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    Aggressives Kleinkind

    Bin grad im Urlaub und habe gestern am Strand was beobachtet, was ich so krass noch nie gesehen habe. Eine Familie war mit 2 Mädchen dort, die Kleine (ca. 1,5 Jahre) schrie gut eine Stunde anhaltend, bis sie zu beruhigen war.

    In der Zwischenzeit kam die etwa 4jährige mit dem Vater aus dem Wasser, der aber warum auch immer, weg ging. Die Kleine ließ sich von der Mama nichts machen, nicht abtrocknen, nicht ausziehen, nicht kämmen. Sie trat und schlug nach ihr. Die Szene dauerte bestimmt gut 40 Minuten, ich konnte gar nicht dauernd hin sehen, es glotzten eh schon alle.

    Das Mädchen machte der Mutter richtig weh, indem sie ihr z. b. in voller Wucht gegen das Schienbein trat. Die Frau kam gegen das Kind einfach nicht an, zwang sie aber auch zu nichts.

    Ich war echt fassungslos, so was Aggressives hatte ich zuvor noch nie gesehen bei so einem kleinen Kind. Da kann doch irgendwas nicht stimmen in der Familie oder was gibt es sonst für eine Erklärung?
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  2. Moderation

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    AW: Aggressives Kleinkind

    Ich gebe dir recht, da läuft - so wie du es beschreibst - etwas gar nicht gut. Ein kleines Kind, das solche Signale aussendet, hat meist einen wesentlichen Mangel an elterlicher Unterstützung und Sicherheit in seinen zentralen Bindungsbeziehungen. Desorganisiert gebundene Kinder, die kontrollierend geworden sind, zum Beispiel, können sich in der Beziehung so verhalten. Das ist dann eine tiefgreifende Fehlentwicklung.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  3. Inaktiver User

    AW: Aggressives Kleinkind

    Aber wo ist da die fehlende Unterstützung?
    Die Mutter wollte das Kind abtrocknen, anziehen, kämmen, zeigt damit Fürsorge. Und da sie nicht völlig ausgeflippt ist, verfügt sie auch über Geduld.
    Am Strand kann man sein Kind eben nicht "aus der Situation herausnehmen", da sitzt man quasi fest, es sei denn man packt nun alles zusammen und geht.
    Wer hat da einen Nutzen von?

  4. Moderation

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    AW: Aggressives Kleinkind

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wo ist da die fehlende Unterstützung?
    Die Mutter wollte das Kind abtrocknen, anziehen, kämmen, zeigt damit Fürsorge. Und da sie nicht völlig ausgeflippt ist, verfügt sie auch über Geduld.
    Am Strand kann man sein Kind eben nicht "aus der Situation herausnehmen", da sitzt man quasi fest, es sei denn man packt nun alles zusammen und geht.
    Wer hat da einen Nutzen von?

    Da hast du mich missverstanden bzw ich habe mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Ich meine nicht unbedingt, dass in der beschriebenen Situation ein Mangel an praktischer Unterstützung vorgelegen hat.

    Die Art Mangel, die ich meine, beruht auf wiederkehrenden Erfahrungen von schwachen, unzugänglichen und /oder seelisch wie physisch abwesenden Eltern. Diese führen zu einem Muster von Verhalten, bei dem das Kind irgendwann die Führung übernimmt, aber gelegentlich auch mit aggressivem Verhalten.

    Eine Mutter, die sich von einem kleinen Kind schlagen und treten lässt sowie ihrem Kind über einen längeren Zeitraum hinweg nicht helfen kann, sich wieder zu beruhigen, wird für das Kind in der Situation wahrscheinlich auch keine verlässliche, starke Mutter sein. Und solche Erfahrungen macht dieses Kind eventuell regelmäßig.

  5. Inaktiver User

    AW: Aggressives Kleinkind

    Naja gut, nehmen wir heraus, als Beispiel, Aufgabe ist, dem Kind zu helfen, sich zu beruhigen.
    Könnte in dem Fall wie funktionieren?

  6. gesperrt

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    AW: Aggressives Kleinkind

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wo ist da die fehlende Unterstützung?
    Die Mutter wollte das Kind abtrocknen, anziehen, kämmen, zeigt damit Fürsorge. Und da sie nicht völlig ausgeflippt ist, verfügt sie auch über Geduld.
    Am Strand kann man sein Kind eben nicht "aus der Situation herausnehmen", da sitzt man quasi fest, es sei denn man packt nun alles zusammen und geht.
    Wer hat da einen Nutzen von?
    das die mutter dem kind einhalt gebietet
    und das kind eben NICHT mit voller wucht der mutter an das schienbein zu treten hat

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    AW: Aggressives Kleinkind

    Ich gebe zu bedenken, dass das sehr lange Schreien der 1,5jahrigen auch Gründe haben kann, die " man nicht sieht".... unsere Mittlere hätte das im gleichen Alter auch hinbekommen . Für sie war jeder unbekannte Ort ein Grund für absolute Panik ( Asperger Autismus). Sie liess sich nicht beruhigen.
    Nun wollten die Schwestern aber gerne mal was mit beiden Eltern machen- wenigstens manchmal. Ich nahm das Geschrei immer ruhig hin, ich war es gewohnt und ausserdem- sie beruhigte sich schneller, wenn man sie in Ruhe liess, auch Ruhe und ein " Alles ist in Ordnung" ausstrahlte, als bei allen möglichen Beruhigungsversuchen.

    Allerdings hätte ich mich nie treten lassen.

  8. gesperrt

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    AW: Aggressives Kleinkind

    Mich irritiert, dass der Vater weggegangen ist. Dass ein plusminus 18-Monate-Kind völlig von der Rolle und absolut unzugänglich ist, erscheint mir nicht so ungewöhnlich, die Dauer allerdings schon. Erklärung wäre für mich auch, dass das noch kleine Kind über-reizt war (Baden, Sonne, vielleicht anderer Rhythmus, Durst, Hunger...). Immer, wenn sich ein Konflikt hochgeschaukelt hat (auch später noch) ist es nach meiner Erfahrung hilfreich, wenn der erwachsene aktuelle Konfliktpartner sich rausnimmt und ein anderer übernimmt. Mit Ablenkung vielleicht ("ich glaube, der Schmusi hat gerufen, ich geh mal zu ihm....Du, der hat Hunger, aber ich verstehe nicht, was er will" oder "ich muss meine Schuhe suchen, sagst du mir bitte, wenn du sie siehst"....). Anderer Mensch, andere Situation. "Guck mal, wir haben da noch ein Yoghurt, das esse ich jetzt - oder magst du?"). In den Arm kuscheln lassen, wenn es will, Abtrocknen usw kann erst mal warten. ggf geht jetzt ein Späßchen: "passt dir Papas Pullover? Probieren wirs mal?"

  9. Inaktiver User

    AW: Aggressives Kleinkind

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich gebe zu bedenken, dass das sehr lange Schreien der 1,5jahrigen auch Gründe haben kann, die " man nicht sieht".... unsere Mittlere hätte das im gleichen Alter auch hinbekommen . Für sie war jeder unbekannte Ort ein Grund für absolute Panik ( Asperger Autismus). Sie liess sich nicht beruhigen.
    Danke. In meiner Familie gibt es einen Fall von leichtem Autismus, und die Betroffene hatte im Kleinkindalter ebenfalls stundenlange Tobsuchtsanfälle und war nicht zu beruhigen.

    Mittlerweile ist sie erwachsen und sozial völlig integriert und unauffällig - ein wenig schrullig, ein wenig eigenbrötlerisch, aber alles in allem ist es eine volle Erfolgsgeschichte.

    Beim Lesen der Schilderung musste ich gleich an diesen Fall denken.

    Nichts für ungut, aber:
    Ein kleines Kind, das solche Signale aussendet, hat meist einen wesentlichen Mangel an elterlicher Unterstützung und Sicherheit in seinen zentralen Bindungsbeziehungen. Desorganisiert gebundene Kinder, die kontrollierend geworden sind, zum Beispiel, können sich in der Beziehung so verhalten. Das ist dann eine tiefgreifende Fehlentwicklung.
    Ich finde es ziemlich erschreckend, dass jemand ohne genaue Kenntnis der Situation solche Schuldzuweisungen an die betroffenen Eltern formuliert (denn nichts anderes ist Dein Beitrag). Vor dreißig oder vierzig Jahren sind die Mütter als "Eisschrank-Mütter" diffamiert worden, was die sowieso angespannte Situation noch beträchtlich verschärft hat. Ich hätte eigentlich gehofft, dass die Experten mittlerweile etwas vorsichtiger in ihren Urteilen wären.

  10. User Info Menu

    AW: Aggressives Kleinkind

    Zitat Zitat von Fels Beitrag anzeigen
    Ich war echt fassungslos, so was Aggressives hatte ich zuvor noch nie gesehen bei so einem kleinen Kind. Da kann doch irgendwas nicht stimmen in der Familie oder was gibt es sonst für eine Erklärung?
    Ehrlich gestanden, verstehe ich den Sinn dahinter nicht, über wildfremde
    Kinder, ihre Eltern und das beobachtete Verhalten zu spekulieren, ohne auch
    nur den Hauch einer Ahnung von der eventuellen Hintergrundgeschichte zu haben.

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