Und ich habe noch ein Thema, welches mich aktuell beschäftigt... vorweg, wenn ich seltsam oder altbacken daher komme... ich bin niemand der sagt, früher war alles besser. Wahrscheinlich war ich einfach zu lange aufm Dorf und mit mehr älteren Herrschaften unterwegs. Mein Umzug in eine Großstadt und viele Kinder um mich herum, werfen jetzt einfach Fragen bzw. Themen auf, die vorher für mich keine Rolle spielten.
Ich gehe jetzt oft durch eine sehr belebte Fußgängerzone, mit querenden richtigen Straßen, toller Kiez, auch die Nebenstraße sind schön, aber die Fußwege schmal.
Hier sausen sehr viele Kleinkinder, ab gerade gut gehen können, mit ihren Laufrädern durch und um die Fußgänger herum. Mamas und Papas rufen (bzw. schreien) hinterher, nicht so schnell, nicht so weit, kannst du bitte warten, pass auf, du musst anhalten.
Die Kleinkinder haben echte Freude am schnellen Fortkommen, so interpretiere ich ihre strahlenden Gesichter.
Was ich aber echt doof finde, wenn mir mehrmals in den Hacken gefahren wird, ich überholt werde und man mir dabei fast über die Füße fährt, wenn Kind auf mich zusteuert, ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren und ich nicht weiß, bremst es noch oder nimmt es mich überhaupt wahr oder nicht.
Nun weiß ich natürlich, dass Laufräder der Hit sind, sobald Kind laufen kann, frage mich aber, ist das gut fürs Kleinkind?
Klar schult so ein Teil den Gleichgewichtssinn, aber ist so ein kleines Kind nicht mit der Geschwindigkeit überfordert? Nimmt es wahr, worum es geht?
Wenn Fußgänger immer ausweichen, Kind dem Fußgänger in den Hacken fährt, was lernt so ein kleines Kind? Alle machen mir immer Platz... wie entwickelt sich dann das weitere Verhalten im Straßenverkehr?
Ist es sinnvoll, ein +/- zweijähriges Kind durch ein Laufrad den Gleichgewichtssinn zu schulen? Tuts nicht auch das Laufen und Gehen auf den Beinen und ein Tretroller mit 4 oder 5 (ja ich weiß, da fahren die Kinder schon Fahrrad ohne Stützräder).
Worum es mir geht, Kleinkind rast mit Laufrad vor, Mutter schreit „bleib stehen, da ist ne Straße“, Kind bleibt stehen, weil es die erschreckte Stimme der Mutter hört - aber der Zusammenhang Straße, Autos, gucken, erst links dann rechts, dann wieder links -kommt der dann noch im kleinen Köpfchen an?
Das ist wie, wenn zum Kind gesagt wird „entschuldige Dich“, Kind entschuldigt sich, weiß aber noch gar nicht, dass man um Entschuldigung bittet und dies, weil man einen Fehler begangen hat, den man auch einsieht und reflektiert hat.
Wie ist Eure Meinung dazu?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 31
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26.05.2018, 18:05Inaktiver User
kleine Kleinkinder und Laufrad
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26.05.2018, 18:11
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Laufräder sind spitze.
Aber man kann sie mit 2-3jährigen nur im üblichen Verkehr benutzen wenn man eben lang genug geübt hat, niemandem in die Hacken zu fahren, auf Aufforderung langsam zu sein und zu hören.
Wir hatten zu Anfang immer noch den Bollerwagen dabei und da ist das Laufrad dann reingekommen wenn das Kind nicht gehört hat. Und sind nur autofreie Strecken abgefahren.
Aber ich weiß was du meinst, ich sehe hier auch manchmal Eltern und deren Kinder an der Hauptstraße, da denke ich die haben noch ein paar Reservekinder daheim wenn sie auf die Sicherheit ihres aktuellen Kindes nicht so viel Wert legen.
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26.05.2018, 18:20Inaktiver User
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Kleinkinder stören den "Fußgängerverkehr" ja immer, egal ob mit Puppenwagen, Laufrad oder weil sie plötzlich mitten im Weg stehen bleiben, um eine Taube zu bewundern. Oder einfach nur weil sie rennen.
Ich finde Laufräder im Straßenverkehr auch knifflig. Aber sie sind einfach toll für die Kinder. Hier in der Innenstadt, wo sowieso alle auf der Straße laufen und kein Auto schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren kann, lass ich die meinigen auch sausen. An befahrenen Straßen muss die Kleine neben mir bleiben.
Echtes Gefahrenbewusstsein kommt m. W. erst im Schulalter, aber üben muss man schon früher, da beißt die Maus keinen Faden ab.
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26.05.2018, 18:26
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Ein Kind muss einfach nach und nach mitkriegen: "Ich bin nicht allein auf der Welt."
Bei uns gab es früh Regeln fürs Lauflernrad: Immer wenige Meter in greifbarer Nähe vor mir - im verkehrsberuhigten Bereich - niemals rasend wegradeln - DEIN Lauflernrad DEINE Verantwortung: Du schiebst es, wenn du es nicht fahren willst (ich trage es nicht, sonst bleibts halt hier im Gras liegen) - Du passt auf, dass du keinen anradelst.
Wurde auch nur einmal gerast, ohne auf mich zu hören - ehrlich? Ich bin hinterher, hab das Kind am "Schlafittchen" gepackt, runter vom Rad - in die Knie, Augenhöhe - Ansage. Weil: Nicht nur peinlich für mich (soll ich dann jedesmal hinterher rennen oder wie heißt das Spiel?) und weil: auch gefährlich.
Ebenso Regeln jetzt auch mit 5 beim Fahrradfahren ("leichte ruhige" Radwege, immer an der Seite fahren, nicht Fußgänger aggressiv weg-klingeln, sondern umfahren, immer nahe vor mir fahren etc.).Be a voice not an echo.
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26.05.2018, 18:29
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Auf Hauptstraßen haben Lauflernräder nichts verloren - das Kind kann den Abschnitt lang das Radl schieben.
Ebenso in Straßen, in denen hoher Fußgängerverkehr ist und man eh Gefahr läuft, alle 2 Sekunden jemanden an die Haken zu fahren. Noch klarer: Wenn ich weiß, ich gehe in die City, nehme ich erst gar kein Radl mit. Das Kind läuft. Es hat Füße.
Und ich erlebe Kleinkinder als gar nicht störend im Fußgängerverkehr. Die meisten tapsen doch sehr nett bei ihren Eltern mit.Be a voice not an echo.
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26.05.2018, 18:31
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Meine haben beide mit 2 Laufradfahren gerlernt. Käme jetzt nicht auf die Idee meine 2 jährige in einer belebten Fußgängerzone fahren zu lassen. Das halten wir und lieber an weniger frequentierte Bereich
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26.05.2018, 18:33
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26.05.2018, 18:42
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26.05.2018, 21:38
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
Wir fahren mit dem Fahrrad und dem Laufrad in den Kindergarten. Frische Luft, sportlich, umweltfreundlich
Es ist gewissermaßen Lifestyle. Es ist aber auch ein Kompromiss des Praktikablen: Auto muss nicht sein, für den Platz im Geschwisterwagen ist er zu groß, den Weg mit ihm zu Fuß zu bewältigen würde morgens zu viel Zeit und Nerven kosten.
Das Laufradfahren ist ganz entspannt, weil ich mit dem Fahrrad nebenher fahre - das heißt, ich bin auf der gleichen Höhe wie das Kind und kann im Bedarfsfall soufflieren/eingreifen (Achtung Fußgänger, da vorne an der Straße stopp, bremsen, schneller...). Zu Fuß gehen mit dem vorausrasenden Laufradler habe ich nie gern gemacht, da fehlt die schnelle Eingreifmöglichkeit.
Die vor jedem Fahrtantritt wiederholte Ansage ist klar: Wenn er nicht hört/reagiert, muss er absteigen und das Laufrad und (welche Schande!) er selbst müssen in den Fahrradanhänger zur kleinen Schwester.
Wobei er schon mit 2-3 gewisse Regeln verinnerlicht hatte: Bordsteine sind Stoppsteine, auf bekannten Strecken (und wir fahren fast nur solche) weiß er, wo Einmündungen sind, wenn er sich an der Nase kratzen will, hält er an
usw.
Ich denke schon, dass Kinder so auch im jungen Alter etwas über korrektes Verhalten im Straßenverkehr lernen.
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26.05.2018, 21:46
AW: kleine Kleinkinder und Laufrad
laufraeder sind in meinen augen eine katastrophe
insbesondere wenn es irgendwo bergab geht, wie zum beispiel an fußgaengerunterfuehrungen von bahngleisen an bahnhoefen
ich habe schon so viele kleinstkinder mit den teilen stuerzen sehen, oder in fußgaenger reinfahren sehe, das es mich wundert, das die ueberhaupt im strassenverkehr erlaubt sind
und auf gehwegen sind sie auch hoechst gefaehrlich, gerade wenn fahrzeuge aus einer einfahrt kommen und die lieben kleine mit hohem tempo angerauscht kommen und ruck zuck in der fahrzeugfront haengen, ohne das der autofahrer etwas machen kann
ein 2-jaehriges kind hat rein entwicklungstechnisch gar nicht die vorraussetzungen und faehigkeiten den verkehr einzuschaetzen
so ein kind ist im alltagsverkehr ( auch auf dem gehweg ) voellig ueberfordet
"lifestyle", der begriff trifft es ganz gut


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