Bei uns gab es z.B. in Arbeiten nie Sechsen, außer man ließ sich beim Abschreiben erwischen (und DANN wars natürlich direkt öffentlich, und die 6 bekamen auch immer beide).
6 hieß "Leistungsverweigerung", solange das nicht gemacht wurde gab es mindestens eine 5.
Finde ich sinnvoll, ist an der Uni ja ähnlich.
Und dass es wirklich genau eine 5 gab war selten.
Und was die BJS angeht - es gibt meist einige Siegerurkunden und wenige Ehrenurkunden. Der Großteil der Schüler bekommt einfach gar keine Urkunde. Und was daran jetzt so schlimm ist, erschließt sich mir tatsächlich nicht.![]()
War das bei euch so?
Bei uns gab es immer nur 2 oder 3, die gar keine Urkunde bekamen pro Klasse.
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28.06.2015, 00:00
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
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28.06.2015, 00:01
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Wie bitte?
Das war DIE Triumpherfahrung meiner Schulsportjahre, ich bin da heute noch stolz drauf!
Nur, sie hätte mir die 4 nicht geben müssen - sie hätte auch einfach kommentarlos eine 5 eintragen können.
Wäre bei den BJS wahrscheinlich auch so gemacht worden, da größer.
Könnt Ihr euch vorstellen, was DAS dann mit der Motivation macht?
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28.06.2015, 00:04Inaktiver User
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Nicht die BJS waren für mich der Horror, sondern der wöchentliche Sportunterricht. Während bei den BJS die Bewertung mittels Maßband und Stoppuhr erfolgte, wurden bestimmte Schüler im Sportunterricht beim Wählen der Mannschaft durch andere Schüler abgewertet. Das war für mich nämlich die wahre Demütigung:
Es waren immer dieselben, die eine Mannschaft zusammenstellen durften - und immer dieselben, die bis zum Schluß auf der Bank sitzenblieben; und an das Gemurre, weil die keiner haben wollte und dieses Wählen nach Sympathie (nein, nicht danach, wie sportlich man war)... das absolute Grauen. Auch gaaaaanz "toll" war Völkerball; da wurden die bombardiert, die keiner mochte und die nicht schnell genug waren. Mobbing in Reinkultur.
Den einen Tag BJS dagegen empfand ich als wohltuende Abwechslung. In meiner Stadt fanden sie auf einem großen Freigelände (kein Stadion) statt, und wir starteten nach Alphabet. Weil mein Nachname weit vorne im Alphabet war, war ich immer schon ganz früh fertig und konnte mich über den freien Tag freuen.
Allerdings wurden in unserer Klasse auch keine Ergebnisse vorgelesen, soweit ich mich erinnern kann - diese Zeit ist nun auch schon bald über 30 Jahre her.
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28.06.2015, 00:07
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Tjaaa, nun habe ich dazu noch einen recht schweigsamen Sohn - aber soweit ich verstehe, schicken sie einfach die Gruppe der Klasse, die sich für den 800m-Lauf eingetragen hatte, auf der Aschenbahn los (so Sprint-Start-Dinger braucht es wohl nicht dazu) - und die gucken halt über die Strecke, das ihr Dritter ein schneller Dritter ist.
Nicht die Spitze bestimmt das Gruppenergebnis, sondern die obere Mitte, die obere Mitte schaut, dass sie eine gute obere Mitte wird - aber kein Langsamer, der wirklich nicht schneller kann, zieht sich einen Zorn zu.
Wie soll ich es erklären; das sind die Schlüsse, die ich daraus ziehe. Wie gesagt, er sagt nicht viel."Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
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28.06.2015, 00:11
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Öffentliche Kritik gab's bei uns nur im Kunstunterricht. Alles andere wurde nach Alphabet, Note, oder Chaosprinzip ausgeteilt.
Und diese öffentliche Kritik war eine Marotte einiger Kunstlehrer, die von anderen Lehrern als ausgesprochen unangemessen und unpädagogisch empfunden wurde. Nur fühlte sich niemand zuständig, sie davon abzuhalten. Auch da hätte aber ein Abschaffen des Kunstunterrichts weniger geholfen als eine Aufforderung an die entsprechenden Lehrer, diesen Mist zu unterlassen.
Und das ist das, was ich zu oft gesehen habe: Niemand fühlt sich zuständig dafür, daß Schulkinder generell respektvoll behandelt werden. Manche Lehrer tun's, aber wenn's welche nicht tun, zu blöd, aber das geht keinen was an. Und *das* ist es, war mMn angegangen gehört, und es wird nicht angegangen, indem man die Bereiche, wo Konflikte entstehen, wegmacht. Das ist nur wieder das gleiche Unter-den-Teppich-kehren und hat mit Respekt nichts zu tun.
Ich will, daß Sportlehrer, die ein Kind von 1,25 dafür anpampen, daß es nicht über den gleichen Kasten hüpfen kann wie ein Kind von 1,50, oder die Kindern beibringen, "wenn es nicht wehtut, gilt es nicht, und wenn es Spaß macht, machst du es falsch" die Hammelbeine langgezogen kriegen. Egal, ob sie das an einem Tag im Jahr machen oder an sechs Tagen die Woche. Ich will, daß Lateinlehrer, die sagen, "Deinen Bruder hab ich von der Schule gekriegt und bei dir schaff ich's auch noch" einen Rüffel kriegen und sich entschuldigen müssen, und nicht, daß die Schülerin dann großzügig eine andere Sprache wählen darf.
Nach meiner Erfahrung sind Kinder einfach gemein, wenn man ihnen nicht erklärt, daß sie gemein sind und das nicht gutgeheißen wird. Hat wohl was mir der Gehirnentwicklung zu tun. Wenn man sie natürlich darin fördert, gemein zu sein, indem man ihnen vorlebt, auf andere herabzusehen, dauert es oft bis zur Pubertät, bis die ersten rebellieren.
Einmal hat mich der Sportlehrer zwei Kilometer laufen lassen. Danach bin ich drei Tage aus dem Unterricht entfernt worden, weil ich solchen Husten hatte, daß keiner mehr den Lehrer verstehen konnte. Wenn's nicht wehtut, gilt es nicht...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.06.2015, 00:11
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
"Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
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28.06.2015, 00:18
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28.06.2015, 00:22
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Es ist aber auch die große Chance im Sportunterricht, dass sie lernen, als Gemeinschaft lernen, nicht gemein zu sein.
Es hat vielleicht etwas mit der Entwicklung der Sportlehrer zu tun ...
Wirklich, ich sehe Verbesserungen. Die obige Gruppenwertung, und es gibt "bei uns" jetzt eine Verhaltensnote im Sport - ich glaube, es tut sich was."Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
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28.06.2015, 00:34
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Klassisches Sportmobbing kenne ich aus der Grundschule, am Gymnasium hatten wir das tatsächlich nicht.
Die Anforderungen waren auch leichter. Wenn ich vergleiche was ich in der Grundschule tun sollte, in Klasse 13 war es weniger.
Ich habe mal ein Abzeichen in der Mittelstufe rundweg verweigert mit der (zutreffenden!) Begründung, das sähe ich gar nicht ein, das Abzeichen hätte ich schon aus Klasse 2.
Wenn ich damals ehrlich gewesen wäre, die geforderte Leistung habe ich in Klasse 2 geschafft - in Klasse 8 hätte ich es nicht mehr hinbekommen.
Ging um Dauerlauf, es waren tatsächlich exakt die gleichen Anforderungen.
Nur, ich bin motorisch ungeschickt (das hat auch Gründe....andere Baustelle) und dazu hatte ich kein sportliches Hobby - fast mein ganzer Jahrgang schon.
Heißt, ich hatte sowieso schon weniger Talent und dazu noch deutlich weniger Übung als die meisten anderen, da konnte ich IM Sportunterricht machen was ich wollte, eine Chance auf merkliche Verbesserung hatte ich nicht - und DAS war einfach demotivierend.
HEUTE denke ich mir, was war der Sportunterricht für ein tolles Angebot, oder wäre es gewesen, wenn die Gruppen nicht gar so heterogen gewesen wäre.
Heute noch mal Leichtathletikkurs, ein Trainer und lauter Leute die auch nicht viel besser sind als ich, darauf hätte ich Lust.
Nur, find das mal.
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28.06.2015, 01:12
AW: Petition #Bundesjugendspieleweg - was haltet ihr davon?
Der Unterschied zwischen schlecht in Mathe und schlecht in Sport war in meiner Jugend:
Schlecht in Mathe = cool
Schlecht in Sport= uncool
Das ist etwas, was von lehrerseite nicht befeuert werden sollte.
Die BSJ sind da nicht schuld daran, dagegen eine Petition zu starten finde ich persönlich übertrieben, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es für das Selbstbewusstsein eines Teenagers eine größere Herausforderung ist, in Sport der "looser" zu sein, als in anderen Fächern.
Und der matheunterricht wurde zB nie an den mathegenies ausgerichtet, der sportunterricht aber an den Schülern, die Sport in ihrer Freizeit leistungsmässig betrieben.



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man kann aber die seltsamsten Entdeckungen machen: wusste gar nicht, dass ich so gut kugelstoßen kann. Habe ich nie vorher und nie nachher gemacht und spürte jetzt auch nicht so das Verlangen; aber es kam auch keiner zu Schaden.

