Ich selbst habe eine kleine Tochter, noch ohne Geschwister, beobachte aber in der Nachbarschaft und auf dem Spielplatz oft, dass Kinder dazu angehalten werden, darauf zu achten, dass ihre kleinen Geschwister nicht auf die Straße laufen. Heute etwa der 5jährige, der aufpassen sollte, dass der 22 Monate alte
Bruder nicht auf die Straße läuft.
Häufig erlebe ich das auch im Biergarten, da liegt der Spielplatz direkt neben dem offenen Eingang, der in eine kleine Straße und den Parkplatz mündet. Da werden 10jährige, die ja selbst ins Spiel vertieft sind, dazu aufgefordert aufzupassen, dass die 3jährigen Geschwister nicht auf die Straße rennen. Gerade hier hätte ich als Eltern keine Ruhe, wie schnell sind die Großen abgelenkt, und es sind nur ein paar Schritte bis zur Straße...
Bin ich überängstlich? Wie handhabt ihr soetwas?
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Thema: "Pass auf den Kleinen auf"
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08.08.2015, 20:00
"Pass auf den Kleinen auf"
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08.08.2015, 21:03Inaktiver User
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
"Früher" und in anderen Ländern war bzw. ist so etwas möglich. Bei uns, denke ich, ist es nicht möglich.
Davon abgesehen, bleiben die Eltern trotzdem verantwortlich und das sollten sie auch wissen.
Ein größeres Kind darauf aufmerksam zu machen, auf ein kleineres Acht zu geben, finde ich gut und natürlich. Es schult das Verantwortungsbewusstsein und das soziale Miteinander.
Mit 13 habe ich angefangen, mir Taschengeld durch Babysitten zu verdienen.
Vor vielen Jahren war das wahrscheinlich normal. Ist es das heute auch noch?
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08.08.2015, 21:19
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Für einen begrenzten Zeitraum passt unser Grosser (4.5) durchaus mal auf die Kleine (2.5) auf. Zum Beispiel unterwegs in Park oder Zoo, während ich zur Toilette gehe oder am Kiosk etwas kaufe oder hier in der Spielstrasse vor der Tür, während ich die Einkäufe rauftrage und einräume oder eine Maschine Wäsche aufhänge.
Aufpassen bedeutet, dass die grossen Kinder "Auto kommt" rufen, wenn ein Auto in die Spielstrasse (Schritttempo) einbiegt. Dann laufen alle Kinder auf den Bürgersteig.
Oder dass die Kleine sich nicht vom verabredeten Ort wegbewegt. (Ich gehe zur Toilette. Ihr wartet genau hier bei dieser Bank auf mich, bis ich zurück bin.)
In der von Dir geschilderten Situation hinge es für mich von einer Reihe von Faktoren ab: liegt der Spielplatz direkt an der Strasse oder zurückversetzt. Was für eine Strasse ist es. Kennen die Kinder sich aus. Wie unzuverlässig ist das kleine Kind. Wie weit und wie lange sind die Eltern weg….
Meiner Erfahrung nach passen Kinder, die sich gut kennen (hier zB alle Kinder der gemeinsamen Krippengruppe) sehr gut aufeinander auf. Die Kleinen werden mitgezerrt oder streng überwacht.
Sie werden vor fremden grossen Kindern "beschützt" ("Jetzt rutscht die Mathilda!!!!!") und Fragwürdiges wird umgehend gemeldet ("Der Yannis hat einen Stock mit einem Nagel drin gefunden.")
Wenn aber eine Strasse mit Verkehr am Spielplatz/Biergarten direkt vorbeiführt (keine Hecke, kein Tor etc.) würde ich ein kleines Kind dort stets selbst im Auge behalten oder die Aufsicht mit anderen Erwachsenen aufteilen.
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08.08.2015, 23:04
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Ich kann nur aus Tochterperspektive antworten, aber bei uns war das völlig normal, und das ist es auch heute noch, in unserer Familie.
Ich habe einen einige Jahre jüngeren Bruder und habe immer auf diesen "aufgepasst". Meine Mutter war Hausfrau und hatte auch immer Zeit für uns, und sich sehr gut um uns gekümmert, dennoch war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich auch auf meinen Bruder achte, und ich habe das immer sehr gerne getan. Inklusive ihn in Mädchenkleider stecken und schminken :D
Ist das nicht eher "normal"? Zumindest war es das auch bei den Nachbarskindern, und auch bei den Kindern in meiner Familie erlebe ich das bei Geschwisterpaaren immer wieder, dass die Älteren auf die Kleineren achtgeben. Natürlich nicht im Sinne davon, dass diese die Mutterrolle übernehmen, oder sämtliche Verantwortung, aber durchaus, wenn man draussen im Garten oder auf der Straße spielt.
Ich habe das bis heute "beibehalten" und achte selbst bei Freundinnen oder Familie/Partner immer darauf, dass sie vorsichtig die Straße überqueren, sich warm anziehen wenn es draußen kalt ist. Das ist ziemlich typisch für "Ältere", so zumindest meine Erfahrung.
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08.08.2015, 23:11Inaktiver User
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Es ist typisch für jemanden, der es als Kind schon gelernt hat, auf andere zu achten. Es zeugt von einer hohen Sozialkompetenz.
Irgendwann fängt man halt an, es zu lernen. Die einen früher, die anderen später und wieder andere niemals.
Es würde sich die interessante Frage stellen, ob Eltern geneigt sind, älteren Mädchen mehr in diese Verantwortung zu nehmen als Jungen.
Vielleicht wäre das ein Anhaltspunkt für so manche soziale Inkompatibilität von Männern. Die nicht auf andere mitachten oder mitdenken, sondern ihr Ding durchziehen und das soziale Miteinander den Frauen überlassen.
Und man nennt das dann "natürlich" männlich. Ist aber vielleicht nur dem geschuldet, dass sie als Kinder nicht auf Kleinere achten mussten.
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08.08.2015, 23:35
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Mit mehreren Kindern ist das doch ganz natürlich. Ob Jungs oder Mädchen - die Großen haben doch oft einen Blick auf die Kleinen, die sich ihrerseits an den Großen orientieren.
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08.08.2015, 23:38
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Das ist in der Tat eine interessante Frage, allerdings erlebe ich derzeit in meiner Familie genau dasselbe Phänomen - hier ist der Junge älter und seine Schwester die Jüngere, und die Dynamik ist dieselbe, er passt sehr gut auf sie auf und fühlt sich dabei auch sehr "erwachsen" ;-)
Ich bin mir nicht sicher, ob dem so sein muss. Und oft ändert sich das mit den Jahren. Als mein Bruder und ich älter wurden, begann er mehr auf mich zu achten, obwohl er deutlich jünger war, und teilweise war das auch sehr süß und amüsant. Ich kann mich z.B. daran erinnern, als ich meinen ersten Freund hatte, und mein kleiner Bruder diesen recht streng begutachtete - das ist bis heute so geblieben.Vielleicht wäre das ein Anhaltspunkt für so manche soziale Inkompatibilität von Männern. Die nicht auf andere mitachten oder mitdenken, sondern ihr Ding durchziehen und das soziale Miteinander den Frauen überlassen.
Heute sind wir beide erwachsen, und bis auf mein immer noch vorhandenes gluckenhaftes Verhalten ist er auch jemand, der sich für andere sehr verantwortlich fühlt, und auch beruflich und privat viel Verantwortung für andere übernimmt.
Ich denke, das ist eher Erziehungssache. Mein Bruder war relativ früh in diversen Vereinen und Organisationen aktiv und hat sich (genauso, wie mein Vater) viel für andere Menschen eingesetzt.
Persönlich verstehe ich unter "natürlich" männlich eher, dass Männer für andere Verantwortung übernehmen. Vielleicht in anderer Hinsicht, aber grundsätzlich sind Männer durchaus sozial, z.B. wenn es darum geht, andere zu beschützen oder zu verteidigen.Und man nennt das dann "natürlich" männlich. Ist aber vielleicht nur dem geschuldet, dass sie als Kinder nicht auf Kleinere achten mussten.
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08.08.2015, 23:44
AW: "Pass auf den Kleinen auf"
Große Brüder und ihre jüngeren Geschwister, das ist doch meist sehr behütend.
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08.08.2015, 23:52
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08.08.2015, 23:54


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