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  1. Moderation
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Clara, ich würde tatsächlich nochmal mit der Lehrerin sprechen.

    In der Klasse meines Sohnes gibt es einmal in der Woche eine Art Klassenrat, in dem genau solche Dinge besprochen werden. Sie haben eine Art Kartensystem: Wenn man sich über jemanden geärgert hat oder sich gekränkt fühlte, schreibt man seinen Namen auf eine rote Karte und erklärt dann die Situation. Dann sprechen alle gemeinsam darüber. In so einem Fall würde also Kind A Kind B eine rote Karte zeigen und sagen: "Lena, ich fand es doof, dass ich gestern nicht mitspielen durfte." Dann würde Lena sich erklären, und man würde gemeinsam überlegen, wie es sich lösen lässt. (Es gibt auch grüne Karten, wenn man sich gefreut hat, und so weiter.)

    Frag die Lehrerin, ob sich solche Gespräche auch in dieser Klasse führen lassen. Einem anderen Kind mehrfach zu sagen, dass es nicht mitspielen darf, zeugt in meinen Augen schon von einem unguten Sozialverhalten.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  2. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Was hast du denn zu verlieren, Clara?

    Wenn du sagst, dass deine Tochter unglücklich ist und unter dieser Situation leidet, kann das der Lehrerin nicht egal sein.

    Oder gibt es Gründe, weshalb du denkst, dass ein erneutes Gespräch nichts bringt?


  3. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Herzlichen Dank fuer deine Antwort. Das mit der Andersartigkeit ist eine Frage, die mich wieder zur Grundproblematik führt: ich weiss das nicht. Keine Ahnung. Ich denke aber, so homogen dürfte die Gruppe nicht sein und ist dafür auch zu gross...

    Ich frage mich gerade, wie das generell so in einer ersten Klasse ist. Inwieweit gibt es normalerweise feste Gruppen, beste Freundinnen, Kinder, die langfristig aussenseiter sind, ganz "beliebte" Mädchen, die andere um sich scharen, lästereien, gezieltes ausgrenzen... und all das woran ich mich in meiner späteren Schulzeit erinnere. Im Kindergarten, der ja gerade ein paar Monate her ist, gab es natuerlich Freundschaften und eine hackordnung, aber das war doch alles sehr im Fluss, tagesformabhängig und keiner von den kleinen gab da irgendwie auf Dauer den Ton an oder so.

    Viele liebe Gruesse.


  4. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    OT: immer, wenn ich die Überschrift lese, frage ich mich, warum jemand im Zugabteil Freunde finden will...
    Stimmt, man koennte meinen, ich will Zugang zur besseren Gesellschaft und meine, die im Zug zu finden. Witzig.


  5. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Dass das sehr im Fluss war und keiner den Ton angab denken doch meistens die, die in der Hackordnung mindestens mittig standen.

    Kurz au smeinem Leben:


    Die ganze Grundschulzeit Außenseiter, in der Rückschau war das in der Klassenzusammensetzung auch gar nicht anders möglich - das hat sich schlagartig (!) geändert beim Übertritt aufs Gymnasium und trat danach auch nie wieder auf.

    Mit der Erfahrung würde ich (falls möglich, bei Grundschulen geht das ja nicht immer), hätte ich selbst Kinder, die Außenseiter werden, gar nicht groß versuchen, an der nunmal bestehenden Gruppe mich abzuarbeiten und eine Integration meines Kindes zu erzwingen, sondern einen Klassen - oder Schulwechsel organisieren.


  6. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    "Lena, ich fand es doof, dass ich gestern nicht mitspielen durfte." Dann würde Lena sich erklären,
    Das führt bestimmt zu einer lebenslangen Freundschaft....

    Was, wenn die böse Lena dann sagt (Kinder und unausgebildete Diplomatie): "Die Lisa schaut immer so blöd. Die mag ich nicht".
    Diskutiert dann die Klasse öffentlich, ob Lisa tatsächlich blöd schaut. Und wie sie das abstellen könnte. Oder wie man Lena das austreibt, dass sie halt findet, dass Lisa ein blödes Geschau hat.
    Ergebnis ist doch oft, dass Lena dann öffentlich so tut, als ob sie nicht fände, dass Lisa blöd schaut. Lisa tut so, wie wenn sie anders schauen könnte. Und die Lena-Unterstützer finden Lisa noch blöder.

    Ich weiß auch nicht, ob es so gut, ist Kinder in der Pause(?) dazu zu zwingen, jemanden mitspielen zu lassen, obwohl die das nicht wollen. Dann wird Lisa per Dekret verordnet. Toll. Das macht die Pausen für ALLE bestimmt noch schöner.
    Die Lisa wird nicht so dumm sein, nicht zu schnallen, dass sie nur dabei ist, weil die Lehrerin ein Machtwort gesprochen, oder moralischen Druck aufgebaut hat ("jetzt seid doch nicht so fies, lasst sie doch...").

    Wäre ich die Mutter der bösen Lena würde ich mich übrigens meinerseits massiv dagegen verwehren, dass mein Kind sich nicht aussuchen darf, mit wem es spielen will in der Pause. Selbstbestimmung und Deutungshoheit über Soziale Kontakte als Stichworte....

    Animositäten lassen sich seltenst wegdiskutieren oder wegvorordnen


  7. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    @R_Rokeby: Meine Tochter ist ein Kind, das sehr auf Gerechtigkeit achtet. Für sie wäre so eine Klassenkonferenz und ein Hinweis, dass es nicht schön ist, andere auszugrenzen, genau der Anlass, "Lisa" mit einzubeziehen ins Spiel. Vorher hätte sie evtl. nicht den Mumm, sich gegen den Mainstream zu stellen oder hätte gar nicht bemerkt, dass "Lisa" sich ausgegrenzt fühlt.

  8. Moderation
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Ich erinnere mich, dass in der ersten Klasse die "beste Freundin" total wichtig war. Die Mädchen zerfielen in den Pausen in Zweiergrüppchen. Meine beste Freundin zog leider nach der ersten Klasse weg. Die Pausen waren dann erstmal blöd für mich.

    Ich hatte trotzdem mehrere Mädchen, mit denen ich regelmäßig nachmittags spielte, bei denen ich zum Geburtstag eingeladen war und so weiter - aber eben keine "beste". Ja, das tut weh. Vor sowas können Eltern Kinder nicht schützen.

    Irgendwie ist viel Zufall dabei im Leben.
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  9. Moderation
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    @Rokeby: Das sehe ich ganz anders. Gemeinschaft ist eine Aufgabe für alle. Und ja, es ist unhöflich, jemanden abzuweisen, der freundlich fragt, ob er mitmachen darf. Das darf "Lena" durchaus lernen.
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  10. Registriert seit
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    AW: Freunde finden in der ersten Klasse

    Clara

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dich das sehr trifft. Die arme Kleine
    Ich denke, jeder kennt die Situation draußen zu sein. Und die anderen drinnen.

    Tut sehr weh.

    Habt ihr denn außerhalb der Schule gute Kontakte zu anderen Kindern? Nachbarschaft? Sport/Hobbys?
    Das könnte einiges mildern.

    Ich würde meinerseits mal selber einladen. Nicht nur zu Geburtstag oder so, sondern einfach zum spielen.
    Geht da gar nix?

    Kennst du die Kinder, die nicht so ziehen? Und deren Eltern? Kannst du einschätzen, was das sein könnte?

    Ich war als Kind unsportlich (bin da sehr spät berufen) und hatte eine fette Brille (so eine, wie jetzt grad Mega-In ist, damals das Grauen) und ich konnte schon immer aus dem Stegreif anderen Menschen die Welt erklären.
    Das hat dazu geführt, dass ich an eine Klasse mit lauter Sports-Mädeln und -Lehrern nicht immer gute Erinnerungen habe.

    Geholfen hat: wenige Kontakte (1, 2) zu anderen Brillen-Honks und abschreiben lassen.

    Neben wem sitzt sie denn? DAS halte ich für das wichtigste, dass das passt.

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