an deiner Seite, mit dem du gemeinsam das Leben lebst?
    lg kenzia


  5. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Im Kinderzimmer verschollen... Was es ja auf Mutterseite deutlich häufiger gibt.

    Ich glaube, da hilft wirklich nur ein "das mache ich nicht mehr mit" Weckruf von deiner Seite, notfalls tatsächlich unter zur Hilfenahme eines Therapeuten, wenn ihr alleine da nicht weiterkommt...

  6. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Helikopter-Vater

    Wie geht es denn den Kindern in dieser Situation? Wie selbständig sind sie? Haben sie Spielkameraden im gleichen Alter (Vater gilt nicht)? Welche Signale senden sie in bezug auf die väterliche Nähe?
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

  7. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Helikopter-Vater

    Und wie geht es dem Mann/Vater sonst so? Freunde, Interessen? Ist er seelisch ausgeglichen und gesund?

    Wie und wann hat sich das eigentlich entwickelt?


  8. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Liebe Lametta,

    Wie würdest du die Ebenen beschreiben, die du und dein Mann einnehmen können?
    Seid ihr noch Geliebte?
    Seid ihr Gefährten?

    Es liest sich wenig nach einem wirklichen Team - dafür nach einer Konstellation, die auf Dauer große Schwierigkeiten bringen kann.
    Ich würde das sehr ernst nehmen.

    Es gibt Menschen, die wirklich total in der Familie aufgehen- kennt man durch das herkömmliche Rollenverständnis eher. Aber natürlich kann auch ein Mann so sein.

    Dennoch stellt sich die Frage, was dein Mann in diesem "Job" alles erfüllen möchte...........was die Hintergründe für das Verhalten sind.
    Alleine das lange Vorlesen scheint er vor allem für sich selbst zu tun......- keine Grenzen bei den Kindern setzen müssen, sich dem liebenden Beisammensein hingeben.
    Es könnte auch ein dezentes Machtspiel mit dir sein die Kinder können ein wunderbare Bühne für Machtkämpfchen werden- kaum zu erkennen und doch sehr effektiv

    Kurz: ich würde das so ernst nehmen, dass ich in eine Paarberatung gehen würde.
    Er nimmt nun nichts von dir an - damit sind weitere Gespräche auch sinnlos..........aber so ist man eben kein Team und kann auch auf Dauer keine Familie sein.

    Mag jetzt übertrieben klingen- aber du erreichst ihn schon heute nicht und es wird nicht besser werden.
    Und ich frage nochmals- wo ist der Partner an deiner Seite, mit dem du gemeinsam das Leben lebst?
    lg kenzia
    Also an Machtspiel glaube ich eher weniger. Dass er sich - bspw. Abends - dem vorlesen und den Kindern nochmal total hingibt, das ist tatsächlich so. Das letzte rausholen. Und nach der Uhr leben findet er sowieso spießig und sagt immer, dass er das Kapitel noch zu Ende lesen will. Klar, aber das geht halt jeden Abend so, dass es IMMER zu spät ist und er IMMER noch „fertig“ lesen muss.

    Das mit dem fehlenden Team, das stimmt. Das ist genau der Punkt. Und für uns als Paar ist halt auch nicht viel Raum. Wann denn auch, wenn die Kinder erst schlafen, wenn wir auch fast ins Bett gehen.

    Paartherapie hatten wir mal versucht, dass ist aber gescheitert (die Therapeutin war ne Pfeife). T


  9. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Wie geht es denn den Kindern in dieser Situation? Wie selbständig sind sie? Haben sie Spielkameraden im gleichen Alter (Vater gilt nicht)? Welche Signale senden sie in bezug auf die väterliche Nähe?
    Ich finde sie sehr unselbständig. Mit viel Gemecker hab ich’s geschafft, dass er ihnen zumindest nicht mehr beim anziehen hilft (nur noch Jacke zumachen morgens). Das war sehr lange er Fall. Aber gerade das sich draußen mal ohne Eltern bewegen, das kennen sie gar nicht. Oder überhaupt: Wenn es ein Problem gibt (z.B. Hände gehen nicht gleich in die Handschuhe rein) nicht immer gleich nach dem Papa schreien, sondern einfach auch mal selbst ausprobieren, ob sie es schaffen.

    Freunde haben sie einige, sie werden auch jeden Tag überall hingebracht, wo sie möchten bzw kommen Leute zu uns. Er ist ständig in Aktion für sie. STändig.

    Das Problem ist, dass man als Mutter da ja eigentlich gar nicht meckern darf, denn meistens ist es ja eher das umgekehrte Problem. Aber ich finde es einfach ungesund. Und für uns als paar irgendwann tödlich.


  10. Registriert seit
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    AW: Helikopter-Vater

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Und wie geht es dem Mann/Vater sonst so? Freunde, Interessen? Ist er seelisch ausgeglichen und gesund?

    Wie und wann hat sich das eigentlich entwickelt?
    Als die Kinder klein waren, war´s eher so, dass er aus meiner Sicht zu selten da war (wir hatten damals getrennte Wohnsitze). Aber seit 4 Jahren ungefähr ist er eigentlich rund um die Uhr hier und macht nichts anderes mehr.

    Ihm gehts gut dabei. Ihn stört´s auch nicht, dass er nichts anderes macht und dass die Kinder sein einziger Lebensinhalt sind.

    Mittlerweile beneide ich ehrlich gesagt die Familien um uns herum, in denen beide Eltern arbeiten. Natürlich müsste ich dann selbst neben der Arbeit mehr betreuen und mich kümmern. Aber für die Kinder und uns als Paar wäre das wirklich besser.

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