Mag ja sein, dass dieser Weg für dich der richtige war. Aber vielleicht braucht dieser junge Mann ein wenig Zeit.
Ich würde mein Kind auch nicht auf die Straße setzen.
Es gibt ja auch die Alternative, ihm ein Zimmer auswärts zu besorgen, nachdem man ihn ein wenig in die Hausarbeit eingeweiht hat.
Wenn er dann alleine wohnt und z.B. schon mal für sich selbst einkaufen muss, weil das sonst niemand für ihn übernimmt, erreicht man sanfter vielleicht das, was du in zehn Jahren allein auf die harte Tour lernen musstest.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 168
-
13.12.2017, 16:53
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
-
13.12.2017, 16:57
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Cara, was tätest du denn?
Das Kerlchen alimentieren für immer, weil die Gefahr besteht, dass er alternativ untergeht??
Liebe TE, woher stammt eigentlich das Auto? Es stand nirgends, wer das bezahlt hat.
Rein rechtlich seid ihr verpflichtet, den Jungen zu unterstützen, sofern er erfolgsorientiert und zielstrebig einer Erstausbildung nachgeht. Eine Orientierungsphase (auch in Form von Rumgammelei) wird zugestanden, wie lang die sein kann, ist länderabhängig unterschiedlich. Im strengen Bayern urteilen Richter anders als im eher toleranten Berlin und die Entscheidung ist einzelfallabhängig. Im Allgemeinen zählt das aber eher in Monaten als in Jahren.
Die rechtliche Lage zu kennen, entspannt erstmal grundsätzlich.
Ansonsten würde ich dem Knaben alles, also wirklich ALLES streichen, was über den bloßen Hunger und Durst hinausgeht. Brot mit Marmelade, Äpfel und Tee reichen, um nicht zu verhungern. Das Bett und die Dusche benutzen darf er auch, aber danach ist Schicht im Schacht, solange er so absolut NULL beiträgt.
Der ganze Rest ist Luxus und wird gestrichen. Dafür müsstet ihr allerdings beide konsequent sein, nicht dass der Vater aus falsch verstandener Elternliebe im dann heimlich doch wieder was zusteckt.
Macht der Junge eigentlich was im Haushalt?Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
-
13.12.2017, 17:00
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Stimmt.
Hört sich dramatisch und unglaublich an - ist aber tatsächlich so.
Ich habe als junges Ding eine Weile bei einem Jugendhilfeträger als Ausbilder gearbeitet.
Es gab Hilfsprogramme noch und nöcher, Wohnprojekte, Sozialarbeiter, die die Kids an die Hand genommen und alles mit ihnen erledigt haben, was sie allein nicht hingekriegt haben - und die sind dann nicht so selten wieder freiwillig ausgebrochen und zurück auf die Straße, weil ihnen so viel geregeltes System irgendwie nicht bekam.Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
-
13.12.2017, 17:03
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Ich schrieb zwar schon, was ich machen würde, hat sich mit deinem post überschnitten. Aber dennoch:
Wenn ich die Wahl und das Geld hätte...natürlich würde ich mein Kind alimentieren. Wie käme ich dazu, mir zu wünschen, dass mein Kind auf kaltem Boden schläft, wenn ich ihm mit meiner Kohle ein warmes Zimmer bieten kann.
-
13.12.2017, 17:09
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Ich steige hier noch nicht ganz durch, wie das mit dem Zitieren geht, daher antworte ich vorerst mal so :)...
Er hat zu seinem 18. Geburtstag einen ordentlichen Betrag erhalten (Oma, Opa, Eltern, Tanten etc.).
Davon hat er sich ein Auto gekauft und "gelebt".
Um ehrlich zu sein, hat er alles für unnütze Sch.... auf den Kopf gehauen, aber das ist sein Problem, nicht meins.
Was seinen Vater angeht - er ist in der Hinsicht nicht verblendet. Er nimmt sich den Dingen, die ich ihm sage, inzwischen wirklich an.
Aber ist so voller Sorge, dass er komplett abkackt, wenn er ihn gar nicht mehr unterstützt - vielleicht auch zu recht - das weiß halt niemand.
Wenn ich sage, er bekommt keinen Cent mehr, dann hat mein Mann Sorge, dass er anfängt zu klauen... Vielleicht auch berechtigt!
Ich denke, um eine fachkundige Beratung werden wir nicht kommen. Denn ich bekomme inzwischen schon Aggressionen, wenn ich nur irgendwas von ihm höre und das kann es ja auch nicht sein...
Danke homo_faber, für die Sicht von "einem solchen Kind". Ich wünschte, man wüsste mal, was in ihm vorgeht - was ihn bewegt....
-
13.12.2017, 17:15
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Danke für Deinen Beitrag. Woher das Auto stammt, habe ich oben noch geschrieben. Das hat er von seinem Geld zum 18. Geburtstag bezahlt.
Nein, er macht nichts im Haushalt. Gar nichts!
Ich verlange auch nicht viel, aber das ist ein Punkt, zu dem ich hier regelmäßig die Krise bekomme. Er schafft es alle Nase lang mal sein Geschirr hoch zu bringen und wenn die Spülmaschine fertig, aber noch nicht ausgeräumt ist, stellt er es mir einfach oben auf die Arbeitsplatte.
Natürlich zitiere ich ihn dann hoch, lasse ihn die Maschine ausräumen und seinen Dreck da rein räumen, aber den Ablauf hatten wir sicher bereits 100x und er rafft es nicht!
Erst gestern hatten wir wieder das Gespräch mit ihm und er sagt dann "denkt Ihr, ich finde es toll, keinen Job zu haben?"
Aber er denkt, die kommen bei uns klingeln, um ihn zu holen.
In diesem Gespräch habe ich ihm gesagt, dass er -- wenn er mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird und seinen Führerschein abgeben muss -- hier rausfliegt! Dann kann er sich im Zentrum ein Zimmer suchen und von mir aus Hartz 4 beantragen, das ist mir dann egal.
Dann geht entweder er oder ich!
-
13.12.2017, 17:18
-
13.12.2017, 17:22
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Ja, hatte sich überschnitten.
Ich glaube nicht, dass es gesund für die Persönlichkeitsentwicklung ist, ein Kind, was nichts tut und auch kein Interesse daran hat, an dem Zustand was zu ändern, dauerhaft durchzufüttern.
Natürlich ist es für vermutlich fast alle Eltern wünschenswert, das Kind zu alimentieren, bis es auf eigenen Beinen steht. Aber wenn es das partout nicht will, weil das Leben ja ganz mühelos auch so funktioniert, muss man sich was einfallen lassen.
Mein Jüngster (der ganz und gar nicht so ist, wie das hier beschriebene Kerlchen) hat nach dem Abi ein Jahr Bundesfreiwilligendienst gemacht. Das hat ihn sehr erwachsen werden lassen, da war er ja auch eben erst 18.
Er hat in einem privaten Kinderladen für 14 Kinder und bis zu 5 Erwachsene jeden Tag 3 Mahlzeiten gemacht, sämtliche Einkäufe und alle Reinigungsarbeiten.
Wenn ich abends heimkam, lag er regelmäßig auf seinem Sofa und schlief.
War 'ne harte Schule, aber er hat unglaublich davon profitiert. Und er kann die heimische Küche beinahe so gut putzen wie ich.
Vielleicht wäre das eine Anregung? Natürlich müsste der Junge irgendwohin, wo er außerhäusig aufbewahrt wird, sonst müssten die Eltern ihn wohl jeden Tag zur Arbeit tragen. Aber falls er sich auf sowas einlässt, könnte das eine Wendung bringen.Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
-
13.12.2017, 17:45
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Bei unseren Söhnen (22 & 18) war es auch ein langer Weg bis die sich mal einen längerfristigen Job gesucht haben. Ich habe da auch zwischenzeitlich die Krise bekommen. Insbesondere bei unserem Älteren war nach dem Abi auch erst mal chillen, Playstation, Sport und Schlafen angesagt.
Geändert hat sich das erst, als sie beide ausgezogen sind. Da war es eben 1) nicht mehr möglich mal eben nach Geld zu fragen und es war 2) auch klar, dass sie finanziell eine gehörige Portion zur Lebensführung beitragen müssen, wenn sie nicht verhungern wollen.
Wäre das ggf. eine Option?Apprenti
-
13.12.2017, 17:49
AW: Erwachsener Sohn bekommt gar nichts auf die Kette
Er hat an gar nicht Interesse. Er hat uns bereits mit 12 gefragt, was für ein Hobby er denn machen soll *vordenKopfschlag*
Bundeswehr, Ausbildung, freiwilliges soziales Jahr, Schule - an allem kein Interesse.
Mein Mann hat ihm angeboten, dass er ein Jahr work and travel machen kann. Hätte er gemacht, aber nur mit einem Kumpel. Der ist abgesprungen, also Thema erledigt!
Ich wäre schon erleichtert, wenn er regelmäßig jobbt, so dass er mal einen Rhythmus in seinen Alltag bekommt. Aber selbst dann müsste ich ihn wecken, wenn Arbeitsbeginn vor 11 Uhr ist.
Er bleibt auch wegen jedem Furz zuhause - so behält ihn halt auch niemand.
Und eins möchte ich hier wirklich sagen: wir leben ihm etwas VÖLLIG anderes vor!



Zitieren
