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    GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Was denkt ihr über die Ortung eurer Kinder per Smartphone?

    Auch wenn die Presse dieses Vorgehen ablehnt, so fühlt sich die Idee meine Kinder jederzeit orten zu können gut für mich an.

    Ich habe zwei Kinder, Mädchen 5 Jahre alt und einen Jungen 6 Jahre alt.
    Wir machen gerne gemeinsame Ausflüge bei denen es schon Alltag geworden ist, dass ich meinen Sohn irgendwann suchen muss. Mein Sohn ist, ebenso wie ich, extrem freiheitsliebend und wenig Impuls kontrolliert.
    Ich finde es wichtig, wenn er in der wenigen Freizeit die uns bleibt, absolut selbstverständlich seiner Neugierde und seinen Impulsen nachgehen kann. Nur passiert es dann immer wieder, dass er völlig selbstvergessen in seiner Spielwelt keine Rücksicht mehr auf meine Aufsichtspflicht nehmen kann.

    So zuletzt in einem Freilichtmuseum geschehen.
    Nachdem wir uns alles angeschaut haben, wollte mein Sohn zurück auf den Spielplatz des Museums. Weil seine kleine Schwester und ich ihm nicht schnell genug voran kamen, rannte er vor. Soll er auch! Er soll sich bewegen und seinen kindlichen Impulsen wenigstens in der Freizeit nachgehen können (zumal ich in einer zu häufigen Impulsvermeidung die Grundlagen von ADHS begründet sehe).
    Während wir ihm also zum Spielplatz folgten, musste seine kleine Schwester dringend zur Toilette, was mich schon nervös machte, da dies den Vorsprung meines Sohnes erhöhte.
    Und als wir dann schließlich den Spielplatz erreichten, war mein Sohn nicht da.
    Mein Blutdruck schnellte, obwohl ich dies nun schon zur Genüge kenne und weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kindesentführung in einem Freilichtmuseum nicht höher, eher geringer ist, als auf der Straße ist, nach oben. Ich spürte die Stresshormone durch meine Glieder fahren, vor allem, da ich mit seiner kleinen Schwester nicht so schnell und flexibel suchen konnte, wie gewünscht.

    Irgendwann tauchte er wieder auf.
    Er hatte ich einer für mich nicht einzusehenden Spielhöhle gespielt und meine hysterischen Rufe in dem umherschweifenden Kinderlärm nicht gehört.

    Hätte er ein GPS-Gerät gehabt, hätte ich mir und meiner kleinen Tochter die Angst ersparen können.

    Kann ein GPS-Gerät die heute verloren gegangene Freiheit von Kindern erhöhen oder ist es total krank, sein Kind orten zu lassen??

    Wie denkt ihr darüber??

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Meine Antwort: Das kommt überhaupt nicht infrage.

    Wir hatten das Thema gerade, wenn auch an etwas anderem aufgehängt - da stehen gute Argumente drin:

    Wenn Kinder "verschwinden"....

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Einerseits versteh ich dich, dein Kind orten zu wollen, andererseits:
    Schaffst du es dann auch mal deinen Kindern zu vertrauen wenn du sie mal nicht in deinem Blickfeld hast oder kannst du dann nur noch mit "Ortung" leben?
    Bleibst du dann auch dabei wenn Sie 13 werden und ihre (verdiente, wie ich finde) Privatsphäre haben wollen?

    Ich würde meine Kinder nicht tracken, einerseits weil mir zu schade ist um das Equipment das sie eventuell wo verlieren und ruinieren, bzw. einfach weil der Ortungswunsch zum Ortungszwang werden könnte.

    LG

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Danke für den Hinweis!

    Aber irgendwie trifft das nicht wirklich meine Frage...
    Mir geht es eher darum, ob so ein Tracker einem Kind nicht die immer weiter beschnittenen Freiheiten ein Stück zurück geben kann.

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Danke für den Hinweis!

    Aber irgendwie trifft das nicht wirklich meine Frage...
    Mir geht es eher darum, ob so ein Tracker einem Kind nicht die immer weiter beschnittenen Freiheiten ein Stück zurück geben kann.
    Nur weil du weißt wo dein Kind ist, weißt du ja noch immer nicht was es tut.

    Brutal ausgedrückt: Der Tracker auf deinem Display kann anzeigen das dein Kind im Garten ist, während es leblos im Pool treibt...
    Ich finde so ein Tracking ist eine falsche Sicherheit, auf die du dich nicht verlassen kannst.
    Lieber klassisch einmal öfter kontrollieren gehen.

    LG

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Aber irgendwie trifft das nicht wirklich meine Frage...
    Die Argumente dagegen gelten doch aber trotzdem.

    Vielleicht mit der Ausnahme, dass es dich nicht beruhigt dir klarzumachen, dass es sehr sehr selten ist, dass Kinder verschwinden. Und du selbst hast eben schon von Panik und "Kindesentführungen in Freilichmuseen sind sehr selten geschrieben".

    Das Problem deiner Angst ist damit nicht zu lösen - und der Schaden, dass du dem Kind falsche Werte beibringst, kann durch die Vorteile nie und nimmer aufgewogen werden.

    Auch wenn sich nicht jedes Posting direkt auf dich bezieht - ich empfehle dir, den Thread zu lesen, das sind wirklich gute Postings und Argumente drin.

  7. VIP

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    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Danke für den Hinweis!

    Aber irgendwie trifft das nicht wirklich meine Frage...
    Mir geht es eher darum, ob so ein Tracker einem Kind nicht die immer weiter beschnittenen Freiheiten ein Stück zurück geben kann.
    Freiheit kann es nur so geben, in dem niemand kontrolliert was du tust und wo du bist.

    Also entweder traue ich meinem Kind zu alleine auf den Spielplatz, in den Wald, an den Bach zu gehen oder ich traue es ihm nicht zu. Auch mit Tracker kann ein Kind im Bach ertrinken.

    Schutz ist das nicht wirklich.

    Und ja, es gibt diese Chaosköpfe, doch die müssen auch lernen sich zurecht zu finden und wieder nach Hause zu finden. Sich stattdessen auf den Tracker verlassen, macht doch auch unselbständig.

    Was macht das mit den Eltern? Können die dann überhaupt noch arbeiten oder ausruhen, wenn sie dauernd auf dem Handy kontrollieren, wo sich das Kind gerade befindet?

    Würdest du so einen Trecker haben wollen, damit dein Mann, deine Eltern wissen wo du bist?

    Ich wollte es nicht für mich und für meine Kinder.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  8. Inaktiver User

    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Natürlich ist die Vorstellung reizvoll, immer zu wissen, wo der Nachwuchs gerade ist.
    Die Frage ist, ob man sich und den Kindern damit einen Gefallen tut.
    Ich finde: Nein!

    Die Eltern: wiegen sich in Sicherheit, weil sie denken, alles unter Kontrolle zu haben. Haben sie aber nicht. Auch wenn du immer weißt, wo dein Kind ist, kann was passieren. Es fällt vom Baum, wird vom Auto angefahren, vom Drogendealer auf dem Schulhof angesprochen, vom Fußballtrainer in der Umkleidekabine begrapscht. Hilft dir da der GPS-Tracker? Nein.

    Das Kind: braucht mit zunehmendem Alter auch zunehmende Freiheit. Einfach mal wohin laufen, auf dem Schulweg trödeln, mit Freunden den Wald am Stadtrand erkunden...

    Okay, ich tu mir leicht. Meine Kinder sind erwachsen. Aber hätte ich heute kleinere Kinder - ich würde mir so ein Ding nicht zulegen. Ich würde stattdessen versuchen, meine Kinder lebenstüchtig zu machen. Nicht mit Fremden mitgehen. Bei Streifzügen im Wald und sonstwo nicht alleine gehen, sondern nur mit Freunden. Sich an verabredete Treffpunkte und Zeiten halten. Sagen, mit wem man unterwegs ist und wo. Laut schreien, wenn es Probleme gibt.

    Was den konkreten Fall betrifft: Mit 6 Jahren machen Kinder einen gewaltigen Entwicklungsschritt. Sie werden schulreif - und damit auch reif für ein gewisses Maß an Selbstständigkeit. Das hat dir dein Sohn gezeigt, indem er einfach sein Ding gemacht hat.
    Nimm den Vorfall zum Anlass für ein Gespräch. Schildere ihm, dass du dir Sorgen machst, wenn du nicht weißt, wo er ist. Kann er schon die Uhr lesen? Hat er eine Uhr? Dann kannst du mit ihm eine Vereinbarung treffen: Er kann sich in einem festgelegten Gebiet alleine bewegen. Aber zu einer bestimmten Zeit treffen sich alle an einem festgelegten Ort. Gerade in einem Freilichtmuseum - Zaun außenrum, Museumsgaststätte, Kassenhäuschen usw. - sollte das kein Problem sein.
    Ich habe das mit meinen Kindern sehr erfolgreich praktiziert: Sobald wir irgendwo waren, wo es sehr weitläufig war oder viele Menschen gab, haben wir eine Absprache getroffen: Wenn wir uns verlieren, treffen wir uns an diesem oder jenem Punkt. Das hat alles in allem prima funktioniert.


    Wenn du fragst: Ist es total krank, sein Kind orten zu lassen? - dann muss ich dir knallhart antworten: Ja!

  9. User Info Menu

    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    So zuletzt in einem Freilichtmuseum geschehen.
    Nachdem wir uns alles angeschaut haben, wollte mein Sohn zurück auf den Spielplatz des Museums. Weil seine kleine Schwester und ich ihm nicht schnell genug voran kamen, rannte er vor. Soll er auch! Er soll sich bewegen und seinen kindlichen Impulsen wenigstens in der Freizeit nachgehen können (zumal ich in einer zu häufigen Impulsvermeidung die Grundlagen von ADHS begründet sehe).
    Während wir ihm also zum Spielplatz folgten, musste seine kleine Schwester dringend zur Toilette, was mich schon nervös machte, da dies den Vorsprung meines Sohnes erhöhte.
    Und als wir dann schließlich den Spielplatz erreichten, war mein Sohn nicht da.
    Mein Blutdruck schnellte, obwohl ich dies nun schon zur Genüge kenne und weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kindesentführung in einem Freilichtmuseum nicht höher, eher geringer ist, als auf der Straße ist, nach oben. Ich spürte die Stresshormone durch meine Glieder fahren, vor allem, da ich mit seiner kleinen Schwester nicht so schnell und flexibel suchen konnte, wie gewünscht.

    Irgendwann tauchte er wieder auf.
    Er hatte ich einer für mich nicht einzusehenden Spielhöhle gespielt und meine hysterischen Rufe in dem umherschweifenden Kinderlärm nicht gehört.

    Hätte er ein GPS-Gerät gehabt, hätte ich mir und meiner kleinen Tochter die Angst ersparen können.
    Er muss lernen, dass er dann auch an dem Ort auf euch wartet an dem ihr euch verabredet habt. In diesem Fall hat er das ja auch getan, du hast ihn nur nicht gesehen. Eigentlich war alles gut. Die Angst, die du in dem Moment mal ausstehst ist normal und ok. Aber sie darf nicht überhand nehmen.

    Wenn du etwas anderes von deinem Sohn möchtest, dann musst du das mit ihm klären. Nach und nach wird er lernen, dass er z.B. erst auf euch warten muss bevor er sich versteckt. Du lässt ihn schon mal vorlaufen weil du ihm vertraust. Das wiederum führt bei ihm zu mehr Selbstvertrauen. Das kann er aber nicht aufbauen wenn du ihm nicht selbst die Verantwortung für sein Handeln übergibst sondern ihn per GPS ortest.

    Es kann keine Lösung sein ihn ständig zu überwachen. Denk mal 10 Jahre weiter. Installierst du dann Kameras in seinem Zimmer um zu überprüfen ob er auch immer ein Kondom benutzt?

    Zitat Zitat von Lara-Marlen Beitrag anzeigen
    Kann ein GPS-Gerät die heute verloren gegangene Freiheit von Kindern erhöhen...
    Nein, im Gegenteil. Ein GPS-Gerät beschränkt die Freiheit der Kinder. Sie erfahren kein Vertrauen und Zutrauen in ihre Fähigkeiten mehr. Ihre Eltern, die wichtigsten Bezugspersonen, misstrauen ihnen und glauben auch nicht daran, dass sie auf sich selbst aufpassen können.

  10. User Info Menu

    AW: GPS-Tracker für den Nachwuchs???

    Zitat Zitat von gracias Beitrag anzeigen
    Nein, im Gegenteil. Ein GPS-Gerät beschränkt die Freiheit der Kinder. Sie erfahren kein Vertrauen und Zutrauen in ihre Fähigkeiten mehr. Ihre Eltern, die wichtigsten Bezugspersonen, misstrauen ihnen und glauben auch nicht daran, dass sie auf sich selbst aufpassen können.
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