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  1. Registriert seit
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    Aufforderungen als Fragen formulieren

    Hallo an alle Lesenden,

    ich (ü 50, mehrfache Mutter erwachsener Kinder) habe mein Wohnumfeld gewechselt und bin nun in einer Großstadt unterwegs und familiär bedingt, auch mit angeheirateten Enkelkindern gesegnet (so ein schönes Geschenk für mich).

    Nun habe ich des Öfteren auch schon die Kinder aus den Kitas mit abgeholt, war auf Spielplätzen dabei, lernte andere Eltern kennen und habe jetzt im Supermarkt ein „anderes Ohr“ als vorher -da wars eher dörflich, nur wenige Schulkinder.

    Was mir auffällt, sehr viele Eltern (so um die 30), formulieren Aufforderungen an ihre Kinder als Fragen.
    Beispiele:
    Würdest Du Dir bitte die Schuhe anziehen?
    Wollen wir jetzt losgehen?
    Würdest Du bitte nicht so trödeln?
    Würdest Du bitte aufhören, Deine Schwester zu schubsen?

    Letzte Woche hat eine Mutter zu ihrem 1,5 Jahre alten Kind gesagt: „Würdest Du Dich bitte aufs Essen konzentrieren?“

    Was alle Eltern eint, sie wirken dabei sehr genervt.
    Ist es nicht einfacher, klar zu sagen „Ziehe jetzt bitte Deine Schuhe an!“
    Eine Frage lässt doch immer die Möglichkeit „nein“ zu sagen oder zu denken...

    Ich frage hier nach, weil es mich interessiert. Ich habe ernsthaft überlegt, Kita-/Spielplatzeltern zu fragen, meine Neugier ist aber bestimmt übergriffig. Deshalb mach ich es hier anonym.
    Da ich nur Mini-Sequenzen mitbekomme, habe ich auch die Frage, ob dieses Wahl-lassen den Alltag mit (Kindergarten-) Kindern erleichtert? Zum Beispiel, das morgentliche Anziehen und das Frühstück?

    Danke, wenn Ihr aus Eurer Sicht und Erfahrung etwa schreibt, Kieselmurmel

  2. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Oh ja, ich ertappe mich auch öfters mal bei so einer Formulierung, aber nicht, weil ich meinen Kindern die Wahl lassen möchte. Und versuche das zu ändern, weil du natürlich recht hast, eine Frage kann eine negative Antwort nach sich ziehen (ein Befehl allerdings auch).

    Ich glaube, das kommt daher, dass ich einen netten Umgangston haben möchte. Das klappt allerdings auch mit einer klaren, freundlichen Aufforderung/Anweisung.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  3. Inaktiver User

    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Ich bin sicher, dass bereits ein Einjähriges in der Lage ist, eine Aufforderung als solche zu erkennen. Auch wenn sie als Frage daherkommt.

  4. Avatar von Ullalla
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Warum muss eine Aufforderung als Frage daherkommen?
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  5. Inaktiver User

    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Muss sie ja nicht. Aber ein wenig sprachliche Varianz ist sicherlich auch im Umgang mit Kindern erlaubt.

    Ob das zu besseren Ergebnissen führt, ist natürlich eine andere Frage.

  6. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin sicher, dass bereits ein Einjähriges in der Lage ist, eine Aufforderung als solche zu erkennen. Auch wenn sie als Frage daherkommt.
    Das stimmt allerdings

    Und egal wie ich es formuliere, manchmal klappt es problemlos und manchmal gar nicht ...
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  7. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Ich vermeide das so gut es geht im Umgang mit meinen Kindern.
    Aufforderungen werden als solche formuliert, nicht als Frage und auch nicht als Bitte (also „bitte“ ist dann nur eine Höflichkeitspartikel, nicht Teil der Aussageintention, sprich: „Zieh dir bitte die Schuhe an“ und nicht „Ich bitte dich, zieh dir die Schuhe an.“)
    Ich halte das für zielführender, stimme- und nervenschonend.

    Und ich habe meine Bekannte, Schulpsychologin, im Ohr, die von Grundschulkindern berichtet, die einfache Anweisungen („nehmt euer Deutschheft“) nicht umsetzen können, weil sie das nie gelernt haben - und von deren Eltern, die unsicher sind, ob sie Kindern überhaupt direkte Ansagen machen dürfen, stattdessen lieber fragen und bitten und es bei „nein“ dann doch selbst erledigen. (Das sind natürlich Extremfälle.)

    Aber wir halten es so: Geschliffene Höflichkeit und gestelzte Formulierungen kommen später. 😉


  8. Registriert seit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Das ist eine im Deutschen sehr übliche Höflichkeitsform, die Kinder meiner Erfahrung nach gut verstehen.
    Erwachsene unterhalten sich ja auch so (reichst du mir bitte die Butter (?) ; kannst du später bitte noch die Wäsche aufhängen (?))
    Und die Konvention ist da ganz klar, dass es sich um eine Aufforderung handelt.
    „Räum (bitte) deine Socken in den Schrank“ wäre hierzulande unter Erwachsenen grob unhöflich.

    Wenn ich deutlich werden will, benutze ich andere Varianten (wir gehen jetzt. Ich möchte, dass du deine Schuhe anziehst.)

    „Zieh deine Schuhe an“ ist bei mir eher die mit erhobener Stimme gesprochene Eskalationsform für den morgendlichen Trödler.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer


  9. Registriert seit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    „Würdest du bitte deine Schuhe anziehen.“ ist bei mir keine Frage, sondern höfliche Aufforderung. Das merke ich auch an der Reaktion des Kindes.

    „Möchtest du deine Schuhe anziehen?“ ist allerdings etwas anderes - da frage ich mich was man macht wenn die Antwort „nein“ lautet.

  10. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Ja, diese Form der Formulierung kann in der Erziehung Probleme bereiten, wenn ich nicht bereit bin zu dulden, dass es auf Fragen mindestens zwei Antworten gibt.

    Mein Mann machte das ständig - auch bei mir - und war irritiert wenn ich „Nein“ sagte. Es ist mittlerweile besser geworden, auch weil die Kinder ihn da auf eine harte Probe gestellt haben,kommt aber immer noch vor.
    Für mich ist das Pseudohöflichkeit gepaart mit der Illusion von Entscheidungsfreiheit. Wer sagt „Kannst du bitte deine Schuhe wegräumen?“ will eigentlich, dass man es macht und nicht dass man entscheiden darf ob man das tut. „Räume jetzt sofort deine Schuhe weg“ ist eindeutiger.

    ME ein einfacher Erziehungstrick: ich sage meinem Kind genau was ich wann von ihm will.
    Was ich über's Leben weiß, weiß ich aus Stand by Me
    Ich hab' einen Hund der Cujo heißt, und mein Auto heißt Christine
    Wenn du schreiben kannst, dann schreibe,
    wenn du singen kannst, dann sing
    Und wenn du nicht mehr weiterweißt, frag
    Stephen King


    Thees Uhlmann "Danke für die Angst"

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