Hallo Zusammen,
die letzten Tage hatten wir mal wieder besonders viel Spaß bei der "entwicklungsstandsgerechten" Beschäftigung unserer Kinder. Mit 4 und fast 2 gibt es einfach Unterschiede und gern möchten wir Beiden das Passende als Beschäftigung anbieten - nur kommt man nicht in Ruhe dazu. Setzt man sich mit dem "Großen" an ein kleinteiliges Puzzle oder will Memory oder anderes spielen, kommt zuverlässig der "Kleine" um zu gucken, was er abräumen kann. Will man mit dem "Kleinen" ein Wimmelbilderbuch anschauen, Dinge suchen, Worte üben, kommt der "Große" und ist schneller beim Zeigen und Antworten.
Ist ja auch verständlich, beide sind gern mit Elter und Geschwister zusammen und es passiert schließlich was Spannendes (nur mit einem Kuscheln funktioniert ja auch nicht). Gern würden wir jedem Kind exklusive Zeit mit einer zugeschnittenen Beschäftigung gönnen, aber häufig funktioniert das einfach nicht - irgendwie unbefriedigend.
Wir haben uns im Bekanntenkreis unterhalten und festgestellt, dass viele dieses Problem teilen. Ein Freund meinte, er habe manchmal das Gefühl das jüngste Kind im Kleinkindalter weniger gefördert zu haben, als das Älteste, bei dem noch kein Geschwister dazwischen funkte. Wie löst ihr dieses Problem? Eine 1:1 Betreuung ist ja nun mal eher selten drin und immer nur Malen und etwas mit Lego/Duplo/Bauklötzen bauen - was alles super funktioniert, jeder halt auf seinem Level - ist ja auch nicht sehr befriedigend. Es geht mir hier nicht um irgendeine übermotivierte Förderung - ich möchte einfach ein 49-Teile Puzzle durch den 4-jährigen abschließen lassen können, und danach 10 min mit dem Kleinen ungestört ein paar Bilder anschauen (letzteres klappt häufiger, da der Große sich schon besser selbst beschäftigen kann - also eher: wie wird das, was ich mit dem Großen tu für den Kleinen temporär uninteressant?)
Anubias
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14.01.2015, 15:59
Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
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14.01.2015, 16:32
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Meine Kinder haben auch 2 Jahre Altersunterschied.
Ich kann mich nicht an so eine Problematik erinnern. Irgendwie habe ich immer beide 'gleich' beschäftigt. Wenn wir gepuzzelt haben, haben beide gepuzzelt. Der Jüngere ein Holzsteckpuzzle, der Ältere eines mit 30 Teilen. Bei 50 Teilen haben wir alle gemeinsam gepuzzelt, Randteile suchen kann auch schon ein 2jähriger.
Vorlesen: jeder sucht ein Buch aus und das wird vorgelesen. Es wird abwechselnd angefangen. Auch bei den Wimmelbilderbüchern kann man abwechseln und das ältere Kind Suchaufträge für das Jüngere geben lassen. Oder das jüngere Kind muss etwas finden und das ältere Kind soll eine Geschichte dazu erzählen.
Du könntest eine Zauberkiste für das jüngere Kind zusammenstellen, mit Spielsachen, die er nur bekommt, wenn das ältere Kind das Puzzle (o.ä.) macht - und umgekehrt. Besondere Dinge, die dein Kind mag, die du evtl. noch nicht erlaubst o. ä. Bei uns war das eine Kiste mit Muscheln, Steinen und Schlüsseln mit Schlössern - das habe ich eingeführt um an Regentagen was besonderes zu haben.
Ein Wassertablett nach Montessori-Art, ein Linsentablett, etc. fällt mir noch als interessante Möglichkeit ein.
Außerdem:
Spann den Vater ein. Jeder kann dann etwas mit einem Kind machen. Einkaufen und Botengänge mit dem Roller/Auto und der andere hat Zeit für das weitere Kind und bereitet dann Essen vor (so haben wir das am Samstag gemacht).Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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14.01.2015, 20:48
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Doch, ich kenne diese Problematik sehr gut. Meine sind auch 2,5 Jahre auseinander. Gesellschaftsspiele konnten wir halbwegs so spielen, indem die Kleine einfach auf meinem Schoß unter meiner Anleitung für mich gesetzt, gewürfelt hat etc. Puzzle vielleicht wirklich beiden altersgerecht eins und dann beide für sich puzzeln lassen und deine Aufgabe ist dann, sie zu trennen bzw. Das kleine Kind vom großen Kind fern zu halten. Geht das kleine Kind eher ins Bett? Dann kann man da viel Exklusivzeit nachholen.
Das, was weniger an Exklusivzeit bei Geschwisterkindern möglich ist "fördern" die sich dann aber gegenseitig, meine Meinung.
Und es wird besser, wirst sehen.
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14.01.2015, 22:24Inaktiver User
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Wenn Du Dich entscheiden musst, dann entscheide Dich für den Großen. Der Kleine ist ohnehin im Vorteil, er lernt und übernimmt ganz viel von dem Großen, er profitiert von dem älteren Geschwister. Er sollte eigentlich allein von der Rangfolge her, sozial kompatibler sein als der Große, der eine Zeitlang Einzelkind war.
Wenn es geht, dann lasse den Großen bei der Beschäftigung des Kleinen "helfen", auch er profitiert von einem kleineren Geschwister, dadurch lernt er soziale Kompetenz, helfen und nachsichtig sein. Er sollte das Gefühl haben "der Große" zu sein.
Verstehe Dich nicht als Unterhalter der Kinder, lasse sie möglichst viel allein und zusammen spielen.
Es schweißt die Geschwister zusammen. Zwei Jahre sind kein großer Unterschied, jedenfalls auf das Leben gesehen.
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14.01.2015, 22:34
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Hier *meld*
Ich habe aktuell das gleiche Problem ;-) Kinder sind 2 und 4.
Vorab, ich habe auch eher das Gefühl, der Große kann nicht wirklich ungestört etwas machen. Und er beschwert sich auch ganz laut darüber.
Er spielt halt gerne, Memory und die ganzen Kinderspiele, Puzzle etc. Wir können das nicht machen, wenn der Kleine da ist. An manchen Tagen klappt es, dem Kleinen nebendran Stifte zu geben, Knete zu geben, aber hauptsächlich möchte er mit dabei sein, was den Großen aufregt (da der Kleine es noch nicht versteht) und dann wird der Kleine innerlich wütend und zerstört das Spiel.
Im Prinzip teilen wir das im Moment auf. Mein Mann beschäftigt den Kleinen, ich spiele, puzzle mit dem Großen und umgekehrt. So kriegt jeder, altersgerecht, ein Miteinander an Beschäftigung, Lesen, Spielen.
Bis mein Mann da ist machen wir nur Sachen, die beide Kinder gemeinsam unternehmen können. Das ist ja auch ganz viel, malen, kneten, bauen, Bahn spielen, Fussball spielen, usw.......
Es gibt aber durchaus auch Beschäftigungen für den Kleinen, daneben kann ich mit dem Großen 3 Spiele absolvieren. Ärmel hoch, Spülbecken hinter mir mit Wasser voll, Stuhl rangeschoben, Becher und Gefässe rein und man hört den Kleinen eine Stunde nicht mehr, weil er begeistert Wasser von A nach B füllt :-)
Vielleicht findest du da auch bald was.
Das was mir an Bücherzeit über dem Tag mit den Kindern insgesamt abhandengekommen ist, hole ich abends nach. Heute hat das bedeutet, dass ich erst 30 Minuten Geschichten für den Großen vorgelesen habe, danach Übergabe durch meinen Mann und dann nochmal 30 Minuten Geschichten mit dem Kleinen.
Ich denke das gleicht sich demnächst an.Geändert von Peppis (14.01.2015 um 22:41 Uhr)
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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14.01.2015, 22:41
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Das ist bei unseren beiden aus irgendeinem Grund genau umgekehrt. Der Kleine ist sturer und rabiater, der Große hat gern alles harmonisch.
Die meiste Zeit spielen die Beiden ja auch gemeinsam - aber manchmal ist gemeinsam eben auch ein bissl schwierig, einfach weil sie unterschiedlich weit sind. Klar sind knapp 2,5 Jahre kein großer Unterschied, aber jetzt gerade doch schon noch eine kleine Welt. Der eine kann reden - der andere fängt damit an.
Der Große hat am Abend ca 30 - 45 min Exklusivzeit, weil der Kleine durch die Kita einfach so knülle ist. Aber mindestens gegen Ende ist er da selbst auch schon langsam müde, also wird da dann mehr gekuschelt und was vorgelesen, was für den Kleinen noch nicht passt.
Wie ich ja im Eingangspost schon schrieb funktioniert gemeinsames malen hier ganz gut - jeder auf seinem Blatt und seinen Fähigkeiten entsprechend; da muss ich höchstens mal den Kleinen wieder vom Großen wegholen. Vielleicht hat ja noch wer Tipps zu Sachen, die ähnlich gut funktionieren?
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14.01.2015, 22:43Inaktiver User
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Da kann man aber auch ganz energisch einschreiten.
Der Kleine darf das Spiel seines großen Bruders nicht zerstören. Er kann ebenso wie der Große lernen, sich zurückzunehmen und auszuhalten, dass er nicht immer der erste Mann an der Spritze ist.
Beide Kinder müssen lernen, dass der andere einmal im Vordergrund steht.
Das ist ja das schöne, wenn man Geschwister hat, man lernt sich sozial zu verhalten.
Wenn die Eltern aber den Ehrgeiz haben die Geschwister wie Einzelkinder großzuziehen, wird es anstrengend für alle.
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14.01.2015, 22:49Inaktiver User
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Aber das darf doch nicht zum Nachteil des Großen werden, dass er zurückhaltender ist.
Der Kleine muss in seine Schranken gewiesen werden, dafür müssen die Eltern sorgen, sie sozialisieren die Kinder. Sonst wird es auf Dauer ein ewiger Brüderstreit werden.
Der Große fühlt sich auf Grund seines Naturells zurückgesetzt und das auch noch einem kleineren, jüngeren gegenüber. Das ist ungerecht.
Wenn der Kleine stur und rabiat ist, dann hat er ein gesundes Selbstbewusstsein, er wird locker mit klaren Worten fertig. Eine deutliche Zurechtweisung wird er gut verkraften.
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14.01.2015, 22:52
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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14.01.2015, 22:56
AW: Balanceakt Beschäftigung unterschiedlich alter Kinder
Ja, dass hier klingt wirklich verdammt bekannt

Die Aufteilung funktioniert am Wochenende bei uns auch ganz gut - unter der Woche kommen wir alle rel. spät Heim, da haben wir Erwachsenen erstmal ne Menge Haushalt zu erledigen und die Aufteilung sieht dann Kinder - Haushalt auf. Wobei ich mir unter der Woche auch sage, dass sie in den Kita´s genug altersgerecht beschäftigt wurden und ruhig zusammen spielen können - aber dann kommt die Beschwerde des Großen, dass er nicht in Ruhe kann, oder dass Wutgebrüll des Kleinen, weil er "leine mach" will
Eigentlich wollte ich ja die Kinder noch Schlitten fahren lassen, aber irgendwie freu ich mich jetzt doch wieder auf den Sommer und auf die längeren Tage - da können sie sich einfach noch im Garten austoben; irgendwie gabs da weniger Interessenkonflikte als jetzt in der Drinnenzeit.


). Gern würden wir jedem Kind exklusive Zeit mit einer zugeschnittenen Beschäftigung gönnen, aber häufig funktioniert das einfach nicht - irgendwie unbefriedigend.
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