Hallo, meine Tochter (wird im April 8) ist im 2. Schuljahr. Seit einigen Wochen zeichnen sich immer deutlicher starke Probleme in Mathe ab. Sie rechnen bisher bis 100, nur Addition und Subtraktion. Sie versteht nicht, dass die Einer sich in jedem Zehnerraum wiederholen. Die Schule empfiehlt nun, sie auf Dyskalkulie testen zu lassen. Natürlich werden wir das in Angriff nehmen, andererseits habe ich Angst vor dem heutigen TherapiewahnVielleicht ist sie einfach nur schlecht in Mathe, so wie ich mich auch (mit Fachabi) durchgewuselt habe in diesem Fach. Hat jemand Erfahrungen?
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Thema: Dyskalkulie?
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17.02.2016, 08:47
Dyskalkulie?
Carpediem mit Frühlingskind 2008 und Winterkind 2012 an den Händen und Herbstbaby 2014 im Arm


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17.02.2016, 08:51Inaktiver User
AW: Dyskalkulie?
Ich glaube nicht mehr daran, dass manche Menschen (zufällig meist Frauen) "einfach schlecht" in Mathe sind. Lass sie testen.
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17.02.2016, 08:57Inaktiver User
AW: Dyskalkulie?
Ich auch nicht. Es ist einfach gesellschaftlich anerkannt, als Frau damit zu kokettieren "in Mathe war ich immer schlecht", am besten noch mit ein bisschen Stolz in der Stimme.
Bei anderen Fächern würde das niemand sagen oder es wäre zuminndest peinlich.
Wenn Kinder schlecht im Rechnen sind, haben sie meist entweder schlechte Lehrer, Eltern, die selbst nicht rechnen können oder tatsächlich Dyskalkulie.
Leider ist die Schulausbildung in Sachen Rechnen eher schlecht und macht nicht Lust auf Mathematik, sondern Angst.
Guck dir mal das Buch "Der Zahlenteufel" von Enzensberger an - das macht Spaß und weckt die Lust auf Zahlen.
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17.02.2016, 09:02
AW: Dyskalkulie?
Lass sie testen, so schnell wie möglich. Ich habe bei unserer großen Tochter immer gesagt, dass da was nicht stimmt, das ist immer abgewiegelt worden. Erst im Gymnasium konnte ich sie dann testen lassen, sie hat Dyskalkulie und es war natürlich zu spät, um noch wirklich was zu verändern.
Age is an issue of mind over matter, if you don´t mind, it doesn´t matter.
Marc Twain
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17.02.2016, 09:05
AW: Dyskalkulie?
*Dyskalkulie* ist ja auch lediglich ein griechisches oder lateinisches Fremdwort und bedeutet - tadaa! "kann nicht rechnen".

Ich kann diesen Begriff, nach einem guten Jahrzehnt wo ich Mathe-Nachhilfe gebe, immer noch nicht ernst nehmen. Dass sie nicht rechnen kann, ist ja offensichtlich, und jetzt eine Störung oder Krankheit daraus zu basteln - statt einfach mal das Naheliegende anzunehmen, nämlich a) nicht so viel Talent, dass sie Mathe von selbst versteht, verbunden mit b) ungenügenden Erklärungen ihrer Lehrer.
um das mit den Einern zu üben, würde ich eine solche Tafel nehmen:
http://schmidt-lehrmittel.de/images/...2269C5A6E8.jpg
- am besten das Kind die Tafel gleich selbst schreiben lassen, und auf SCHÖN schreiben bestehen, sodass sie übersichtlich ist - darauf sieht man ja gut, dass in den Zeilen die vordere Zahl = Zehner immer dieselbe ist, und in den Spalten die hintere Zahl = Einer immer dieselbe ist, und man kann Additionen und Subtraktionen so üben, dass man von der ersten Zahl ausgeht und dann einfach entsprechend viele Häuschen nach vorn bzw nach hinten zählt.
Mit solchen Tafeln kann man noch einiges anstellen, und an Mustern entdecken. Wenn man zB bei einer solchen Tafel alle geraden Zahlen in einer Farbe anmalt und alle ungeraden Zahlen in einer andern Farbe (das Kind malt, natürlich - und mann kann die originale Tafel mehrfach kopieren, sodass man verschiedene Dinge angucken kann), gibt das ein nettes regelmässiges Streifenmuster. Gerade wenn man Rechnungen als Bild darstellen kann, und viel mit Farben arbeitet, hilft das oft eine Menge beim Verstehen. Bilder, und Farben!
Hilfreich ist auch, die Resultate von Rechnungen auswendig zu lernen. Dass sie womöglich einfach die Rechnung auswendig kann ohne zu verstehen, ist erst mal nicht schlimm, denn es gibt Sicherheit, und das Verständnis kann sich dann auch später noch einstellen. Gerade Grundschulkinder sind meist sehr gut im Auswendig-Lernen, aber nicht gut im logischen Denken. Logisches Denken, vernetzte Zusammenhänge erkennen etc kommt erst später, so im Teeniealter.
die Regelmässigkeit des Übens machts, und dabei möglichst wenige Hilfsmittel verwenden, diese aber möglichst oft verwenden. Sodass sich durch Verwenden des immer gleichen Materials Sicherheit und Routine einstellt.
gruss, barbara
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17.02.2016, 09:06
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17.02.2016, 09:07Inaktiver User
AW: Dyskalkulie?
Wenn sie das mit den Einern nicht versteht, kann sie vermutlich auch nicht bis 100 zählen, wie soll sie dann damit rechnen?
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17.02.2016, 09:12
AW: Dyskalkulie?
"Zählen" ist etwas was man so als Reihe auswendig lernt.
"Das Stellenwertsystem verstehen" ist eine ganz andere Baustelle - es gibt schliesslich ja auch Zahlsysteme ohne Stellenwertsystem, zum Beispiel die römischen Zahlen, und auch die Römer konnten bis hundert und auch noch weiter zählen.
man kann auch, zB , die entsprechende Anzahl Münzen nehmen, hinlegen, und welche abziehen ode dazu legen, je nachdem wie die Rechnung ist, und dann wieder zählen... manche Kinder brauchen einfach etwas länger mit diesen "Fingerzählsystemen", bis sie diese so gut integriert haben, dass sie sie loslassen und überwinden können. Auch wenn die Schule meist Druck macht, das Fingerzählen sein zu lassen, weil das laut Lehrplan eben zum Zeitpunkt X überwunden gehört.
Das ist dann Pech, ob eine Schülerin dafür schon bereit ist oder nicht...
gruss, barbara
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17.02.2016, 09:15Inaktiver User
AW: Dyskalkulie?
Naja, ganz nüchtern betrachtet gibt es doch immer eine gewisse Spannbreite an Begabungen. Und auch im Fach Mathematik gehört jedes zehnte Kind zu den schlechtesten 10%, das ist keine Glaubensfrage.
Zitat von Inaktiver User
Das bedeutet nicht, dass man nicht auf Dyskalkulie testen sollte, aber nicht jede Schwäche ist gleich pathologisch.
Ich gehöre zu denen, die im Sport immer über die eigenen Füße gefallen sind und habe bis heute eine miserable Körperbeherrschung. Womöglich gibt es dafür auch eine passende Diagnose und meine Sportlehrer waren wirklich nicht gut. Aber letztendlich ist das ziemlich gleichgültig, ich habe mich damit abgefunden, dass aus mir keine Eistänzerin mehr wird.
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17.02.2016, 09:19Inaktiver User
AW: Dyskalkulie?
Ja, die Bandbreite gibt es natürlich. Aber nach dem, was die Leute so von sich geben, wären 98% aller Menschen unbegabt fürs Rechnen (von "Mathematik" reden wir hier ja noch gar nicht). Und das halte ich für unsinnig.
Fakt ist, dass die Ausbildung in der Schule einfach grottenschlecht ist.


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