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    3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Hallo!

    Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt, ich bin seit der Schwangerschaft alleine mit ihm. Der Vater rührt sich alle 3 Monate mal und kommt dann für paar Stunden vorbei. Also keinerlei Hilfe zu erwarten. Ansonsten geht mein Sohn halbtags in die Kita, ab September wechselt er in den Kindergarten.

    Die letzten Wochen mit ihm sind wahnsinnig anstrengend. Es gibt gefühlt den ganzen Tag nur Gebrüll, wenn ihm was nicht passt. Letzte Woche war er ziemlich krank (Grippe), diese Woche sind Ferien. Mal etwas zu unserem derzeitigen Tagesablauf:

    Er würde sich am liebsten sofort nach dem ersten Augenaufschlag vor den Fernseher setzen, was ich ihm natürlich nicht durchgehen lasse. Dann folgt erstmal mindestens 30 Minuten Gebrüll. Frühstücken möchte er dann auch nichts, schließlich ist er bockig. Zwischendurch darf er mal - wenn schlechtes Wetter ist - eine Folge seiner Lieblingsserie schauen. Wenn ich nach der einen Folge ausschalte, folgt - wieder mal - Gebrüll.

    Gehen wir nachmittags spazieren, darf er sein Laufrad mitnehmen. Spätestens beim Heimweg kann er dann nicht mehr und will getragen werden. Geht natürlich nicht, Laufrad und ihn tragen. Mache ich das nicht, wirft er sich auf den Boden und brüllt. Wenn wir nur im Garten draußen sind, will er nach spätestens einer halben Stunde wieder in die Wohnung und TV schauen. Er würde am liebsten den ganzen Tag nur TV schauen, dabei fehlt es ihm an nichts. Sandkasten, Fahrzeuge, Malkreide, Wasserbahn.

    Mittagsschlaf macht er seit einigen Wochen keinen mehr. Abends geht er jetzt natürlich auch etwas früher schlafen, ist dann aber so müde, dass er keine Zähne mehr putzen will und nicht mehr auf Toilette gehen will. Es klappt dann irgendwann - nach seeeeehr langem Zureden.

    Nächstes Problem: Schlaf. Wenn er ca. 3 Stunden schläft, folgt plötzlich - wie aus dem nichts - Gebrüll. Er lässt sich nicht beruhigen. Will ich ihn streicheln, schlägt er um sich, rede ich mit ihm, schreit er mich im Schlaf an "geh weg". Geh ich weg, soll ich wieder kommen. Das geht teilweise bis zu einer Stunde so. Ich vermute, dass es ein Nachtschreck ist, weiß aber momentan nicht, was ich noch tun kann. Das geht seit einigen Wochen so. Nicht jede Nacht, aber fast jede 2. Nacht. Er schläft auch immer noch nicht durch. Wenn er nachts wach wird, kommt er zu mir ins Bett gekrochen und möchte dann - zur Beruhigung - seinen Tee trinken (gehört sich auch zum Einschlafritual).

    Er raubt mir momentan wirklich meinen letzten Nerv. Er bockt den ganzen Tag, ist frech ("Mama geh weg", "Mit dir rede ich nicht" "Lass mich in Ruhe" usw.). Anderserseits ist er der freundlichste Kerl. Sagt bitte und danke, entschuldigt sich etc. Ich frage mich echt, was ich falsch mache?! Ich bin konsequent, aber auch liebevoll. Schläge kommen für mich nicht in Frage, nicht mal auf die Finger. Wenn er mal hinhaut, wenn er bockig ist, erinnere ich ihn dran, dass er nicht hauen darf. Wenn er merkt, dass ich schimpfe, kommt die Entschuldigung und er will umarmt werden. Das bekommt er dann natürlich auch.

    Ist das alles "nur" die Trotzphase? Wann geht das vorbei??

    Was könnt ihr mir raten? Oder gibt sich das von selber? Ich bin langsam echt mit meinen Nerven am Ende....

    LG
    Katze__

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    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Zitat Zitat von Katze__ Beitrag anzeigen


    Ist das alles "nur" die Trotzphase? Wann geht das vorbei??

    Was könnt ihr mir raten? Oder gibt sich das von selber? Ich bin langsam echt mit meinen Nerven am Ende....
    Ja - Trotzphase. Ich denke- alles im grünen Bereich.

    Raten: Fernseher abschaffen - proforma...Oder Stecker raus - ist kaputt.
    Oder in anderes Zimmer - Decke drüber. Wenn er weg ist, ist er weg.

    Arme Katze...

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    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Trotzphase.
    Früher, als mein Sohn klein war, fand man TV gucken noch nicht so schlimm, ich habe ihn gelassen, da war wenigstens Ruhe. Der kleine Kerl macht sich mit dem Gebrüll und Getrotze ja selbst auch körperlich und seelisch fertig - da muss bissl Ruhe rein - für ihn, nicht nur für Mama.

    Wenn der Kleine vorm TV nicht wegzubekommen ist - Stecker heimlich rausziehen... TV ist "zu heiß geworden" und "geht kaputt" wenn er keine Pause kriegt
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  4. Inaktiver User

    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Ich würde auch sagen: Trotzphase plus reif für den "richtigen" Kindergarten mit älteren Kindern, etwas gelangweilt in der Kita. Ich kenne Eure Wohnsituation nicht - hat er außerhalb der Kita viel Gelegenheit, mit anderen Kindern zu spielen? Immer mit dem gleichen Erwachsenen, da drehen irgendwann beide am Rad.

    Für das Fernsehen würde ich mir klare, für das Kind verständliche Regeln überlegen - vormittags nur 30 min. oder so (und die darf er dann auch bei schönem Wetter, sind ja nur 30 min.). Klare Einteilung, wann er darf (vormittags, nachmittags, direkt nach dem Mittagessen, was-auch-immer in Euren Tagesablauf passt und für ein Kind in dem Alter zeitlich einzuordnen ist).

    Meine hatten mal so eine Phase, da wollten sie ständig Eis. Da habe ich z. B. auch gesagt "Eis gibt es nie am Vormittag", das haben sie dann akzeptiert und erst nach dem Mittagessen gefragt.

  5. gesperrt

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    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Ich finde es ja für die "Trotzphase" (die man heute nicht mehr so nennt, wie ich lernen durfte) ein wenig spät, meine Töchter hatten die sehr ausführlich mit 2 bis 2,5 Jahren.

    Fernsehen würde ich mal komplett einsparen, es tut ihm ja offensichtlich nicht gut.
    Auspowern würde ich den Bub!

    Mit 3,5 Jahren kann er längst mit Gleichaltrigen in den Kindergarten, da ist er sicher mehr gefordert als halbtags in der Kita und dann nur noch die Mutter.

    Spielplatz, Bolzplatz, Turnverein....

    Bei uns hießen diese Phasen "Wutbock" nach irgendeinem Kinderbuch.
    So hatten wir einen Schuldigen für diese unerträglichen Phasen, da war eben mal wieder der Wutbock zu Besuch.

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    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Erstmal eine große Portion Kraft für Dich, Katze. Diese Phasen alleine durchzustehen ist extrem hart...

    Meine Ferndiagnose ist auch - das gehört wohl (leider) zum Groß werden dazu.

    Den Nachtschreck hatten wir bei unserer Maus über Monate, allerdings war sie da etwas älter. Sie war nicht zu wecken. Bei ihr hat geholfen, wenn sich jemand zu ihr gelegt hat und sie wirklich fest gehalten hat. Das schien dann nach einer Weile durchzudringen und sie konnte sich dann wieder beruhigen. Aber die Phase habe ich als unglaublich schrecklich in Erinnerung, du stehst da soooo hilflos davor. Das einzige, was mich dann manchmal etwas beruhigt hat - am nächsten Tag wusste sie davon nichts.

    Ansonsten fällt mir zur Trotzphase nur ein - nimm alles raus, was Dich zusätzlich stresst. Wenn sich noch irgendwas für Dich aus dem Tagesablauf rausnehmen lässt, dann lass es jetzt weg. Sonst drehst Du komplett am Rad. Ich erlebe es heute noch mit meinem jetzt Pubertier so, dass sich meine eigene Verfassung sehr stark auf die Gesamtsituation auswirkt. Sie zickt zwar nicht weniger, aber ich kann besser damit umgehen und damit schaukelt sich die Situation nicht so hoch.

    Alles Gute für Dich den kleinen/großen Trotz.

  7. Inaktiver User

    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Ich täte mal den TV für die nächsten Monate in den Keller stellen. Einfach weg. Ist einfacher, als ihn abgeschaltet zu lassen.
    Auch andere elektronischen Geräte nicht in seiner "Beobachtungsweite" bedienen.

    Das mit dem Sich-Hinschmeissen während des Spaziergangrückwegs - was passiert, wenn du weitergehst und um die Ecke verschwindest? Kannst ja dann dort stehen bleiben und auf ihn warten. Er wird dir ziemlich sicher nachgerannt kommen.
    Ist Spaziergang wirklich die richtige "Bewegungsart" für ein Kind in dem Alter? Spaziergänge sind aus Kindersicht laaaaaaaaaangweilig. Besser so zügig wie möglich (ohne Laufrad, allenfalls trägst du ihn, also den Sohn) zum nächstgelegenen Spielplatz und ihn dort mit anderen Kindern zusammen herumrennen lassen. Nachher wieder zügig heim.

  8. Inaktiver User

    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich finde es ja für die "Trotzphase" (die man heute nicht mehr so nennt, wie ich lernen durfte) ein wenig spät, meine Töchter hatten die sehr ausführlich mit 2 bis 2,5 Jahren.
    Das ist echt unterschiedlich, mein Großer war da gefühlt von 1,5 bis 5,5 Jahren drin. Mal mehr, mal weniger heftig. Dafür habe ich, wenn ich jetzt so seine Freunde erlebe, das Gefühl, die Pubertät wird vergleichsweise entspannt. Oder ich bin von der eigentlich schon 10 Jahre andauernden "Autonomiephase" dieses Kindes schon so gestählt, dass mir gewisse Verhaltensweisen normal vorkommen. (Denn auch wenn er sich nicht mehr schreiend auf den Boden wirft - dieses Kind hat noch nie eine Grenze "einfach so" akzeptiert.)

    Weil ich so einen heftigen Trotzkopf hatte, hat die TE mein größtes Mitgefühl - ich hätte oft nicht gewusst, was ich tun soll, hätte ich nicht so manches Mal "Personalwechsel" machen können, wenn die Fronten komplett verhärtet waren, und an meinen Mann übergeben können (und umgekehrt).

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    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    @ Katze:
    wie läuft es eigentlich in der Kita mit ihm? Wie verhält er sich denn dort? Was berichten dir die ErzieherInnen?
    Du hattest ja mal in einem Strang von dir erzählt, dass es zumindest in der Eingewöhnungsphase in der Kita keine Probleme gab - da fühlte sich dein Sohn offenbar pudelwohl.

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  10. User Info Menu

    AW: 3,5 jähriger bringt mich an meine Grenzen!

    Ich habe nochmal nachgedacht, und mir sind noch ein paar Sachen eingefallen. Inbesondere die Spaziergeh-Situation hat noch ein paar Erinnerungen wach gerufen. Spazieren gehen ist ja nicht sooo attraktiv für Kinder, da muss es ein lohnenswertes Ziel geben oder der Prozess selber muss spannend sein. Wir hatten ein paar Spielchen wie z.B. wer ist als erstes an der nächsten Hofeinfahrt oder wer sieht die meisten Hundehaufen, sowas in der Art.

    Dann zum Fernsehen, in einer befreundeten Familie haben sie folgendes eingeführt. Die Kinder bekommen für einen bestimmten Zeitraum (den sie altersgemäß überschauen können) Pokerchips (können auch Spielsteine, Muggelsteine oder sonstwas sein), die jeweils für eine bestimmte Fernsehzeit gut sind. Diese Chips dürfen die Kinder dann selbständig einsetzen - aber wenn weg - dann weg. Die neuen Chips gibt es erst zum nächsten definierten Zeitpunkt. Es hat eine Weile gedauert, bis die Regel etabliert war, aber inzwischen klappt das gut. Sie hatten das eingeführt, weil sich die Kinder immer nicht erinnern konnten, dass sie schon was gesehen hatten :-).

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