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  1. Registriert seit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Da geht es nicht um Kasernenton, sondern nur um Formulierung.
    Der Vergleich kommt nicht zufällig zustande.
    Solche "Ansagen" haben (für mich) immer etwas Hartes in sich und da wir Sprache selten ganz bewusst einsetzen, finde ich das sehr schwierig- es verselbständigt sich schnell und aus einem Miteinander kann ganz schnell nur noch ein Kommandieren werden.

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Kleine Kinder kann man mit Hunden vergleichen.
    brachte mich auch zu dieser Frage:
    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Trotzdem würde mich bei den Ansagern interessieren: wann und wie erfolgt der Wechsel im Umgangston? Mit dem Führerschein? dem Abi? Wie geht das dann? und ich denke mit einigem Grausen an Leute, die die "klare Ansage" auch bei Kollegen, Angestellten und sogar bei ihren Ehepartnern weiterführen. Für mich fängt das schon an mit "Gib mir mal die Butter"
    das würde mich auch interessieren- wo denn der Hund zum Kind wird?

  2. Avatar von marylin
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Ich denke, es gibt Dinge, die erfragt man höflich, ja. Aber es gibt Dinge, die selbstverständlich zu erfüllen sind. Dazu gehört, dass Eltern ihre Kinder aufs WC bringen, wenn die das nicht alleine können, dass sie ihnen Essen und Trinken geben. Manche Dinge muss man einfordern, da ist man nicht auf die Einsicht/Nettigkeit anderer angewiesen.
    Und nicht alles kann man als höfliche Bitte/Frage formulieren. Ich sage zu einem Kind "Geh weg vom Herd!" "Bleib stehen" an der Straße... einfach weil es SOFORT folgen muss. Das ist wichtig!
    Eine Frage/Bitte ist für mich genau DAS. Eine Bitte kann, muss ich aber nicht erfüllen und auf eine Frage kann ich verneinen. Für mich ist Sprache dazu da, die Dinge so rüberzubringen, dass das Gegenüber versteht, ob es die Wahl hat oder eben nicht.

    Auf die Frage vom Service im Lokal "Was möchten Sie?" Antworte ich "Ein Bier und das Schnitzel" - Was ist daran unhöflich? Wenn mich der Service nur anguckt, Hallo sagt und sonst nix, sage ich z. B. "Ich hätte gern ein Bier". Wobei ich die Formulierung "Ich bekomme ein Bier und ein Schnitzel" auch schon häufig gehört habe und nun darin auch nicht grobe Unhöflichkeit erkennen kann.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  3. Avatar von linsemo
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Letztens hatte ich einen Handwerker in der Wohnung. Er hat mich irgendwann gefragt ob er meine Toilette benutzen dürfte. Jetzt wo ich den Strang lese, wäre ich neugierig, was er gesagt hätte wenn ich "nein" gesagt hätte , okay OT. Ich merke es mir für das nächste Mal.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  4. Avatar von chaos99
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Der Vergleich kommt nicht zufällig zustande.
    Solche "Ansagen" haben (für mich) immer etwas Hartes in sich und da wir Sprache selten ganz bewusst einsetzen, finde ich das sehr schwierig- es verselbständigt sich schnell und aus einem Miteinander kann ..ganz schnell nur noch ein Kommandieren werden.


    brachte mich auch zu dieser Frage:

    das würde mich auch interessieren- wo denn der Hund zum Kind wird?

    No...der Ton macht die Musik....immer noch.

    Zu den Hunden...setzte Dich mal irgendwo hin und beobachte Leute mit Hunden...vornehmlich Kleinhunde...also die nicht so ganz richtigen Hunde...g*
    Da wird teilweise Kindersprache benutzt und kommuniziert, wie mit Kleinkindern...und man muss genau gucken, was da tatsächlich an der Leine ist.
    Das Hunde eben tatsächlich auch Kindersatz ist, weiss Jeder.
    Wenn man aber einen süssen Dackel so behandelt, erfährt man schnell den Haken an so einer "Erziehung" :))

  5. gesperrt
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Entscheidend ist die Tonlage , die Mimik und die Konsequenz.

    unterschreib, wobei allerdings auch schon die reine Formulierung zu kulturellen Schieflagen führen kann. Ort: Bäckerei in derCH. Bundesdeutscher Kunde von überm Weißwurscht/Äppelwoi-Äquator: "Ich kriechn Schwaazbrot".
    CH-Verkäuferin (gewohnt an das landesübliche 'ich hatti gaarn... /chönnti i..../oder auch ...garn es Ruuchbrot") würde am liebsten sagen: "Du kriegst überhaupt nix, wenn du mir so kommst".

    und der Teutone, fälschlich Schwoob genannt, wundert sich, warum er mit den Eingeborenen nicht richig warm wird
    Geändert von ilazumgeier (27.05.2018 um 09:28 Uhr)

  6. Avatar von chaos99
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    :)))))
    Ne...Freundlichkeit ist nicht ortsgebunden....eindeutig.
    Da könnte ich hier in Bayern als Norddeutscher ganz andere Geschichten erzählen.
    Chaos
    .................................................. ....................
    Permanente Nettigkeit ist ein Symptom. (Dr. House)

  7. gesperrt
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen

    Auf die Frage vom Service im Lokal "Was möchten Sie?" Antworte ich "Ein Bier und das Schnitzel" - Was ist daran unhöflich? .
    Für mich,ganz spontan und noch bevor ich den Frage-Zusatz gelesen habe: das fehlende "bitte"


  8. Registriert seit
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    No...der Ton macht die Musik....immer noch.
    Nicht nur.
    Wenn Mutter mit Kind zur Garderobe geht, mit der Hand auf die Jacke deutet und sagt "anziehen" und so ein Verhalten dauerhaft ist - kann der Ton so nett sein, wie er will- für mich bleibt der Eindruck von fehlendem Miteinander. Außerdem reizt diese Art zu reden auch dazu, seinem Ärger auf die Art Luft zu verschaffen, womit es schnell zu einem weniger-netten Ton kommen kann.
    Die Art zu reden, macht auch was mti dem, der spricht

    Ganz unabhängig, dass Kinder wunderbar imitieren und wer schonmal erlebt hat, wie ein Kind andere kommandiert (und man kennt die Mutter mit ihrem Verhalten dazu), der verliert schnell den "Spaß" an dieser Art zu reden.

    Ich sag nicht, dass man es immer bis zum Exzess ausreizen muss- aber knackige kurze Ansagen sollten in meinen Augen Ausnahmen sein und bleiben.
    In mancher Situation sind sie unerlässlich- dann passt es ja auch. Nur als Alltagsumgangston, wäre das für mich nichts.

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Zu den Hunden...setzte Dich mal irgendwo hin und beobachte Leute mit Hunden...vornehmlich Kleinhunde...also die nicht so ganz richtigen Hunde...g*
    Schon klar- nur gehts nicht um Hunde sondern die Frage war, wann denn der Wechsel zum "Kind" stattfindet?

  9. gesperrt
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    ja, Kenzia, so empfinde ich das auch

  10. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Aufforderungen als Fragen formulieren

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    No...der Ton macht die Musik....
    Wenn man aber einen süssen Dackel so behandelt, erfährt man schnell den Haken an so einer "Erziehung" :))
    Oh ja! Ich hatte beides, was eine Schule für's Leben war :).

    Mein Kind bekam ich sehr jung in einem Alter, wo ich zwar wusste, dass nur ein freundlicher und höflicher Ton angebracht und richtig ist, ansonsten aber wenig "reflektierte ".

    Beim Hund erkannte ich sehr schnell die Grenzen;).

    Beim Kind ließ ich mich von meinem Gefühl leiten: Liebevoll und höflich.

    In Gefahrensituationen (bei beiden *gg*): Nur Kasernenton. (und -konsequentes Verhalten .)

    Ich hab da nie groß drüber nachgedacht.

    Mein Kind überraschte mich bereits als Zweijähriger, als er im Lokal das leere Fläschen (mit Saft, leer, im Lokal erstanden) der Bedienung entgegenstreckte: "Noch eins, bitte!"

    Und später so als Vierjähriger im Laden zur Verkäuferin mit zartem Stimmchen: "Könnte ich bitte auch einen Luftballon haben?"...

    Ich traute meinen Ohren kaum.

    Ist das MEIN Kind? :)) Zuhause war mein Kind AUCH lieb und höflich, gebrauchte allerdings nie diese Grammatik! :)

    Es scheint zu klappen mit dem Wechsel zwischen liebevoll-höflich und Kasernenton.

    Nur beim Kind...das süsse Hundchen würde nochmal anderen Strang füllen.

    Damals gab es leider noch keinen Martin Rütter.. .


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