Liebe Forums-Mitglieder,
ich stelle mir derzeit die Frage, ob wir nochmals umziehen sollten oder muessen ... und waere Euch sehr dankbar fuer Eure Meinung und Ratschlaege dazu.
Unsere Kinder sind 4, 7 und 10 Jahre alt - und wir haben eine richtige Odyssey an Umzuegen hinter uns, bedingt durch den Beruf meines Mannes. Fuenf Wohnorte in 10 Jahren, zwischen einem und drei Jahren am jeweiligen Ort, wechselnde Freunde, Sprachen und Schulen ... es war nervlich und emotional richtig anstrengend.
Unser aeltester Sohn hat sehr darunter gelitten - als Kleinkind noch nicht, aber dann ein Umzug mit knapp 7, der ihn schon sehr mitgenommen hat und ein weiterer mit knapp 10, der ihn nochmal richtig runterzog. Er hatte immer eher wenige, aber richtig gute Freunde, und litt furchtbar am Abschied, bzw. in der neuen Umgebung. Auch viel Stabilitaet zu Hause (ich bin derzeit Vollzeit bei den Kindern), Gespraeche, Rituale, sogar eine Therapie bei unserer psychologisch geschulten Kinderaerztin halfen ihm nur bedingt - er war extrem angespannt, traurig, hatte Schlafprobleme, zupfte sich zeitweilig die Haare aus, ass zuviel ... es war schlimm.
Ich habe vor einem Jahr die Reissleine gezogen und gesagt, wir muessen an einem Ort bleiben - und so sind wir nun in die Schweiz zurueckgekehrt am Firmenhauptsitz meines Mannes. Wir haben dort mit wenig Zeit zum Vorbereiten und viel Glueck ein Haus in einem kleinen, doerflichen Vorort gekauft. Seitdem gehen die Kinder hier in die Schule ... und sind, aeltester Sohn mit einbegriffen, so richtig gluecklich. Das Dorf ist klein und uebersichtlich, sie haben schnell Freunde gefunden, stromern ueberall herum und haben tolle Lehrer, die sie beim Wechsel persoenlich und schulisch sehr unterstuetzt haben. Unser Aeltester ist endlich wieder froehlich und unbeschwert, schlaeft wieder selig, ist aktiv, neugierig und selbstbewusst, kommt in der Schule gut mit und ist voll in die Klasse integriert ... worueber wir extrem dankbar sind!
Das grosse Problem ist der Verkehr in unserem Dorf. Wir haben das Verkehrsaufkommen bei unseren kurzen Besuchen zum Haussuchen und -kaufen am Wochenende total unterschaetzt - da ist es hier wirklich laendlich ruhig. Unter der Woche, und das ab 4h30 morgens, fahren allerdings Laster, Baufahrzeuge, Busse, PKWs hintereinander her auf der Hauptstrasse. Die Hauptstrasse ist zwar Tempo 50, mit Ampeln, Kreiseln, Zebrastreifen, Radweg direkt daneben und hat nur eine Spur in jede Richtung - aber es ist dennoch viel Verkehr. Man kann dem letzlich nicht ausweichen, dafuer ist das Dorf zu klein und man muss immer irgendwann ein Stueck neben der Hauptstrasse lang oder sie ueberqueren. Zum Glueck werden Kinder auf den Buergersteigen auf Rad oder Roller geduldet ...
Ich mache mir darueber schon Sorgen - und mich stoert auch der Laerm. Im Dorfkern hoert man ihn ... aber am schlimmsten, leider auch bei uns am Haus. Wir sind zwar gut 500m den Huegel hoch ueber der Haupstrasse, aber vor allem Fruehverkehr schallt so hoch, dass ich (bin auch ein leichter Schlaefer) mit offenem Fenster nach vorn nicht schlafen kann. Und das Haus ist so an den Huegel gebaut, das kein Zimmer nach hinten geht.
Jetzt frage ich mich, ob wir nochmal einen Umzug wagen sollten, um dem Verkehrs-Risiken und -Laerm zu entgehen? Oder reagiere ich da total ueber und wir leben nunmal nicht mehr im Zeitalter von Fussgaengern und Kutschen? In dem einen Jahr, das wir nun in diesem Dorf leben, sind keine von Autos verursachten Unfaelle passiert ... aber die vielen Kinder zu sehen, die neben den Lastern laufen und radeln, erschreckt mich schon.
Einfach waere es hier sicher nicht, ueberhaupt ein neues Haus zu finden, es ist ein extrem ueberteuerter und begrenzter Markt. Es gibt schon deutlich "abgelegenere" Wohngebiete in unserer Stadt und in anderen Vororten/Doerfern, die einfach besser von den Hauptachsen getrennt sind - aber um zu Sportplaetzen, weiterfuehrenden Schule etc. zu kommen, muessen die Kinder natuerlich auch befahrenenere Strassen ueberqueren ... Wir wohnten frueher ein Dorf weiter in so einem echten Kinderparadies, nur Sackgassen und Fusswege - vielleicht vergleiche ich damit auch immer die jetzige Situation? Leider sind dort die Haeuser fuer drei Kinder, spaeter drei Teenies auf lange Sicht zu klein ...
Was mir am meisten Sorgen macht, ist die Frage, ob wir ueberhaupt noch einmal an einen Umzug denken sollten - nach allem, was unsere Kinder schon mitgemacht haben und wie gerade unser Aeltester reagierte? Nach nur einem Jahr nach dem letzten Umzug? Waere Wegziehen eine sinnvoll und angemessene Reaktion auf den Verkehr hier - oder reagiere ich da gerade total ueber? Mir liegen die Nerven einerseits nach dem letzten Umzug noch blank und ich moechte nur Stabilitaet und Ruhe fuer uns alle. Andererseits finde ich die eben genau hier leider nicht ... Mein Mann sieht schon auch das Problem, ist aber selbst in einer Gross-Stadt aufgewachsen und koennte schon mit den jetzigen Gegebenheiten und Risiken leben.
Was wuerdet Ihr machen?
Tausend lieben Dank fuer Eure Gedanke und Ratschlaege,
Eure HappyTrioMum
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
Thema: Nochmal umziehen?
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29.05.2015, 15:00
Nochmal umziehen?
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29.05.2015, 15:12
AW: Nochmal umziehen?
Ich würds, glaube ich, nicht tun, wo sich doch die Kinder endlich heimisch fühlen und euer Sohn schon so viele Abschiede von seinen Freunden erdulden musste; das wäre gemein.
Am besten mit der ganzen Familie zusammen entscheiden,
Souvenir
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29.05.2015, 16:06Inaktiver User
AW: Nochmal umziehen?
Nein, ich glaube, ein Haar ist immer in der Suppe....ohne Kompromisse gehts nicht
Und meine Güte- was das bedeutet- soooo viele Umzüge mit Familie in der kurzen Zeit....ich kenne das selbst....
Ich denke, jetzt heißt es erst mal wirklich zur RUhe kommen...........
und dass sich die Kinder an Verkehr gewöhnen müssen, ist halt ein KOmpromiss, der nicht unbedingt schadet- ganz im Gegenteil....
Auch Du wirst den "Lärm" sicher bald ausblenden können, wenn Du das willst
Ich wohne direkt am Bahnhof auf dem Land- inzwischen höre ich die ankommenden und abfahrenden ZÜge nicht mehr, weil ich mich entschieden habe, das auszublenden, anstatt mich darüber zu ärgern...
und mich über die Vorteile zu freuen....
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29.05.2015, 16:24
AW: Nochmal umziehen?
Im Moment würde ich gar nicht über einen Umzug nachdenken. Jetzt sind erst mal die Bedürfnisse der Kinder dran, vor allem die eures ältesten Sohnes. Seine Probleme nach dem letzten Umzug sollten für euch mehr als nur ein Signal sein.
Irgendwann ändern sich die Umstände wieder. Eure Kinder möchten vielleicht lieber mehr städtisch leben oder es ergibt sich zufällig, dass in der Nähe das perfekte Haus für euch angeboten wird. Und dann verlassen auch eure Kinder nach und nach euer Haus. Spätestens wenn alle ausgezogen sind könnt ihr euch euer Heim für euch zwei allein nach euren Wünschen und Vorstellungen suchen.
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29.05.2015, 16:29Inaktiver User
AW: Nochmal umziehen?
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29.05.2015, 16:53
AW: Nochmal umziehen?
Liebe Eure HappyTrioMum
ich kann deine Gedanken gut nachfühlen und ICH würde:
auf jeden Fall wohnen bleiben -mit der Möglichkeit, dass sie dort etwas Ruhigeres ergibt oder halt auch nicht!
Und neue Fenster in Dein Schlafzimmer-die kosten ev etwas mehr, aber kein Vergleich zu den Kosten eines neuen Umzug:-)
Ich bin extrem geräuschempfindlich und hab mir im alten Zuhause auch Welche gegönnt
(Jeder Nachmieter/käufer wäre auch froh um die Fenster)
Fenster demnächst nachts zu...wäre der Kompromiss, den Du Deiner Kinder zuliebe machen müßtest!
ev gehst Du bald wieder mehr arbeiten, bist weniger zuhause und am WE ist es eh ruhigerEs wird Zeit für eine neue Signatur
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29.05.2015, 17:52
AW: Nochmal umziehen?
Als Flughafenanwohnerin rate ich zu Lärmschutzfenstern und entsprechenden Belüftungen. Und lass bloß nachts die Fenster zu. Du kannst morgens und tagsüber stoßlüften. Fenster auf Kipp stehen zu lassen, ist weder energiesparend noch leise.
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29.05.2015, 17:58Inaktiver User
AW: Nochmal umziehen?
Ich würde mir ein Päckchen Oropax kaufen und den Kindern einschärfen sich verkehrsgünstig zu verhalten.
Drr nächste Umzug sollte nach dem Auszug des letzten Kindes erfolgen.
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30.05.2015, 10:16
AW: Nochmal umziehen?
ein Päckchen Oropax für die Familie .... schlechter Witz oder ????
Lärmschutzfenster fürs neue zu Hause... bestimmt die bessere Alternative ...
nur grundsätzlich löst das auch nichtdas Problem mit dem vielem Verkehr und der Lärmbelästigung.
Ich würde schon denken, woanders lebt man besser ... wesentlich stressfreier... hat eine höhere Lebensqualität!
Es ist schlicht nicht wirklich gut, wenn man nie bei offenen Fenster schlafen kann...
wenn man ständig die Geräuschkulisse hat und sich nie in Ruhe in den Garten oder auf den Balkon begeben kann, ohne dass man den Verkehrlärm erträgt....
Also, ich lege ja Wert auf Ruhe ... ich würde das Problem nicht unterschätzen ... und auch nicht aufs Schlafzimmer reduzieren.
dauerhafte Lärmbelästigungen .. wollte ich nicht !!!
Auch wegen der Kinder nicht.
Deren Leben sollte sich auch nicht auf ein stilles Kämmerlein stattfinden.. und trotz aller Verkehrserziehung ... schön ist tatsächlich anders!
Ich denke, alle Eltern wünschen sich für ihre Kinder Sicherheit ... diese Verkehrsproblematik findet keiner prickelnd ... die Sorge bleibt ..und so ein Verkehrsuafkommen wird auf lange Sicht auch wirklich nicht irgendwie geringer.
Die verkehrsituation bleibt ... und die wird sich mit größter wahrscheinlichkeit auch weiter verschärfen - da stehen alle noch öfter mit im Stress und Stau!
Denmächst hast du jugendliche Fahranfänger auf dieser Straße.
Nein, für mich wäre es keine Empfehlung, das nächste Dutzend Jahre nicht mehr umziehen zu dürfen.
Ich würde selbstvertsändlich erwarten, dass meine Kinder ihr Leben mit mir leben ...
und ich als Mutter da die Rahmenbedingungen setze, so wie ich sie gut und richtig finde.
Mittlerweile ist das älteste Kind ja nun 10 Jahre alt ... verständig genug um auf eine Umzug vorbereitet werden zu können.
Brüche und Veränderungen wird es in dessen Leben auch immer wieder geben... auch die Schulsituation ändert sich alle paar Jahre von selbst ...
Der Gedanke, man könnte ihm künftig gar nix mehr zumuten und auch dieses Kind müsste, nicht lernene flexibel mit Veränderungen umzugehen ... meine Haltung wäre das schlicht nicht.
Ich würd meine Kinder eng in die neuen Pläne miteinbeziehen und ihnen das Gefühl geben, alles wird nochmal eine Runde besser!
Und immerhin bleibt man in der Nähe ... plant keine totalen Kontaktabbruch, kein fremdes Land .... nur ein neues, besseres zu Hause.
Ich würd also sagen, ja, das Kind braucht wohl Hilfe, ... aber es ist in einem Alter, wo man Gespräche führen kann ...mehr versteht ... wo es eingebunden werden kann.
Man kann halt eben nicht wie ein Vogel Strauß die nächsten Jahre den Kopf in den Sand stecken.
Probleme gibt es immer ... und das zu irgnorieren und damit zu leben, bringt auf Dauer nur die nächste Runde Probleme mit sich!
Vielleicht solltest du nach einem ruhigen Bauplatz suchen ...
euch euer Wunschhaus selbst planen, nach euren Bedürfnissen ...
Hier bauen sie auch nur für Familien mit max. 2 Kindern ... eher Wohnungen, mit einem einzigen Kinderzimmer fürs kleine Einzelkind.
Denn, die wenigsten Familien haben eben eben heutzutage auch 3 und mehr Kinder.
Wir aber auch ... ich kenn diese Problematik also auch.
Ich habe meine Vorstellungen für unser Heim auch duch- und umgesetzt ... und denke, das war im Interesse meiner Familie.
Dein Sohn braucht mit Sicherheit viel Zuwendung und Geborgenheit, wenn du wieder etwas in eurem Leben änderst ...
aber, so grundsätzlich ist das auch mit ihm möglich und kann man ein Kind auch auffangen und ihm helfen, mit sich und allen Veränderungen dann sogar auch besser zurecht zu kommen, als bisher.
Ich würde es mir also schon vorbehalten, da den Absrung zu suchen und zu wagen ...
denn mit einer unzufriedenen Mutter in einer sie belastenden Wohnsituation entspannt sich auf Dauer auch keiner.
Nur, wo du selbst glücklich und zufrieden bist, leben Deine Kinder auf Dauer auch so!
Kompromisse.. ja klar, zeitlich begrenzt kann man die eingehen.. aber nicht für Jahrzehnte!Geändert von Lonamisa (30.05.2015 um 11:08 Uhr)
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30.05.2015, 11:16Inaktiver User
AW: Nochmal umziehen?
Tu es bitte nicht.
Kinder brauchen Verlässlichkeit und Freunde.
Zudem erfagrennsie, immer, wenn alles gut läuft, Ich mich wo eingewöhnt und es mir schön gemacht habe, dann sorgt jemand anderes dafür, dass ich wieder von vorne anfangen muss.
Ich kenne jemanden, der sich irgendwann nicht mehr auf neue Leute einlassen konnte.
Es lohne nicht, man zöge doch wieder um. Und den Eltern konnte er auch nicht mehr vertrauen. (Es hieß immer.. hier bleiben wir für eine Weile. )


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