Und bist Du tatsächlich der Auffassung, Mangela hat souverän reagiert?
Sie hat (richtig) erkannt, dass ihre Tochter Schauspiel macht und sie mit einer Selbstmorddrohung erpresst.
Aber sie sagt das der Tochter nicht, sondern geht auf ihr Schauspiel ein und spielt mit.
Versetze Dich mal in die Situation der Tochter, das ist nicht schwer, denn wer kennt das nicht, als Kind aus Wut und Hilflosigkeit den Eltern die Pest an den Hals zu wünschen (ich laufe weg, ich falle tot um, dann weinen sie um mich und es tut ihnen alles so Leid und ich habe mich gerächt), sie spielt das nicht in Gedanken durch und tröstet sich nicht mit ihrer Phantasie, sondern sie greift zu einer offenen Drohung.
Sie weiß, dass sie damit in der Mutter den größten Schreck auslöst, den sie nur haben kann, sonst würde sie es ja nicht machen.
Anstatt dass die Mutter ihr klar macht, dass sie sich von ihr nicht erschrecken lässt und souverän die Eskalation wieder auf den Boden der Tatsachen holt, erfährt die Tochter nun, dass die Mutter ängstlich und voller Sorge um sie ist.
Für das Mädchen ist es nun entweder eine große Bürde des schlechten Gewissens, oder die Erfahrung, dass sie die Mutter im Griff hat.
Beides ist für das Mädchen, sowie für die Mutter nicht gut.
Antworten
Ergebnis 111 bis 120 von 120
-
28.11.2014, 22:21Inaktiver User
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
-
29.11.2014, 00:07
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Selbstmorddrohungen und Selbsthass sind weder bei Kindern noch bei Erwachsenen normal.
Wenn sowas auftritt, läuft etwas gewaltig schlief. Und um das zu richten braucht es fachliche Hilfe.
Und es ist gut, das in diesem Fall Familientherapie empfohlen wurde und die Besserung der Situation nicht von der Complaince der Tochter allein abhängt.
Denn Kinder sind oft nur die Symptomträger des falsch laufenden Systems.
Grüße
Luftpost
-
29.11.2014, 13:36Inaktiver User
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Da gebe ich Dir völlig Recht.
Aber in diesem Fall von "Selbsthass" zu reden, halte ich für übertrieben. Offensichtlich war die Tochter ja sofort wieder beruhigt, nachdem die Mutter auf ihr Spiel eingegangen ist.
Und diese Selbstmorddrohung ist ja offensichtlich als Inszenierung entlarvt worden.
Die fachliche Hilfe hätte die Mutter sofort haben können, wenn sie den Notarzt gerufen hätte.Wenn sowas auftritt, läuft etwas gewaltig schlief. Und um das zu richten braucht es fachliche Hilfe.
Aber so akut schien es ja (da richtig erkannt) nicht gewesen zu sein.
Genau so ist es. Das System läuft gewaltig falsch, da die Eltern dieser kindlichen Überreaktion völlig hilflos gegenüberstehen.Denn Kinder sind oft nur die Symptomträger des falsch laufenden Systems.
Die Tochter greift zu derart drastischen Mittel (Theater spielen), weil ihre Eltern nicht auf dem Boden der Tatsachen stehen. Das Kind will eine klare, realistische Ebene, Eltern, die ihr erklären, wie das Leben läuft.
Ein Kind, das mit seinen übersteigerten Phantasien und Reaktionen ernst genommen wird, bleibt in Ungewissheit zurück. Ist das Mittel nun anwendbar oder nicht, darf ich mich so benehmen oder nicht, reagieren meine Eltern wirklich auf mich oder auf das Theater, was ich spiele?
Für das Kind bleiben viele Fragen offen, die es sich wohl selbst beantworten muss, da die Eltern sich vor lauter Ängstlichkeit bedeckt halten.
Mich wundert, dass Mangela sich nicht getraut hat, ihre eigenen Gefühle ernst zunehmen und entsprechend zu reagieren. Da sehe ich das falsch laufenden System.
-
29.11.2014, 15:38
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
-
27.12.2014, 12:06
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Im besten Falle ist das so. Man kann jedoch auch ganz schön daneben liegen. Meine Mutter jedenfalls tat es damals bei mir (zu der Zeit 11 oder 12), als sie das auch als "Unverschämtheit" und "Drama" abtat.
Obwohl, 'dramatisch' war es ja auch wirklich, bloss halt auf völlig andere Weise.
Nicht umsonst fordern ja auch (meines Wissens) alle einschlägigen Verbände und Institutionen auf, grundsätzlich jede Selbstmorddrohung erst einmal Ernst zu nehmen.
-
27.12.2014, 13:07
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Richtig.
Allerdings wird auch depressiven Erwachsenen nicht das Versprechen abgenommen, sich NICHT umzubringen....jedenfalls kenne ich diesen Therapieansatz nicht.
Ich war jahrelang wegen Depressionen in Behandlung, nie wirklich suizidal....hatte aber genügend Mitpatienten, die zwangseingewiesen waren wegen sog. Eigengefährdung.
Da werden dann eher Strategien erarbeitet...was kann ich tun, wenns mir richtig schlecht geht...usw. Die Verantwortung für die Krankheit und die Therapie bleibt beim Patienten. Was ja auch ganz richtig ist.
Ich hätte übrigens tatsächlich einen Notarzt gerufen- ich möchte nämlich nicht die Verantwortung übernehmen, wenn meine Tochter mir mit Selbstmord droht. Selbst, wenn ich ziemlich sicher bin, dass keine ernste Suizidabsicht dahinter steckt.
Wenn sie merkt, was für eine Maschinerie dann in Gang gesetzt wird, wird sie hoffentlich nicht mehr auf solche Erpressungsversuche kommen....
-
27.12.2014, 16:14
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Es wird bei akuter Suizidalität durchaus das Versprechen abgenommen, manchmal sogar schriftlich, sich bis zum nächsten Sitzung nicht zu suizidieren. Das habe mir andere schwer Depressive berichtet und es ist auch so in der Fachliteratur als Vorgehen bei Suizidalität nachzulesen.
Grüße
Luftpost
-
27.12.2014, 23:59
-
06.01.2015, 14:10
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Hätte ich das als Kind gewagt und mir ein Messer an die Kehle gehalten, meine Mutter hätte mir eine Tracht Prügel gegeben. Die Zeiten haben sich aber geändert.Kinder die mit Selbstmord drohen
Würde mein Kind so reagieren, würde mich das aber ehrlich gesagt auch eher wütend als betroffen machen, weil es als Erpressung empfinde. Wenn das Kind schon solche Mittel anwendet, um ihren Willen durchzusetzen, was passiert dann als nächstes?
-
29.06.2017, 02:18
AW: Kinder die mit Selbstmord drohen
Wie geht es denn deiner Tochter und dir heute?
Hat es sich normalisiert oder hat es nochmal ähnliche Situationen gegeben?
Ich frage, weil ich seit Jahren mit nichts anderem als nur mit diesem Thema beschäftigt bin.



Zitieren

