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  1. Registriert seit
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    Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Hallo liebe BriCom!

    Ich habe eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Unsere 9-jährige Tochter verpetzt oft ihren Bruder wegen "Unzulänglichkeiten". Dinge, die Kinder eben so tun wie z.B. naschen. Ich und mein Mann erklären ihr dann, dass sie ihren Bruder nicht verpetzen sollte und sie besser zueinander halten.

    Nun nimmt sie sich das prinzipiell sehr wohl zu Herzen und es hat sich auch gebessert, aber sie meint - was ja auch stimmt - dass er etwas Verbotenes tut und man das sagen soll, wenn jemand etwas Verbotenes tut.

    Ich dachte mir nun, dass ich die Frage einfach einmal in die Runde stelle. Wie erklärt man die Grenze? Für ein Kind ist ja schon heimliches Naschen böse. Natürlich wollen wir auch wissen, wenn er etwas macht, was gefährlich wird. Aber zu einer Petze möchten wir unser Kind nicht erziehen. Oder löst sich das Problem auch irgendwann von selbst?

    Vielleicht habt ihr dazu Erfahrungen, oder eine Hilfe, wie wir ihr das Ganze besser erklären können.

    Vielen Dank schon im Vorhinein!

  2. Avatar von linsemo
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Ich habe es öfterl erlebt, daß derjenige der petzt gemieden wird. Sie stehen irgendwann alleine da.

    Die Frage ist, was können Kinder heute machen, was gefährlich ist. Manche Sachen sind für dich gefährlich aber Kinder sehen es ganz anders. Kinder petzen auch, wenn es um ihre Interessen geht. Z. B. naschen ist nicht angesagt, einer hält sich dran, der andere nicht. Derjenige, der sich dran hält sieht sich im Nachteil, der andere bekommt Süßes, weil er es sich nimmt und da muß man als Kind einschreiten. Das geht nicht .

    Ich würde es so machen, auf das petzen nicht reagieren oder auch sagen, daß du das nicht möchtest, wie ein gesprungene Schallplatte, immer wieder, immer wieder.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Immer wieder darauf hinweisen, dass es nun nicht sooooo schlimm ist, dass Ihr als Eltern sofort informiert werden müsst. Meist spielt sich auch eine Geschwisterrivalität dahinter ab und wenn die Schwester die "Große" ist, fühlt sie sich vielleicht mitverantwortlich für das Tun ihres Bruders?

    Kindern schlicht an Beispielen erläutern, wann Verbotenes vorliegt und wann geschickt (vom Bruder) eine unbeobachtete Aufmerksamkeitslücke (der Eltern) ausgenutzt wurde, um an Süßigkeiten zu kommen.

    Und zur Beruhigung: Petzen tun alle Kinder. Ich hab noch keines erlebt, das es nicht tat.

    Vollkommen normal.
    Man lebt nur einmal. Stellt man's richtig an, reicht das auch.


  4. Registriert seit
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Ich habe es öfterl erlebt, daß derjenige der petzt gemieden wird. Sie stehen irgendwann alleine da.
    Müsste die Tochter mal befragt werden, ob sie MitschülerInnen auch wegen jeder Kleinigkeit bei der Lehrerin/dem Lehrer verpetzt?

    Obiges kann natürlich dann eintreten, wenn es nicht begriffen wird.
    Man lebt nur einmal. Stellt man's richtig an, reicht das auch.

  5. Moderation
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Ist der Bruder älter oder jünger?
    Warum petzt sie: weil sie ihn bestraft haben will, weil sie generell "rechtschaffen" ist, oder vielleicht auch weil sie ihn beschützen will (sprich: "Mama, der Max klettert auf das Balkongeländer!")

    Eigentlich finde ich ihre Einstellung gut. Es liegt ja an euch, ob ihr die Vergehen für ahndenswert haltet oder nicht.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  6. Moderation Avatar von Stina
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Ich hab meinen Kindern versucht zu erklären:
    wenn jemandem weh getan wird (körperlich oder seelisch) oder jemand etwas wirklich gefährliches tut, wo sie denken, da könnte was dabei passieren, dann auf jeden Fall jemand Erwachsenen zur Hilfe bitten, das ist kein Petzen.
    Und auch, wenn sie ein komisches Gefühl haben und nicht sicher sind, ob etwas erlaubt/gefährlich/zu arg.. ist, sollen sie immer lieber einmal zu oft Bescheid sagen.

    Umgekehrt: bei harmlosem Quatsch, daheim heimlich naschen - überall da, wo es wirklich niemandem schadet, sollen Kinder lieber zusmamenhalten.

    Ich habe auch erklärt: helfen ist super, einfach nur dafür sorgen, dass jemand Ärger bekommt, ist blöd. Und dass sie, wenn sie unsicher sind, immer lieber Bescheid sagen sollen, aber ja ruhig dazu sagen können, dass sie nicht petzen wollen, sondern helfen.

    Aber die Grenzen sind schon für Erwachsene manchmal nicht klar zu ziehen. Und die Entscheidung, was man mit der Info ja macht, liegt ja in der Regel dann beim Erwachsenen.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    ich bin bei Cariad- zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, wie deine Tochter ist und warum sie das macht- um was geht es ihr.
    Ebenso, wie alt ist denn der Bruder?

    Fusionen werden dann mit Geschwistern eingegangen, wenn sie ein gemeinsames "Gegen" haben- also wenn die Eltern "doof" sind. Und ich schätze, das wird auch deine Tochter können und kennen


  8. Registriert seit
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Hallo alle ihr Lieben, danke, das hilft sehr

    Wir wissen, dass Geschwister-Rivalität dahinter steckt, da sie es in der Schule nicht macht. Daher machen wir uns auch prinzipiell nicht wirklich Sorgen, dass sie ausgeschlossen wird. Sie ist die kleinere Schwester und kämpft halt mit den Waffen, die sie zur Verfügung hat. Ich möchte es ihr nur einleuchtend erklären können, weil "mach dich nicht wichtig" kommt mir ein wenig plump vor

    Aber ich denke, Sina trifft es auf den Punkt: helfen ist super, einfach nur dafür sorgen, dass jemand Ärger bekommt, ist blöd.

    Das könnten wir Erwachsenen uns auch öfters zu Herzen nehmen...

    Danke!


  9. Registriert seit
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    @ Cariad und Kenia: Über das "warum" haben wir uns natürlich Gedanken gemacht. Das versuchen wir auch zu berücksichtigen und zu lösen. Das war jetzt aber gar nicht so Gegenstand der Frage, weil das würde hier zu weit führen


  10. Registriert seit
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    AW: Wie erklärt man einem Kind petzen?

    Ich wäre jetzt im Leben nicht drauf gekommen, dass Eltern (!) versuchen ihren Kindern das Petzen abzuerziehen.

    Lehrer machen das aus gutem Grund ja auch nicht, da untergräbt man sich doch selbst.

    Normal ist es doch so, wenn man einer zuständigen Autoritätsperson von einem Regelverstoß berichtet (je nach Verstoß petzen oder nicht), dann wird die Autoritätsperson (Eltern, Lehrer) den Regelverstoß ahnden.

    Den Ärger hat man als Petze dann ggf. mit demjenigen, der den Regelverstoß begangen hat, und so lernt man irgendwann ein persönliches Maß an Petzen.




    Wie soll ein Kind auch verstehen, dass die Eltern zwar eine Regel vorschreiben (etwa: "kein Naschen zwischen den Mahlzeiten"), aber der Ansicht ist, wenn das Kind sich nicht dran hält und sich nicht erwischen lässt ist das schon in Ordnung so?

    Da fragt sich ein Kind doch automatisch, was denn die Regel soll?

    Das eine "brave" (ja ich weiß, brav ist hier so eine Sache) Kind hält sich an die Regel und bekommt drum keine Süßigkeiten, das weniger brave Kind nimmt sich einfach und wird für seine Dreistigkeit belohnt.

    Kinder können doch überhaupt nur lernen, einem Regelsystem zu vertrauen, wenn das regelkonforme Kind nicht am Ende schlechter dasteht als das, was die Regeln bricht.
    Ein Kind, dessen Petzen kontinuierlich ignoriert oder mit "lass das sein" abgetan wird, wird doch irgendwann anfangen, selbst Regeln zu brechen, die Eltern haben ja ganz klar kommuniziert, dass das ok ist.

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