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  1. Moderation
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Wir haben das so gemacht: wenn es kein Problem ist, darf das Kind entscheiden (zb wer es ins Bett bringt). Wenn es irgendeine Notwendigkeit gibt, gibt es keine Wahl. Hat eigentlich immer geklappt.

    So saß die Kleine lange Zeit bei Tisch neben mir und der Große neben Papa. Irgendwann haben sie dann beschlossen, die Plätze zu tauschen. War auch okay für uns.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  2. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Gerade beim Ins-Bett-Bringen haben wir uns bei beiden Kindern sehr konsequent immer abgewechselt, auch gegen eventuellen Protest. Ansonsten wird es auch mal flexibel gehandhabt, je nachdem ob wir gerade Nerven für Kämpfe haben oder nicht. In manchen Situationen geht es aber nun mal nicht anders, dann muss es Papa machen. Wir sagen das und handeln dann auch entsprechend.
    Je größer die Kinder werden, desto besser kann man es ihnen ja auch verbal vermitteln. Inzwischen ist es so, dass der Große jederzeit immer noch Mama aussuchen würde, aber mit Papa entspannt ist, und die Kleine zwar jedesmal sagt: "Nein, Mama macht das!" und dann auch protestiert, wenn es nicht so ist, sich aber letztlich fügt.
    Sehr bewunderndwert finde ich, wie gelassen es der Papa erträgt, dass er die "zweite Wahl" ist und sich das tatsächlich bei beiden Kindern auch nicht geändert hat - Phasen, in denen es andersherum gewesen wäre, hat es bei uns bisher nicht gegeben.

    Ich habe eine Bekannte, bei deren Tochter sich der Vater von Anfang an gesperrt hat, irgendetwas Organisatorisches (ins Bett bringen, Wickeln, Zähneputzen etc.) mit dem Kind zu tun - er "könne das nicht so gut". Inzwischen spielt er, soweit ich weiß, nicht mal mehr mit ihr und ist in ihrem Kopf einfach null präsent. Es gibt für sie nur Mama, und die muss natürlich auch alles tun. Aber da hat sie sicherlich auch gemerkt, dass einfach überhaupt kein Interesse da ist.


  3. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Wählen darf das Kind, wenn es mich nicht einschränkt. Wenn er unbedingt will, dass ich neben ihm sitze, dann mache ich das. Das sieht aber der Papa anders, er ist der Prinzipienreiter, Kind hat das nicht zu entscheiden.

    Wenn es aber z.B. ums ins Bett bringen geht, dann wird abgewechselt. Sonst wúrde ich alles 100% machen, denn Kind will, dass ICH immer koche,
    immer beim Baden helfe, abhole, ins Bett bringe und den Popo abwische…usw. Usw…

    Erst letztens gab´s ne Phase da hat sich Kind beim Papa IMMER in den Schlaf geheult. Das habe ich mir nicht mehr ansehen können und was gesagt.
    Es hiess immer ziemlich unbeteiligt (ins Handy guckend), Kind räum auf, Kind hat nicht aufgeräumt, es gab keine Gute-Nacht-Geschichte, Geheule.
    Da hiess es nur lapidar: Er muss es lernen.
    Ich: Wann denn, offenbar funktioniert es seit Wochen nicht, und plötzlich wird er es können?
    Wir lassen uns beide ungern was sagen, weil jeder Recht hat, deswegen gilt schon das Recht, jeder auf seine Weise, aber da konnte ich den Mund nicht halten.

    Papa hat aber kapiert, ohne es zuzugeben, dass man bei unserem 4-jährigen Kind dabei sein muss, Handy weg, es nicht sich ablenken lassen sollte usw. Jetzt klappt es wieder.

    Ausnahme ist auch nachts, wenn er schlecht geträumt hat. Ist selten geworden, aber er hat zweimal Papa nachts im Geheule angepinkel nach mir hysterisch schreiend, bei mir noch nie, also stehe ich bei sowas auf.


  4. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Zitat Zitat von emma_ha Beitrag anzeigen
    Ich fände es (als Elternteil, auf das beide Kinder schon immer unverändert fixiert sind, das eine seit nunmehr fast 6, das andere seit 2 Jahren) schon sehr erholsam, angenehm und praktisch, wenn die Anhänglichkeit gleicher verteilt wäre. Aber beeinflussen kann man das wohl schwerlich. Wirklich wichtig für den Alltag ist mir, dass die Dinge klappen, wenn ich nicht da bin (tun sie) und dass ich, auch wenn ich da bin, mal sagen kann: "Nein, das macht jetzt Papa." (Klappt mit zunehmendem Alter besser.)
    Bei uns ist es auch bis heute so, dass ich die Anlaufstelle für bestimmte Dinge bin. Das bedeutet, alles was mit Sorgen, Problemen, Versorgung, Herzensangelegenheiten und vielen alltäglichen Dingen zu tun hat. Ich bin emotional sehr nah dran an den Kindern, verbringe im Alltag aber auch 80 % meiner Zeit mit ihnen.

    Der Große kann mit seinen 7 Jahren inzwischen schnell umschalten zwischen uns und tut das auch nahezu kommentarlos, der Kleine macht mit 5 noch häufig (kurzes) Theater, wenn dann mal Papa die Zähne putzt, die Geschichte liest, ihn in die Kita fährt. Da bleibe ich aber standhaft und wiederhole in Schleife: Der Papa macht das genauso gut, fertig.

    Mein Mann ist Anlaufstelle für kreative Dinge, viele sportliche Sachen, Outdoor Touren, alle Bastelarbeiten, Reparaturen etc. (der Klassiker)

    Trotzdem war und ist es schwer für den anderen Elternteil. Und für mich auch.
    In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
    Johann Wolfgang von Goethe


  5. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Zitat Zitat von Peppis Beitrag anzeigen
    BMein Mann ist Anlaufstelle für kreative Dinge, viele sportliche Sachen, Outdoor Touren, alle Bastelarbeiten, Reparaturen etc. (der Klassiker).
    Tja, hier liegt bei uns vielleicht auch ein bisschen ein Knackpunkt - wir Eltern sind quasi ein bisschen zu wenig differenzierbar, weil der Vater natürlich biologisch ein Mann ist, aber charakterlich und von der Mentalität her eher zum Weiblichen tendiert. (Nicht "tuntig" oder so, nur eben ein Frauenversteher. Ist schwer zu beschreiben, ich hoffe, man versteht das.) Er ist handwerklich weder interessiert noch begabt, kann sich für keinen Sport und auch nicht fürs Toben begeistern; daher bietet er, was das betrifft, keine besser abgrenzbare Identifikationsfläche.
    Den Vater und den Großen verbindet eine große Liebe zur Musik, aber erstens habe ich die auch, und zweitens hat das (noch) keine wirklich konkreten Auswirkungen, weil er noch nicht systematisch musikalische Kenntnis erwirbt.

    Ich hoffe sehr für alle Beteiligten (insbesondere für den Vater wäre das schön, denn er liebt die Kinder sehr und engagiert sich unbeirrbar), dass sich im weiteren Verlauf und steigendem Alter etwas findet, was sie exklusiv teilen können.


  6. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Ja das ist dann natürlich noch schwieriger.

    Allerdings hat mein Mann halt auch den Anspruch, derjenige zu sein, der gerne auch für die anderen Dinge nennen wir es mal "zu Rate gezogen" würde. Er fühlt sich nicht wohl, wenn er nur in der Fun-Rolle gewollt wird. Und versucht es immer wieder und prallt zu 90 % auf Mauern.

    Jeden Sonntag wird mindestens 5 Minuten am Tisch diskutiert, wer nun neben Mama sitzt. Natürlich wird das unterbunden, aber verletzend ist es dennoch. Es ist ein Stellvertreter für so vieles.

    Von daher denke ich auch seit Jahren in diese Richtung:


    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    Ich kann mir vorstellen, dass es unzählige Faktoren gibt die mit einbezogen werden könnnen.
    Fangen wir bei der Schwangerschaft an, bei der das Kind Gefühle und Gedanken (zumindest deren körperliche Wirkung) mitbekommt und auf das Kind wirken.
    Die Geburt und deren Situationen.
    Genetik und was darin enthalten ist.

    Dann die Gefühle der Eltern, die das Kind spürt.
    Lange bevor das Kind reden kann oder Sprache versteht, versteht es die Gefühle, die wir aussenden. Und dabei ist auch egal, welches Bild wir nach außen abgeben. So können wir "normal tun" und innerlich tieftraurig sein- das Kind wird das Gefühl wahrnehmen. Tragischerweise auch Schmerz, der einem selbst womöglich gar nicht klar ist (wieviele Menschen laufen mit verdrängten Gefühlen herum?).

    Nur ein paar mögliche Faktoren......
    Ebenso spielt eine große Rolle, wie ich - als Erwachsener- mit Männlichem oder Weiblichem umgehe.
    Lehne ich als Frau das Weibliche ab (was in den meisten Fällen unbewusst geschieht), dann wird es eine Tochter schwer haben.......- was das Kind eventuell auch frühzeitig spürt und sich am Vater orientiert.
    Dasselbe natürlich bei Vater- Sohn möglich.......oder auch genauso in der Konstellation Mutter-Sohn oder Vater- Tochter........es gibt einfach alles..
    Ich kenne auch Elternbeziehungen, da ist es komplett umgekehrt, obwohl die Mütter sich äußerlich ein Bein ausreißen.
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  7. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Ich weiß nicht - darin kann ich für uns auch nicht recht eine Erklärung finden. Der Vater "tickt" weiblich, sein Sohn aber genauso, was dann ja eigentlich wieder verbindend wirken müsste - und zur Tochter ja auch.
    Wir haben einen eher sanften Sohn und eine eher wilde Tochter - es ist bei beiden gleich. ("Diagnose-erschwerend" hinzu kommt ja sogar auch noch, dass die Betreuungszeit genau gleich verteilt ist.)
    Aber ich kann auch schon immer besser mit Mädchen/Frauen/Frauenverstehern. Letztlich stehen also wohl der Vater und ich da sozusagen in direkter Konkurrenz, und dann bekommt doch irgendwie die Mama wieder den Vorzug. Das, was uns als Paar zueinander hat finden lassen ist bei den Kindern sein Wettbewerbsnachteil... Fatal.

  8. Avatar von Froeschle
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    mich würde interessieren, wie ihr das gelöst habt?
    Hast du dich dann weggesetzt am Tisch?
    Wie ist dein Mann in genau diesen Situationen damit umgegangen?
    Wir haben sicher nicht immer so gehandelt, wie es vermutlich empfehlenswert ist. Oft haben wir versucht Kompromisse zu finden. Die Zwillinge sollten sich ihre Stühle schnappen und rechts und links vom Papa ranrutschen, wenn das ging. Aber ich gebe zu je nach Nerven und Tagesform habe ich mich auch einfach schon weggesetzt, -einfach damit Ruhe war. Der Alltag mit drei kleinen Kindern unter 2 bzw. dann 3 Jahren bringt uns immernoch oft an unsere Grenzen. Manchmal ist man einfach froh, wenn schnell Ruhe einkehrt.
    Wir ziehen bald um und da habe ich mir überlegt, dass wir am Tisch vielleicht am Besten feste Plätze einführen um genau solche Streitereien zu vermeiden.
    Ebenso möchte ich da am Abendablauf Änderungen einführen. So dass jeder jedes Kind ins Bett bringen kann und das von den Kindern akzeptiert wird. Wenn der jeweils andere Elternteil nicht da ist, ist es ja auch kein Problem. Aber zumindest bei der einen Tochter, die wahnsinnig am Papa hängt, wird das eine echte Herausforderung. Wenn jemand Tipps hat, nehme ich die gerne!
    Zu deiner Farge: ich hätte mir gerne oft ein Machtwort vom Papa in solchen Situationen gewünscht. Kam aber nicht. ER gibt eher nach...

    Bei uns ist es generell wohl eher so, dass ich die strengere von uns Eltern bin. Der Papa knickt viel schneller ein, was es mir oder uns -meiner Meinung nach: unnötig schwer macht. Und die Großen wissen auch sehr genau welche Knöpfe sie beim Papa drücken müssen... Ich habe schon oft versucht es ihm zu erklären, aber dauerhafter Erfolg stellte sich noch nicht ein. Leicht ebsser wird es, das macht ein bisschen Mut.
    Das sind auch Situationen , wo wir in Streit miteinander geraten. Einmal meinte er, ich müsse es durchsetzen, dass sich die Kinder auch von mir wickeln lassen etc. Ich sah und sehe das aber so, dass dass BEIDE Eltern machen sollten. Von ihm kommt kein: "Das macht die Mama, die kann das genau so gut, basta!". Er knickt eben irgendwann ein, wenn entsprechendes Geheul folgt, fpordert aber dass ich es durchsetze. Ja und da steh ich dann da und könnte...! *seufz*

    Nach einem langen Tag mit den Kindern, bin ich eben diejenige, die das Abendprogramm, Zähneputzen, Bad, Umziehen, Wickeln etc. gerne zügig durchzieht um auch irgendwann mal sowas ähnliches wie Feierabend zu bekommen. Ist mein Mann da, dauert es schon ewig und zig Anläufe bis alle mal im Bad sind. DAS kostet mich jeden Abend aufs neue große Geduld. Oft mache ich jetzt die Kinder möglichst schon weitestgehend bettfertig bevor der Pap kommt. Irgendwie ja verständlich, dass die Kinder da mehr Lust darauf haben all das vom Papa machen zu lassen, der in solchen Momenten noch mehr Geduld und AUsdauer bei irgendwelchen kindlichen "Verzögerungsspielchen" hat.

    Morgens machen wir gerade oft beide Kinder genau gleichzeitig und parallel fertig. Jeder ein Kind (aber tastsächlich auch das jeweil "näherstehende"). das funktioniert dann recht gut. Oft schreit dann aber eben noch die Kleinste im Hintergrund udn sorgt damit auch wieder für Adrenalin.
    Das größte Glück in der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.
    Jeanne Julie de Lespinasse


  9. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Zitat Zitat von Peppis Beitrag anzeigen
    Jeden Sonntag wird mindestens 5 Minuten am Tisch diskutiert, wer nun neben Mama sitzt. Natürlich wird das unterbunden, aber verletzend ist es dennoch. Es ist ein Stellvertreter für so vieles.
    Mhm. Jeden Abend fragt der Große: "Mit wem gehe ich heute schlafen?" Sage ich: "Mit Papa", kommt: "Okay." Sage ich: "Mit mir", kommt: "Yeah!" (und ein Hopser). Mir blutet stets das Herz...


  10. Registriert seit
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    AW: Kann man papafixiertheit verhindern

    Zitat Zitat von emma_ha Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht - darin kann ich für uns auch nicht recht eine Erklärung finden. Der Vater "tickt" weiblich, sein Sohn aber genauso, was dann ja eigentlich wieder verbindend wirken müsste - und zur Tochter ja auch.
    Wir haben einen eher sanften Sohn und eine eher wilde Tochter - es ist bei beiden gleich. ("Diagnose-erschwerend" hinzu kommt ja sogar auch noch, dass die Betreuungszeit genau gleich verteilt ist.)
    Aber ich kann auch schon immer besser mit Mädchen/Frauen/Frauenverstehern. Letztlich stehen also wohl der Vater und ich da sozusagen in direkter Konkurrenz, und dann bekommt doch irgendwie die Mama wieder den Vorzug. Das, was uns als Paar zueinander hat finden lassen ist bei den Kindern sein Wettbewerbsnachteil... Fatal.
    Ja das ist fatal :-)

    Wer ist denn von euch der emphatischere Elternteil ? Der Elternteil, der besser zwischen den Zeilen lesen kann und auch das Unausgesprochene gut erkennt ?
    In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
    Johann Wolfgang von Goethe

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