Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 59
  1. User Info Menu

    Kuss Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hallo liebe Bricom-nation!

    Wohl zum X-ten mal die Frage:

    Wer hat Erfahrung mit der Waldorfschule.
    Bei meinem Sohn steht die Entscheidung in die Waldorfschule oder in eine Gesamtschule, dort dann in die Bläserklasse (Musikklasse) zu gehen.

    Die Gesamtschule ligt um die Ecke fünf Minuten zu Fuß.
    Die Waldorfschule mindestens 45 Minuten bis mehr mit dem Zug.

    Das Konzept der Waldorfschule gefällt mir und scheint auch für meinen Sohn (der Dritte von vier Kindern) passend zu sein.

    Wer kennt Schüler ,die einen Abschluss an einer Walldorf haben und wie sind sie zurecht gekommen?
    Wird man bei Bewerbungen im späteren Leben belächelt?
    (Wurde mir schon so erzählt)
    Oder ist es gar im Gegenteil ein Plus im weiteren Leben?

    Was mir auch Unbehagen bereitet wäre der lange Schulweg zur Waldorfschule.

    Ich kenne niemanden,der diese schulisch Laufbahn eingeschlagen hat.

    Also : seit Ihr nun drann

  2. User Info Menu

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hi,

    mein 4. Kind war auf der Waldorfschule, nachdem es auf dem Gymnasium nicht geklappt hat, ist er nach der 6. Klasse gewechselt und das hat ihm richtig gut getan. Der Umgang dort ist ein ganz anderer als auf der Regelschule. Das ist einfach nur klasse, aber keine Noten - nur seitenlange Beurteilungen, in denen zumindest ich wohl nur das Positive gelesen habe. Das erste Notenzeugnis war ein Schock. Das Verständnis der Lehrer dafür, wenn man mal nicht so eine Lust hat in die Schule zu gehen oder keine Hausaufgaben zu machen, hat ihm auch nicht immer gut getan. Und er war ganz überrascht, dass er in der 13. Klasse sich mal eine sechs in Geschichte eingefangen hat, nachdem er nicht in der Lage gewesen ist, eine schriftliche Langzeitaufgabe pünktlich abzugeben. Dies hat er auch bis heute nicht gelernt.

    Nachdem er die Schule letztes Jahr mit dem Fachabitur abgeschlossen hat, hat er nun das Problem, dass sein Fachabitur nur in unserem Bundesland gilt und das, was er seit drei Jahre alt ist, studieren möchte, hier nicht geht. Das wurde so auch nicht vorher gesagt, sonst hätte ich doch einen Schulwechsel in Erwägung gezogen.

    Auf welcher Schule sind denn deine anderen Kindern?

    Nachteil ist auch, dass die Schule Geld kostet und das nicht wenig.

    Mein Resumee: Damals war es die richtige Entscheidung. Es ging ihm vor dem Schulwechsel richtig schlecht und die Schule hat ihm gut getan und er hatte wieder Lebensfreude. Man muß aber hinter dem Konzept stehen, Christengemeinschaft, Antrophosie etc. sonst ist es auch für das Kind schwierig.

    Das mit dem Fahren finde ich nicht so schlimm, in der Klasse waren auch viele andere Schüler die einen solch langen Schulweg hatten, die fahren dann zusammen und haben Spaß.

    Liebe Grüße

  3. User Info Menu

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hallo Rachel,
    du weisst wahrscheinlich schon, dass es natürlich sehr auf das Niveau des Lehrers ankommt. Der Lehrer formt selber den Unterricht, es gibt (erstmal) keine Schulbücher wie in den öffentlichen Schulen. Horch Dich mal rum, wer denn der Lehrer ist, den Dein Sohn bekommen soll, davon hängt vieles ab.
    Du weisst vielleicht auch schon, dass an der Entscheidung zur Waldorfschule eine Menge mehr dranhängt als die Schulbildung Deines Sohnes: Klassenzimmer putzen, Kuchen backen, Elternabend (in manchen Schulen) 1x pro Monat, in der gesamten Schul- und Klassenarbeit wird ziemlich viel Elterninteresse und Mitarbeit erwartet. Da lohnt es sich nicht, dagegen zu arbeiten, man muss sich schon im Klaren sein , dass das eben dazugehört.

    Die längere Fahrtzeit finde ich auch nicht so schlimm, daran gewöhnt man sich....!
    Das mit dem Abschluss kann ich jetzt (noch) nicht beurteilen, ich lebe auch nicht mehr in Deutschland....
    Jemanden, der einen Waldorf-Abschluss belächelt, würde ich schon mal gar nicht ernst nehmen! In meinem Bekanntenkreis sind eine Menge Leute, die auf Waldorfschulen waren, alle möglichen Berufe, Ärzte, Künstler, oder was weiss ich...
    Es gibt aber schon auch Haken am Waldorf-Projekt, an dem ich (und nicht nur ich) zu knabbern habe : Eurythmie und Christengemeinde.
    Nicht unbedingt schädlich oder schlecht, aber meiner Meinung eher eine Blindspur... Ist ja auch nur eher ein "Nebensatz" der Antroposophie.
    Das meiste im Konzept ist echt klasse, und das wird ja dann auch von anderen, öffentlichen Schulen aufgegriffen; viel Wert wird auf Charakterbildung gelegt, auf Moral und Ethik.

    Grüsse,
    Pamina.

  4. User Info Menu

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hallo nochmal,

    ich wollte nur sagen, putzen mußten wir nicht. Elternabend jeden Monat gab es nur in den ersten vier Klassen, danach 1 max. 2 im Halbjahr, aber teilweise bis Mitternacht. Kuchen backen etc. nur bei Adventsabasaren,

    Was mir auch noch einfällt, tolle Klassenfahrten, z.B. Feldmeßpraktikum in der Schweiz (prakt. Mathematik und Erdkundeunterricht), 10 Tagesfahrt mit einem Plattbodenschiff in Holland verbunden mit Astronomieunterricht.
    Aufführung eines Theaterstückes in der 8. und in der 12. Klasse. Gartenbau, Regelmäßiges Arbeiten in der Landwirtschaft, Kunstunterricht mit Bildhauerei etc. Die machen schon tolle Sachen.

    Mir hat das gut gefallen und es wird auch viel mehr gemacht als auf einer Regelschule.

    Eurythmieunterricht - kommt uns vielleicht manchmal etwas lächerlich vor, mein Sohn hat mal einen Gartenzaun dargestellt, da zieh ich ihn heute noch mit auf, aber er hat auch Heileurythmie bzgl. seiner Rechtschreibschwäche bekommen. Das hat ihm ganz gut getan.


    Christengemeinschaftsunterricht - ich glaube die Teilnahme ist freiwillig, wir sind rk, das hat aber meinem Sohn nichts ausgemacht, der ist da gerne hingegangen.

    Den größten Nachteil finde ich mit der Notengebung, dass das erst so spät kommt und mit dem Schulabschluss, der grundsätzlich erst in der 12. Klasse erreicht wird, also egal ob Hauptschul- oder Realschulabschluss. Und dann wird ggf. entschieden ob der Schüler noch die 13 machen darf. Waren bei uns etwa 12 von 28.

    Was Du auch noch wissen solltest - Frontalunterricht, bis zu 40 Kinder in einer Klasse und der Epochenunterricht in der Unter- und Mittelstufe nur durch den Klassenlehrer. Wobei mir alle Lehrer auf der Schule gefallen haben, hätte ich mit keinem ein Problem gehabt.

    viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung

  5. Inaktiver User

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hallo!

    Unsere 11jährige Tochter besucht nach der Grundschulzeit nun seit 2 Jahren eine Waldorfschule.
    Früher ein total verschüchtertes Kind, ist dort richtig aufgeblüht.
    Auch wir als Eltern fühlen uns in dieser Gemeinschaft sehr wohl-wir sind weder öko, noch religiös angehaucht.
    Die Mitarbeit in der Schule macht mir und meinem Mann Spaß, der Elternbeitrag richtet sich nach dem Einkommen.

    Bei uns handelt es sich um eine neugegründete Schule , die natürlich mit Problemen zu kämpfen hat (Finanzkonzept, gute, ausgebildete Waldorflehrer finden,letztes Wochenende ist die Schule in ein neues Schulgebäude gezogen, weil bis dato in einem Provisorium untergebracht,usw).
    Da wir im ländlichen Bereich wohnen, sind die Waldorfklassen hier auf höchstens 26 Kinder ausgerichtet. In der Klasse meiner Tochter sind 14 Schüler-ideal!

    Die Angst, dass der Schulabschluss nicht wirklich anerkannt wird hatte ich auch.
    Nachdem ich mich aber mit Personalchefs und Unternehmern unterhalten habe, habe ich erfahren, dass Waldorfabsolventen doch sehr gerne genommen werden.
    Sie hätten Praxis und Teamgeist, wurde mir gesagt!

    Natürlich gibt es auch gute und schlechte Waldorfschulen, wie es eben auch gute und schlechte Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen gibt.

    Bitte um eine Gespräch an der von dir angepeilten Schule, besuche mal eine Monatsfeier, oder sonstige öffentliche Veranstaltung.
    Üblicherweise können die Kinder auch für ein paar Tage an der Schule hospitieren.

    Viel Glück

  6. Inaktiver User

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Ich habe direkt zum Thema keine Erfahrung, habe aber beruflich viel mit Personalleitern zu tun (hab auch selbst mal so einen Job gemacht) und weiß, dass in vielen Betrieben Waldorfschüler absolut aussortiert werden.
    Das Schulsystem find ich gut, die Zukunftsaussichten hingegen eher mager.

  7. Inaktiver User

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Das Schulsystem find ich gut, die Zukunftsaussichten hingegen eher mager.
    So geht das Eltern, die ihre Kinder auf eine gesamtschule schicken auch.
    In unsrer Region werden sogar die Realschüler der 2 bestehenden Schulen angeblich bevorzugt,bzw. benachteiligt.
    An das denke ich noch gar nicht!
    Ich möchte, dass mein Kind eine glückliche Schulzeit hat, in der es nicht nur Wissen aufsaugt, das es nicht verwerten kann, sondern "für's Leben lernt".

  8. Inaktiver User

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Da hast du wohl recht, Sorgen um die Zukunft machen sich wohl die meisten Eltern.

    Was ganz klar ist: Waldorfschüler sind meistens wirklich extrem selbstbewusst, finde ich erstaunlich. Passt zu dem, was du über deine Tochter schreibst.

  9. User Info Menu

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    So geht das Eltern, die ihre Kinder auf eine gesamtschule schicken auch. In unsrer Region werden sogar die Realschüler der 2 bestehenden Schulen angeblich bevorzugt,bzw. benachteiligt.
    Das kenne ich auch. Eine Bekannte ist personalverantwortlich in ihrer Firma und die Abiturienten der nahen Gesamtschule werden oft aussortiert, während Realschüler 2 anderer Schulen eher genommen werden. Bei den Abiturienten ähnliches, denn z.B. das Gymnasium, wo ich meine Tochter diese Woche angemeldet habe, hat zwar den Ruf, streng zu sein, aber diese Abiturienten werden den benachbarten Gymnasien prinzipiell vorgezogen. Unter anderem deshalb, weil es bilingual ist und diese Kinder (bzw. dann ja jungen Erwachsenen ) ab der 6. Klasse ein Fach und ab der 7. Klasse noch ein weiteres (meist Geschichte oder Erdkunde) in Englisch unterrichtet werden und somit in diesen Fächern Englisch die Unterrichtssprache ist.

    Auch der Computerbereich ist dort wesentlich besser ausgebaut als in anderen Gymnasien.

    Tahnee
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

  10. User Info Menu

    AW: Waldorfschule-Erfahrungen bitte

    Hallo! Waldorf- Schule ist für uns kein Thema mehr! Aber wir haben
    gute und schlechte Erfahrungen dort gesammelt! Unser Sohn ging
    in einen Waldorf- Kindergarten. Das war sehr schön, und hat ihm gut getan. Auch daß dort viel Elternmitarbeit gefordert wurde, fanden wir nicht schlimm. Wir haben überall ( Feste, renovieren,
    Gartenarbeit) gerne mitgeholfen. In dieser Zeit habe ich alles über
    Waldorf- Pädagogik an Literatur verschlungen, was ich kriegen konnte und war auch viel mit anderen Waldorf- Eltern im Gespräch.
    Das war eine Welt für sich, denn wenn man die Steiner`schen
    Gebäude betritt, fühlt man sich von der besonderen Architektur, die besonderen Farben und das viele Holz gleich angezogen, und die Menschen die man dort trifft sind oft auch irgendwie --besonders...
    Damit will ich sagen, sie scheinen besonders engagiert für die Kinder und für deren Lebenswelt. Das hat mit zu der Entscheidung beigetragen, unseren Sohn auf eine Waldorf- Schule zu geben. Unter anderem auch, weil dort immer die Rede davon war, das jedes Kind nach seinen Neigungen individuell gefördert wird. Das mag manchmal zuteffen. Bei unserem Sohn waren die
    Neigungen wohl zu "Speziell", unser Sohn ist Legastheniker, was
    dort sehr lange ignoriert wurde, dann verdrängt wurde, und als
    das nicht mehr länger zu leugnen war, wollte man das Kind in
    den C- Klass- Bereich stecken, der einer Sonderschule gleichkommt! Auf gar keinen Fall sah sich die damalige Klassenlehrerin in der Lage, unseren Sohn, der Brillenträger ist,
    nach vorne in die Klassenmitte parallel zur Tafel zu setzen, damit ihm das abschreiben von der Tafel leichterfällt. Hierzu gäbe es noch 100 Beispiele, die ganz einfach in der Umsetzung gewesen wären, hätten sich die Lehrer doch nur ein bißchen damit befassen wollen!!! Es haben viele Gespräche stattgefunden. Aber wir wollten uns nicht damit abfinden, daß unser Sohn bei durchschnittlicher, in manchen Bereichen sorgar überdurchschnittlicher Begabung, in die Sonderschule sollte!
    Hier haben die Damen und Herren Pädagogen versagt! Setzen!
    6!
    Auch das System ohne Noten halte ich heute für sehr zweifelhaft,
    denn der Druck ist ein anderer! Überhaupt ist dort alles schön, wenn man alles ohne zu hinterfragen annimmt. Ich habe manches
    hinterfragt, und gemerkt, das kommt nicht gut an!
    Ich kenne einige Familien, die auch dort wegegegangen sind, Aus ähnlichen Gründen wie wir! Gute Freunde von uns haben ihre Kinder dort an der Schule und sind zufrieden... Alles ist möglich.
    Unser Sohn ist immernoch Legastheniker, hat aber inzwischen eine Therapie erhalten, und nachdem wir ihn aus der Waldorf- Schule genommen haben, und in eine "normale " Schule schicken
    endlich auch engagierte Lehrer bekommen. Die kannten sich auch nicht gut aus, haben sich aber informiert und konnten ihm so prima helfen. Unser Sohn ist im naturwissenschaftlichen Bereich
    spitze. In Mathe im E-Kurs eine 1 und in den anderen Fächern auch prima. Und als Eltern kann man sich auch an solchen Schulen einbringen, wenn man will. Fazit: Wir dachten, es wäre gut, wenn er sich in seinem Tempo und nach seinen Bedürfnissen
    entwickeln könnte und dachten, Waldorf- Schule sei genau das richtige dafür!- Leider hat es uns viele Tränen, Unsicherheit und
    Mut gekostet, einen anderen Weg einzuschlagen. Mit gutem Erfolg! - Obwohl die Klassenlehrerin aus der Waldorf- Schule uns
    gedroht hat: Wenn sie das sagen hätte, würde sie uns das Kind wegnehmen, aber sie hätte ja leider keinen Einfluß! Wir würden schon sehen und müßten mit den Konsequenzen leben!- Und das tun wir! Gerne!!! Gruß anatomie

Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •