+ Antworten
Seite 20 von 28 ErsteErste ... 101819202122 ... LetzteLetzte
Ergebnis 191 bis 200 von 278

  1. Registriert seit
    08.02.2011
    Beiträge
    6.843

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Diese Rundum sorglos-Gesellschaftssysteme lassen die Menschen verkümmern.

    Ich muss meinem Kind nichts kochen, der staatliche Vollservice macht das schon.
    Ich muss dem Kind nichts vorlesen, der staatliche Vollservice macht das schon.
    Ich muss das Kind nicht zu einem anständigen Menschen erziehen, der staatliche Vollservice macht das schon.

    Herrgott, das sind Lehrer, keine Ersatzeltern oder Sozialarbeiter.
    Deutschland, Deutschland über alles,
    über alles wächst mal Gras.
    Ist das Gras so'n Stück gewachsen,
    frißt's ein Schaf und sagt: Das war's!
    J. Dietz


  2. Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    1.389

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Zitat Zitat von merav Beitrag anzeigen
    Diese Rundum sorglos-Gesellschaftssysteme lassen die Menschen verkümmern.

    Ich muss meinem Kind nichts kochen, der staatliche Vollservice macht das schon.
    Ich muss dem Kind nichts vorlesen, der staatliche Vollservice macht das schon.
    Ich muss das Kind nicht zu einem anständigen Menschen erziehen, der staatliche Vollservice macht das schon.

    Herrgott, das sind Lehrer, keine Ersatzeltern oder Sozialarbeiter.


  3. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    5.615

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Zitat Zitat von astronaut Beitrag anzeigen
    Wissen aber viele nicht oder interessiert auch nicht.
    Deshalb gehen an unserer Schule die Lehrkräfte mit den Kindern gleich im 1. Schuljahr in die Bibliothek und dringen darauf, dass jedes Kind, das noch keine hat, eine Bibliothekskarte beantragt. Und gehen auch so ab und zu mal hin, damit es für die Kinder ein vertrauter Ort wird.

    In meinem Elternhaus wurden auch keine Bücher gelesen. Auch fast keine gekauft für das leseverrückte Kind. Aber kaum hatte ich erfahren, dass es in der Dorfschule eine Bücherei gibt, war ich da und habe Bücher ausgeliehen.


  4. Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    1.389

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Deshalb gehen an unserer Schule die Lehrkräfte mit den Kindern gleich im 1. Schuljahr in die Bibliothek und dringen darauf, dass jedes Kind, das noch keine hat, eine Bibliothekskarte beantragt. Und gehen auch so ab und zu mal hin, damit es für die Kinder ein vertrauter Ort wird.
    So kenne ich das auch.

    Und wenn dann ein Viertklässler am Ende trotzdem lieber stundenlang mit dem Smartphone rumspielt als zu lesen, liegt das ganz sicher nicht an der Schule und den Lehrern.


  5. Registriert seit
    02.07.2018
    Beiträge
    2.289

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Ich bin mal in unserer Stadteilbibliothek einer Lehrerin mit Schülergruppe begegnet, die waren aber schon etwas älter, vielleicht 5. Klasse Hauptschule. Ich kriegte gerade noch mit, wie einer der Jungen ganz fassungslos fragte: "Wie, hier kann ich mir Bücher ausleihen? Einfach so?? Umsonst???"


  6. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    5.615

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Ich beobachte das jetzt seit einiger Zeit an unserer Schule, wo einer Grundschule die weiterführende Gesamtschule direkt angeschlossen ist. Die Grundschule müht sich wirklich ab, auch gerade an den bildungsferneren Kindern. Wenn dann zu Hause so ein Klima ist "es ist gut, dass Du lernst und Dich für vieles interessierst, wir wollen, dass Du eine gute Ausbildung bekommst", egal ob Hartz-IV oder Flüchtlingshaushalt oder was-auch-immer, dann läuft das. Wenn so ein Klima nicht da ist, läuft es nur für die wenigen Kinder, die merken, ich will da raus, ich will anders leben als meine Eltern/Geschwister. Da, wo das nicht gegeben ist, ist es spätestens in der Pubertät vorbei, da ist dann alles egal.


  7. Registriert seit
    08.02.2011
    Beiträge
    6.843

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Das geschieht hier schon im Kindergarten.

    Nur trifft man immer die gleichen Familien in der Bücherei und immer die gleichen kommen nicht. Genauso Elternabende und Vorträge zu Familienthemen.

    Würden deren Kinder komplett staatlich rundum versorgt, dürften die Lehrer im dritten Schuljahr morgens noch Windeln wechseln.
    Deutschland, Deutschland über alles,
    über alles wächst mal Gras.
    Ist das Gras so'n Stück gewachsen,
    frißt's ein Schaf und sagt: Das war's!
    J. Dietz


  8. Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    1.389

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen

    In meinem Elternhaus wurden auch keine Bücher gelesen. Auch fast keine gekauft für das leseverrückte Kind. Aber kaum hatte ich erfahren, dass es in der Dorfschule eine Bücherei gibt, war ich da und habe Bücher ausgeliehen.
    Das war bei mir ganz genau so. Ich habe mir allein durch Lesen die Welt erschlossen und unendlich profitiert. Und das wäre auch heute noch möglich, man muss es nur wollen.


  9. Registriert seit
    08.02.2011
    Beiträge
    6.843

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Ich betone, dass Bildungsnähe nicht viel mit dem Haushaltseinkommen zu tun hat.
    Der schlimmste kulturlose Banause den ich kenne ist mein stinkreicher Onkel.
    Deutschland, Deutschland über alles,
    über alles wächst mal Gras.
    Ist das Gras so'n Stück gewachsen,
    frißt's ein Schaf und sagt: Das war's!
    J. Dietz

  10. Avatar von fritzi72
    Registriert seit
    20.09.2011
    Beiträge
    4.240

    AW: Weiterführende Schulen und Inklusion - Regelungen, Meinungen, Diskussion

    Zitat Zitat von leandra28 Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon: Ich finde, in der bisherigen Diskussion sind vor allem zwei Dinge herausgekommen, die für gelingende Inklusion nötig wären:

    1) Geld - Personal (und in der Folge: KLEINE Klassen) - Ausstattung (also die Bedingungen) -
    2) Wille - Überzeugung - Kenntnis

    An beidem mangelt es in Deutschland enorm. Inklusion wurde ohne Konzept eingeführt, mit der heißen Nadel gestrickt. Es wird herumgedoktert in unhaltbaren Zuständen, was zu Frust und Misserfolgen auf ganzer Front, bei allen Beteiligten führt. Erreicht wird das Gegenteil des eigentlich Intendierten.

    Wir brauchen GENÜGEND Lehrende und Sozialarbeitende (nachdem ich oben immer nur Schüler und Lehrer geschrieben habe, nutze ich jetzt mal die Ausweichformulierung ). Wir brauchen GANZ VIELE Fortbildungen. Und wir brauchen Schulen, die das Potential räumlich hergeben.

    Nichtsdestotrotz (ich habe viele Förderschullehrer(innen) im Freundeskreis und kriege viel mit, was die so an Förderschulen leisten und was da abgeht) bin ich der festen Überzeugung, dass man auf gar keinen Fall ohne Not Förderschulen zerschlagen sollte. Man sollte unbedingt das Angebot vorhalten für die, für die es dort wirklich besser ist! Die sich dort viel behüteter, wohler, sicherer fühlen und optimal (am liebsten würde ich schreiben 'optimalst' ) gefördert werden können.

    Das schließt nicht aus, gleichzeitig auf der anderen Seite die Inklusion auf sichere Füße zu stellen (mit allen oben genannten Bedingungen). Beide Möglichkeiten sollten offen stehen und individuell gewählt werden können. Ich finde tragisch, wieviel unendlich wertvolle pädagogische Arbeit, die an Förderschulen tagtäglich geleistet wird, kaputt gemacht wird durch unüberlegte Politik.
    Leandra und Zustimmung!

    Mit meinem Beispiel zur Sehbehinderten-Schule meiner Freundin wollte ich genau darauf hinaus, dass solche Institutionen, an denen sehr viel Spezialwissen herrscht und weitergegeben wird und die Kinder neben vielen qualisizierten Pädagogen auch voneinander lernen nicht einfach zerschlagen werden.
    Das dort vorhandene Wissen ist sehr komprimiert und kommt vielen Kindern zugute, bei so speziellen Dingen, wie Seh- oder Hörbehinderung ist das effektiver, als Schulbegleiter, die nicht entsprechend spezialisiert sind.

    Eine andere Frage, die in der öffentlichen Diskussion um die Inklusion ausgeblendet wird, ist die, ob sie wirklich für alle gelten soll und wie das funktioniert.
    Ich denke hier an körperlich und vor allem geistig schwerbehinderte Kinder, bei denen schon von vornherein klar ist, dass nie ein Schulabschluss erreichbar ist, die weder motorisch noch geistig die Fähigkeiten haben, z.B. Lesen oder Schreiben zu lernen oder motorisch vielleicht noch nicht mal selber sitzen und essen können?
    Vielleicht können die, die beruflich mit Inklusion zu tun haben, berichten, was für diese Kinder angedacht ist? Ob und wie eine Grenze gezogen werden soll und wie diese mit dem Inklusionsgedanken vereinbar ist?

    Zitat Zitat von merav Beitrag anzeigen
    Ja.

    Und dann wird der Mensch irgendwann älter, merkt dass seine Eltern Banausen sind, erzieht sich selbst und macht es besser.
    Das ist zynisch.
    Kinder, die vom ersten Lebenstag an einen Mangel an Zuwendung und später Bildung erfahren, Opfer von Vernachlässigung und/oder körperlicher Gewalt werden, können oft überhaupt keine Kompetenzen entwickeln, diese Mangelerfahrung selber zu kompensieren. Kommt eine intelektuelle Minderbegabung oder Lernbehinderung dazu, ist das noch schwieriger.
    Diese Kinder haben genau wie Kinder aus behüteten Elternhäusern ein Recht auf Bildung und das ist sehr wohl eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
    Dass diese nicht von der Schule allein und auch nicht überwiegend von der Schule gelöst werden kann, ist etwas anderes, das kann aber nicht heissen, dass die Kinder in der Schule einfach nach unten durchgereicht werden können. Eigentlich müssten geeignete Massnahmen schon vor der Schule greifen, um die Schulfähigkeit dieser Kinder herbeizuführen.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

+ Antworten
Seite 20 von 28 ErsteErste ... 101819202122 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •