Muss ich das jetzt verstehen? Fändest du es weniger komisch, wenn du weniger sensibel wärst?
Manchmal habern Kinder ja auch so eine Phase und testen aus, wenn sie plötzlich den Vornamen verwenden statt des üblichen Mama oder Papa.
In unserer Familie ist es durchaus üblich, die Verwandschaftsbezeichnungen zu benutzen - also Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel. Als meine Nichten und Neffen älter wurden, haben sie bei mir das "Tante" allerdings weggelassen - was ich vollkommen in Ordnung finde. Sie nennen mich nur noch "Tante" oder "Tantchen", wenn sie mich veräppeln wollen. Wenn ich mir zum Beispiel einen guten Ratschlag nicht verkneifen kann oder etwas sage, was in ihren Augen etwas altmodisch ist.
Meine Mutter - gute über 80 Jahre alt - hat sich übrigens von meiner Cousine und ihrem Mann die Anrede "Tante" vor einigen Jahren verbeten. Da fühle sie sich so alt! Außerdem, so ihr Argument, sei sie ja nicht die Tante des Mannes.... Irgendwie auch nachvollziehbar. Im übrigen nenne ich die Mutter meine Cousine auch seit langem nicht mehr "Tante". Und meine Schwiegermutter spreche ich schon lange mit dem Vornamen an - es sei denn, ich mache eine leicht ironische Anmerkung: Dann heißt es "liebste Schwiegermama...." - wir kappeln uns oft, da versteht sie dann schon, wie das gemeint ist.
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01.08.2015, 22:42Inaktiver User
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
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01.08.2015, 22:47
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Für mich ist es umgekehrt dagegen höchst befremdlich, die Besonderheit der Eltern-Kind-Beziehung doch so unbedingt an Bezeichnungen festzumachen.
Für mich war es als Kind vom Empfinden her übrigens interessanterweise ganz umgekehrt. Alle hatten einen Mama und einen Papa (und häufig keine Ahnung, wie ihre Eltern wirklich hießen), die Mamas und Papas waren gewissermaßen austauschbar. Rufst Du Mama, drehen sich 17 um. Ich war die Einzige, die eine eigen X und einen eigenen Y hatte, das war was Besonderes.
Meine Eltern beim Vornamen anzusprechen ist irgendwann noch im frühen Kindergartenalter von mir selbst gekommen. "Ihr sagt ja auch nicht "Kind" zu mir, sondern limonadelade." muss ich wohl gesagt haben und das war mir fortan Begründung genug, nicht mehr Mama und Papa zu sagen (Fanden die anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Meine jüngeren Geschwister haben das später fast nahtlos übernommen, "Mama" und "Papa" fanden allerdings später im Sprachgebrauch wieder Einzug, wenn es darum ging, die Eltern ein wenig zu necken).
Überhaupt bin ich generell jemand, der den Namen zu verwenden tendentiell respektvoller empfindet, als einen "Überbegriff" und z.B. auch relativ wenige Kosenamen verwendet.
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01.08.2015, 22:50
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Ich rede meine Eltern seit ich ein ßteenager bin mit Vornamen an. War anfangs eher ein Scherz, ist dann aber so geblieben
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01.08.2015, 23:47
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Für mich waren meine Eltern immer Mama und Papa.
Mein Kind sagte auch immer Mama und Papa. Zu mir sagt er, seit er erwachsen ist, Mami.
Vornamen-Sagen vom Kind zu den Eltern kommt mir in meiner Familie komisch vor, weil das Eltern-Kind-Verhältnis einzigartig ist.
Hier: Mama/Papa (oder andere entsprechende Bezeichnungen)
Da: Kindername (natürlich nur Vorname ohne Anrede: Kind XY. Wo gibt es denn so was?)
Mir ist es egal ist, wie andere das halten. Ich leite da auch nichts bei anderen daraus ab, eben weil es mir egal ist, wie andere das halten - Privatsache.
Genauso Tante/Onkel: Tante XY ist für mein Empfinden wesentlich respektvoller und auch liebevoller als nur der Vorname.
Das eine betont die Familienzusammengehörigkeit, das andere ist beliebig.
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01.08.2015, 23:57
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Auch Tanten und Onkel hat man meist nur wenige und das familiäre Verhältnis ist etwas Besonderes. Man nimmt den Kindern etwas, wenn sie nur den Vornamen sagen.
In unserer Familie können die größeren Neffen und Nichten sich aussuchen, ob sie Tante Ada und Onkel Bernd sagen oder nur die Vornamen - bekommen es aber so erklärt, eben genauso, das "nur Vornamen" so ist wie die Eltern mit Vornamen zu nennen. Das ist sozusagen ein Angebot an sie. Sie handhaben das unterschiedlich, natürlich auch nach Situation, aber die meisten sagen dann doch Tante und Onkel - allerdings nicht zu den Angeheirateten.
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02.08.2015, 00:13
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
egal
Geändert von Josyfine (02.08.2015 um 01:13 Uhr)
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02.08.2015, 00:14
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02.08.2015, 00:19
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Ich finde, dass da schon zwischen echten Tanten und Onkeln und angeheirateten gemacht werden kann. Das ist auf der Ebene der Geschwister und Schwager/Schwägerinnen ja auch so.
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02.08.2015, 00:41
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Mein liebster Onkel ist übrigens der Ex-Ex-Freund meiner Stieftante.

Mein emotionaler Vater ist nicht mein leiblicher Vater. Meine eine Halbschwester mir so nahe wie irgendeine fremde Person auf der Straße, die anderen Halbgeschwister sind gefühlsmäßig so Vollgeschwister, dass ich an das Halb allerhöchstens zu Erklärungszwecken denke, wenn ich irgendjemandem mein Verständnis von Familie darlegen versuche.
Beim Vornamen werden sie alle genannt - und ich hatte noch nie das Gefühl, ihrem jeweiligen "Wert", ihrer Bedeutung für mich nicht gerecht zu werden. Das Gefühl für die Person spielt sich im Kopf, im Bauch, im Herzen ab, nicht in einer Bezeichnung. Die macht es meiner Meinung nach halt für Außenstehende leichter, mitzukommen, ist ein Signal nach außen, sagt aber genau nichts darüber aus, wie es im innen aussieht.
Für mich - ohne dass das jemand für sich so sehen muss - ist eben der Name individueller, näher an der Person, als jemanden mit der Bezeichnung für seine Stellung im Familiengefüge zu benennen. Mich an die Person selbst zu richten, nicht an ihre Position ist - in meiner Familienlogik - irgendwie…hm…höflicher oder so.Geändert von limonadelade (02.08.2015 um 00:47 Uhr)
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02.08.2015, 00:41
AW: Von eigenen Kindern mit Vornamen ansprechen lassen?
Also.
Erstens mochte/mag ich meine angeheirateten Onkel oft lieber als meine "leiblichen" Tanten
und
zweitens ist die "Geschwister und Schwager/Schwägerinnen-Ebene" eine andere, denn da reden sich ja generell alle nur mit dem Vornamen an. Es wird also kein sprachlicher Unterschied gemacht.



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