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  1. Registriert seit
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    Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Hallo!
    Ich bin noch recht neu.
    Habe einen 7 jährigen Sohn und möchte bald mit meinem Freund, der ebenfalls eine 7 jährige Tochter hat, nach 2,5 Jahren zusammenziehen.
    Ich werde mein Haus vermieten und zu meinem Freund ziehen - 500m weiter, so dass mein Sohn weder Schule noch Freunde wechseln muss. An sich optimal.

    Nun kommt es aber leider immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten, was die Ansichten zu Erziehungsfragen angeht und wie wir diese am besten vereinen... ich scheitere da momentan selber an mir, Bin sicher auch ein sturer Mensch - momentan habe ich aber eher das Gefühl, dass hier zwei Welten aufeinanderprallen und sich niemand bewegt. Ich würde es gerne - weiss aber nicht wie und hoffe daher auf Anregung und Ideen, wie ihr vielleicht mit ähnlichen Herausforderungen umgegangen seid / umgehen würdet.

    Anscheinend ist mein Freund weitaus strenger als ich.
    Ein permanentes Streitthema ist beispielsweise die FSK Kategorisierung von Filmen.
    Mein Sohn ist seit er 2,5 Jahre alt ist von Dinosauriern begeistert, Kontinuierlich, ausdauernd, voller Eifer. Ich habe - nachdem wir uns sämtliche Making Ofs und Drehberichte angesehen haben, und er somit weiss, dass vieles Trickaufnahmen sind und niemand tatsächlich gefressen oder verletzt wurde - ihm erlaubt Jurassic Park und auch Jurassic World zu schauen.
    Ich stehe dahinter und weiss, was ich meinem Kind zumuten kann.
    Das heisst aber nicht, dass ich ihm sämtliche FSK 12 Filme kommentarlos erlaube - im Gegenteil. Ich finde beispielsweise einige Harry Potter Filme wesentlich unheimlicher. Aber das ist Geschmackssache - ich für meinen Teil glaube, dass er davon Albträume bekommen würde (und auch hatte, nachdem er es beim Papa sehen durfte). Also wie auch immer, ich möchte hier keine Diskussion darüber lostreten, was ich ihm erlaube und was nicht, sondern eher, wie ich meine Haltung mit der meines Freundes vereinbaren kann, ohne meinen Sohn vor den Kopf zu stossen. Mein Freund ist nämlich strikt dagegen, seine Tochter darf keine FSK 12 Filme schauen, egal welchen Inhaltes. Dass ich es nicht gut finden würde, sie einen Jurassic Park / World Film schauen zu lassen hat aber andere Gründe - sie ist wesentlich ängstlicher, kann nicht viel mit Dinos anfangen. Mein Freund möchte es also so handhaben, dass keines der Kinder FSK 12 Filme schauen darf - in meinen Augen eine deutliche Einschränkung meinem Sohn gegenüber. Ich fühle mich unwohl dabei, mein Heim zu verlassen - was für mein Kind sowieso schon eine Umstellung wird - und ihm dann auch noch diese neuen - für ihn nachteiligen - Regeln zu präsentieren.

    Weiter geht es.
    Mein Kind mag nicht mit anderen aus einer Flasche trinken, zum Beispiel bei Ausflügen etc. ich kann ihn verstehen - auch ich finde es eklig, möchte auch nicht, dass jemand von meinem Eis etc. kostet. Meine Freunde ziehen mich damit auf, akzeptieren es aber.
    Ich trinke mit meinem Freund aus einer Flasche - ihn küsse ich ja auch - möchte dies aber beispielsweise nicht mit anderen Menschen - weder seiner Tochter, noch meinen Eltern etc.
    Auch hier sieht es mein Freund als Marotte und möchte meinem Kind und mir diese "bescheuerte Angewohnheit" austreiben, in dem er uns zwingen möchte, nur noch eine Flasche zu nutzen.
    Auch hier finden wir nicht zueinander.

    Nächstes Thema - Essen.
    ich war schon immer mäkelig - esse keinen Fisch, leider nur wenige Gemüsesorten, etc. Mein Kind hat früher Fisch gegessen, inzwischen sagt er aber es schmeckt ihm ebenfalls nicht und riecht dazu sehr grenzwertig. Gemüse isst er immerhin schon mehr als ich - aber immer noch zu wenig.
    Auch hier prallen wir aneinander.
    Irgendjemand Ideen?

    Und es gibt noch einen weiteren Streitpunkt - die Zimmeraufteilung.
    Das Haus hatte bis vor Kurzem ein WZ im EG, ein sehr grosses Kinderzimmer mit fast 24 qm, und ein kleineres Zimmer von ca. 14 qm auf der gleichen Etage, und einen ca. 40 qm grossen Dachboden. Dieser wurde umgebaut und enthält nun ebenfalls 2 Zimmer - eines ca. 17 qm, das andere etwa 15 qm.
    Derzeit bewohnt seine Tochter, die an 6 von 14 Tagen bei ihrem Vater lebt, das 24qm grosse Kinderzimmer.
    Als mein Sohn die neuen Zimmer gesehen hat, hat er sich in das 17 qm grosse Zimmer im Dachgeschoss verliebt - und ich kann verstehen, dass er - der bis auf ein oder 2 Wochenenden im Monat ausschliesslich bei mir lebt - auch ein grosses Zimmer haben möchte und möchte dem nicht im Weg stehen. Bisher hat sein Zimmer bei mir 12,5 qm, nach dem Tod unserer Hasen hat er inzwischen auch deren Zimmer, ebenfalls 12,5 qm, als Spielzimmer. Wir würden dann das zweite Zimmer im DG nehmen, da das Zimmer auf der Mitteletage leider für das breite Bett meines Freundes zu schmal ist (ungünstig geschnittenes Schlauchzimmer). An sich einfach könnte man denken.
    Nun ist aber die Tochter meines Freundes so veranlagt, dass sie keinesfalls allein auf einer Etage schlafen möchte (am liebsten sowieso bei Papa im Bett). Also müsste sie dann das 2. Zimmer im Dachgeschoss nehmen, was aber auch wieder nicht gut ist, weil sie ja lieber das andere Zimmer dort oben haben möchte, weil es heller und grösser ist.
    Alternativ müsste mein Kind dann zu Ihr auf die Etage in das 14qm Zimmer - was er aber nicht möchte.

    Wie da zusammenkommen?

    Ich bin für jegliche Ideen und Anregungen dankbar - sofern diese nicht "dann zieht eben nicht zusammen" beinhalten. Vielleicht gab / gibt es ja ähnliche Herausforderungen, und ich könnte von Euren Erfahrungen profitieren...

    Dankeschön!


  2. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Hm, ich glaube, ich würde mir bevor es knallt, Hilfe von außen suchen. Eine(n) Mediator(in) oder so. Du siehst da ja schon einige Problemfelder auf Euch zukommen, und ich glaube, Ihr braucht jemanden, der das ein bisschen sortiert, wo es vielleicht gut wäre, wenn Ihr beide euch bewegt, wo es vielleicht gar keinen Bedarf gibt usw.

    Beispiel Filme FSK 12: wenn die Tochter 6 von 14 Tagen beim Vater ist, kann man das ja so regeln, dass man als Familie eben an diesen Tagen keine FSK 12-Filme schaut. An den Tagen, wo sie nicht da ist, entscheidest Du, was Dein Sohn sehen darf.
    Ist doch bei einer nicht-Patchwork-Familie auch nicht anders. Meine Kinder haben sehr unterschiedliche Empfindlichkeiten, was sie filmtechnisch nicht verkraften. Wenn wir alle gemeinsam schauen, suchen wir eben den kleinsten gemeinsamen Nenner.

    Vieles, was Du auflistest, sind keine Erziehungsstilfragen, sondern auch persönliche Befindlichkeiten. Nur mal so als Beispiel: Du bist sehr wählerisch beim Essen, Dein Sohn auch. In einer guten Beziehung würde Dein Freund ja auch nicht versuchen, Dich, die erwachsene Person, zu erziehen in dieser Frage. Wenn Du also der Meinung bist, das ist okay so, dann sollte Dein Freund sich da auch nicht einmischen.


  3. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    bleibt getrennt wohnen, ist besser für eure Beziehung. patchwürg taugt nix, lass dir das von einer Praktikerin sagen. gerade Erziehung ist ein absolutes sprengstoffthema (war es bei uns auch!) und wenn das im Vorfeld schon klar ist, sollte man doch mal die Notbremse ziehen!

    warum willst du dir eigentlich freiwillig einen 4-personen-haushalt ans bein binden?

    lg luci

    ps: zu fünft aus einer flasche trinken geht gar nicht. was ist das denn für eine Erziehung?
    psps: warum solltest DU dein haus vermieten? du wirst dann bei IHM leben und da gelten seine regeln . .
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
    Geändert von luciernago (12.02.2019 um 12:48 Uhr)

  4. Avatar von marylin
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Ich würde da nicht einziehen. Niemals! Das würde ich meinem Sohn nicht antun.
    Eine "bescheuerte Angewohnheit austreiben"... das ist eine Wortwahl, den hätte ich rausgeschmissen. Der spinnt wohl?
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?



  5. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Beispiel Filme FSK 12: wenn die Tochter 6 von 14 Tagen beim Vater ist, kann man das ja so regeln, dass man als Familie eben an diesen Tagen keine FSK 12-Filme schaut. An den Tagen, wo sie nicht da ist, entscheidest Du, was Dein Sohn sehen darf.

    Vieles, was Du auflistest, sind keine Erziehungsstilfragen, sondern auch persönliche Befindlichkeiten. Nur mal so als Beispiel: Du bist sehr wählerisch beim Essen, Dein Sohn auch. In einer guten Beziehung würde Dein Freund ja auch nicht versuchen, Dich, die erwachsene Person, zu erziehen in dieser Frage. Wenn Du also der Meinung bist, das ist okay so, dann sollte Dein Freund sich da auch nicht einmischen.
    das mit den tagen würde leider nicht funktionieren, da die Tochter sich dann ungerecht behandelt fühlen würde - weil ja mein Kind Dinge darf, die sie nicht darf.
    Leider haben wir permanent mit Vergleichen und Konkurrenz der Kinder wegen zu kämpfen.

    Und auch die sache mit der Flasche habe ich meinem Freund versucht zo zu erklären, dass es da um eine Ekelschwelle und das als Teil der Persönlichkeit geht - seiner Meinung nach ist es anerzogen und überzogen.


  6. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    bleibt getrennt wohnen, ist besser für eure Beziehung. patchwürg taugt nix, lass dir das von einer Praktikerin sagen. gerade Erziehung ist ein absolutes sprengstoffthema (war es bei uns auch!) und wenn das im Vorfeld schon klar ist, sollte man doch mal die Notbremse ziehen!

    warum willst du dir eigentlich freiwillig einen 5-personen-haushalt ans bein binden?

    lg luci

    ps: zu fünft aus einer flasche trinken geht gar nicht. was ist das denn für eine Erziehung?
    psps: warum solltest DU dein haus vermieten? du wirst dann bei IHM leben und da gelten seine regeln . .
    Wir möchten beide zusammenleben - haben derzeit nur sehr wenig Zeit füreinander. Ausserdem ist es auch eine finanzielle Frage, in nur einem Haus sparen wir Kosten und gewinnen Zeit. Leider ist mein Haus zu klein für uns vier.

    Mir war bewusst, dass wir eine Lösung und gemeinsame Regeln finden müssen, aber dass es so schwierig wird, war mir tatsächlich nicht bewusst.

  7. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Ist doch wurscht, woher das Flaschending kommt (und auch der Rest) - wichtig ist, wie ihr damit umgeht. Und da kämpft ihr gegeneinander! Beziehung ist doch Teamwork - und dementsprechend sehe ich eure Konflikte auch als Beziehungsprobleme, nicht als Patchwork- oder Erziehungsthemen.

    Hältst du es unter diesen Umständen fuer eine gute Idee, zusammenzuziehen?


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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Zitat Zitat von eizmm Beitrag anzeigen
    Wir möchten beide zusammenleben - haben derzeit nur sehr wenig Zeit füreinander.
    Ihr werdet nach dem Zusammenziehen zwar unter einem Dach wohnen, aber für euch als Paar noch weniger Zeit haben. Ihr werdet euch nämlich dauernd um die Erziehungsstile kabbeln . . .

    luci

    ps: auch das Argument, dass ihr dann mehr Geld habt, würde ich mal überdenken. immerhin hast du jetzt dein haus (Eigentum?), warum willst du diese Eigenständigkeit aufgeben?
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  9. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Zitat Zitat von Kitty_Snicket Beitrag anzeigen
    Ist doch wurscht, woher das Flaschending kommt (und auch der Rest) - wichtig ist, wie ihr damit umgeht. Und da kämpft ihr gegeneinander! Beziehung ist doch Teamwork - und dementsprechend sehe ich eure Konflikte auch als Beziehungsprobleme, nicht als Patchwork- oder Erziehungsthemen.

    Hältst du es unter diesen Umständen fuer eine gute Idee, zusammenzuziehen?
    Unser grösstes Problem ist wahrscheinlich, dass wir zu wenig gemeinsame Zeit haben und immer mehr in der Vater - Mutter Rolle versauern, statt mann und Frau zu sein.
    Das hoffen wir durch einen geregelten gemeinsamen Alltag in den Griff zu bekommen.


  10. Registriert seit
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    AW: Erziehungsstile vereinen- aber WIE?

    Zitat Zitat von eizmm Beitrag anzeigen
    das mit den tagen würde leider nicht funktionieren, da die Tochter sich dann ungerecht behandelt fühlen würde - weil ja mein Kind Dinge darf, die sie nicht darf.
    Woher soll sie es denn wissen? Was geht es sie an, was Ihr für Filme guckt, wenn sie bei der Mutter ist?

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