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  1. Registriert seit
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    Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Meine Lieben,

    ich bin nicht so der aktive Forum-Mensch. Deswegen fällt es mir sehr schwer, diesen Eintrag zu verfassen. Bitte habt Rücksicht, wenn vieles unklar scheint, ich muss noch überlegen, wie weit ich mich aus dem Fenster lehnen möchte.
    Ich möchte auch nicht die Situation schildern, die mich dazu gebracht hat, diesen Eintrag zu schreiben.
    Was ich mir wünschen würde, sind einfach Erfahrungen, wie ihr mit Grenzen austesten von 2-4 jährigen Kindern umgeht.
    Mein Kleiner (2Jahre und 3 Monate) ist grundsätzlich ein süßes, nicht wirklich braves, aber auch nicht sonderlich schwieriges Kind. Wenn er im Mittelpunkt steht, ist alles entspannt. Aber wehe, man hat was vor, ist zeitlich gebunden etc. Dann funktioniert nichts, er trödelt herum, wehrt sich, heult, weint, hysterisiert,...Er will das machen und jenes und wenn ich sage: Nein, jetzt nicht, dann reagiert er oft nicht. Manchmal setze ich ihn dann ihn den Kinderwagen, aber oft sind das Situationen, wo ich meine Tasche, Einkäufe und was weiß ich noch hab, ohne Kinderwagen, und da bin ich dann darauf angewiesen, dass er hört.
    Ich weiß nicht, ob man versteht, was ich meine und will. Ich weiß es ja grad selber nicht.
    Wenn es um Problemzonen geht, warum reden alle nur über Hintern und nie über den Kopf.

  2. Inaktiver User

    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Ja, kenne ich. Das Hauptproblem ist, wenn man selbst keine Zeit hat.

    Es ist eine Phase und sie geht vorbei. Bei meiner Enkelin hilft meist schon Ablenken ("Hältst du das bitte mal", "Kannst du das bitte hinbringen/legen usw.?"), mein ältester Sohn hatte seinerzeit solche Wutanfälle, dass ich ihn manchmal unter den Arm klemmen musste.

  3. Avatar von Rosa_Multiflora
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Ja, kenne ich. Blödes Alter. Außer sich vorzubereiten und eben immer eine Transportmöglichkeit dabei zu haben, damit man den tobenden Wutzweg gefahrlos transportieren kann, haben wir dafür auch keine Lösungsmöglichkeit. Und: früher losgehen, damit der Zeitdruck nach Möglichkeit nicht entsteht. Einbinden hilft bei uns auch- aber nur begrenzt.

  4. Avatar von Blue2012
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Zitat Zitat von ninatschl Beitrag anzeigen
    Mein Kleiner (2Jahre und 3 Monate).....
    Meine Tochter (jetzt 3,5) hat immer super geschlafen, hat immer super gegessen (keine großen Zickereien), kein Theater beim Zubettgehen, im Supermarkt lief es meist auch gut.

    Aaaaaber.....zwischen 2 und 3.........die Wutanfälle.......die Plärrerei.....puuuuhhh....teilweise wegen jedem Schei.......Nicht so gut geschlafen - *plärr* - Schatz, wir gehen jetzt heim, Spielplatz vorbei - *plärr* - Nein, du darfst nicht mit den Steakmessern spielen - *plärr* - Schatz, bleib an meiner Hand! Da fahren Autos!! - *plärr* - "Wir ziehen die Mütze auf! Es ist kalt!" - *plärr*.............

    Es geht oft weniger um Grenzen setzen, sondern eher darum, Raum zu geben.

    Bei mir hat am ehesten konsequentes Verhalten geholfen (z.B. bei Wutanfällen in der Öffentlichkeit Aktion abc abbrechen - heim gehen!). Bei nervigem Herumgejammer (z.B. um einen unangemessenen Wunsch durchzudrücken) habe ich einen Satz mit Erklärung gesagt - und dann mich bemüht, das Gequengel zu ignorieren. Ablenken ("Schau mal, da drüben - eine Katze!") hat mich auch hier und da aus der größten Not geholt.

    Ansonsten, schwer anzunehmen, aber oft wahr: Das Kind muss ja auch irgendwo lernen, seine eigene Wut, seine eigenen Emotionen auszuhalten. Manchmal hilft in den Arm nehmen, hochnehmen, beruhigen. Manchmal hat mir auch geholfen, mit Ansage den Raum zu verlassen.

    Kurz vor 3 wurde es bei uns massiv besser. "Von selbst."

  5. Avatar von Blue2012
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Ach, Ps - weil wir Mütter es ja so gerne zugeben:
    Ja, ich habe in dieser Zeit mein Kind öfter angebrüllt. Weil mir das Gekreisch an die Substanz ging. Ich hab mich danach entschuldigt für meinen barschen Tonfall. Oft hab ich dann selbst geheult, wenn sie außer Reichweite war...

    Heute bin ich ehrlich gesagt mir selbst dankbar um meine Konsquenzen. Sie hört auf mich, nimmt meine Ansagen ernst, ist wertschätzend. Gewisse Thematiken sind ausgefochten, die Regeln klar. Das macht vieles einfacher.

  6. Avatar von Blue2012
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Ps 2: Ja, ich gebs zu...mir ist sogar mal die Hand ausgerutscht (ich hab sie geschubst!). Natürlich habe ich mich wortreich entschuldigt....Und im stillen Kämmerlein, wenn sie den Mittagsschlaf gehalten hat, heimlich über mich selbst geheult...


  7. Registriert seit
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Zitat Zitat von ninatschl Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob man versteht, was ich meine und will. Ich weiß es ja grad selber nicht.
    Hier sprichst Du den zentralen Punkt Deiner Probleme an.
    Dein Sohn ist in dem Alter, in dem er wissen will, was seine Mutter will oder eben auch nicht.
    Ein Kleinkind denkt an sich selbst zu erst, es hat einen ausgeprägten Willen, den braucht es zum Überleben ( Futter!! Und das jetzt und sofort!).
    Nun versteht es, dass es da noch andere gibt, die einen Willen haben. Da kommt es unweigerlich zum Konflikt.
    Es gibt Eltern, die überlassen es ihren Kleinkinder, Entscheidungen zu treffen, wovon alle betroffen sind. Meiner Meinung nach ist das eine Überforderung der Kinder.
    Sie wollen wissen, wo der Hase längst läuft, wollen ihre Eltern und deren Willen kennenlernen.
    Es liegt jetzt an Dir, Deinen Willen kund zu tun und auch durchzusetzen.
    Und es ist keine Phase (es sei denn, man ist der Auffassung sie dauert bis die Kinder ausziehen), sondern es sind Weichen, die Du jetzt stellst.
    Solange Du allerdings selbst nicht weißt, was Du willst, wird daraus nichts. Denn woher soll Dein Kind wissen, was Du willst, was für es am Besten ist und auch für den Rest der Familie und für seine gesamt Umwelt.
    Du wirst den Ton angeben müssen. Deinem Kind ist alles recht, es richtet sich nach Dir, denn es will Dich als Mutter und niemand anderes. Auch nicht irgendeinen Buchautor, der glaubt zu wissen, was in Deiner Familie vonstatten zu gehen hat.


  8. Registriert seit
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Heute bin ich ehrlich gesagt mir selbst dankbar um meine Konsquenzen. Sie hört auf mich, nimmt meine Ansagen ernst, ist wertschätzend. Gewisse Thematiken sind ausgefochten, die Regeln klar. Das macht vieles einfacher.
    Das denke ich auch. Und Du musst Dich auch nicht wortreich für Deine "Entgleisungen" entschuldigen, Du solltest Dich in Deiner "Schwäche" annehmen und zu Dir stehen.
    Dein Kind tut es auf jeden Fall, es will Dich und niemand anderes. Vor allem keine Kunstfigur, die erst im Buch nachblättern muss, um sie selbst zu sein.


  9. Registriert seit
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Ich kann mich genau an einen Trotzanfall erinnern, da war ich um die 3 1/2. Da setzt auch meine Erinnerung ein.
    Ich habe nicht geschrieen, ich weiß aber wie sich ein Kind fühlt.

    Ich sollte etwas tun, und es war als ob eine höhere Macht meine Hände festhält. Ich wollte zwar hören und auch das umsetzen was mir mein Vater gesagt hat, aber es war mir nicht möglich.

    Ich musste gegen irgendetwas in meinem Inneren ankämpfen und blieb Verlierer.

    Ich kann mir vorstellen, dass es auch anderen Kindern bei einem Wutanfall so ergeht.
    Man ist nicht mehr Herr seines Handelns und kommt dagegen nicht an.

    Will sagen: Man kann nicht anders, es ist nicht zu beeinflussen. Man ist machtlos gegen sich selbst.

    Wichtig ist, den Kindern Raum und Zeit geben, sich aus einer Situation in die nächste zu begeben und sich auch selbst zu überprüfen.
    Kinder schalten nicht schnell um. Je mehr Druck man als ungeduldiger Elter macht, umso mehr schaukelt die Situation sich hoch.

    Beispiel: Man will morgens alles husch erledigen, aber das Kind trödelt. Je höher der Druck von außen, umso höher wird die Mauer des Widerstandes.

    Zeit geben, überlegen, ob jetzt ein Verbot wirklich sein muss oder ob es nicht eine andere Lösung gibt, die zielführender ist.
    Z.B. das Kind zeitiger wecken, so dass man nicht in Stress gerät und Druck macht. Kinder haben ihr eigenes Zeitempfinden.
    Oder:
    Bei mir z.B. durften die Kinder sich etwas im Geschäft aussuchen. Klar wollten sie es gern auch gleich essen, So was mag ich aber nicht so gern und habe sie eingebunden in den Einkaufsvorgang, um Diskussionen zu vermeiden und habe auch erklärt, dass man immer erst bezahlen muss, bevor man die Packung aufreißen darf.
    Ihren Einkauf durften sie selbst aufs Band legen und ich habe ihnen auch manchmal Geld für die Kassiererin in die Hand gedrückt, so dass sie das Normalverhalten einüben konnten.

    Das braucht aber Geduld und Zeit.

    Und wenn man so einen mütterlichen, gedämpften Besorgtheitston bei den Erklärungen an den Tag legt, hilft es auch mitunter.

    Beispiel: "Oh nee, du, das dürfen wir nicht, dann bekommen wir Ärger. Lass uns das mal ganz schnell wieder zurücklegen. Aber schau mal dahinten, hol mir mal ...(Ablenkung)"

    Also bei mir haben mich die Kinder zwar manchmal überrascht angeguckt, aber ich habe glaube, ich habe durch meine Art, ganz viele Tobsuchts-Klippen umschifft.

    Wenn ich das alles so lese...letztendlich ist die Gemütlichkeit bei allen Aktivitäten das Zauberwort, beim Einkaufen, sich für den Kiga fertig zu machen etc., die ganz viel bringt und hilft, dass es nur zu wenigen Anfällen kommt.


  10. Registriert seit
    05.02.2010
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    AW: Kleinkind testet Grenzen - Tipps und Tricks von Eltern gesucht

    Zitat Zitat von phaden Beitrag anzeigen
    Es liegt jetzt an Dir, Deinen Willen kund zu tun und auch durchzusetzen.
    Und es ist keine Phase (es sei denn, man ist der Auffassung sie dauert bis die Kinder ausziehen), sondern es sind Weichen, die Du jetzt stellst.
    Solange Du allerdings selbst nicht weißt, was Du willst, wird daraus nichts.
    Mein "ich weiß nicht was ich will" war darauf bezogen, was ich von meinem Eintrag ins Forum will. ;) Sonst weiß ich sehr wohl, was ich will, nur fehlen mir derzeit scheinbar die Methoden, das umzusetzen.
    Du schreibst, mein Kind richtet sich nach mir....Das ist ja gerade mein Problem, das tut es nämlich derzeit nicht.
    Ich stelle weiter unten die Situation dar, die mich dazu bewogen hat, hier zu posten. Mich würde deine Meinung sehr interessieren, weil du öfters eine besondere Sichtweise hast. Vielleicht nimmst du dir die Zeit, den langen Beitrag zu lesen und zu kommentieren. :)
    Wenn es um Problemzonen geht, warum reden alle nur über Hintern und nie über den Kopf.

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