Unserem 4 1/2 jährigen Sohn fällt es sehr schwer, sich von mir zu trennen und irgendwo allein zu bleiben. Er hat mehrere Monate gebraucht, bis er ohne Weinen im Kindergarten geblieben ist, hat sich dort aber inzwischen eingelebt. Er ist zwar sehr aufmerksam und an allem interessiert, aber lehnt es ab, z.B. zum Turnen oder zur Musikschule zu gehen, weil er da ja ohne mich sein muss. Es hilft auch nichts, wenn seine grosse Schwester ihn begleitet. Ich möchte ihn nicht unnötig unter Druck setzen, aber langsam mache ich mir auch Sorgen, wie es im nächsten Jahr mit der Einschulung klappen sollt, denn da wird er auf jeden Fall auf sich gestellt sein. Hat von euch jemand auch so ein "Mamakind"? Weiss jemand Rat, wie ich ihn ermutigen kann, sich auf neue Situationen einzulassen?
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Thema: Mamas Rockzipfel
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16.01.2007, 20:25Inaktiver User
Mamas Rockzipfel
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16.01.2007, 22:38Inaktiver User
AW: Mamas Rockzipfel
Hallo heidekoenigin,
ja - das "Problem" kenne ich - nur war es bei uns genau umgekehrt - es betraf meine Tochter(Erstgeborene), die jetzt seit August vergangenen Jahres zur Schule geht und im Oktober 6Jahre alt wurde. Mit 2,5 Jahren kam sie in den Kindergarten und es war immer sehr schwierig. Die Eingewöhnung war eine Katastrophe - und im Grunde blieb es die ganzen 3 Jahre ihrer Kindergartenzeit so, daß sie immer lieber zu Hause geblieben wäre.
Da ich mit meinem Sohn noch zu Hause war, habe ich das dann recht locker gehandhabt, so daß sie ca. 4 Stunden täglich in der KITA war, oder ich habe ihr nach Bedarf auch öfters einen oder mehrere Tage zu Hause gegönnt.
Wir sind auch zum Turnen gegangen, aber sie dort allein zu lassen, wäre undenkbar gewesen. Ehrlich gesagt, ich habs gar nicht versucht und bin gleich dageblieben. Und mit der Zeit wurde es besser! Richtig gut wurde es dann im letzten Kindergartenjahr. Ein völlig entspannter Abschied - eben ein "loslassen können" von ihrer Seite aus, das kannte ich bis dahin nicht. Es war für mich immer emotional anstrengend und ich fühlte mich wie befreit, als es dann anders war. Im Nachhinein denke ich, sie ist zu früh in den Kindergarten gekommen, war eben nicht bereit mich ein Stück weit loszulassen......Ich denke, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und man sollte in dieser Hinsicht nichts erzwingen. Wenn Dein Sohn bereit ist, sich von Dir zu lösen, wird er es Dir signalisieren.
Und es kommt sozusagen fast über Nacht. Ich dachte auch mit der Einschulung, das kann ja was werden.....
Und nichts von meinen Befürchtungen ist eingetreten: sie geht sehr gerne in die Schule, ist auch dort im Hort, macht 3 Kurse in der Woche, lernt sehr gut.
Laß ihm einfach noch Zeit, sich von Dir zu lösen und sich anderen Dingen zuzuwenden. Du bist ihm eben einfach noch wichtiger, als alles andere auf der Welt und ich finde, mit 4 Jahren steht ihm das zu!
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16.01.2007, 22:56Inaktiver User
AW: Mamas Rockzipfel
Mein kleiner Sohn wurde im letzten September auch 4 Jahre alt.
Bei ihm ist es zum Glück ganz anders: er ging vom ersten Tag an gerne in den Kindergarten und hat nicht eine Träne vergossen.
Trotzdem ist er sehr kuschelig und freut sich auch, wenn er mal zu hause bleiben kann.
Ich überlege gerade - ob er irgendwo bleiben würde, wo er völlig fremd ist - das kann ich nicht mal sagen. Es hat sich noch nicht ergeben. Musikalische Früherziehung und Englisch hat er im Kindergarten und zum Sport gehe ich und meine Tochter mit, da das sowieso in der Schulsporthalle ist.
Liebe Grüße
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16.01.2007, 23:11Inaktiver User
AW: Mamas Rockzipfel
Das hast du aber wirklich schön gesagt, Schmachtende, und so stimmig.
Zitat von Inaktiver User
Mein Jüngster war auch überhaupt kein Kindergartenkind und in den zwei! Jahren vor seiner Einschulung war er nur ein paar Tage im Kindergarten.
Er konnte sich schon von klein an immer gut mit sich selbst beschäftigen und brauchte zu dem Zeitpunkt auch keine gleichaltrigen Freunde.
Stattdessen liebte er es wenn ich ihm vorlas; stundenlang mit wachsender Begeisterung. Als er dann selbst lesen konnte, hat er vorgelesen und ich ihm zugehört.
Manchmal habe ich auch gedacht, dass ihm vielleicht etwas fehlen könnte und er womöglich in der Entwicklung anderen Kindern unterlegen ist.
Aber weit gefehlt: Im Mai wird er 17; er ist 187 cm; hat einen großen Freundeskreis und wird in zwei Jahren ein super Abitur machen.
Und ich wünschte mir manchmal noch er wäre der kleine Junge, der vor der Kindergartentür weint und den ich wieder mit nach hause nehme.
Genieß die Zeit, heidekoenigin, denn sie werden so schnell groß und wenn du ihm jetzt die Sicherheit gibst, dass du immer für ihn da bist, hängt er auch als Erwachsener noch an dir (und bestimmt nicht mehr an deinem Rockzipfel)
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17.01.2007, 08:58Inaktiver User
Danke für euere Antworten!
Ihr habt schon recht, ich mache mir nicht immer bewusst, dass er mit 4 noch recht "klein" ist. Da seine Schwestern immer problemlos überall geblieben sind, fehlt mir manchmal etwas das Verständnis dafür, was so schlimm daran ist. Aber jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Schwächen.
Als er kleiner war, haben wir auch vormittags zusammen an Kursen teilgenommen, aber für sein Alter gibt es jetzt einfach nichts mehr, wo ich dabeibleiben kann. Wobei das auch nicht viel helfen würde, er sitzt dann eben auf meinem Schoss und kämpft mit den Tränen.
Für ihn ist es wohl generell schwierig, wenn Fremde "etwas von ihm wollen". Ich hoffe sehr, dass sich das bis zur Einschulung bessert!
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17.01.2007, 11:34
AW: Mamas Rockzipfel
Wieso soll der nächstes Jahr schnon zur Schule, da ist er doch erst 5 1/2 Jahre alt ... Wenn er bisher solche Probleme hatte, warum denkst Du dann nicht an die normale Einschulung mit 6 Jahren?
Langt das nicht auch noch?
Gruß, B.
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17.01.2007, 12:04Inaktiver User
AW: Mamas Rockzipfel
Schmachtende hat schon ganz Recht: Ruhig bleiben, Zeit lassen - das wird schon! Und bis er zur Schule kommt, sind es meiner Meinung nach ja auch noch mindestens 1,5 Jahre. In dieser Zeit kann sich sehr viel tun.
Ganz abgesehen davon hab ich jetzt in den Klassen meiner Kinder einige Erstklässler erlebt, die die ersten Tage Rotz und Wasser geheult haben, weil sie zu Mama wollten. Das gibt es also nicht nur im Kindergarten, wenn es auch dort häufiger auftritt.
Dennoch kennen die Lehrer das Problem und ein Kind pro Klasse ist sicherlich ein Schnitt, den die Lehrerinnen in Angriff nehmen müssen. Durch den Gruppendruck und die sehr schnelle Erkenntnis, dass es ohnehin keinen Sinn hat, hört das Weinen dann auch sehr schnell auf.
Für einen 4jährigen Jungen finde ich das Verhalten noch nicht wirklich besorgniserregend. Immer mal wieder ein bißchen stupsen und wenn es nicht klappt, ein paar Wochen ins Land ziehen lassen. Solange es doch im Kindergarten klappt, ist alles bestens. Kinder brauchen nicht viele Hobbies, auch wenn man das oft denkt, weil es ja "jeder" macht.
Meine Tochter hat schon mit 4 Jahren einen vollen Terminkalender gehabt und hatte stets sehr viele Hobbies. Mein Sohn pfeift drauf, auch noch als Zweitklässler. Er brauchte auch viel länger um gerne weg zu gehen und er fühlt sich zuhause mindestens genauso wohl. Man weiß doch, dass das männliche Geschlecht manchmal etwas länger braucht
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17.01.2007, 13:00
AW: Mamas Rockzipfel
4,5 ist er vermutlich grob und nicht exakt 4 Jahre, 6 Monate und 0 Tage
Zitat von Blondine
Vielleicht wird er im April oder Mai 5? Dann ist er im nächsten Jahr ein ganz normales Schulkind, das mit 6 eingeschult wird.
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17.01.2007, 16:10
AW: Mamas Rockzipfel
Auch dann könnte man noch darüber nachdenken, ihn ein Jahr später hin zu schicken, wenn er jetzt noch so große Probleme damit hat und nicht mal eine einzelne Turnstunde klappt ohne Stress ....
Gruß, B.
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17.01.2007, 19:25
AW: Mamas Rockzipfel
Hallo Heidekoenigin!
Wie verhält sich dein Sohn denn im Kindergarten? Trauert er oder ist er wie die anderen Kinder auch? Was sagen die Erzieherinnen?
Meine Tochter (16) war als kleines Kind sehr eigen. In den Kindergarten ging sie gerne, doch wehe dort sollte ein Kasperletheater kommen oder ein Zahnarzt einen "Vortrag" halten. Sie weigerte sich schlichtweg an derartigen Veranstaltungen teilzunehmen. Nur wenn sie bei der Erzieherin auf dem Schoß sitzen durfte, ging sie mit (und auch das nur unter Protest).
Wir waren mit ihr in einem Freizeitpark (Gardaland am Gardasee) und sie weigerte sich mit uns in das Bimmelbähnchen einzusteigen. Eigentlich ein völlig harmloses Vergnügen. Sie ging auch in die anderen für Kleinkinder geeignete Fahrgeschäfte nicht, schaute sich keine Akrobaten an. Sie beäugte alles nur von außen. Mit Zureden war nichts. Irgendwann hatte mein Mann die Faxen dicke, nahm sie auf den Arm und stieg mit ihr ins Bähnchen. Riesengebrüll! - und dann sind wir insgesamt vier Mal mit dem Bähnchen gefahren. Sie wollte gar nicht mehr raus.
Was haben wir uns den Kopf zerbrochen und was hatten wir ein schlechtes Gewissen, weil wir sie letztendlich zu vielen Dingen gezwungen haben. So ging das einige Jahre. Vorher ein Riesentheater - hinterher bekam sie den Hals nicht voll. Bis heute wissen wir nicht, warum das so war. Diese Zeit war anstrengend, aber sie ist vorbei seit sie 12 ist.
Viel Glück.
LG juriDie gefährlichste aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung der Leute,
welche die Welt nie angeschaut haben.
von Alexander von Humboldt
(1769-1859 Naturwissenschaftler, Ethnologe und Geograph)


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