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  1. Administrator

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    Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Liebe Userinnen und User,

    natürlich möchten Eltern, dass ihre Kinder so gut wie möglich in ihrer Entwicklung gefördert und in ihren Interessen unterstützt werden. Was aber, wenn der Eltern-Ehrgeiz über das Ziel hinausschießt, und die Kinder plötzlich als Leistungs-Statussymbol herhalten müssen? BRIGITTE-Autor Till Raether hat einen Blick auf gestresste Grundschüler geworfen und findet: Eltern müssen echt mal einen Gang zurückschalten und ihren Kindern mehr Freiräume erlauben.

    Hier können Sie sich seine Beobachtungen durchlesen.

    Gruß

    das BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Naja, mir musste es keiner "erlauben", dass ich mit meinem Kind faulenzen "durfte" - wie viel Leistung einem Kind guttut sieht und spürt man als Eltern - und wer vernünftig ist, der handelt danach.

    Früher war Schule notwendiges Übel, war schon schön, wenn´s gute Noten gab, aber wenn nicht, brach die Welt der Eltern auch nicht zusammen. Scheint heute anders zu sein.

    Noch nicht mal in der knappen Freizeit dürfen die Kids machen, was sie wollen. Uns hat früher keiner vorgeschrieben, wie wir unsere Freizeit zu verbringen haben.

    Über eine (Not)lüge war Mutti nicht furchtbar traurig und enttäuscht, ich musste nie zum Psychologen, wenn ich nicht das machte, was meine Eltern wollten. Für meine Eltern war es normal, dass Kinder eben mal nicht hören oder keine Lust zum Lernen und zum Hausaufgaben machen haben. Die mailten auch nicht mit den Lehren oder riefen dort dauernd an. Die wussten vieles gar nicht und das war auch nicht schlimm.

    Tja - irgendwie hatten wir es gut als Kinder.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  3. Moderation

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Der Autor hat etwas entdeckt, das in meinen Augen bei der Kindererziehung am allerwichtigsten ist: Das Gefühl für sein Kind haben, was ihm guttut und was nicht. Und wenn das das Gegenteil von dem sein sollte, was in irgendwelchen klugen Ratgebern steht, dann ist das eben so. Erziehung ist doch die ganze Zeit ein Abwägen. Wir alle können nicht in die Zukunft blicken, wir können immer nur in der Gegenwart und mit der Erfahrung der Gegenwart Entscheidungen für die Zukunft treffen. Und da finde ich, sollten und müssen wir uns auch auf unser Gefühl verlassen. Und auch den Mut haben, zu dieser vermeintlich falschen Entscheidung zu stehen. Damit geben wir unseren Kindern auch wichtige Signale.

    Dieser Satz hat mich an eine Diskussion mit meiner Mutter und meiner Tante erinnert, als mein Sohn so ca. 4 Jahre alt war.

    ... dass das dann alles immer noch nicht reicht, um sie auf den Arbeitsmarkt und den Konkurrenzkampf in unserer Gesellschaft vorzubereiten.
    Meine Tante, die meine Ansicht teilte, fragte meine Mutter sehr ruhig und ernst, ob sie wirklich meine, dass das von ihr favorisierte Verhalten sich auf seinen beruflichen Erfolg meines Sohnes auswirken werde. Meine Mutter bejahte, worauf meine Tante mich ansah und ganz treudoof fragte, sag mal skirbifax, wie alt ist noch mal Klein-Skirbifax?

    Wenn ich je Zweifel hatte, dass ich zu meiner Entscheidung stehen sollte, in dem Moment waren sie alle weggefegt. Mir kam es in diesem Moment so absurd vor, dass jetzt, mit 4 Jahren Weichen für das spätere Leben gestellt werden würden, die niemals mehr geändert werden können.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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  4. Inaktiver User

    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Ich finde, dass dieser Artikel auf erschreckende Weise zeigt, wie selbstverständlich heute auch auf publizistischer Ebene unserer Gesellschaft in eine Zweiklassengesellschaft zerfallen ist.
    Der Autor kommt gar nicht auf die Idee, dass es in anderen "Kreisen" ganz anders aussieht.
    Für einen Lehrer, der in unserer bundesdeutschen Wirklichkeit täglich erleben muss, wie die Kinder nicht mehr in der Lage sind, die einfachsten Anforderungen zu erfüllen, hört sich ein solcher Apell wahrscheinlich wie Hohn an.
    Jedes Kind, jeder Mensch möchte gern Leistung bringen, seine Sache gut machen, gelobt werden und ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft sein.
    Manchen gelingt es, manchen nicht.
    Wer entscheidet, was Leistung ist und wann es wie zu erbringen ist?
    Dass man Kindern das Faulenzen beibringen muss, glaube ich nicht. Eher, dass man ihnen den Eifer am richtigen Ort zur richtigen Zeit nahebringen sollte.
    Und das beginnt nicht mit der Schulzeit, sondern lernt das Kind durch das Vorbild der Eltern und so unbeliebt es auch klingt:
    Durch Erziehung.

  5. gesperrt

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Ist doch offensichtlich, wer die genauen Kriterien vorgibt, was Leistung ist und wer sie wie und wann zu erbringen hat ... das tut jedes Bundesland im eigenen Bildungssystem....

    und ich pers kann nur sagen "Kinder müssen keine Leistung bringen" gilt für Kleinkinder und Babys... aber sowie sie schulpflichtig werden, setzt man ihnen die Hürden, die zu übersrpingen sind ... richtig, man kann sich dafür entscheiden, das zu lassen ... aber in der Schule zerren sie jedes Kind über diese Hürden und wer dabei keine Leistung erbringt, bekommt die Quittung halbjährlich und in Schriftform.

    Klar, kann man sich als Eltern immer allem möglichen verweigern ... nur dann trifft es eben in 1. Linie das Kind, das komplett auf der Strecke bleiben kann.
    Die Leistungen, die Kinder zu erbringen haben, sind bekannt und von Ministerien festgeschrieben ... entweder das Kind erbringt sie... oder das System reicht sie nach unten durch.


    Es ist immer nur die eine Seite, für alles die Eltern einseitig verantwortlich zu sehen ... also ob sie mit irhem Kind im Vakuum lebten und alleine die Prioritäten setzen würden udn könnten ...

    als ob die nicht ständig aufgefordert würden, Stellung zu beziehen... Kontakte mit der Schule zu halten, Elterngespräche zu führen, Entwicklungen zu dokumentiern.. was auch immer.


    Es lebt sich halt weder als Eltern noch als Kind noch so sorglos wie 1970 ... und das Gequaltsche von wegen, man vertraut auf das Kind und dessen Fähigkeiten, kann ich langsam nicht mehr hören ... Millionenen Eltern vertrauen auf ihre Kinder, die können aber auch nur dann diesem Vertrauen gerecht werden, wenn andere ihnen die Möglichkeiten dazu geben ...

    Und die Chancen sind halt nicht gleich und gerecht verteilt in dieser Welt. Manche haben mehr Glück ... andere weniger -

    Leistung wird unterschiedlich bewertet und nicht jeder erfährt immer die Anerkennung, die wünschenswert wäre.
    Geändert von Lonamisa (24.09.2014 um 16:13 Uhr)

  6. Moderation

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Zitat Zitat von Lonamisa Beitrag anzeigen
    Klar, kann man sich als Eltern immer allem möglichen verweigern ... nur dann trifft es eben in 1. Linie das Kind, das komplett auf der Strecke bleiben kann.
    Die Leistungen, die Kinder zu erbringen haben, sind bekannt und von Ministerien festgeschrieben ... entweder das Kind erbringt sie... oder das System reicht sie nach unten durch.
    Was heißt "nach unten durchreichen"? Ich bin tatsächlich der Auffassung, dass nicht jedes Kind Abitur braucht. Und manche Kinder können (und wollen) gerade in der schwierigen Zeit (7. - 9. Klasse) sich nicht ausschließlich der Schule widmen. Bevor ich mich hier auf Machtkämpfe eingelassen habe, habe ich die Schule gewechselt. Hier ging es ohne größeren Aufwand. Damit sind mitnichten Chancen verbaut. Es führen viele Wege nach Rom und manchmal ist es einfach schwierig und auch anstrengend, das Kind auf "seinem" Weg zu begleiten und zu unterstützen.

    Zitat Zitat von Lonamisa Beitrag anzeigen
    Es ist immer nur die eine Seite, für alles die Eltern einseitig verantwortlich zu sehen ... also ob sie mit irhem kidn im vakuum lebten und alleine die Prioritäten setzen würdenn ...

    als ob die nicht ständig aufgefordert würden, Stellung zu beziehen... Kontakte mit der Schule zu halten, Elterngespräche zu führen, Entwicklungen zu dokumentiern.. was auch immer.
    Und? Gerade in den Elterngesprächen habe ich mich positioniert. Und das mehr als nur einmal nicht das, was die Lehrer hören wollten.
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  7. gesperrt

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Nach unten durchreichen ist wohl in jeder Schulart möglich... das geschieht nicht nur an Gymnasien und Realschulen ... das klappt auch an Haupt- oder Mittelschulen.

    Sitzenbleiben ... nochmal sitzenbleiben ... Schule ohen Abschluß verlassen ... und manche haben hinterher doch bessere Chancen, sich andere, neue Bildunsgziele zu stecken ... andere sind ohne Perspektiven.

  8. Moderation

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Zitat Zitat von Lonamisa Beitrag anzeigen
    Sitzenbleiben ... nochmal sitzenbleiben ... Schule ohen Abschluß verlassen ... und manche haben hinterher doch bessere Chancen, sich andere, neue Bildunsgziele zu stecken ... andere sind ohne Perspektiven.
    Das gibt es ohne Zweifel. Es gibt aber auch Kinder, da engagieren sich die Eltern wie blöd und es kommt auch zu dem von dir angesprochenen Versagen.

    Die Kinder, die ohne Schulabschluss die Schule verlassen, sind meist die Kinder, um die sich die Eltern eben nicht kümmern, die eher sich selbst überlassen sind. Und die kommen auch nicht zu den Elterngesprächen, Elternabenden usw.

    Ich hatte den Artikel eher so verstanden, dass es hier um Eltern geht, die sich kümmern, die das Beste für ihre Kinder wollen und nun zu ihrem Erstaunen feststellen, dass "das Beste" eben sein kann, das Kind auch mal sich selbst zu überlassen, nicht einzugreifen, nicht zu fördern. Und dass man als Eltern sich vor Augen halten soll, dass nicht jede Möglichkeit, die man bereits Kindergartenkindern eröffnet eine Karriere als Wunderkind ebnet.
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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Zwischen einer leistungsmäßigen Überforderung und dem Verlassen der Schule ohne Abschluss liegt aber noch ein ganz, ganz weites Feld.

    Das, was die Kinder leisten können, OHNE täglich nach der Schule noch zu üben, ohne Nachhilfe, ohne Kopfschmerzen, Übelkeit und Frust - das ist doch die richtige Mischung.

    Das eine Kind schaffts fast ohne Lernen durch die Realschule, das andere mit angemessenen Fleiß und Ehrgeiz sogar recht gut durch´s Abi und das nächste schafft eben nur einen genügenden Abschluss... Früher haben sich Eltern damit abgefunden. Heute wird "gefördert" was das Zeug hält - Nee, bin ich kein Freund von.

    Auch aus einem Kind mit mittelmäßigen Realschulabschluss kann was "Gescheites" werden. Der Abschluss von Haupt- oder Realschule muss ja nicht das Ende von Bildung und Weiterentwicklung bedeuten. Es gibt soviele Möglichkeiten, da muss der Stress im Kindesalter nun wirklich nicht sein.
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  10. gesperrt

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    AW: Tipp der BRIGITTE-Redaktion: "Kinder müssen keine Leistung bringen"

    Kinder haben heute vor allem die Aufgabe, den Selbstwert und den Status von Eltern zu steigern ...


    Ist das tatsächlich so???


    Sorry, aber macht ihr im rL denn die Erfahrung, dass irgendwer hingeht und Euch über das Kind irgendwie einen pers. Status zuteilt ???


    ich meine, erlebt ihr denn als Eltern tatsächlich auch diesen "Wettbewerb, wer sein Kind am tollsten fördert" ... ich pers kann sagen, beobacht ich doch täglich hier bei BriCom, dass man gar nicht wirklich zugibt bzw zugeben darf udn soll, dass man sein Kind fördert ...

    denn das wäre ja evtl sogar "statusmindernd" ...
    die Kinder können doch alles von ganz alleine und völlig unangeleitet.. aus eigener purer Lust am Lernen sich selbst erarbeiten

    Kinder bringen sich alle im Vorschulalter z.B. das Lesen selbst und alleine und aus eigenen antrieb heraus bei ... wer zugibt, er musst die Buchstaben mit dem Kinde üben und da Techniken zeigen, hat sich doch schon kritikfähig gemacht ...


    Wettbewerb der Eltern .. unter solchen Bedingungen doch gar nicht möglich.

    Es sind doch die Kinder, die den Geigenuntericht so kosequente einfordern, dass man gar nicht anders kann ...



    und am Schulfest spielen dann tatsächlich doch von 25 Kidner 23 ein Instrument und jedes 5. Kind das selbe Stück wie sein kleiner Vorgänger ... individuell ???
    die einen sind Tennisbegeister... die anderen stehen auf Fußball.. individuell ???



    Also, macht ihr denn überhaupt diese Erfahrungen, wie sie hier im verlinkten Artikel beschrieben sind ???


    Ich finde manches schon recht künstlich gepusht ... Jugendliche, die gar nicht faulenzen und chillen ... weil die Eltern es ihnen auch nicht ausreichen vorleben ... nicht mehr gezeigt haben, wie man mal 5e Gerade sein lässt ...
    Sorry, aber die halbe Bricom ist voll mit Strängen von Teenagern, denen man das nicht beibringen muss ...
    Geändert von Lonamisa (24.09.2014 um 16:14 Uhr)

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