+ Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 38

  1. Registriert seit
    21.11.2007
    Beiträge
    1.477

    Kindergartenkind

    Hallo, liebe Foris,

    eine Freundin berichtete mir vorhin von ihrem Sohn. Er ist im September 5 geworden und ist immer noch nicht trocken, d.h. er braucht für den Kindergarten noch Pampers, da er sein großes Geschäft so gut wie nie auf der Toilette erledigt.
    Das ganze "Problem" (und sie tut wirklich alles, damit er nicht den Eindruck hat, dass es ein "Problem" sei) hatte offenbar seinen Urspruch in ständiger Verstopfung, was natürlich zu Bauchschmerzen führte und das hat er dann mit dem WC-Gang in Verbindung gebracht, tja und nun geht er halt nichts aufs Klo.

    Die Kinderärztin rät dazu, weiter abzuwarten, irgendwann würde sich das von selbst erledigen. Nun ist sogar seine kleine Schwester (wird 3) schon trocken und selbst das motiviert ihn nicht dazu, es jetzt selbst ohne Pampers versuchen zu wollen.

    Generell ist er ein sehr schüchternes Kind bei Fremden und im Umgang mit vielen anderen Kindern eher zurückhaltend.
    Zu Hause hingegen kann er sehr gut reden und auch seinen Willen ausdrücken und versucht diesen auch durchzusetzen. Er hat eben keine Lust, aufs Klo zu gehen und ist in dieser und auch einigen anderen Sachen sehr stur. Unklar ist auch, inwieweit dieses Verhalten eventuell mit der Geburt der Schwester zusammenhängen könnte, denn diese fiel in den Zeitraum als er eigentlich selbst trocken hätte werden können... meine Freundin war wegen Komplikationen bei der zweiten Geburt danach eine Woche im Krankenhaus und ihre Mutter bemerkte zu und seit diesem Zeitpunkt eine Verhaltensänderung bei dem Kleinen.

    Meine Freundin ist sehr liebevoll mit ihren beiden Kindern, inwieweit sie im Alltag konsequent ist, kann ich nicht beurteilen, sie hat in meinen Augen jedenfalls eine Engelsgeduld.

    Nun wurde ihr letzte Woche im Kindergarten bei einem anderthalbstündigen Gespräch dringend geraten, den Sohn so schnell wie möglich in die andere Gruppe zu "versetzen" und zwar als Integrationskind!

    Sie ist aus allen Wolken gefallen und war sehr geschockt. Es wurde ziemlicher Druck ausgeübt seitens des Kindergartens, sie sollte gestern einen Antrag unterschreiben für das Sozialamt, damit die Amtsärztin ihn beurteilen könne, weil die Entscheidungen über die Integrationsplätze wohl Anfang Januar fallen sollen.

    Meine Freundin und ihr Mann haben sich dagegen entschieden, den Kleinen in die andere Gruppe zu versetzen, eben weil er sehr introvertiert ist und sich dann in der Gruppe völlig neu orientieren müsste. Auch sieht sie keinerlei Notwendigkeit für Ergo- und Logotherapie, da er mit ihm bekannten Menschen völlig normale Unterhaltungen führt.

    Nun ist sie sehr verunsichert und auch traurig, denn sie sagt, bis dato sind sie gerne zum Kindergarten gefahren morgens und nun hat sie ein schlechtes Gefühl.

    Wenn Ihr die Schilderung so lest, wie würdet Ihr das einschätzen?
    Im Januar ist wieder U-Untersuchtung und dann wird sie mit der Kinderärztin sprechen, leider ließ sich der Termin nicht kurzfristig vorziehen.

  2. Moderation Avatar von maryquitecontrary
    Registriert seit
    03.04.2003
    Beiträge
    5.911

    AW: Kindergartenkind

    Das ist eine ziemlich "klassische" Geschichte (Enkoprese). Aber sie gehört meines Erachtens schon lange behandelt.

    Ich wundere mich darüber, dass die Ärztin dies auch bislang nicht für nötig hielt.


    Es müsste die Verstopfung, falls noch bestehend, reguliert und behandelt werden, und dann mit dem Kind auch der Klogang erarbeitet werden. Erst mal durch die Normalisierung des Stuhls, Regelmäßigkeit des Klogangs und auch eine Psychoedukation.

    Auch für die Eltern, die das Kind dabei unterstützen, aber auch nicht an falscher Stelle Druck machen sollen. Klogänge sollten von eventuellem emotionalen Druck entlastet und es sollte mit dem Kind ein Plan erarbeitet und umgesetzt werden, der für das Kind den normalen Prozess der Entleerung wieder zu einem unaufgeregten Tagesordnungspunkt und zu einem Erfolgserlebnis werden lässt.


    Durch den Stuhlverhalt verweilt der Stuhl länger im Dickdarm und wird noch trockener. Dadurch wird die Entleerung schmerzhaft und schließlich verweigert, was dann in einen "Teufelskreis" mündet.


    Gerne bei Kindern, die eine Bereitschaft zu Zwang/Ängstlichkeit haben, aber auch bei anderen Kindern, kann sich sowas verfestigen und zu einem Problem werden.


    (Spätestens) für einen Fünfjährigen ist das mutmaßlich unangenehm und belastend, und man muss hier Wege aufzeigen, aus der Sackgasse wieder rauszukommen. Das dauert bei richtiger Behandlung meistens auch gar nicht lange.


    Sowas fällt ins Grenzgebiet Kinderheilkunde und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ein kompetenter Kinderarzt sollte das aber eigentlich auch behandeln können. Für eine Integrationsgruppe besteht nach deiner bisherigen Schilderungkein Grund. Wohl aber für eine konstruktive Veränderung.

  3. Moderation Avatar von maryquitecontrary
    Registriert seit
    03.04.2003
    Beiträge
    5.911

    AW: Kindergartenkind

    .
    Geändert von maryquitecontrary (22.12.2018 um 05:24 Uhr) Grund: Doppelt

  4. Inaktiver User

    AW: Kindergartenkind

    Zitat Zitat von Kantorka Beitrag anzeigen
    .Meine Freundin und ihr Mann haben sich dagegen entschieden, den Kleinen in die andere Gruppe zu versetzen, eben weil er sehr introvertiert ist und sich dann in der Gruppe völlig neu orientieren müsste. Auch sieht sie keinerlei Notwendigkeit für Ergo- und Logotherapie, da er mit ihm bekannten Menschen völlig normale Unterhaltungen führt.
    Ich glaube, irgendwas an der Geschichte hier stimmt nicht. Kein Kindergarten macht ein Kind zum Integrationskind, nur weil es Probleme mit dem Toilettengang hat. Immerhin ist hier auch von Logopädie die Rede. Kann es sein, dass Deine Freundin Dir nicht alles erzählt hat?


  5. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    5.791

    AW: Kindergartenkind

    Wenn Kindergärten (oder Schulen) sehen, dass bei einem Kind irgendwas nicht rund läuft, sind sie manchmal schnell dabei, es zum Integrationskind zu machen oder es auf sonderpädagischen Förderbedarf überprüfen zu lassen. Nicht jeder Kindergarten oder jede Schule, da gibt es solche und solche, aber es gibt welche, da geht das ganz schnell.

  6. Avatar von marylin
    Registriert seit
    27.03.2007
    Beiträge
    5.191

    AW: Kindergartenkind

    Als erstes gehört die Verstopfung behandelt. Könnte auch an der Ernährung liegen. Viele meinen ja, mit Vollkornprodukten macht man alles richtig, führt aber auch mitunter zu Verstopfung. Es gibt ja Lebensmittel, die eher leicht abführend wirken. Mal rumprobieren. Das Problem hätte schon längst evaluiert gehört, die Kinderärztin verstehe ich auch nicht, als ob das alles normal wäre...

    Und von einem 5jährigen kann man natürlich verlangen, dass er auf die Toilette geht. Aber eben nicht, wenn es jedes Mal schmerzt... Dass die Erzieher in der Kita einem 5jährigen nicht mehr die Windeln wechseln wollen, ist auch klar. Er kommt ja auch bald in die Schule... was soll das denn werden?
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  7. Avatar von aurora18
    Registriert seit
    19.05.2018
    Beiträge
    216

    AW: Kindergartenkind

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen

    Und von einem 5jährigen kann man natürlich verlangen, dass er auf die Toilette geht. Aber eben nicht, wenn es jedes Mal schmerzt... Dass die Erzieher in der Kita einem 5jährigen nicht mehr die Windeln wechseln wollen, ist auch klar. Er kommt ja auch bald in die Schule... was soll das denn werden?
    Genau .. das Problem muss schnell gelöst werden .. bevor er eingeschult wird !!! Was ist mit dem Kind, trägt er "gerne" Windeln .. ?!? was sagt er dazu .. ?!? stört es ihm nicht .. ist es ihm nicht peinlich .. ?!? Solange er keine Notwendigkeit für eine Veränderung sieht, wird es so bleiben .Ich würde als Mutter darauf bestehen dass er zur Toilette geht. Es gibt kein Grund, es nicht zu tun ..
    Carpe Diem

  8. VIP Avatar von xanidae
    Registriert seit
    23.02.2001
    Beiträge
    16.338

    AW: Kindergartenkind

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Er kommt ja auch bald in die Schule... was soll das denn werden?
    Spätestens dann wird er Integrationskind, weil die Schule die Beschulung ohne Schulbegleitung verweigern wird.


    Ich kann mich Maryquitecontrary anschließen. Es muss eine ausführlichere und ganzheitlichere Diagnostik gemacht werden - dafür gibt es medizinische Zentren.

    „Eternal peace is probably overrated“ Klaus - The Umbrella Academy

  9. VIP Avatar von xanidae
    Registriert seit
    23.02.2001
    Beiträge
    16.338

    AW: Kindergartenkind

    Zitat Zitat von aurora18 Beitrag anzeigen
    Es gibt kein Grund es nicht zu tun ..
    Doch Schmerzen, furchtbare Schmerzen, verhindern den Klogang bei Verstopfung. Ich habe mehrfach meine Kinder vom Kindergarten abholen müssen, einmal mit Verdacht auf Blinddarm, letztendlich waren sie verstopft. Die körperlichen Symptome waren schlimme Bauchschmerzen, Kind weint, schweißig aber kalt, gekrümmt daliegen. Die Verstopfung bei kleinen Kindern ist nicht unbedingt so wie bei Erwachsenen.

    „Eternal peace is probably overrated“ Klaus - The Umbrella Academy

  10. VIP Avatar von xanidae
    Registriert seit
    23.02.2001
    Beiträge
    16.338

    AW: Kindergartenkind

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, irgendwas an der Geschichte hier stimmt nicht. Kein Kindergarten macht ein Kind zum Integrationskind, nur weil es Probleme mit dem Toilettengang hat. Immerhin ist hier auch von Logopädie die Rede. Kann es sein, dass Deine Freundin Dir nicht alles erzählt hat?
    Im Eingangsbeitrag wird von Logotherapie gesprochen, das ist etwas anderes als Logopädie. Möglicherweise nur ein Schreibfehler.

    Zitat Zitat von Kantorka Beitrag anzeigen
    Auch sieht sie keinerlei Notwendigkeit für Ergo- und Logotherapie, da er mit ihm bekannten Menschen völlig normale Unterhaltungen führt.
    .
    Was wurde denn nun empfohlen?

    Logotherapie ist etwas anderes als Logopädie. Ergotherapie wird häufig bei entwicklungsverzögerten Kindern empfohlen. Logopädie bei sprachentwicklungsverzögerten Kindern.


    Prinzipiell wäre eine Elternberatung zu empfehlen, wenn die auftretenden Symptome mit der Geburt der Schwester verbunden werden.

    Wenn die Eltern was verändern, löst sich vielleicht das Problem des Kindes.

    „Eternal peace is probably overrated“ Klaus - The Umbrella Academy

+ Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •