Antworten
Seite 2 von 37 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 369
  1. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Liebe Haarpackung,
    Du klingst schrecklich einsam, es tut mir in der Seele weh, deinen Text zu lesen.
    Ich sehe das ähnlich wie Tigerente, nur noch um einiges radikaler:

    Lass deine Tochter erst mal da, wo sie ist, und kümmere dich NUR um dich. Sofort. Du musst da raus und dir professionelle Hilfe holen, gerade wenn du Suizidgedanken hegst.

    Deine Biografie mit diesen üblen Kindheitserfahrungen allein ist Grund genug für therapeutische Hilfe. Ich wünsche dir, dass du mit dir selbst liebevoller umzugehen lernst. Das ist die allererste Voraussetzung, um am Verhältnis zu deiner Tochter etwas zu ändern.

    Wie verhält sich dein Mann dir gegenüber? Ergreift er Partei für dich und setzt seiner Tochter klare Grenzen in der Art, wie sie dich behandelt? Irgendwie lese ich da eine Gleichgültigkeit von seiner Seite zwischen den Zeilen.

  2. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Ich habe jetzt nochmal in Ruhe durchgelesen, und sofort fallen mir aber noch zwei Punkte ein.

    Erstens, wie Historia schon schreibt - ich würde so schnell wie möglich die Arbeitssituation wieder auf den Punkt bringen, wo ihr damit zufrieden seid - ohne "Rücksicht" auf die Tochter. Ich verstehe Euch in gewissem Sinne - beim meinem Sohn ist es schulisch auch sehr schwierig, und bei uns hat sich durch äußere Umstände jetzt erstmal (hoffentlich nur für 1 Jahr) die Arbeitssituation so geändert, dass ich nicht mehr an einem Tag pro Woche an den Vater delegiere sondern die ganze Woche zuständig bin. Das hat Vorteile, aber schon nach weniger als einem Monat vermissen die Kinder den "Papa-Tag". Es lässt sich jetzt erstmal nicht ändern, aber freiwillig hätten wir das nie gemacht, auch wenn dadurch in den Umgang mit schulischen Belangen meines Großen eine viel klarere Linie kommt.

    Zweitens: Du hast gesagt, Du hast alles versucht. Hast Du auch schon mal versucht laut zu werden, so richtig deutlich, und einfach mal für längere Zeit alle Vergünstigungen wegzulassen? Die Tochter wirklich mal die Konsequenzen ihres Handelns fühlen lassen, wenn sie etwas nicht tut? (Man muss ja nicht gleich die Kaninchen verhungern lassen, da gibt es Alternativen.) Neben dem, dass ich finde, dass es schon nach professioneller Hilfe schreit (diese Ablehnung Deiner Person von Anfang an) hört es sich für mich auch so an, als versuche Deine Tochter mit aller Macht, mal eine heftige Reaktion aus Dir rauszukitzeln. Da ist so viel Wut und Verzweiflung in Dir - lass sie mal raus. (Sage ich jetzt so ganz unprofessionell - mein Großer hat auch so provokative Seiten, und gerade als er kleiner war, brauchte er manchmal einfach ein sehr starke, vor allen Dingen überraschende Reaktion, um regelrecht wieder zu sich zu kommen und zu merken, wie er sich in irgendetwas reingesteigert hatte.)

  3. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieso? Gerade weil das so ist, kommt man glaube ich ohne Profis, die die Mechanismen besser durchschauen und einem Werkzeug an die Hand geben, nicht weiter. Der Vater muss natürlich mit ins Boot, wenn die Mutter den Termin macht, geht die Tochter natürlich nicht mit.
    Für sich selber..ohne Frage. Aber da hier der Vater überhaupt nicht mitzieht, ist das sehr schwer. Ich denke, das Kind komplett für sich...
    Ich an ihrer Stelle würde mir komplett eine Auszeit nehmen....

  4. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Ich schlug die kinder- und jugendpsychiatrische Praxis vor, weil meine Erfahrung ist, dass man da schneller kurzfristig einen Termin bekommt im Notfall als bei Therapeuten für Erwachsene. In der Praxis, mit der ich zu tun habe, würde man nach dem Erstgespräch in dieser Situation sehr schnell jemanden für die Mutter oder die ganze Familie finden. Es geht erstaunlich viel, wenn man nicht selbst irgendwo anruft, sondern ein anderer Arzt.

  5. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich an ihrer Stelle würde mir komplett eine Auszeit nehmen....
    Genau. Und sich um sich selbst kümmern unter therapeutischer Hilfe. Das Problem Tochter besteht seit 10 Jahren und kann auch noch ein paar Monate warten. Und vielleicht kommt dann auch der Mann mal in die Gänge.

    @Tigerente
    Da hast du allerdings recht. Einen Therapieplatz bekommt man deutlich schneller, wenn man eine Beratung aufsucht.

  6. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich schlug die kinder- und jugendpsychiatrische Praxis vor, weil meine Erfahrung ist, dass man da schneller kurzfristig einen Termin bekommt im Notfall als bei Therapeuten für Erwachsene. In der Praxis, mit der ich zu tun habe, würde man nach dem Erstgespräch in dieser Situation sehr schnell jemanden für die Mutter oder die ganze Familie finden. Es geht erstaunlich viel, wenn man nicht selbst irgendwo anruft, sondern ein anderer Arzt.
    Finde ich wirklich gut wenn das so funktioniert. Wäre hier absolut nicht möglich.

  7. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Finde ich wirklich gut wenn das so funktioniert. Wäre hier absolut nicht möglich.
    Ist halt meine Erfahrung hier vor Ort. Kann anderswo natürlich ganz anders sein. Aber ist eben eine Möglichkeit, das zu probieren.

  8. User Info Menu

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Hallo Haarpackung ,

    ich glaube auch, dass es gut wäre wenn ihr euch Hilfe von aussen holt. Ich selbst habe damit gute Erfahrungen gemacht und wenn es nur dazu dient sich selbst etwas besser bzw. kräftiger zu fühlen - es hilft.

    Ich verstehe aus ähnlichen Gründen wie deine es sind warum du einiges tust was du tust und kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass genau diese Gründe es sind, die mich aber ganz oft dann auch die falsche Entscheidung treffen lassen haben. Ich wollte nicht so sein wie meine Mutter und habe aus diesem Gefühl heraus sicher oft einen falschen Weg bei meiner Tochter gewählt.
    Beim lesen deiner Zeilen habe ich das Gefühl du/ihr willst/wollt "zu viel" und "fordert" zu wenig.
    Eventuell ist es an der Zeit, dass du deine Einstellung änderst, denn sie hat dich ja bisher nicht weiter gebracht. Vll. solltest du einiges anders betrachten?

    Sie lässt uns - oder vielmehr mich - wie kleine Puppen tanzen, wenn es um Hausaufgaben oder lernen geht.
    schule ist ihr job, eventuell sollte hier der einfluss oder die unterstützung etwas zurückgefahren werden bzw. eben nicht mehr aufs im detail vorkauen, sondern nur noch für entsprechende rahmenbedingungen sorgen

    Wir können höflich miteinander umgehen, aber es ist schon eine Erleichterung, dass ich dann nicht mehr lügen muss und sagen muss "Mama ich liebe Dich". Dass ich mir das sparen kann, da bin ich heilfroh". (..... *BUMM* Schlag!).
    ja ich geb zu das von einer 10 jährigen ist heftig, weil man als mutter ja will, dass einen die kinder lieb haben, aber eventuell dient es als hinweis das da mehr dahintersteckt
    ich würde hier genauer hinschauen woher das kommt und was dahintersteckt und zwar nicht als provokation sondern ehern als ausdruck für etwas anderes

    grob gesehen macht ihr das spiel eurer tochter mit und sie weiss das
    wenn du daran etwas ändern willst dann ändere deine einstellung und dein verhalten und ganz sicher wird sie sich auch ändern

    viel geduld und kraft

  9. Inaktiver User

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    ich bin da, ich lese Eure Antworten, ich danke Euch!

    Es waren bei mir nicht nur körperliche Gewalterfahrungen, da war noch mehr. Weil ich das geahnt habe, bin ich mit Zeitpunkt Schwangerschaft in eine Therapie gegangen, habe meine Traumata aufgearbeitet (man könnte jetzt anmerken: " wohl doch nicht suffizient genug") um eine gute Muter zu sein.

    Wir waren bei einer Familientherapeutin. Ich glaube, ich habe irgendwo geschrieben, dass ich wirklich alles versucht habe, was in meiner Macht steht. Ich scheue mich davor zu schreiben, dass sie die Dimensionen nicht verstanden hat, aber leider war es so. Sie hat sich darauf fokussiert, mit dem Kind in einen Disput zu gehen, denn meine Tochter führt ihre Kriege ja auch an der Schule mit den Lehrern, und ihm wie eine Schallplatte vorzubeten, dass sie sich in die Anweisungen der Lehrer fügen MUSS. Der Erfolg war zweifelhaft, vordergründig war meine Tochter angepasst, sagte brav mit Faltenrock und Pferdeschwanz "jaa sehe ich total ein" um dann eine Schlacht anzuzetteln, bei der drei Lehrerinnen, der Schulleiter und die Klassenleitung involviert waren- und das ist keine Übertreibung. Eine Therapie für mich wäre dringend nötig, ich warte auf einen Platz, ich habe mich darum gekümmert. Mein Mann hingegen, das ist tatsächlich ein Ansatz, den ich bis jetzt nicht auf der Kette hatte.



    Die Frage nach dem " warum wir unser Model aufgegeben haben" - ich kann sie nur symptomatisch beantworten. Wir haben gesehen, dass unsere Tochter, wenn sie mit MIR lernt, 2er bis 1er schreibt. Wir haben aber auch gesehen, dass sie, sobald sie eigenständig lernt, auf 5 rutscht, ebenselbiges, wenn sie mit ihrem Vater lernt. Wir haben etliche Gespräche mit der Schule gehabt, weil wir sie an diesem Punkt bereits auf die Realschule geben wollten - initial wollte ich weder, dass sie vorzeitig eingeschult wird, noch dass sie auf dieses Gymnasium geht, noch wollte ich nachdem absehbar war, dass sie die Grundbasis für eine erfolgreiche Schullaufbahn am Gymnasium, nämlich Selbstverantwortung und Biss und auch Ehrgeiz (die NOten sind ihr egal, egal ob 1 oder 2 oder 5 oder 6 - wurscht), dass sie die Schule verlässt. Sowohl die damals aufnehmende Grundschule als auch das Gymnasium jetzt haben sich für meine Tochter stark gemacht und uns immer wieder gesagt, dass sie so früh in die Schule muss bzw. auf dem Gymnasium bleiben muss. Das Gymnasium bzw. dessen Schulleiter, den man wirklich in Gold fassen kann, hat uns in stundenlangen Gespräche immer wieder gesagt, dass sie spielend mit einem 1er Schnitt durchkommen könnte, dass sie problemlos alles aufnimmt, ebenselbiges ihre Klassenleitung. Wir haben sie aufgrund der frühzeitigen Einschulung einer Psychologin vorgestellt, die das gleiche gesagt hat. Alle Lehrkräfte und alle Erwachsenen die auf dieses Kind treffen kommen relativ zügig zu dem Schluss, dass sie (meine Tochter) kognitiv weit über ihrem Alter angesiedelt ist. Sie ist also nicht überfordert, sondern sie hat ein anderes Problem, und - und da sind wir uns leider alle einig- sie würde die gleichen Probleme an einer Realschule haben, da ihr Problem nicht mangelndes Verständnis ist, sondern irgendwie... ein anderes. Alle pädagogischen Fachkräfte (das trifft es wohl besser) kommen allerdings zu dem Schluss, dass sie (noch - sie sagen "noch" allein mir fehlt der Glaube) noch nicht eigenständig lernen kann und dass sie EINE Bezugsperson braucht- und da wären wir wieder bei der paygap, es war eine finanzielle Entscheidung. Ich wäre niemals für das Gehalt, das mein Mann bezieht, irgendwo angestellt worden. Und glaubt mir, ich würde liebend gerne arbeiten, die arbeitsorientierte in der Familie bin ich. Mein Mann wäre liebend gerne zuhause geblieben, aber tatsächlich hat im Bewerbungsmarathon er innerhalb von 2 Wochen eine gute Stelle mit guter Bezahlung (was ich immer noch faszinierend finde) an Land gezogen und ich nicht.

    ICH würde sie sofort auf die Realschule schicken. Ich habe weder mein Abitur noch mein Studium jemals gebraucht, das ist auch irgendwie nicht mehr zeitgemäß, wir haben ein sehr durchlässiges Bildungssystem mittlerweile. Aber die übereinstimmende Einschätzung ist, dass ein Schulwechsel keine Besserung bringen würde.

    Ich danke Euch allen und ich hoffe, dass ich keine Frage übersehen habe. Ich danke Euch wirklich, ich kann es nur nicht ausdrücken.

  10. User Info Menu

    AW: Tochter (10) und ich - nichts geht mehr

    Indem du versucht hast, alles anders zu machen, hast du sicher auch das unterlassen, was richtig gewesen wäre.

    Außerdem stutzte ich auch über das Alter des Kindes. Wieso war sie schon mit 9 Jahren auf dem Gymnasium?

    Warst du auch so ehrgeizig mit ihr, wie deine Adoptiveltern mit dir.

    Kann es sein, dass du auf der einen Art sehr fordernd bist (Schule) und auf der anderen Art keinen emotionalen Zugang zu ihr hast? Wie steht es damit, dass du ihr Liebe gibst? Die äußert sich nicht nur darin, dass "ein Kind alles hat".

    Außerdem macht mich auch die Fixierung auf den Vater stutzig und auch stutzig macht mich, dass sie sagt, sie habe Angst vor dir beim Lernen. Ganz so wie du Angst hattest beim Lernen vor deinen Eltern. Sie empfindet ihn vielleicht als denjenigen, der ihr SIcherheit und Halt gibt.

    Das klingt, als ob sie dich als Dr. Jekyll und Mr. Hyde empfindet.

    Vielleicht auch deswegen, weil du nicht authentisch mit ihr umgehst. Wenn du sauer bist, unterdrückst du das, um ja nicht wie deine Adp.eltern zu sein etc. Aber sie spürt ja, dass du anders fühlst als das was du dann tust.

Antworten
Seite 2 von 37 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •